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Editorial

Im Dialog predigen?

Lieber Leser, liebe Leserin,

haben Sie schon einmal eine Dialogpredigt gehört? Oder gehalten? Dialogpredigten gibt es gar nicht so selten. Das Internet wirft sofort eine ganze Reihe von Beispielen aus. Auch die Datenbank des Predigtpreises enthält eine Reihe von Dialogpredigten, etwa zwischen einem Theologen und einem Politiker und sogar am Heiligabend zwischen einer Therapeutin und einer Theologin. Die Beispiele zeigen, dass eine Dialogpredigt reizvoll sein kann. Ich selber habe noch nie eine Dialogpredigt gehalten, ehrlich gesagt: auch, weil ich mir vorstelle, dass die Vorbereitung mehr Zeit braucht. Richtig selten aber sind gemeinsam vorbereitete Predigten. Auf Anhieb fand ich nur ein Beispiel, bei der evangelikalen Inititative „treue liebe“ für starke Partnerschaften. Passend zur Zielsetzung hat ein Paar gemeinsam Predigtgedanken zusammengetragen. Noch nie vorher habe ich von gemeinsamen Predigtvorbereitungen gehört, obwohl sich in der evangelischen Kirche immer wieder Paare eine Pfarrstelle teilen. Ich kenne nur das Gegenteil: Dass die Partnerin oder der Partner mitunter nicht so gern die Predigt des anderen besucht. Er kennt schon zuviel davon, um wichtige Gedanken mitnehmen zu können. Das verstehe ich. Höre ich Predigten von Menschen, die mir sehr nahe stehen, klingt bei mir mit, was ich von ihnen weiß und wie ich sie erlebe. Ich höre kaum noch unvoreingenommen zu. Predigten gemeinsam vorbereiten: Das interessiert uns. Haben Sie Lust, uns Ihre Erfahrungen mitzuteilen? Und einen Austausch zu initiieren, welche Chancen, Risiken und Nebenwirkungen bei Predigten zu erwarten sind, die im Dialog oder gemeinsam vorbereitet wurden? Wir freuen uns auf Ihre Post. Schreiben Sie mir an info@nl.predigtpreis.de Stichwort: „Dialogpredigt“. Vielen Dank.

Herzlich

Ihr

Wolfgang Thielmann
Jurymitglied des PREDIGTPREISES

Aktuelle Themen:

Ökumene: „Das Zeichen der Ökumene“
Gebhard Fürst: „Die Kirche kämpft um das Netz“
Gastkommentar: „Singen, der mundige Umgang mit der Seele“
Predigt des Monats: „Osterpredigt zu Markus 16 von Dr. Angela Rinn“
Surftipps: Wegweiser Gottesdienst, Bibel APP, katholische Frauenpredigten
Kunst und Predigt: Jesus und Maria von Magdala
Fotowettbewerb: „Predigtwerkstatt“

Predigtwerkstatt Fotowettbewerb:

Predigtwerkstatt Fotowettbewerb

Im unteren Teil dieser Ausgabe finden Sie weitere Informationen zum aktuellen Fotowettbewerb.

Ökumene
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Das Zeichen der Ökumene

 

Heilig-Rock-Wallfahrt 2012

Unter dem Leitwort „Und führe zusammen was getrennt ist“ findet vom 13. April bis 13. Mai 2012 die Heilig Rockwallfahrt in Trier statt. Dazu heißt es von den Veranstaltern: „ Bei Jesus Christus finden die Pilgerwege vieler Menschen aus unterschiedlichen Richtungen wie im Schnittpunk zusammen. Er führt in der Kraft seines Geistes zusammen, was getrennt ist (vgl. Joh 11,52; Eph 2, 13-17). Als lebendige Steine hat er uns in den Bau seiner Kirche eingefügt, er sammelt sein Volk und leitet es, damit es »Zeichen und Werkzeug für die Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit« (Kirchenkonstitution des 2. Vatikanischen Konzils »Lumen gentium«) sein kann. Das Leitwort wirkt anregend durch seine Offenheit und Mehrdimensionalität. Auf unterschiedliche Situationen wirft es ein Hoffnungslicht und zeigt befreiende Perspektiven auf. Denn wir verschließen die Augen nicht vor der Zerrissenheit und Entfremdung, unter der viele Menschen - gerade die jungen - leiden, vor der Friedlosigkeit einer Welt mit ihren konkurrierenden und oft auseinander strebenden Interessen. Uns bedrücken wachsende Spannungen innerhalb unserer Kirche und die andauernde Spaltung der Christenheit. Vor seinem Sterben hat Jesus inständig um die Einheit derer gebetet, die durch Glauben und Taufe zu ihm gehören. Wir vertrauen fest darauf, dass Jesus Christus auch in unseren Tagen erlösend und heilend am Werk ist, dass er uns Wege zur Einheit weist. Darum wenden wir uns ihm zu und laden viele Menschen ein, es mit uns gemeinsam zu tun.“

