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Editorial

Ferien nutzen zum Aufbruch in die Tiefe
Urlaub mal anders: Evangelische und katholische Klöster


In einigen Tagen beginnen in den ersten Bundesländern die schönsten Wochen des Jahres. Ein Aufbruch in die Urlaubsregionen steht bevor, mancher wird vielleicht auch zuhause das erhoffte zweite deutsche Sommermärchen verfolgen. Eine Gelegenheit zum Aufbruch können die Ferien allemal sein. Es kann auch ein Aufbruch nach innen sein. Die innere Ruhe wiederfinden, wenn Stressfaktoren nicht stören können. Vielleicht ganz leise ahnend die innere Stimme vernehmen, die sich Gehör verschaffen möchte, in Träumen, in tiefer Sehnsucht, aber auch in ängsten und Befürchtungen. Und dahinter Gottes Stimme vernehmen. Anregungen geben auch gute Bücher, das Wort Gottes selbst oder Predigten, geistliche Vorträge und Meditationstexte, die Sie auf der Webseite des PREDIGTPREISES finden können.

Für diesen Weg des inneren Aufbruchs gibt es auch äußere Räume, die hilfreich sein können, diesen Weg zu gehen. Mancher geht gerne alleine, für andere ist Begleitung und Hilfestellung in Gemeinschaft wichtig. Viele Klöster und geistliche Gemeinschaften bieten diese Räume und auch die gewünschte Form und das richtige Maß an Weggeleit an. Bei der Suche nach besseren und ungewöhnlicheren Möglichkeiten der Erholung stößt der stressgeplagte Urlaubssuchende immer häufiger auf dicke Mauern: Klostermauern! Die Möglichkeiten, einen kurzen oder längeren Urlaub in einem Kloster zu verbringen, sind vielfach vorhanden und erweisen sich als ausgesprochen vielfältig. Katholisch.de gibt Tipps für den Urlaub im Kloster. Eine Internetsuche bietet die Seite der Deutschen Ordensoberen unter der Rubrik Kloster auf Zeit: www.orden.de

In den evangelischen Konfessionen finden sich nicht so viele Orden und Klöster. Der Grund liegt in der Reformation an sich, denn diese war dem Ordenswesen ablehnend eingestellt. Die evangelischen Landeskirchen haben deshalb nur sehr wenige ordensähnliche Gemeinschaften. Die sog. Stiftsdamen haben die Tradition ihrer Klöster nach der Reformation fortgeführt. Aber es waren keine Orden im herkömmlichen Sinn. Im 19. Jahrhundert entstanden Diakonissenhäuser, die Frauen eine religiöse Gemeinschaft und einen Zusammenhalt gaben. Sie ähnelten den katholischen Orden mit diakonischer und karitativer Ausrichtung. Im 20. Jahrhundert kam es zu Neugründungen, die die Tradition der Orden auch in der Evangelischen Kirche fortführten. Zu nennen sind die Communität Casteller Ring oder die Communität Christusbruderschaft Selbitz. Die obigen Ausführungen beziehen sich auf die lutherisch ausgerichteten Kirchen. Die reformierte Kirche hingegen hat keine Ordensgemeinschaften. Eine Ausnahme sind die Thomasianer.

Die Internetseite kloster-aktuell informiert über Angebote zum Mitleben in evangelischen Klöstern und Gemeinschaften, für Exerzitien- und Besinnungstage, Kursangebote und Weiterbildungen.

Wagen Sie den inneren und/oder äußeren Aufbruch in diesen Tagen und Wochen der Erholung und Freizeit. Wir wünschen Ihnen dabei viele gute Erfahrungen, Gottes Geist und Segen für Sie und Ihre Familien..

Ihr

Ralf Birkner, Dipl.- Theologe
Theologischer Berater des PREDIGTPREISES

Aktuelle Themen:

Leserfoto des Monats:

© Pastor Dr. Ulrich Müller, Malchow

Foto zur Predigt „Kirchweih Dorfkirche“ nach Matthäus 7,24–27

Renovierung einer Dorfkirche in Eigenleistung: Ein anschauliches Beispiel für den „Glauben, der Berge versetzen kann“ –
und den Tempel der Kirche, dessen „lebendige Steine“ wir selber sind….


Sprechende, „predigende“ Bilder –
teilen Sie Ihr eindruckvollstes Foto mit uns.

Schicken Sie uns bitte eine Email mit dem Betreff „Leserfoto“. Fügen Sie Ihr Foto(s) bei mit einem kurzen Begleittext und Ihrer Adresse an leserfoto@nl.predigtpreis.de.

