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Editorial

Lieber Leser, liebe Leserin,

An diesem Sonntag, 24. Juli 2011 wollte ich eigentlich den Leitartikel für diesen Newsletter schreiben. Ich hatte mir einen Beitrag aus einer Sonderbeilage der katholischen Kirchenzeitung „Paulinus“ des Bistums Trier zum Thema Erlösung mit dem Titel „Klartext auf der Kanzel“ ausgesucht. An diesem ersten Feriensonntag sollte eigentlich gute Stimmung herrschen, ich selbst hatte mir vorgenommen, auszuschlafen und den Stress der letzten Tage und Wochen systematisch abzubauen. Ich hatte dazu zwei Tage Auszeit genommen ohne Radio und Fernsehen. Vor dem Frühstück habe ich mir die Sonntagszeitung gekauft. Aus der Traum von Auszeit und Abschalten. Schlagzeilen aus Oslo vom zweifachen Horror mit mehr als 80 Toten. Fünf Seiten weiter die große Reportage zum einjährigen Gedenken an das Unglück der Loveparade. Hungerkatastrophe in Somalia, mehr als 12 Millionen Menschen sind akut vom Hungertod bedroht. Und fast schon als Randnotiz die Meldung vom Tod der Sängerin Amy Winehouse, auch das für mich eine – wenn auch kleine – Katastrophe. Die Lektüre der Zeitung fällt deutlich länger aus als geplant, am Ende steht mir mein ursprünglicher Plan wieder vor Augen, der Leitartikel zum Thema „Erlösung in der zeitgemäßen Verkündigung“. Ich lese zunächst das Interview mit dem Erfurter Bischof Wanke für diesen Newsletter. Ich erinnere mich an den Amoklauf von Erfurt im April 2004. Bischof Wanke hatte damals die Aufgabe, in diese Situation hinein von Erlösung zu sprechen. In seiner Ansprache vor der ökumenischen Vesper für die Verstorbenen des Gutenberg-Gymnasiums am 27.4.2002 im Erfurter Dom sagte er: „Unsere Kirchen, ob evangelisch, katholisch oder freikirchlich, sind merkwürdigerweise bei solchen Ereignissen, wie wir sie gestern erleben mussten, von vielen Menschen gefragt. Vielleicht spricht sich darin das sonst im Alltag verschüttete Wissen aus, dass es inmitten des "falschen" Lebens "richtiges" Leben gibt, geschenktes, von Gott geschenktes Leben – auch für die Toten." Diese Worte gelten auch jetzt allen Opfern und deren Hinterbliebenen von Oslo, Somalia und London – am Tag danach.

Ihr

Ralf Birkner, Dipl.- Theologe
Theologischer Berater des PREDIGTPREISES

Aktuelle Themen:

Predigtfoto des Monats:

© Schulpfarrerin Gerlinde Anders, Leverkusen

Foto zur Predigt über Lukas 15, 1-7 zum Gleichnis vom verlorenen Schaf

"Umkehr und Bekehrung werden möglich, wenn man eine neue Perspektive hat: durch Christus den Blick in den Himmel, wo so viel Liebe ist für Verloren Gegangenes und Freude über Wiedergefundenes."


Sprechende, „predigende“ Bilder –
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Schicken Sie uns bitte eine Email mit dem Betreff „Predigtfoto“. Fügen Sie Ihr Foto(s) bei mit einem kurzen Begleittext und Ihrer Adresse an predigtfoto@nl.predigtpreis.de.

Ökumene
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Es ist Gott zu predigen – Menschen zum Glauben „verlocken“

„ausbalancierend“ von Jörgen Habedank
Acryl + Collage

Schon beim ersten Lesen war mir eine Frage besonders hängen geblieben, mit der sich die evangelische Autorin Dr. Susanne Wolf-Withöft in der Sonderausgabe der Trierer Bistumszeitung zur Vorbereitung auf die Heilig Rock Wallfahrt 2012 beschäftigt: „Wie kann man heute von Erlösung predigen, wenn doch so viele Zerstörungsgeschichten die Güte des Lebens in Frage stellen?“ Wie aktuell, einige Tage nach dem Massaker von Oslo, ein Jahr nach dem Unglück der Loveparade, angesichts aktueller Meldungen über die größte Dürre in Afrika mit einer tödlichen Bedrohung für mehrere Millionen Menschen. Die Autorin empfiehlt nach einer theologischen Betrachtung des Erlösungsgedankens aus biblisch-jesuanischer und reformatorisch-lutherischer Sicht, Erlösung homiletisch ernst zu nehmen und sich eingeladen zu fühlen, die Predigt als Ort und Zeit der Versöhnung zu entdecken. Versöhnung mit Gott soll spürbar werden in der Verkündigung, Menschen sollen aufmerksam werden auf ihre Möglichkeiten der Versöhnung mit anderen und dürfen gleichzeitig versöhnt auf ihre eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen schauen. „Es ist also Gott zu predigen als einer, der sich in die Lebenslage seiner Kinder hinein begibt und ihnen darin nahe ist.“ Es erscheint also dringend notwendig, Erlösung als Grundthema des christlichen Glaubens wieder zur Sprache zu bringen, wo scheinbar Fragen nach Struktur, Theorien über Gemeindekooperationen und Organisationsmanagement alles andere in den Hintergrund gedrängt haben – ein innerkirchliches Phänomen über alle konfessionellen Grenzen hinweg.

