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Editorial

Lieber Leser, liebe Leserin,

kennen sie Walter Klaiber? Er wird im November mit dem ökumenischen Predigtpreis für das Lebenswerk ausgezeichnet. Zum ersten Mal ehrt die Jury damit den Lebensertrag eines freikirchlichen Theologen.

Walter Klaiber (hier können Sie seine Biografie lesen) war von 1989 bis zu seinem Ruhestand 2005 Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche. Zugleich ist er so etwas wie die lebende Ökumene. Nach dem Studium wurde er Assistent bei dem Tübinger Theologen Ernst Käsemann. Später bildete er als Rektor der methodistischen Hochschule in Reutlingen die angehenden Pastoren seiner Kirche aus. Er gehörte zu der Kommission, die eine neue Fassung der Lutherbibel erarbeitete. Über seinen Ruhestand hinaus war er bis 2007 Vorsitzender der deutschen Ökumene, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Er hat sich viele Jahre an Bibelauslegungsprojekten beteiligt und damit eine ökumenische Theologie vorangebracht. Seine Frau, die Ärztin Annegret Klaiber, engagierte sich in der ökumenischen „Woche für das Leben“.

Schon 2008 zeichnete die Jury des Predigtpreises eine Predigt des methodistischen Pastors Michael Putzke aus. Putzke hielt sie aus Anlass der Kunstausstellung „Documenta“, deren neueste Auflage gerade begonnen hat.

Walter Klaiber hat durch sein Leben und sein Engagement klar gemacht, dass die evangelischen Freikirchen zum Protestantismus gehören. In den USA, wo alle Kirchen sich freikirchlich organisieren mussten, sind die Baptisten die größte und die Methodisten mit acht Millionen Mitgliedern die zweitgrößte evangelische Kirche. Die methodistische Kirche, die in England als anglikanische Erneuerungsbewegung entstand, öffnete sich sehr früh offen für die Einheit mit anderen Kirchen. Viele Pioniere der ökumenischen Bewegung waren Methodisten. Darüber hinaus war die Kirche sozial und politisch engagiert. Politiker wie Nelson Mandela, die US-Außenministerin Hillary Clinton und der frühere Präsident George W. Bush gehören zur methodistischen Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierten sich amerikanische Baptisten und Methodisten für den Wiederaufbau in Deutschland. Das verhalf den kleinen Kirchen in Deutschland zu einem besseren Ansehen. Gemeinsam riefen Landes- und Freikirchen als Dank für die Aufbauhilfe die Aktion „Brot für die Welt“ ins Leben.

Der NEWSletter nimmt das zum Anlass, Methodisten etwas näher vorzustellen. Im Interview dieser Ausgabe kommt Walter Klaibers Nachfolgerin Rosemarie Wenner zu Wort, die gerade zur Vorsitzenden des internationalen Bischofsrates ihrer Kirche gewählt wurde. Denn die Evangelisch-methodistische Kirche ist eine evangelische Weltkirche; es gibt sie auf vier Kontinenten. Und international gehören die Methodisten noch vor den Lutheranern zu den großen evangelischen Kirchenfamilien.


Herzlich

Ihr

Wolfgang Thielmann
Jurymitglied des PREDIGTPREISES

Aktuelle Themen:

Ökumene: Wir werden künftig mehr Ökumene haben“
Rosemarie Wenner: „Ich war immer Weltbischöfin“
Gastkommentar: „Singen als Quelle der Spiritualität“
Predigt des Monats: „Predigt über 2. Korinther 3,1-3“ von Bischof i.R. Dr. Walter Klaiber, PREDIGTPREIS-Preisträger „Lebenswerk“ 2012
Surftipps: con-spiration, WertePraxis, Gluecksarchiv
Kunst und Predigt: „Herz Jesu“ Altarkreuz

Predigtwerkstatt Fotowettbewerb:

„Brennholz für den Ofen und Predigt für die Kanzel.“

„Brennholz für den Ofen und Predigt für die Kanzel.“

© K. Opitz

Eine Predigt von Klaus Opitz lesen Sie hier


Wie und wo erblicken PREDIGTEN das Licht der Welt, welches Umfeld brauchen SIE als Predigerin und Prediger, um eine Predigt entstehen zu lassen. Wie sieht IHRE PREDIGT-WERKSTATT aus? Welche Instrumente sind da zu finden? Ist es der gut aufgeräumte Schreibtisch, der bequeme Ohrensessel, die Gebetsbank, der Meditationshocker - oder gar die besondere Situation auf der Straße, in der Bahn oder hinter dem Steuer? Braucht es die Stille, den Choral oder die meditative Untermalung? Bevorzugen Sie die Bibel, die Tageszeitung oder beides?