Seit 1512 pilgerten Millionen Menschen zum Heiligen Rock

Die Tradition der Heilig-Rock-Wallfahrten geht zurück bis auf das Jahr 1512. Damals wurde die Tunika auf Veranlassung des deutschen Kaisers Maximilian I. erstmals öffentlich gezeigt. Vorher war sie Jahrhunderte lang im Hochaltar des Domes eingemauert. Zu Beginn wurde der Heilige Rock in sehr viel kürzeren Abständen gezeigt als später. So fand die Wallfahrt bis 1517 jährlich statt. Von 1524 bis 1545 gab es dann alle sieben Jahre eine Heilig-Rock-Wallfahrt, bevor die zunehmenden Kriege die Wallfahrten bis 1655 unmöglich machten.

Ökumenische Wallfahrt
In der frühchristlichen Tradition wird das ungeteilte Gewand Jesu Christi, das im Johannesevangelium (19, 23-24) bezeugt ist, als Zeichen der Einheit aller Christen gedeutet. Das Gebet um die kirchliche Einheit aller, die durch Glaube und Taufe zu Jesus Christus gehören, zählt zum Kernbestand der Trierer Heilig-Rock-Tradition.

Das Bemühen um diese Einheit wird die Wallfahrt des Jahres 2012 prägen. Das gelungene ökumenische Miteinander während der Christus-Wallfahrt von 1996 und bei den jährlichen Heilig-Rock-Tagen seit 1997 wird als großes Geschenk betrachtet. Daher wurden schon im Vorfeld der Wallfahrt 2012 der ökumenische Dialog und das gemeinsame Gebet gefördert.

Während der Wallfahrtszeit wird dem Bemühen um die Einheit der Christen durch intensiven Gedankenaustausch, gemeinsames Zeugnis und ökumenische Gottesdienste der ihm zukommende Stellenwert gesichert. Dies geschieht in engem Kontakt mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Die Wallfahrt wird wie 1996 eine Christuswallfahrt und ist daher ein wichtiges ökumenisches Ereignis.

Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche aller christlichen Konfessionen sind von der Wallfahrtsleitung herzlich eingeladen, an der Wallfahrt teil zu nehmen und im Gewand Christi dem zu begegnen, der die Mitte unseres Lebens und Glaubens ist: Jesus Christus.

 

Quelle und weitere Informationen:
www.heilig-rock-wallfahrt.de


Ralf Birkner, Dipl.- Theologe
Theologischer Berater des PREDIGTPREISES
Das Interview
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Die Kirche kämpft um das Netz

Gebhard Fürst ist seit 12 Jahren Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Von 2001 bis 2005 gehörte er für die katholische Kirche
dem Nationalen Ethikrat an. Seit 2007 ist er Vorsitzender der Medienkommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

Predigtpreis: Herr Bischof Fürst, Sie mögen katholische Blogger. Was tun sie Gutes für die Kirche?

Bischof Gebhard Fürst: Ich wurde gefragt, ob wir Ehrenamtliche bei der Kommunikation im Internet unterstützen sollten, wenn wir nicht alle institutionellen Rahmenbedingungen mehr halten können. Ich kann mir das vorstellen, wenn kompetente Blogger ihre Kenntnis aus einem katholischen Blickwinkel heraus ins Netz stellen. Ihren Einsatz halte ich für eine neue Form ehrenamtlichen Engagements in der Kirche.


Predigtpreis: Die Kirche verkündigt. Tun das auch Blogger?

Fürst: Wenn der Blogger von seinem Glauben plausibel Zeugnis ablegt, liegt darin ein Element der Verkündigung.

Predigtpreis: Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat sich von problematischen Internetseiten wie kreuz.net distanziert. Wo ziehen Sie die Grenze bei autonomen katholischen Akteuren im Internet?