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Das Interview
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„Jeder Christ hat einen Predigtauftrag“
Interview mit Bischof Joachim Wanke

Joachim Wanke, Bischof von Erfurt

Vita lesen

Predigtpreis: Herr Bischof, predigen Sie gern?

Bischof Joachim Wanke: Ich predige gern, aber habe immer wieder davor das große Zittern.

Predigtpreis: Worüber predigen Sie am liebsten?

Wanke: Mir liegen die großen klassischen Texte, die von der Freiheit sprechen, die das Evangelium uns schenkt. Auch paulinische Texte finde ich gut für die Gegenwart auszulegen.

Predigtpreis: Wie wichtig ist die Predigt für die Kirche?

Wanke: Die Predigt konstituiert Kirche. Hier geht es nicht allein um Rhetorik, sondern die Predigt hat das Evangelium zu verkündigen, und zwar auszulegen in vielfacher Hinsicht auf die Lebenssituation der Menschen heute. Sie muss, sage ich mitunter, „das Evangelium auf mitteldeutsch verkündigen“. Damit meine ich: Sie muss bei den heutigen, den gegenwärtigen Erfahrungen der Menschen anknüpfen und übersetzen, was die Mitte des christlichen Glaubens ausmacht. Das ist ständig neu zu leisten – und bester Anstrengung wert.

Ich sage es an dieser Stelle gern: Ich bin beeindruckt, dass der Verlag für die Deutsche Wirtschaft einen Predigtpreis auslobt. Der Predigtpreis stellt etwas Wichtiges in den Blick, und ich freue mich, wenn immer wieder gute Predigerinnen und Prediger gefunden werden. Man kann nur wünschen, dass das Ausstrahlung hat.


Predigtpreis: Vielen Dank. Wie hoch steht die Predigt in der katholischen Kirche im Kurs?

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DER GASTKOMMENTAR
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Wie spricht die Bibel junge Menschen an?

Foto: Taizé, FR

Hier hören Sie das Taizé-Lied „Meine Hoffnung“
auf Youtube

Wir alle kennen das Phänomen, dass junge Menschen in Kirchen manchmal die ersten Erfahrungen mit dem Kirchenschlaf machen, insbesondere während der Predigt. Oder sie haben einfach Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Woran liegt das?

Die erste Feststellung muss sein, dass im Unterschied zu früheren Zeiten die ganze Wahrnehmungskultur sich revolutionär gewandelt hat. War in den Jahrhunderten vor uns und selbst noch in den meisten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Masse an Informationen noch einigermaßen überschaubar, ist spätestens seit der Einführung des Internets eine Explosion der Inhalte da. Sie kommen ungefiltert direkt in die Zimmer der Kinder und Jugendlichen.

Die Wahrnehmung hat sich in kleine Einheiten aufgelöst, manchmal sind eineinhalb Minuten schon das Höchste der Gefühle. Die Medien haben sich darauf eingestellt. Auch die kirchliche Jugendarbeit weiß um das Problem. Interesse wird geweckt, wenn eine Person fasziniert, ein Programm mit sympathischen Menschen zusammen durchgeführt wird oder etwas Außergewöhnliches ansteht.

Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, junge Menschen anzusprechen, und zwar gerade nicht (nur) mit den neuen Medien. Wenn eine klassische Freizeit veranstaltet wird, gibt es Gelegenheit zum Entdecken der Stärken des Erzählens, des Miteinanders und der persönlichen Beziehungen.

Natürlich ist auch die Präsenz in den neuen Medien unverzichtbar. Bibel-Apps, elektronische Ausgaben verschiedener Bibelübersetzungen, leicht zugängliche Materialien sind Voraussetzung für das Interesse von jungen Menschen. Wobei die eigene kleine Bibelausgabe ganz „klassisch“ als Buch immer ihren Platz haben wird.

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PREDIGT DES MONATS
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Predigt über Jesaja 43,1-7 von Dr. Martin Grahl

Gott spricht zu uns, liebe Schwestern und Brüder. Er redet uns an mit uralten Worten heute und hier. So wie wir die aus uralten Wurzeln gewachsene Sprache gebrauchen und doch das Kommende heraufbeschwören.

So spricht Gott, der nicht nur die Galaxis geschaffen hat, sondern auch jeden von uns. Das Werk seiner Hände und Gedanken sind nicht nur Herzmuskel und Hirnwindungen, unsere Genketten, sondern vor allem das Geheimnis, das wir meinen, wenn wir in Achtung den Namen eines Menschen aussprechen, wenn wir ihn ansprechen.