Schicken SIE uns ein Foto des Raumes, des Ortes, des ZUHAUSES, in dem Ihre PREDIGTEN entstehen. In der Foto-Galerie auf unserer Webseite präsentieren wir die kreativsten Einsendungen. Hier können Sie teilnehmen.

Einsendeschluss ist auf mehrfachen Wunsch verlängert bis So, 1. Juli 2012. Die GewinnerInnen des Fotowettbewerbs werden Ende Juli benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

1. Preis: Einladung für SIE und eine Begleitperson zum Empfang und zur feierlichen Preisverleihung mit anschließendem Festessen am Mittwoch, 21.11.2012 (Buß- und Bettag) einschließlich einer Übernachtung in einem ruhigen Bonner Innenstadt-Hotel ***.

2. Preis: ein handgearbeitetes feines Schreibgerät für die Predigtwerkstatt

3. Preis:
ein Bildband unseres Lebenswerk-Preisträgers Bischof Dr. Reinhold Stecher

Ökumene
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Wir werden künftig mehr Ökumene haben

Foto: ZDK

Bundespräsident Gauck hält vielbeachtete Rede beim Katholikentag

Der Antrittsbesuch des Bundespräsidenten bei den Katholiken war bemerkenswert. Mit seinen klaren Botschaften hat sich der ehemalige evangelische Pfarrer Joachim Gauck in die Herzen vieler katholischer Laien geredet. Neben der Wertschätzung gegenüber der katholischen Kirche in Deutschland, kam ein so deutliches Bekenntnis zur Ökumene und zur Rolle der Laien in der Kirche für manche sicher überraschend.

Gauck: „Es ist ja inzwischen vollkommen normal geworden, dass sich Christen aller Konfessionen treffen, wenn Katholikentag oder wenn Kirchentag ist – und somit von unten her daraus jedes Mal so etwas wie einen „Ökumenischen Kirchentag“ machen, auch wenn es nicht auf dem dicken Programmheft steht. In der Politik wie in der Kirche haben wir oft die Erfahrung machen können, dass von unten etwas wächst, was von oben erst langsam eingeholt wird. Für die Ökumene gilt das wohl auch. Ich darf sagen: Ich freue mich darüber. Gerade in unserem Land, gerade im Land der Reformation und der tiefen und schmerzhaften Spaltung der westlichen Christenheit sehnen sich viele Christen nach mehr Gemeinsamkeit. Es gibt inzwischen schon eine Geschichte des tieferen Verstehens des jeweils anderen, auch der geistlichen Nähe und zahlreiche gemeinsame Aktionen – das ist ganz anders als es zu meiner Jugend war. So bin ich hoffnungsvoll: Wir werden künftig mehr Ökumene haben.“

Zuvor war Gauck auf ein „gewisses Gemurmel“ zu sprechen gekommen, dass die Staatsspitze neben der evangelischen Pfarrerstochter Angela Merkel nun auch noch durch den ehemaligen evangelischen Pfarrer Joachim Gauck ergänzt wird. Schnell kam Joachim Gauck auf sein Thema zu sprechen, die Revolution von 1989 und hob die Bedeutung der Laien in Prozessen des gesellschaftlichen Wandels hervor: „Christen an der Spitze des gesellschaftlichen Wandels – was für ein schönes Erinnerungsbild! Zu dem Bild gehört freilich auch, dass wir uns erinnern, dass es in der Regel nicht zuerst die jeweiligen Oberhirten waren, die ihren Gemeindemitgliedern mutig vorangingen. Dieser Satz bedeutet nicht, dass ich den verehrten Vertretern des Episkopats die Bedeutung absprechen will, die ihnen im Rahmen der verfassten römisch-katholischen Kirche zukommt. Vielmehr gehören meine Erinnerungen an die Zeit des Umbruchs eng zu Erfahrungen des gegenwärtigen christlichen Lebens in unserer demokratischen Gesellschaft, die mir beständig zeigen, dass Kirche in der Welt nicht nur durch das geistliche Amt repräsentiert wird.“

Die dritte Botschaft verband Gauck mit dem Wunsch, dass sich – besonders aus den Kreisen der Jugendverbände – mehr Christen in der Politik engagieren mögen.

