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Editorial

Lieber Leser, liebe Leserin,

die katholischen Mitchristen feiern in diesem Monat in Mannheim den Katholikentag. Sein Motto "Einen neuen Aufbruch wagen" spiegelt die Zerrissenheit und die Reformdebatten, die das öffentliche Gesicht der katholischen Kirche derzeit prägen. Einer der Gottesdienste in Mannheim ist mit dem Satz überschrieben "Großsekte oder Kirche des Aufbruchs". Die Alternative, die keine ist, zeigt auch, auf welcher Seite sich der Veranstalter des Treffens, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, selber sieht.

Ganz indirekt klingt zudem die von Papst Benedikt XVI. angestoßene Debatte um eine Entweltlichung der Kirche an. Der Begriff wird vor allem von konservativen Katholiken in Anspruch genommen. Sie sehen die Kirche als Alternative zur Gesellschaft, als das andere, das sich abgrenzen muss, um in den eigenen Reihen die eigene Moral radikal durchsetzen zu können. Nur um den Preis der Trennung von der Welt könne die Kirche ihrem Auftrag und ihrer Berufung treu bleiben. Ihr schwindender Einfluss liege daran, dass sie sich mit dem Zeitgeist eingelassen habe. Die anderen halten dagegen, dass eine predigende Kirche ihr Leben mitten in der Welt führen muss und dass sie dabei in eine Wechselbeziehung mit ihrer Umgebung tritt: Beide beeinflussen einander. Insgesamt bleibe die Kirche dabei jedoch glaubwürdig. Denn so zeige sie, dass die Botschaft Jesu in der Welt umsetzbar sei und kein Biotop mit größerer Innentemperatur brauche, um gelebt werden zu können.

Solche Auseinandersetzungen haben die katholische Kirche in den vergangenen Jahren mehrfach geschüttelt. Die letzte große Zerreißprobe wurde durch die Anweisung des Vatikans an die deutschen Bischöfe ausgelöst, aus der Schwangerschaftskonfliktberatung auszusteigen, auf die sich die Politik geeinigt hatte - in der Hoffnung, dass vor allem die Kirchen alles versuchen, um die Beteiligten für das ungeborene Kind zu gewinnen. Diejenigen, die die Beratung seither unter dem Dach der neuen Organisation "Donum Vitae" fortführen, hatten sich in den Führungsgremien des Zentralkomitees engagiert.

Katholikentage stellen in sich selber ein weiteres Nein zu einem Rückzug des Katholizismus aus der Welt dar. Zusammen mit den Evangelischen Kirchentagen sind sie die mit Abstand größten Foren des gesellschaftlichen Austausches. Die Veranstalter sehen auch darin einen Dienst der Kirchen an der Gesellschaft. Einen, der es den Kirchen zudem möglich macht, die Gesellschaft nach christlichen Maßstäben mitzugestalten und zugleich die größte einigende Kraft der Gesellschaft zu bleiben. So sei die Kirche eine lebendige Predigt für die Welt.

Nun sagen mir katholische Freunde, dass dieser Konflikt um die richtige Entweltlichung, der uns Medienleute beschäftigt, in den Gemeinden fast keine Rolle spiele. Da herrsche weithin eine ungebrochene, gewachsene und in aller Regel ökumenisch engagierte katholische Frömmigkeit. Viel mehr Sorgen mache den meisten Katholiken die Neuordnung von Pfarrgemeinden und die Ausdünnung der Gottesdienste infolge des Priestermangels. Sie lasse Gemeinden ausbluten, belaste das Engagement der Laien und schwäche damit die Predigt der Kirche am Ort.

Das interessiert uns. Mögen Sie uns schreiben, ob in den Medien mitunter Scheindebatten geführt werden? Und was sehen Sie als tatsächliche Stärke und Schwäche ihrer katholischen Kirchengemeinde? Wir sind gespannt. Bitte schreiben Sie uns an info@nl.predigtpreis.de.