Jakob Israel, - Name, Synonym für das Volk Gottes. "Gott überwindet", bedeutet Israel. So hat Gott sein Volk angesprochen. In der Taufe sind wir Christen geworden, auch wir dürfen uns nun zum Volk Gottes zählen. Gott hat unseren Namen das Wort Christ hinzugefügt. So haben viele den Taufspruch bekommen, den Jesaja auf Jakob Israel bezieht: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein." Nun sind die vielen Völker in den Baum des Heils eingepropft, in das Volk Israel, wie Paulus sagt. Wir dürfen aus der selben Wurzel leben, mit denselben Verheißungen, so ist es unser christlicher Glaube. Wir dürfen es als eine Gnade rechnen, dazu zu gehören.

Also nehmen wir das gleiche Wort Gottes an wie unsere jüdischen Geschwister, nicht nur ihre Gebote, sondern auch die Verheißung: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, losgekauft, befreit. Du bist mein!"

Hier lesen Sie die vollständige Predigt

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Die Auszeichnung des PREDIGTPREISES
„Sehnsucht nach Befreiung“
VERANSTALTUNG
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Internationales ökumenisches Forum 2012

Bischof Dr. Stephan Ackermann lädt im Rahmen der Vorbereitung auf die Heilig Rock Wallfahrt 2012 zum ökumenischen Forum 2012 (Flyer) ein: „Die kulturelle und religiöse Vielfalt in Deutschland und in Europa wächst und stellt uns vor neue Herausforderungen, insbesondere im Bereich Bildung und Integration. Das Internationale ökumenische Forum im Vorfeld der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 in Trier setzt sich damit auseinander und will so einen Beitrag für ein friedliches, gerechtes und umweltbewusstes Zusammenleben der Menschen leisten.

Die christlichen Kirchen blicken selbst auf eine lange Geschichte des Gegen- und des Miteinanders. Ein Beispiel ist die „Heilig-Rock-Wallfahrt“. Vor 500 Jahren wurde das Gewand Christi, das im Trierer Dom aufbewahrt wird, zum ersten Mal öffentlich ausgestellt. Im Zuge der Reformation stießen solche Frömmigkeitsformen auf scharfe Kritik. Heute widmen sich die Kirchen mit großem Engagement der Aufgabe, die Trennung zu überwinden, um sich gemeinsam den Fragen der Zeit zu stellen. Die Vielfalt der verschiedenen Traditionen bietet einen reichen Schatz, Antworten auf diese Fragen zu finden.

Unter dem Titel „und führe zusammen, was getrennt ist“ orientiert sich das Internationale ökumenische Forum an der Symbolik des Gewandes, um die Herausforderungen zu thematisieren, vor denen unsere Gesellschaft heute steht, Herausforderungen, die von den christlichen Kirchen gemeinsam im Konzert aller Religionen zu beantworten sind“.

Das Internationale ökumenische Forum ist eine Veranstaltung des Bistums Trier in Zusammenarbeit mit dem Johann-Adam-Möhler-Institut für ökumenik Paderborn, der Evangelischen Kirche im Rheinland, den Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland sowie in Verbundenheit mit dem Rat Christlicher Kirchen im Großherzogtum Luxemburg. Weitere Informationen zur Heilig Rock Wallfahrt 2012 unter:
www.heilig-rock-wallfahrt.de

KUNST UND PREDIGT
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Das Gebet

© Jörgen Habedank: „Das Gebet“ Acryl+Collage/Papier+Holz, 40 x 30 cm, 2006

www.farbige-kunst.de
Gedanken zum Bild „Gebet“ von Jörgen Habedank


Eine Betrachtung vom Künstler selbst

Eine freie Komposition, im Original ein kleines Format (40 x 30 cm), ein kleiner Bildkosmos aus schlichten Farb- und Formelementen. Auf den ersten Blick keine bekannten oder wieder erkennbaren „gegenständlichen“ Formen. Dazu der Bildtitel „Gebet“. Ich versuche zu beschreiben:

Es gibt zwei Hauptflächen, die untere, blaue Fläche, aus der sich der kreisende Schwung erhebt, und die obere grau dominierte Fläche, die die Hälfte des Bildes einnimmt. Beide Hauptflächen sind verbunden durch ein zartes, unirdisch wirkendes Grün, das außen stärker ist, in der Mitte in lichtes Weiß übergeht. Die obere Graufläche ist von einem zarten Rot unterlegt, in ihr zeichnen sich verschiedene Bögen ab, die sich einerseits nach oben wölben, anderseits nach unten schalen-artig dem blauen Kreisgebilde entgegenrichten. Prägend noch die schwarzen Impulse rechts und links und in der Mitte – hier zeichnet sich fast ein Dreieck ab, das auf dem Kreis zu balancieren scheint. Der Kreis ist eigentlich eine freie Form und wirkt doch kreisrund, er ist unten gehalten von einer weiteren Schalenform.

Bitte lesen Sie die Bildmeditation hier weiter

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