„Deshalb wünsche ich mir und uns sehr, dass der große Dienst der sogenannten Laienkatholiken an und in unserem Land weitergeht. In den Gemeinden und kirchlichen Gremien, aber auch darüber hinaus – in der Mitte unseres gesellschaftlichen und politischen Lebens. Ich wünsche mir sehr, dass aus der hervorragenden Jugendarbeit der Verbände im Bund der Deutschen Katholischen Jugend, aus den Pfadfindern, den Messdienern, der Landjugendbewegung immer wieder auch Menschen hervorgehen, die engagiert den Weg in die Politik gehen.“

Eine Mut machende Rede des Bundespräsidenten, der sich mit klaren Worten und Wünschen kurz nach seinem Amtsantritt zur Ökumene bekennt und damit zu einem Motor für Verständnis und Dialog zwischen den Konfessionen werden könnte.


Ralf Birkner, Dipl.- Theologe
Theologischer Berater des PREDIGTPREISES
Das Interview
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„Ich war immer Weltbischöfin“

Foto: EmK

Rosemarie Wenner
, die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, ist weltweit in ihrer Konfession die erste Frau in diesem Amt außerhalb der USA. Vor einem Monat wurde sie außerdem zum Oberhaupt der methodistischen Weltkirche (United Methodist Church) gewählt: Bis 2014 leitet sie als Präsidentin den Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche. Fast acht der elf Millionen Mitglieder leben in den USA. Die dortige Kirche ist nach der Southern Baptist Convention die zweitgrößte Evangelische Kirche des Landes. In Deutschland hat die methodistische Kirche rund 60 000 Mitglieder und Angehörige.

Der Dachverband der Methodisten, der Weltrat methodistischer Kirchen, umfasst 74 Kirchen, darunter die United Methodist Church, mit insgesamt 75 Millionen Mitgliedern. Damit ist die Konfession größer als die Lutheraner mit 70 Millionen Mitgliedern weltweit.

Interview mit der evangelisch-methodistischen Bischöfin Rosemarie Wenner

Predigtpreis: Frau Wenner, was tut eine Präsidentin des Bischofsrates der Evangelisch-methodistischen Kirche?

Bischöfin Rosemarie Wenner: Ihr obliegt vor allem die Leitung und Vorbereitung der Sitzungen des Bischofsrats, der die Aufsicht und Förderung der zeitlichen und geistlichen Anliegen der Gesamtkirche ausübt. Zudem spreche ich für den Bischofsrat. Darüber hinaus will ich mich dafür einsetzen, Plattformen zu schaffen, wo Menschen, die in unserer Kirche Verantwortung tragen, miteinander reden und Neues entwickeln können.

Predigtpreis: Welche Schwerpunkte wollen Sie in Ihrer Amtszeit setzen?


Wenner: Zwei Themen sind mir besonders wichtig: Mission und Einheit. Wir sind gerufen, bei den Menschen zu sein und Christus zu bezeugen, wo immer es Gemeinden gibt, und uns darin gegenseitig zu unterstützen. Meine Kirche ist auf vier Kontinenten vertreten. Sie umfasst unterschiedliche Kulturen und eine große theologische Bandbreite. Wir können noch besser werden in der Verwirklichung des Auftrags, Gottes Liebe an die Menschen weiterzugeben. Ich hoffe, dass ich besonders als Bischöfin, die nicht aus den USA kommt, dazu beitragen kann, dass die Vielfalt der Kirche geschätzt und genutzt wird. Der Einfluss der Kirchen in Asien und Afrika wird größer.

Predigtpreis: Schaut man als Weltbischöfin anders auf die deutsche Kirche?

Wenner: Weltbischöfin war ich schon immer – das Bischofsamt wird in der EmK nie nur regional verstanden. Der Blick auf Deutschland verändert sich in zweierlei Hinsicht: Ich merke immer wieder, wie viel wir in Deutschland als relativ kleine Kirche umsetzen von dem Ziel, in Gottes Mission mit den Menschen zu sein und in ökumenischer Gemeinschaft zu leben. Wir freuen uns über 25 Jahre Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft mit den evangelischen Landeskirchen. In den USA ist sie erst vor vier Jahren mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche erklärt worden. 2006 trat die weltweite Kirche der Gemeinsamen Erkärung zur Rechtfertigungslehre bei, die 1999 zwischen dem Vatikan und dem Lutherischen Weltbund vereinbart wurde.