Fürst: Ich erwarte, dass jemand im Netz, besonders wenn er sich zu Personen äußert, es genau so tut wie in der persönlichen Begegnung. Manchen verleitet die Anonymität im Netz zu einer eher rohen Sprache, die nicht immer die Würde der anderen respektiert. Ich kämpfe für eine gute Sprache, die Menschen nicht denunziert und für Worte, die Wahrheitsgehalt haben und keine bloßen Gerüchte in die Welt setzen. Auf manchen Seiten findet aber leider das Gegenteil eines solchen Kampfes statt. Diese Gefahr muss man sehen. Nicht nur, weil die Kirche dabei Schaden nimmt, sondern weil das die Humanität unserer Kultur, Sprache und Kommunikation beeinträchtigt.

Predigtpreis: Bischöfe wie Sie werden im Internet persönlich kritisiert. Suchen Sie auch mit solchen Kritikern den Dialog?

Fürst: In manche Portale, die sich besonders kirchenkritisch profilieren, kommt man überhaupt nicht hinein. Da wird Interaktivität vorgespiegelt, aber tatsächlich spielt sich ein kleiner Kreis gewissermaßen gegenseitig Bälle zu. Es ist dort gar nicht möglich, sich mit einer anderen Meinung einzuschalten.

Predigtpreis: Heißt das auch: Die Wirkung der Kirche im Netz ist begrenzt?

Fürst: Da sehe ich ein gewisses Problem. Mitunter wird ein Bischof, der sich in diesem Medium zu Wort meldet, als Amtsperson gesehen und gerade deshalb nicht ernst genommen. Kritiker halten ihm entgegen, man wisse ja ohnehin, was er sage. Nicht, dass kirchliche Autoritäten methodisch abgeblockt würden. Aber es kommt so an. Wir tun uns da nicht leicht

Predigtpreis: Muss sich die Kirche dem Medium anpassen? Muss sie den Menschen Gebhard Fürst in den Vordergrund und den Bischof in den Hintergrund stellen?

Fürst: Ich bin auch als Mensch keiner, der nur Stakkato reden möchte. Ich will eine Position erläutern und abwägen. Das ist etwa beim Twittern überhaupt nicht gefragt. Da muss man seine Informationen in kleinste Häppchen zerlegen. Twitter verträgt keine Nebensätze. Das liegt mir nicht. Manche Position braucht es, dass man einige Gedankengänge entfaltet. Ich will daher das differenzierte Reden pflegen, auch auf die Gefahr hin, dass ich ein bisschen altmodisch wirke.

Predigtpreis: Das Internet beendet selbst die Diskretion der Kurie, sagen Beobachter. Seine Schnelligkeit setzt den Vatikan unter Druck. Bedroht das Internet die katholische Kirche?

Fürst: Ich bin dankbar, dass Rom eine positive Sicht auf die neuen Medien hat. Rom macht den Ortskirchen Mut, die neuen Kommunikationswege zu nutzen, und sieht darin eine Chance. Das ist auch meine Meinung. Wo Menschen sind, da gehört auch die Kirche hin. 20 Millionen Menschen bei Facebook bedeuten hohe Verantwortung für uns. Wir wissen, dass sich die Nutzer dieser Plattform dort immer mehr auch ihre Ansichten und Urteile einholen. Ihr Weltbild wird durch die Community mitgeprägt. Wenn die Kirche mit ihrer Botschaft, ihren überzeugungen und Ideen dort nicht vorhanden ist, dann kommt sie in der Welt dieser Menschen nicht vor. Früher hieß es: Was nicht in der Zeitung steht, das ist nicht real. Das gilt für das Internet noch stärker, weil die Menschen darüber nicht bloß Informationen beziehen, sondern Gemeinschaft pflegen. Was in Facebook nicht auftaucht, berührt ihr Leben nicht. Wir müssen dort also präsent sein.

Dazu brauchen wir Leute, die das Internet gern und gut nutzen und die sich mit der Kirche auskennen. Sie brauchen Freude am Glauben und am Medium und eine gute Urteilsfähigkeit, etwa wenn sie Diskussionen moderieren. Die Kirche muss Flagge zeigen und eine angstfreie, unzensierte, aber faire Kommunikation organisieren.

Predigtpreis: Verbreitet das Internet mehr Licht oder mehr Schatten?

Fürst: Das Internet ist eine Realität, die sich sehr schnell weiterentwickelt. Wir können in Echtzeit kommunizieren und uns austauschen über alle Grenzen hinweg. Das war so noch nie der Fall. Aber ich erlebe auch, dass es schwerer wird, Vertraulichkeit zu wahren. Die Schonräume sind gefährdeter. Räume der intimen Kommunikation, die wir für unser Menschsein brauchen, drohen uns verloren zu gehen. Wir werden es nicht ohne Beschädigung aushalten, wenn sich Worte oder auch Bilder von uns im Netz wiederfinden, die nicht für die öffentlichkeit gedacht sind.