Herzlich

Ihr

Wolfgang Thielmann
Jurymitglied des PREDIGTPREISES

Aktuelle Themen:

Ökumene: Katholikentag als „ökumenische Schule“
Rolf Schieder: „Sind Religionen gefährlich?“
Gastkommentar: „Was bringts?“
Predigt des Monats: „Predigt über Apostelgeschichte 2 von Diakon Wolfgang Stockburger“
Surftipps: Liturgischer Kalender, Fliesenbibel, Biblische Gärten 
Kunst und Predigt: Die Grünkraft Gottes
Buchtipp: „Kirchenvisionen“

Predigtwerkstatt Fotowettbewerb:

Der „Geistliche Erste-Hilfe-Kasten“

Predigtwerkstatt Fotowettbewerb

© Steffen Hunder

Eine Predigt von Steffen Hunder lesen Sie hier


Schicken SIE uns ein Foto des Raumes, des Ortes, des ZUHAUSES, in dem Ihre PREDIGTEN entstehen. In einer Foto-Galerie auf unserer Webseite präsentieren wir die kreativsten Einsendungen. Bitte füllen Sie hierzu das Teilnahmeformular aus.

Einsendeschluss ist Freitag, 1. Juni 2012. Die GewinnerInnen des Fotowettbewerbs werden Ende Juni benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

1. Preis: Einladung für SIE und eine Begleitperson zum Empfang und zur feierlichen Preisverleihung mit anschließendem Festessen am Mittwoch, 21.11.2012 (Buß- und Bettag) einschließlich einer Übernachtung in einem ruhigen Bonner Innenstadt-Hotel ***.

2. Preis: ein handgearbeitetes feines Schreibgerät für die Predigtwerkstatt

3. Preis:
ein Bildband unseres Lebenswerk-Preisträgers Bischof Dr. Reinhold Stecher

Ökumene
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Katholikentag als „ökumenische Schule“

 

Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. "Einen neuen Aufbruch wagen", wollen die im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) vertretenen Laien.

ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper betont, dass zu diesem neuen Aufbruch auch die Ökumene gehört. Die Organisatoren des Katholischen Laientreffens hoffen auf kräftige ökumenische Signale.

Auf den evangelischen und katholischen Laientreffen ist es schon lange zu einer guten Tradition geworden, dass Deutscher Evangelischer Kirchentag und Zentralkomitee der deutschen Katholiken gemeinsam ökumenische Veranstaltungen vorbereiten. In Mannheim will man dem vor allem bei den Protestanten umstrittenen Thema des Petrusamtes nicht ausweichen.

Das "Ökumenische Zentrum" auf dem Mannheimer Katholikentag wird ein besonders großes werden. Der ZdK-Generalsekretär: "Wir hoffen auf kräftige ökumenische Signale, die von Mannheim ausgehen werden. Die Menschen sollen spüren, dass wir keine ökumenischen Lippenbekenntnisse verabschieden, sondern dass es uns ernst ist, mit Kopf und Herz der Ökumene zu dienen." Erleichtert wird in Mannheim das ökumenische Miteinander durch das enge und vertrauensvolle Verhältnis zwischen dem gastgebenden Erzbischof Robert Zollitsch, der zugleich Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, und dem badischen Landesbischof Ulrich Fischer.

Das Ökumene-Zentrum des Mannheimer Katholikentages hat Gemeinden, Gruppen, Verbände und Initiativen eingeladen, die neue ökumenische Projekte in Angriff genommen haben. Vor allem ist man an Projekten interessiert, die für "neue ökumenische Aufbrüche" stehen. Wichtig ist, dass diese Initiativen die zentralen Leitlinien der Charta Oecumenica umsetzen. Aus den eingehenden Bewerbungen wurden die besten ausgewählt und zur Vorstellung ihrer Arbeit zum Katholikentag eingeladen.

Nach den guten Erfahrungen mit der orthodoxen Beteiligung am 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 in München will das Zentralkomitee der deutschen Katholiken auch die Orthodoxen Kirchen wieder in das Ökumenische Programm von Mannheim einbinden. Auch wenn es die Schwierigkeit gibt, dass die Orthodoxen über kein Laiengremium wie die Protestanten und die Katholiken verfügen.

ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper betont, dass Kirchen- und Katholikentage auch so etwas wie eine "ökumenische Schule" seien. In den Diskussionen wird er- und geklärt, was zwischen den Kirchen möglich ist und was nicht. Und es wird gesagt, was wünschenswert ist und was nicht. Vesper bekennt persönlich: „Wir halten an der unerschütterlichen ökumenischen Hoffnung fest“.

Weitere Informationen zum Programm des Katholikentages lesen Sie hier:

www.katholikentag.de


Ralf Birkner, Dipl.- Theologe
Theologischer Berater des PREDIGTPREISES
Das Interview
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Sind Religionen gefährlich?

Rolf Schieder ist Professor für Praktische Theologie und Religionspädagogik an der Humboldt-Universität in Berlin. Er leitet dort das „Program on Religion and Politics“ und ist Herausgeber der Berliner Reden zur Religionspolitik.

Predigtpreis: Sind Religionen gefährlich?

Prof. Rolf Schieder: Religionen sind lebensgefährlich. Jesus ist für seinen Glauben gestorben, Martin Luther King wurde ermordet.

Predigtpreis: Und Salafisten wollen nur eine Wahrheit gelten lassen.


Schieder: Ich finde aber, dass Salafisten, die den Koran verteilen, nicht gefährlicher sind als Zeugen Jehovas, die Bibeln und Zeitschriften an der Haustür anbieten. Das Verteilen des Koran durch die Salafisten ist durch die Religionsfreiheit gedeckt. Insofern verstehe ich die Aufregung um ihre Verteilaktionen nicht recht.

Predigtpreis: Manche, die Religion für gefährlich halten, sind der Ansicht, dass der Glaube viele Konflikte verursacht und die Welt ohne Religionen daher friedlicher wäre.

Schieder: Diese Ansicht ist durch nichts begründet. Die Sowjetunion hat die Welt nicht friedlicher gemacht. Viele Christen engagieren sich in Ostdeutschland für die Demokratie. Religion und zivilgesellschaftliches Engagement stehen in einer positiven Wechselbeziehung, nicht in einer negativen. Wer Religion aus der Öffentlichkeit verdrängen wollte, müsste erst einmal beweisen, dass Religionslosigkeit eine bessere Gesellschaft hervorriefe. Alle Gesellschaften, die das versucht haben, haben eher schlechte Erfahrungen gemacht. Wo dagegen das politische Engagement von Christen gefördert wurde, haben sich Gesellschaften positiv entwickelt.

Predigtpreis: Gilt das auch über das Christentum hinaus? In Nordafrika haben wir die Aufstände der Menschen gegen Diktatoren bejubelt. Jetzt fürchten wir, dass dort islamistisch dominierte Gesellschaften entstehen und muslimische Gruppen auf Kosten der christlichen Minderheiten um die religiöse Vorherrschaft kämpfen.

Schieder: Nicht alle Religionen sind gleichermaßen pluralismus- und demokratiefähig. Man muss da selbst innerhalb des Christentums unterscheiden: Das westliche Christentum hat immer Wert gelegt auf die Unterscheidung zwischen der Civitas Dei und der Civitas terrena, der Sphäre des Theologischen und der Sphäre des Politischen. Sie findet sich aber schon in den orthodoxen Kirchen so nicht. Die östlichen Kirchen bevorzugen ein Modell der Symphonie zwischen Kirche und Staat. Das schließt aber die Existenz einer Vielzahl gleichberechtigter Religionsgemeinschaften aus. Im Islam tritt das Problem besondern prägnant hervor. Denn der Islam war es gewohnt, dass die herrschende politische Macht und das Bekenntnis zum Islam eine Einheit bildeten. Während Muslime in den USA und in Europa als Minderheiten in religionspluralen Gesellschaften leben und sich dort als eine Religionsgemeinschaft unter anderen einfügen, glauben viele Muslime in den arabischen Ländern, dass der Islam als zivilreligiöses Fundament des Staates fungieren müsse. Religiöse Minderheiten werden dann diskriminiert. Religionsfreiheit ist faktisch abgeschafft.

Predigtpreis: Also Vorsicht vor dem arabischen Frühling?