Kommentare zum Thema:


Der Kirchentag – die gute Seite der Kirche?
(Editorial - Newsletter Juni 2011)
Ökumene
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Ökumenische „Seligsprechung“ am 18. Juni 2011
Drei Lübecker Kapläne und ein evangelischer Pastor

Wegen ihres Widerstandes gegen die Nationalsozialisten sind die drei katholischen Kapläne Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek am Samstag in Lübeck seliggesprochen worden. Zudem wurde des evangelischen Pastors Karl Friedrich Stellbrink gedacht, der 1943 mit den Kaplänen hingerichtet wurde. Die vier hatten über Konfessionsgrenzen hinweg zum Widerstand gegen das NS-Regime aufgerufen und regimekritische Predigten des Münsteraner Bischofs Kardinal von Galen verbreitet. Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel feierten tausende Katholiken die Seligsprechung, die erste in Norddeutschland und die erste mit einem ökumenischen Akzent. „Sie sind gemeinsam gestorben, haben für ihre christliche überzeugung wortwörtlich ihren Kopf hingehalten“; sagte der langjährige ökumenebeauftragte des Vatikan, Kardinal Walter Kasper, in seiner Predigt. „Unsere ökumene ist aufgebaut auf der ökumene der Märtyrer. Sie ist darum keine Wische-wasche-ökumene. Wir brauchen ökumenisch gesinnte Christen, die ihre jeweilige katholische, evangelische oder orthodoxe Identität haben und davon Zeugnis geben; nur als solche können sie ernsthafte Schritte aufeinander hin tun. Solche ökumene ist kein Selbstzweck. Jesus betete, dass alle eins seien, damit die Welt glaube. Die Spaltung macht uns unglaubwürdig. Sie widerspricht dem Willen Jesu und sie ist angesichts der Welt und der großen Herausforderungen, vor denen wir Christen gemeinsam stehen, ein Skandal. ökumene muss eine Baustelle sein für die gemeinsame Zukunft in der einen Kirche für das Leben, den Frieden und die Gerechtigkeit in der einen Welt“, so der Kardinal am Ende seiner Predigt.

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Das Interview
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„Ich stehe zur Kirche der Freiheit“
Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Huber

© Ethikrat

Prof. Dr. Wolfgang Huber ist einer der profiliertesten Theologen der Gegenwart. Er ist Mitglied des Deutschen Ethikrates und Professor in Berlin und Landau. Von 2003 bis 2009 war er Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und von 1994 bis 2009 Bischof in Berlin

Predigtpreis: Herr Prof. Dr. Huber, vor fünf Jahren haben Sie ein Impulspapier zum Reformprozess der evangelischen Kirche vorgestellt. Seitdem stehen Sie im Verdacht, die evangelische Kirche in Reformstress versetzt zu haben. Plagt Sie ein schlechtes Gewissen?

Prof. Dr. Wolfgang Huber: Es bewegt mich schon, wenn sich Menschen, die in der Kirche arbeiten, überfordert und unter Druck gesetzt fühlen. Denn ich bin davon überzeugt, dass der Reformansatz, richtig kommuniziert, die Berufszufriedenheit fördern kann. Nehmen Sie das Beispiel einer Rückmeldungskultur für den Gottesdienst, das eine große Rolle im Reformprozess spielt. Wir machen in unserer Landeskirche eine eindeutige Erfahrung: Am Anfang herrscht Reserve. Aber wenn man sich darauf eingelassen hat, machen einen Rückmeldungen im eigenen Beruf sicherer und erfüllter. Und Menschen reden nicht bloß über die Lautstärke beim Sprechen. Das Reformprojekt will sagen: Eine bessere Begleitung der beruflichen Praxis tut gut. Ich bedaure es, wenn das als Herabwürdigung der eigenen Arbeit verstanden wird, die deshalb, so meint man dann, mit Reformen verbessert werden muss. Leider wurde diese Haltung durch manche äußerungen aus dem Bereich der akademischen Theologie noch verstärkt. Dabei hat die Theologie in meinen Augen eine Aufgabe der differenzierten Wahrnehmung und nicht des Verstärkens von Blockaden.

Predigtpreis: Was ist falsch gelaufen?

Wolfgang Huber: Viele, die in der Kirche arbeiten, leiden unter zu vielen Aufgaben. Der Reformprozess hat das nicht verursacht, sondern höchstens sichtbar gemacht. Er wurde oft mit den strukturellen Entwicklungen der letzten Jahre zusammen gesehen, obwohl er einen ganz anderen Ansatz hatte. Die Kirche braucht keine Reform, um an mehr Geld oder mehr Mitglieder zu kommen, sondern weil sie den Auftrag hat, das Evangelium zu bezeugen. Sie muss überlegen, wie sie diesem Auftrag auch in Zukunft nachkommt: Wie verbinden wir die Konzentration auf den Kern der kirchlichen Aufgaben mit der Zuwendung auch zu denen, die den Kontakt zur Kirche verloren haben?
Es gibt aber auch die andere Seite: Viele haben wegen dieses Reformprozesses eine neue Freude an der kirchlichen Arbeit gewonnen. In den letzten Jahren im Bischofsamt habe ich erlebt, dass beim Gespräch zur Vorbereitung der Ordination ganze Gruppen sagten: Wir wollen gern in dieser Kirche arbeiten, weil sie sich auf einen Reformkurs begeben hat.