Gleichzeitig wird die neue Aufgabe noch einmal deutlich machen, dass unsere Schwierigkeiten in Deutschland im weltweiten Zusammenhang mitunter einen anderen Stellenwert bekommen. Afrikanische Kollegen erzählen mir, dass sie und ihre Kirchen gegen Armut und Hunger kämpfen und gegen Krankheiten wie Aids und Malaria. Zugleich erleben ihre Gemeinden ein dynamisches Wachstum. Ich hoffe, das hilft uns auch, unsere Probleme im richtigen Verhältnis zu sehen.


Predigtpreis: Was schätzen Sie an Ihrer Heimatkirche?

Wenner: Unsere Stärke ist, dass für uns Evangelisation und Weltverantwortung untrennbar zusammengehören. Ich lerne immer mehr die Kraft und die vielen Gaben zu schätzen, die wir in unseren Gemeinden haben. Es ist großartig, was durch die 60.000 Menschen, die sich zu uns zählen, bewegt wird. Die Herausforderung liegt darin, als kleine Kirche mehr Relevanz in der Gesellschaft zu bekommen. Dass Gemeinden klarer erkennen, was ihr Beitrag in ihrer Stadt und in ihrem Dorf sein kann – auch gemeinsam mit Christen von anderen Kirchen. Es muss nicht jeder alles machen.


Bitte lesen Sie das vollständige Interview hier weiter


DER GASTKOMMENTAR
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Singen als Quelle der Spiritualität

© Thomas Schmidt

Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt studierte evangelische Kirchenmusik in Köln und Dirigieren in Berlin, wo er seine erste Kantorenstelle innehatte. Seit 1993 ist er Kantor an der Marktkirche in Neuwied und Kreiskantor des Kirchenkreises Wied. 1997 wurde er in den landeskirchlichen „Ausschuss für Gottesdienst und Kirchenmusik” berufen. An etlichen deutschen Musikhochschulen und in verschiedenen Landeskirchen ist er ein gern gesehener Dozent.

von Thomas Schmidt

Der Begriff „Spiritualität“ sperrt sich der Beschreibung; wie Musik lässt er sich schwer in Worte fassen. Er ist, nicht zuletzt in den Jahren der Esoterikwelle, längst zu einem Sammelbegriff geworden. Wer von Spiritualität spricht, muss also sagen, was er darunter versteht.

Für mich gehören dazu Aspekte wie Transzendenz, Meditation und Mystik, Musik und Gotteserfahrung. Irgendwo zwischen diesen Koordinaten siedele ich mein Verständnis von Spiritualität an. Ich möchte das Unaussprechliche wahrnehmen, egal welche Chiffren wir dieser Transzendenz geben. Ich spreche hier also in erster Linie von einer Spiritualität des Augenblicks. Denn oft sind solche Wahrnehmungen nicht länger als ein Wimpernschlag. Diese Spiritualität des Augenblicks hat viel mit Musik zu tun, denn Musik ist eine Kunst, die sich nur in der Zeit offenbart.

Vielleicht kann sich in der Zeit, in der Musik erklingt oder in der wir sie machen, für einen Augenblick der Himmel öffnen. Vielleicht können wir in einem winzigen Moment ganz sicher werden, dass es außerhalb unserer Welt noch etwas ganz anderes gibt.

Wenn ich eine Verbindung zu dieser anderen Wirklichkeit spüre, dann spreche ich von einer spirituellen Erfahrung. Das kann auf vielfältige Weise geschehen. Manche Menschen erleben diese Wahrnehmung bei einem Spaziergang in der Natur, andere im Gebet oder in der Begegnung mit einem Menschen, beim Lesen eines Gedichtes, beim Betreten einer Kathedrale oder im Gottesdienst bei den liturgischen Gesängen oder wenn uns am Ende der Segen zugesprochen wird. Andere spüren dies in Grenzsituationen des Lebens, z.B. in Todesnähe oder schwerer Krankheit.

Ich suche diese Wahrnehmung in der Musik, und zwar beim Dirigieren eines Konzertes oder beim Singen - aber auch im Gottesdienst, also in der Liturgie und dem sakralen Raum. „Eine Predigt gibt mir nichts; aber wenn ich das Brahms-Requiem höre, spüre ich meinen Glauben“, sagte einmal eine Konzertbesucherin. Von solchen Augenblicken kann unser Denken und Fühlen und unser Glaube, unser Leben geprägt werden.