Schieder: Ich habe die Begeisterung der westlichen Medien für den arabischen Frühling nie verstanden. Es war vorhersehbar, dass islamistische Kreise für sich in Anspruch nehmen, religiöse Minderheiten diskriminieren zu dürfen. Der Islam arabischer Prägung hat in Sachen Religionsfreiheit noch Lernprozesse vor sich..
Predigtpreis: Manche Christen in Deutschland grenzen sich von Salafisten ab, weil sie fürchten, dass Salafisten das Ansehen aller Religionen beschädigen. Zu Recht?

Predigtpreis: Manche Christen in Deutschland grenzen sich von Salafisten ab, weil sie fürchten, dass Salafisten das Ansehen aller Religionen beschädigen. Zu Recht?

Schieder: Ich bin mit den Aktivitäten der Salafisten in Deutschland zu wenig vertraut, als dass ich mir ein Urteil über sie erlauben könnte. Das kostenlose Verteilen des Koran halte ich allerdings für eine grundsätzlich nicht zu kritisierende Aktion. Was soll daran falsch sein, dass Menschen die Möglichkeit haben, den Koran zu lesen? Ich traue unserer Bevölkerung zu, dass sie aufgeklärt und selbstbewusst genug ist, um solche Aktionen entspannt zu tolerieren. Wir Deutschen reagieren ähnlich aufgeregt auf die Werbekampagnen der Scientology Church. Das Außenministerium der USA beispielsweise hält staatlich finanzierte Kampagnen gegen die Scientologen für einen Angriff auf die Religionsfreiheit. Nun haben wir in Deutschland eine andere Tradition. Wir rufen gerne nach staatlichen Eingriffen, wo möglicherweise die gesellschaftlichen Kräfte das Problem auch selbst lösen könnten. Solange den Salafisten kein Gesetzesbruch nachgewiesen werden kann, halte ich die Aufregung über ihre Aktivitäten für übertrieben.

Predigtpreis: Die westlichen Gesellschaften wenden sich vom Christentum ab und wollen zugleich, dass die Kirchen ein Bollwerk gegen den Islam bilden. Sollen die Kirchen darauf eingehen?


Bitte lesen Sie das vollständige Interview hier weiter


DER GASTKOMMENTAR
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Was bringts?

© Dr. Wilfried Hagemann

Dr. Wilfried Hagemann, Leiter des Zentrums für Spiritualität für Priester, Diakone und Seminaristen im Ökumenischen Lebenszentrum Ottmaring/Augsburg.

Das Resümee eines langjährigen Predigers zur Frage, ob es sich lohnt und was man als Prediger erwarten kann.

von Dr. Wilfried Hagemann

Predigen, oder besser der Verkündigungsdienst bereitet mir immer neu eine richtige Freude. Ich erlebe, dass die Predigt Gott zur Sprache bringen kann und dass Menschen sich in der Tiefe ansprechen lassen und sich zu Gott hin auf den Weg machen. Dieser Dienst hat seinen Ort in der Gemeinde. Denn, wenn die Gemeinde sich versammelt, entsteht ein Raum, der offen ist für die Begegnung mit dem Geheimnis Gottes. In diesen Raum hineinzusprechen und diesem Raum gemäß zu sprechen – das ist für mich echte Herausforderung und zugleich die Verantwortung, mich meinerseits auf den lebendigen Gott hin zu öffnen.

Mir ist wichtig, dass bei jeder Predigt ein inneres Suchen vorausgeht: sich einlassen auf den Predigttext, vor diesem Text „leer“ werden, lernen wollen , hinhören, fragen, probieren. Dabei geht es um Textverständnis und Interpretation. Und es geht um ein Sprechen, das sich den Zuhörenden zuwendet und deren Fragen und „Interessen“ aufnimmt. Es kommt die Vollmacht ins Spiel, die dem Prediger zukommt, eine Vollmacht, die es mit sich bringt, dass er nicht in eigenem Namen spricht, sondern so, dass das Evangelium, der Geist Jesu in seinen Worten durchklingt, durchkommt, die Hörenden erreicht.