Predigtpreis: Im Netz hieß es über Sie, Sie hätten den Mitarbeitern des Bistums die Nutzung von Facebook verboten und seien sehr restriktiv im Umgang mit sozialen Netzwerken. Stimmt das?


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DER GASTKOMMENTAR
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Singen, der mündige Umgang mit der Seele

© Klaus-Martin Bresgott

Klaus-Martin Bresgott wurde in Greifswald geboren, studierte er Germanistik und Kunstgeschichte, parallel dazu Chorleitung, und ist seit 2009 Referent im Büro der Kulturbeauftragten des Rates der EKD, Initiator und Intendant von „366+1, Kirche klingt 2012“ im Themenjahr „Reformation und Musik“. Zahlreiche CD-Produktionen mit verschiedenen Chören dokumentieren seine künstlerische Tätigkeit. 2008 erhielt er den "Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ für eine Gesamtaufnahme von Hugo Distlers Geistlicher Chormusik. Bei der edition chrismon hat er zuletzt im März 2012 mit seinem Ensemble „Athesinus Consort Berlin“ die CD choral:gut! – die schönsten Lieder des Gesangbuches veröffentlicht.

von Klaus-Martin Bresgott

Manches für mich selbst klar formulierte Problem bespreche ich mit meinem Gegenüber hier und da besser durch die Blume. Verblümt (be)spricht es sich leichter. Man vermeidet unmittelbar entstehende, zwischenmenschliche Konflikte. Ich bringe mein Gegenüber nicht in Verlegenheit oder direkten Zugzwang, hoffe, dass er schon versteht, wo der Schuh drückt und erwarte insgeheim, dass es sich alsbald anschickt, aus dem mit Hoffnungen und Erwartungen gedüngten Grün handfeste Schlüsse zu ziehen, die das Problem zwischen uns auf kurz oder etwas länger verschwinden lassen. Soweit ist das ganz gut gemeint und ganz und gar gute Absicht. Wenn es auch so bei meinem Gegenüber ankommt.

Geht es um anzuzeigende Zuneigung und Sympathie, sprechen Blumen viel unmittelbarer und sagen, heißt es, mehr als tausend Worte. Machen Sie - aus Überzeugung - wieder einmal die Probe aufs Exempel.

Aber die Frage: Wo passen Blumen – und wo nicht? stellt sich immer wieder. Oft genug muss ich feststellen, dass gut gemeint das Gegenteil von gut und unverblümtes Auftreten hilfreicher und klärender ist als ein floraler Deckmantel. Gibt es auch für derlei Situationen Stecken und Stab zu klarer und doch gütiger Verständigung? Gibt es andere Blumen, mit denen ich meiner Sprachschwierigkeiten in schönen wie in brenzligen Situationen gleichermaßen Herr werden oder doch zumindest auf die Sprünge helfen kann?

Für mich liegen sie in den Künsten, allen voran in der Musik. Nicht, weil sie mir als Konserve am leichtesten verfügbar zu sein scheint. Nicht, weil Dur und Moll in ihren Erweiterungen die Facetten des Lebens so weit abdecken, dass sich die passende Musik schon finden wird. Es geht mir nicht um Untermalung und Atmosphären stiftende, mitunter kommerziell gewieft ausgetüftelte Klangwolken. Ich suche nach dem richtigen Ton. Dem Ton, der das Gespräch befördert und dem Verständnis gut tut – dem Ton, der Resonanz erzeugt. Auf beiden Seiten der Medaille steht und fällt dieser Ton mit seinem Fall – mit der Art und Weise, wie er sagt, was er sagen will. In allen Lebenslagen. Das ist nicht neu und dabei insbesondere eine Aufgabe, wenn man die Töne selbst erzeugt. Seien sie gesprochen oder gesungen und gespielt.

Wie der Ton im zwischenmenschlichen Kontakt eine ausschlaggebende Rolle spielt, ist er in Form von Musik wesentlicher Ausdruck meines eigenen (Wohl)befindens. Wie der Tonfall die 1:1-Kommunikation befördert, so ist die Tonart richtungsweisend für den Umgang und das Einverständnis mit mir selbst. Ob in Gemeinschaft oder im ganz individuellen Erleben - mir scheint, über Musik finde ich leichter zu mir.