Die knappste und treffendste Beschreibung von Musik liefert meines Erachtens der deutsche Arzt und Dichter Justinus Kerner (1786-1862): „Ein Hauch der Gottheit ist Musik“. Für Hildegard von Bingen (1098-1179), die Papst Benedikt XVI. im Oktober zur Kirchenlehrerin erheben will, ist irdische Musik ein Gleichnis der himmlischen Welt: „Das Gehör ist der Anfang der vernehmenden Seele. Gesang macht harte Herzen weich. Er lockt die Tränen der Reue hervor und ruft den Heiligen Geist herbei“, sagt sie in ihrem „Buch von den Gotteswerken“. Papst Gregor der Große (um 540-604) schrieb in seinen Predigten zum Propheten Hesekiel, Gott wirke durch die Stimme des Psalmgesangs auf das Herz ein. Und Martin Luther dichtet: „Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut gewonnen“.

Alle Zitate machen eines deutlich: Musik ist Abbild einer höheren Wirklichkeit.

Zwar können wir durch Musik im sakralen Raum oder durch Musik mit geistlichem Inhalt keine Spiritualität schaffen. Wir können ihr aber (Spiel-)Raum geben, sich zu entfalten.

Außerdem kann Musik uns bei Verkündigung und Lobpreis weitertragen, nämlich dann, wenn alle gesprochene Verkündigung aufhört. Denn tatsächlich ist es ja so, dass wir über Gott nichts sagen können. Karl Barth (1886-1968) erkannte: „Wir sollen als Theologen von Gott reden. Wir sind aber Menschen und können als solche nicht von Gott reden. Das ist unsere Bedrängnis.“ Barth beschrieb eine unmögliche Aufgabe.

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Bitte lesen Sie den vollständigen Gastkommentar hier weiter

PREDIGT DES MONATS
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Predigt über 2. Korinther 3,1-3 von Bischof i.R. Dr. Walter Klaiber, PREDIGTPREIS-Preisträger „Lebenswerk“ 2012

Ihr seid ein Brief Christi

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde!
Es sind zwei Themen, die über diesem Gottesdienst stehen. Das erste ist das Thema einer „Reihe der Kirchen“, die mit diesem Gottesdienst eröffnet wird: Der Bibel ein Gesicht geben. Dieses Thema hat mich von Anfang an fasziniert. Vor wenigen Tagen stieß ich auf ein ganz ähnliches Thema für eine Ausstellung im Limes-Museum in Aalen: Der Macht ein Gesicht geben. Dort werden Porträts römischer Kaiser gezeigt. Welche Bilder kommen uns in den Sinn, wenn wir das Thema bedenken: Der Bibel ein Gesicht geben? Welche Gesichter stehen uns vor Augen? Ist es das Gesicht eines strengen Großvaters, das Gesicht einer gütigen Kindergartentante, oder die Gesichter der Freunde und Freundinnen aus dem Bibelkreis?

Unser Verständnis der Bibel ist enger mit Menschen verbunden, die uns die Bibel nahe gebracht oder auch den Zugang zu ihr erschwert haben, als uns das oft bewusst ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, um zu verstehen, warum ein anderer Christ so anders über die Bibel denkt, es außerordentlich hilfreich ist, auf seine/ihre Geschichte mit der Bibel zu hören.

Aber da ist ja noch das andere Thema für diesen Gottesdienst: Ihr seid ein Brief Christi. Ihr – die Menschen in der Gemeinde Jesu Christi in Hamm – ihr seid das Gesicht der Bibel, ihr tragt weiter, was Gott durch Jesus Christus sagen will. Wie ist das gemeint?

Hören wir auf den Abschnitt der Bibel, aus dem diese Aussage stammt.

Ich lese 2, Korinther 3,1-3 nach der der Einheitsübersetzung:

Fangen wir schon wieder an, uns selbst zu empfehlen? Oder brauchen wir - wie gewisse Leute - Empfehlungsschreiben an euch oder von euch? Unser Empfehlungsschreiben seid ihr; es ist eingeschrieben in unser Herz und alle Menschen können es lesen und verstehen. Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern - wie auf Tafeln - in Herzen von Fleisch.