Darum lege ich bei der Predigtvorbereitung großen Wert darauf, dass ich selber höre, dass ich selbst dem HERRN in seinem Wort begegne. In der Gemeinschaft, in der ich lebe – es ist die Fokolar-Bewegung – habe ich die Praxis gelernt, vor jeglicher Verkündigung die Perikope, um die es geht, ins eigene Leben mitzunehmen, das Wort Gottes zu „leben“, es auszuprobieren, es im Alltag anzuwenden und dabei hinzusehen, wie und wo dieses Wort einen trifft und verändert. Mit dieser „inneren Ladung“ schaue ich dann in exegetische Kommentare und in das Leben der Menschen.

Immer wieder erlebe ich, wie das so ausgelegte und verkündete Gotteswort Menschen anspricht, sie Gemeinschaft werden lässt, als Kirche sammelt. Gemeindemitglieder nehmen wahr, dass sie in einen Lebensraum eintreten, in dem das Geheimnis Gottes sie berührt und motiviert, sie inspiriert und einlädt, selber durchlässig zu werden für den sich offenbarenden Gott.

Ich bin immer wieder neu erschüttert, wenn ich mitbekomme, dass unser Gott tatsächlich spricht und sich aussagt, heute, hier und jetzt, im Wort der Bibel und in Personen, die sich im Glauben von Jesus Christus getragen wissen.

Ich denke an eine Ärztin aus meiner Gemeinschaft, der eine in ihrer Nähe befindliche Justizvollzugsanstalt eine Strafgefangene zur Untersuchung zuführte, deren Körper über und über durch vernarbte Brandwunden entstellt war. Die Frau sagte bei der Untersuchung gar nichts, sie konnte es nicht. Die Ärztin untersuchte sie, wie ich später hörte, mit der inneren Einstellung, in dieser Frau dem Gekreuzigten zu begegnen. Bei einer späteren Nachuntersuchung stellte die Ärztin fest, dass die Frau wieder sprechen konnte. Da habe ich verstanden, dass die Predigt angekommen war. Eine Strafgefangene wurde vom Geheimnis Gottes getroffen, weil eine Ärztin das Wort Gottes mit in ihre Praxis nahm.

Ja, die Verkündigung bringt etwas. Voraussetzung ist ein Sprechen, das in der gelebten Begegnung mit dem Wort gründet.

Eine ökumenische Dialogpredigt von Dr. Wilfried Hagemann und Dr. Albrecht Weber lesen Sie hier


Neueste Veröffentlichung: Freundschaft mit Christus, 7. vollständig überarbeitete Auflage, Verlag Neue Stadt, München 2012.

PREDIGT DES MONATS
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Predigt über Apostelgeschichte 2 von Diakon Wolfgang Stockburger

Liebe Schwestern und Brüder,

ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen. Kennen sie diesen Anfang? Es ist der Anfang eines Gedichtes von Rilke, eines das ich außerordentlich liebe. Für alle, die es nicht kennen, hier noch einmal:

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm, und ich kreise jahrtausendelang; und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang

Wunderschön nicht? Mir kam es dieser Tage wieder in den Sinn, weil meine Schwiegermutter und mein Vater dieses Jahr achtzig werden oder schon geworden sind. Zwei Leben, lange Leben, die wir in unserer Familie ausgiebig feiern. Zwei Lebensgeschichten, die letztlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Siege und Niederlagen, Feste und Trauer, mischen sich in beiden Leben, so wie es bei uns allen ist. Doch was jeweils daraus geworden ist, wie jeder von den beiden damit umgegangen ist, das ist schon sehr verschieden. Die gewachsenen Ringe sehen anders aus. Ich bin sicher, dass beide auf die je eigene Weise um den uralten Turm gekreist sind. Sinn gesucht, Antworten gefunden, Fragen gestellt haben, keine Frage. Und jeder von den beiden könnte hier eine Menge erzählen, was Leben sein kann, so wie viele von ihnen ebenso. Und ich weiß, es wäre ein unglaublich bunter Strauss an Erfahrung und Wissen, der uns da geboten würde. So schön die Vielfalt des Lebens ist, so riecht doch nicht jeder Strauss nur angenehm. So schwierig es sein mag dies zu beurteilen, so sicher ist doch, dass manchmal nicht die Rosen überwiegen, sondern leider auch die weniger schönen oder angenehmen Gewächse. Immer wieder erleben wir Menschen, die verbittert oder gar in einem gewissen Sinne bösartig erscheinen. Das Leben in wachsenden Ringen ist ein schönes Bild, doch es kommt wohl doch auch darauf an, was jeder Einzelne mit diesen Ringen angefangen hat. Welche Ziele er verfolgt, welche Werte er geliebt, welchen Sinn er beschrieben hat. Das Leben erfahren wir, die Gestalt und den Inhalt geben wir.