Mit ihr findet auch mein Wort leichter sein Ziel, weil es nicht auf sich allein gestellt ist und Partnerschaft erfährt. Steht mein Wort allein, fordert es gleichermaßen gute Rhetorik wie aufschließende Rhythmik und womöglich unterstützende Gesten, um Resonanz zu entfachen. Lässt es sich auf die Musik ein, vermehren sich die Zugänge auf klingende Art um ein vielfaches. Dunkelkammern des Verstehens, Abstellwinkel meiner Seele werden zu Resonanzräumen. Ansonsten stumme Hinterzimmer geraten in Schwingung. Unsagbares wird sagbar. Unerklärtes erklärt sich. Fremdes wird nahbar.

Ein sehr feines, eben erst aus Herz und Feder entlassenes Lied von Stephan Krawczyk beschließt eine Strophe mit der wunderbaren Erfahrung: „und außerdem ist reden Silber, singen Gold.“ Brauchen wir hierfür weiter Zeugnis? Als Ausdruck und Bewahrer emotionaler Regung und Bewegung ebnet das Singen und mit ihm das Lied schon an der Wiege eine Beziehung des Singenden und Hörenden zu sich und zur Welt, die noch bis an das Sterbebett trägt. Singen ist Leben. Singen lernen ist Leben lernen. Singen ist der mündige Umgang mit der Seele.


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PREDIGT DES MONATS
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Osterpredigt zu Markus 16 von Dr. Angela Rinn

Karfreitag, auf einem kleinen Friedhof oberhalb des Rheins. Ich beobachte eine junge Frau, die schwungvoll mit ihrem Sportwagen vorfährt. Sie sieht so ganz anders aus als die alten Frauen, die an diesem Nachmittag die Gräber pflegen: Weiße Jeans, blonde, hochgesteckte Haare. Die Frau greift sich eine Gießkanne und eilt zielgerichtet zu einem Grab. Sie gießt und zupft vertrocknete Blüten ab. Dann braust sie wieder davon. Merkwürdig sieht das Grab aus, das sie gepflegt hat, schon von weitem. Neugierig trete ich näher: „Ein unbekannter Mensch“ steht auf dem Holzkreuz. Ein unbekannter Mensch - was soll das bedeuten? Drei Frauen stehen zusammen und schwatzen ein wenig. Ich wende mich an sie. „Ach das, ja, das ist eine merkwürdige Geschichte. Ein unbekannter Mann, er wurde in einem Wald gefunden, niemand wusste, wer er war, obwohl, es gab Vermutungen, aber nie wurde wirklich nachgeforscht.“ - „Und die junge Frau?“- „Ach, die hat gar nichts damit zu tun. Aber ihr tat er leid, keiner weiß warum, und so ließ sie ihn beerdigen, und jetzt kommt sie regelmäßig und pflegt das Grab.“
Ich blicke in die Richtung, in die der Sportwagen davongefahren ist. Sie hatte nichts mit dem Toten zu tun, wenn doch, dann hätten es diese drei älteren Frauen bestimmt gewusst. Nein, diese junge Frau handelt - aus Mitleid. Das wissen die Frauen - und sind fast ein wenig erstaunt darüber.

Auch im ältesten Osterbericht der Bibel sind drei Frauen beteiligt. Und ein Engel. Der sagt: Er ist auferstanden.

Ein Engel in weißen Kleidern. Zur Rechten des Grabes. Das verheißt Glück, aber wer kann das schon wahrnehmen, wenn die Gesetze der Welt gerade aus den Angeln gehoben werden, wenn man sich selbst auf den Tod nicht mehr verlassen kann. Und so fliehen die Frauen vom Friedhof, vom leeren Grab, in dem kein Leichnam mehr ist.

Friedhöfe, sie haben etwas ungemein Verlässliches. Wer hier liegt, kommt nicht mehr weg. Für die drei Frauen, die auf dem kleinen Friedhof beim Rheinsteig ihre Gräber harken und sich dabei unterhalten, wer in der letzten Zeit beerdigt wurde, ist auch klar: Hier bleibt, wer hier liegt. Wenn ihnen ein Engel begegnete - ich glaube, sie würden ebenfalls schreiend davonlaufen.

Merkwürdig nur diese junge Frau im Sportwagen.

Er ist auferstanden?

Glaube ich daran? Oder glaube ich an den Tod, der Erde schaufelt auf das Leben?