Hier scheint es zunächst gar nicht um die Bibel zu gehen. Paulus hat Schwierigkeiten in Korinth. Christliche Lehrer sind nach Korinth gekommen, die sich auch Apostel nennen, aber alles in Schatten stellen, was Paulus geboten hat. Sie tun Wunder, sie predigen vollmächtig, sie legen die Schrift tiefgründig auf und sie weisen Empfehlungsbriefe vor, die rühmen, mit welchem Segen sie in anderen Gemeinden gewirkt haben.

Was ist dagegen Paulus? Na ja, in seinen Briefen ist er ziemlich stark – aber seine persönliche Ausstrahlung, sein öffentliches Auftreten sind eher suboptimal. Er hat keine Empfehlungsbriefe vorzuweisen und wie man hört, ist er eine ziemlich umstrittene Figur.

Paulus ist tief getroffen. Braucht er Empfehlungsbriefe in Korinth, der Gemeinde, die er selbst gegründet hat? Seid nicht ihr – so fragt er die Gemeinde – seid nicht ihr Empfehlungsbrief genug? Mehr noch, sagt Paulus: Ihr seid doch ein Brief Christi. Ihr seid ein Dokument der Gnade Gottes, ein Zeugnis für das Heil, das Gott schenkt. Ja, ihr seid eine Schrift des neuen Bundes, nicht mit Tinte geschrieben, auch nicht in Stein gemeißelt, sondern von Gottes Geist uns so ins Herz geschrieben, dass es alle lesen können. Ihr seid Träger des lebendigen Wortes, durch das Gott Leben wirkt.

Ihr seid ein Brief Christi! Gilt das nur für die Gemeinde in Korinth? Gilt das nicht für jede christliche Gemeinde – auch für die Gemeinschaft christlicher Kirchen in Hamm? Woran könnte man das erkennen? Drei Merkmale will ich nennen:


Hier lesen Sie die vollständige Predigt


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Die Auszeichnung des PREDIGTPREISES
„Sehnsucht nach Befreiung“
SURFTIPP
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PREDIGTPREIS-Surftipps:

von Stephan Bolzenius

con-spiration

In Anlehnung an die Gebetstreffen von Papst Johannes Paul II. mit den Oberhäuptern anderer Religionen soll dieser Internetauftritt eine Atmosphäre schaffen helfen, in der Menschen verschiedener Religionen friedvoll zusammenleben.

So werden zum Beispiel zahlreiche Anleitungen zum interreligiösen Dialog angeboten und auch politische Themen kommen auf dieser Seite nicht zu kurz.

http://www.con-spiration.de/deutsch.html



WertePraxis
''WertePraxis'' hat sich zum Ziel gesetzt das Thema Wertemanagement in der Wirtschaft praxisnah und journalistisch lebendig aufzubereiten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Dies geschieht auf der wissenschaftlichen Grundlage der Sinntheorie (Logotheorie) des österreichischen Neurologen und Psychiaters Viktor Frankl.

http://www.wertepraxis.de






Gluecksarchiv

Die Seite bezeichnet sich selbst als „die Website über alles, was mit Glück zusammenhängt: Glücksforschung, Lebenszufriedenheit, Wohlbefinden, Flow, Lebenssinn“. Unter anderem bietet sie konkrete Tipps und interessante Artikel zum Thema Glück, Zufriedenheit und Lebensziele. Glück wird aber auch aus theologischer Perspektive thematisiert. Hinsurfen lohnt sich!

http://www.gluecksarchiv.de

KUNST UND PREDIGT
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„Herz Jesu“ Altarkreuz

© Tanja Nicklaus, www.glas-kunst.de

 

von Tanja Nicklaus, Glasgravur-Meisterin

Die kalte Edelstahlkonstruktion steht im großen Gegensatz zu der fast flirrenden Glut des „Goldrubinglases“.

Nur mit reinem Gold, das bei 1200 °C dem einfachen Quarzsand seine Farbe verleiht, lässt sich solch ein Rot, solch eine Strahlkraft erzeugen.

Aus der Ferne sieht man nur das rote Leuchten. Doch beim Näherkommen entdeckt man die schwebende Christusfigur die anrühren und uns erinnern möchte.

Erinnern an den Ruf um Nachfolge und Veränderbarkeit des Unerträglichen.

Erinnern an Gottes großes Herz, das Platz hat für den ganzen Menschen und an seine Vergebung.

Erinnern daran, dass nach dem Leid Auferstehung und ewiges Leben auf uns warten.

Erinnern an unser Innerstes.


Weitere Arbeiten der Künstlerin sehen Sie hier

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