Es ist nicht Schicksal welchem Geist wir folgen, welche Ziele wir uns stecken, nach welchen Werten wir uns richten. Das ist auch eine Entscheidung, die wir irgendwann zu treffen haben. Und die uns immer wieder neu vor Augen gestellt wird. Eine Entscheidung wes Geistes Kind wir sein wollen.


Hier lesen Sie die vollständige Predigt


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Die Auszeichnung des PREDIGTPREISES
„Sehnsucht nach Befreiung“
SURFTIPP
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von Stephan Bolzenius

Der Liturgische Kalender

Informieren Sie sich im Liturgischen Kalender über die einzelnen Sonntage im Kirchenjahr, ihre Bedeutung und ihre Textordnung. Zu den einzelnen großen Festtagen stehen vertiefende Informationen zur Verfügung wie Bedeutung, Geschichte, Bräuche und Termine zu Gottesdiensten, Konzerten und Veranstaltungen.

http://www.bayern-evangelisch.de/www/liturgischer_kalender






Fliesenbibel
Hier präsentieren das Norder Fliesenbibelteam und die Ostfriesische Bibelgesellschaft ihre Arbeit über den Kunst- und Kulturschatz der Bibelfliesen. Auf diesen sind zu über 600 verschiedenen Motiven Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt. Des Weiteren wird über aktuelle Ausstellungen, Vorträge und die illustrierte Fliesenbibel informiert.

http://www.fliesenbibel.de







Bibelgarten

Bibelgärten sind Themengärten zu den Texten der Bibel. Ihre GestalterInnen möchten mithilfe eines schönen Gartens die Bibel anschaulich und begehbar machen.
Auf diesen Seiten finden Sie unter anderem Hinweise und Adressen von Bibelgärten in Deutschland oder Religionspädagogische Überlegungen und Anregungen für die Praxis.

http://www.bibelgarten.info/start.html

KUNST UND PREDIGT
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Die Grünkraft Gottes

© Maria-Theresia von Fürstenberg

Die Vita der Künstlerin lesen Sie hier

  Im Grün des Blattes, der Blume, der Seele, der Zeugungskraft im Heiligen Geist

von Sr. Hiltrud Gutjahr OSB, Abtei St. Hildegard und Maria Theresia von Fürstenberg

Die Liebe spricht: „Ich bin jener Lufthauch, der alles Grüne nährt und die Blüten sprießen lässt mit ihren reifen Früchten. Mit jedem Hauch des Heiligen Geistes werde ich belehrt. Mit dem Seufzen zum Guten rufe ich Tränen hervor. Auch bin ich jener Regen, der aus dem Tau herweht, durch den alle Kräuter mich anlachen zum fröhlichen Leben.“

Die Lebensfrische Grünheit ist jene Gerechtigkeit im Stoff des Gotteswerkes, die Gott selbst hervorbrachte.

O edelste Grünkraft, die in der Sonne du wurzelst, umfangen von den Umarmungen der Geheimnisse Gottes schimmerst du wie das Morgenrot und brennst wie der Sonne Feuer.

Buchtipp
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Kirchenvisionen

Verlagsgruppe Patmos und Pastoral.de

 

von Paul M. Zulehner

Orientierung in Zeiten des Kirchenumbaus


Skepsis, Enttäuschung, Abkehr: Die Situation der Kirche scheint so brisant wie nie. Der bekannte Pastoraltheologe Prof. Dr. Paul M. Zulehner jedoch ist überzeugt: Die Kirche steckt nicht in der Krise, lediglich der Wandel der Zeit fordert einen Umbau ihrer Gestalt.

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