Hier lesen Sie die vollständige Predigt


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Die Auszeichnung des PREDIGTPREISES
„Sehnsucht nach Befreiung“
SURFTIPP
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von Stephan Bolzenius

Wegweiser-gottesdienst.de

Wegweiser-gottesdienst.de ist die offizielle Gottesdienstsuche der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland. Sie können bundesweit das ganze Jahr über nach Gottesdienste, Messen und Andachten suchen. Gemeinden tragen ihre Gottesdienste freiwillig ein, kontinuierlich werden es mehr.

Kritik: Ich habe versucht für diesen Sonntag einen Gottesdienst in Köln zu finden und habe keinen gefunden...Wenn sich mehr Gemeinden daran beteiligen würden, würde es sich lohnen.
http://www.wegweiser-gottesdienst.de/

Youversion - ein neuer Weg, die Bibel in das tägliche Leben einzubinden
Bei Youversion handelt es sich um ein Angebot von LifeChurch.tv, dem bei Facebook bereits über 1,5 Millionen Menschen folgen. Neben verschiedenen Bibelübersetzungen hat man die Möglichkeit mit Hilfe von Lesezeichen wichtige Verse schnell wiederzufinden. Des Weiteren kann man sich auch einige Bibeltexte direkt auf der Website anhören.

Kritik:
Youversion ist eigentlich für Handynutzer gedacht, aber besonders die Funktion der Lesezeichen ist sehr praktisch, um markierte Lieblingsverse wiederzufinden.
http://www.youversion.com/de/mobile/

Katholische Frauenpredigten
Hierbei handelt es sich um eine Initiative von ausgebildeten Gemeinde- und Pastoralreferentinnen. Da Frauen in der katholischen Kirche bis heute von den Ämtern und somit auch in der Regel von der Verkündigung in der Eucharistiefeier der Gemeinde ausgeschlossen sind, möchte man mit der Initiative einer Predigt zu jedem Sonn- und Feiertag einen inhaltlichen Beitrag zum Dialogprozess leisten.

Kritik:
Hat den Nachteil, dass es um ein katholisches Projekt geht. Dass Frauen predigen sollen ist jedoch sehr "evangelisch" und wird sicher bei vielen Lesern des Newsletters auf große Zustimmung treffen.
http://www.kath-frauenpredigten.de/

KUNST UND PREDIGT
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Jesus und Maria von Magdala, Skulpturen von Fred Gerz

© Atelier Gerz
Tonmodell:
Jesus 49 cm, Maria-Magdalena 45 cm

Auflage Bronzeguss:
je 7 Exemplare

 

„Jesus sagte zu ihr: Maria!“
Da erkannte sie ihn und sagte zu ihm
auf hebräisch: „Rabbuni, das heißt Meister.“

(Joh. 20,16)

Hier sehen Sie weitere Darstellungen des Künstlers

Hier lesen Sie eine Predigt zu Joh. 20,11-18

Wettbewerb
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Fotowettbewerb „Predigtwerkstatt“

 

Wie und wo erblicken PREDIGTEN das Licht der Welt, welches Umfeld brauchen SIE als Predigerin und Prediger, um eine Predigt entstehen zu lassen. Wie sieht IHRE PREDIGT-WERKSTATT aus? Welche Instrumente sind da zu finden? Ist es der gut aufgeräumte Schreibtisch, der bequeme Ohrensessel, die Gebetsbank, der Meditationshocker - oder gar die besondere Situation auf der Straße, in der Bahn oder hinter dem Steuer? Braucht es die Stille, den Choral oder die meditative Untermalung? Bevorzugen Sie die Bibel, die Tageszeitung oder beides?

Schicken SIE uns ein Foto des Raumes, des Ortes, des ZUHAUSES, in dem Ihre PREDIGTEN entstehen. In einer Foto-Gallery auf unserer Webseite präsentieren wir die kreativsten Einsendungen. Bitte füllen Sie hierzu das Teilnahmeformular aus.

Einsendeschluss ist Freitag, 1. Juni 2012. Die GewinnerInnen des Fotowettbewerbs werden Ende Juni benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

1. Preis: Einladung für SIE und eine Begleitperson zum Empfang und zur feierlichen Preisverleihung mit anschließendem Festessen am Mittwoch, 21.11.2012 (Buß- und Bettag) einschließlich einer übernachtung in einem ruhigen Bonner Innenstadt-Hotel ***.

2. Preis: ein handgearbeitetes feines Schreibgerät für die Predigtwerkstatt

3. Preis: ein Bildband unseres Lebenswerk-Preisträgers Bischof Dr. Reinhold Stecher

 

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