Predigtpreis: Eins der Reizworte im Reformpapier hieß „Gottesdienstqualität“. Gibt es Qualitätsmaßstäbe für den Gottesdienst?

Wolfgang Huber: Mitunter wird verneint, dass es Qualitätsmaßstäbe für guten Gottesdienst und für gute Predigt gebe. Dagegen spricht eine Erfahrung: In Krankenhäusern etwa ist die Seelsorge - ein sehr sensibler Bereich der kirchlichen Arbeit - in die dort üblichen Qualitätssicherungsprozesse einbezogen worden. Inzwischen sagen Krankenhausseelsorger, dass diese Prozesse ihnen ungemein bei der ihrer Arbeit helfen. Je stärker kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Berufsfeld mit Qualitätsentwicklung in anderen Bereichen zu tun bekommen, desto weniger neigen sie zu der Aussage, daraus etwas zu lernen sei eine Auslieferung der Kirchen an fremde Maßstäbe. Umso stärker merken sie: Davon können wir etwas lernen, was auch unserer Arbeit zugute kommt und was unsere Identifikation mit dem Beruf stärkt.

Predigtpreis: Wie sähen die Eckpunkte der Gottesdienst-DIN-Norm aus?

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PREDIGT DES MONATS
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Predigt über Psalm 121 von Marten Marquardt

Marten Marquardt bespricht den Leitvers: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird mir Hilfe kommen?“

Ein jüdischer Aufbruch, eine jüdische Wallfahrt durch die Jerusalem umgebenden judäischen Berge mit beängstigenden Perspektiven: Wilde Tiere, tiefe Schluchten, gefährliche Menschen. Woher wird mir Hilfe kommen?

Oder auch eine jüdische Heimkehr, zurück aus dem Exil, eine jüdische Wiedergeburt, ein neuer Staat Israel nach 2000 Jahren; aber auch das, wie wir dann erfahren haben und noch täglich erfahren müssen, ist nun seit 60 Jahren eine Geschichte mit abgründigen Aussichten: Woher wird mir Hilfe kommen?

Oder ganz privat. Dieser Psalm wird in manchen jüdischen Familien traditioneller Weise bei einer schwierigen Kindergeburt gebetet, mit Hoffnungen und mit ängsten: Woher kommt mir Hilfe? Es lohnt sich, hier weiter zu lesen.

Hier lesen Sie die vollständige Predigt

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Die Auszeichnung des PREDIGTPREISES
„Sehnsucht nach Befreiung“
KUNST UND PREDIGT
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Lichtwerk

Kirchenfenster-Zyklus in Heiligkreuz/Weinheim

© Dr. Benita Joswig, LICHTWERK

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Das Dunkle, Trübe, Verschlossene - noch Ruhende wird mit der Schaffung des Lichtes - so wie es in der Genesis beschrieben wird - zu Leben erweckt.
Der Kommentar Gottes ist dann, dass es gut ist!
Taucht die Welt zunächst in verschiedene Graustufen, langsam wird es lichter, die Konturen zeichnen sich ab, die Farben tauchen wie aus dem Nichts auf: Good Morning, Bonas Dias, Bonjourno, Bonjour... auf der ganzen Welt zu den unterschiedlichsten Zeiten begrüßen Menschen das Licht, den Tag, den Morgen. Das Dunkle, die Nacht bleibt als Ahnung zurück.
Wir stehen auf einer Lichtung, guter Hoffnung, dem Tag die Hand zu geben.

Getragen und bewegt wird die Welt vom Geist Gottes - so wird es auch in der Genesis formuliert: Da war die Finsternis und über dem Angesicht der Urflut schwebte der Geist Gottes, die Ruach wie sie auf Hebräisch genannt wird. Die Ruach, die sich als "bewegte Kraft, die bewegt" übersetzen lässt. Sie schaffte Weite, Raum, setzt in Bewegung, führt aus der Enge heraus. Dieses Wort wird auch in seinem ursprünglichen Zusammenhang mit Geburt, die neues Leben hervorbringt in Verbindung gebracht und die Ruach kann schließlich mit Wind, Geisthauch, Atem, Lebenskraft, Vitalität. Unsere Rede vom Heiligen Geist hat hier ihren Ursprung.

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