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Editorial

Lieber Leser, liebe Leserin,

nach langer Zeit wurde ich wieder einmal um eine Beerdigung gebeten. Ich überlegte einen Augenblick und sagte zu. Freunde hatten mich empfohlen.

Die Vorbereitung gestaltet sich zum Glück einfacher als gedacht. Das Gespräch mit dem Mann, der mich um die Trauerfeier für seine Mutter bat, verläuft offen. Er erzählt ohne Zurückhaltung über seine Mutter, die ich nicht kenne, ebenso wenig wie ihn. Er hat ein Blatt mit persönlichen Erinnerungen seiner Frau an die Mutter mitgebracht. Ich fühle mich nicht als Zeremonienmeister eingespannt. Er nimmt mein Angebot an, eine christliche Beisetzung zu feiern.

Worüber soll ich predigen? Die 20 Teilnehmer waren lange nicht mehr in der Kirche, hat der Mann erzählt. Er hat keine Wünsche. Ich entscheide mich für den 90. Psalm. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Das kennt jeder; da kann ich gut anknüpfen. Die Konzeption geht einigermaßen flüssig von der Hand.

Fertig schreiben, in der Cloud speichern. Und auf dem Tablet-Computer wieder aufrufen. Mit Predigten halte ich es schon länger so. Zum Teil entstehen sie bereits am Tablet, jedenfalls wenn ich unterwegs bin. Es ist einfach praktisch. Das Internet ist dabei, die Bibel in Ursprachen und mit Wörterbüchern, der Deutschen Bibelgesellschaft sei Dank. Das Gerät ist leichter als jeder Laptop. Wenn ich auf die Kanzel gehe, verstecke ich den flachen Computer hinter der schwarzledernen Bibel mit Goldschnitt. Da bin ich konservativ: Auch wenn ich den Predigttext aus dem Programm Accordance oder der Bibel-App kopiert habe – auf der Kanzel lese ich den Text aus dem Buch vor, das schon durch seinen Einband zeigt, dass es das Buch der Bücher ist. Das Wort Gottes soll ruhig inszeniert werden. Für die Predigt schaue ich dann auf den Bildschirm. Bald wird es vermutlich die erste Liturgie-App geben. Papier ist nicht mehr nötig. Ich beschreibe auch im Alltag kaum noch Papier. Andere Kollegen predigen im Raum stehend mit Stichworten auf Moderationskarten. Wegen der freien Rede.

Aber auf einer Beerdigung? Ich denke nicht lange nach, dann entscheide ich mich gegen den Tablet-Computer. Ich drucke die Ansprache samt Liturgie aus und stecke die Blätter in meine schwarze Mappe mit dem goldenen Alpha und Omega auf den Deckeln. Noch sind Tablets unter Pastoren nicht so verbreitet. Die Gefahr ist zu groß, dass das Gerät die Würde der Veranstaltung stört und eine ungewollte Konkurrenz aufmacht. Ich möchte nicht als der Trauerredner mit der neuesten Technik in Erinnerung bleiben. Die Worte und die Feier sollen weiterwirken. Technical Evangelists gibt es bei Computerfirmen, und ihre Berufung liegt woanders.

Später zeigt sich, dass die Teilnehmer technisch auf der Höhe der Zeit sind. Die Hälfte zückt Kamerahandys, in der Trauerhalle noch verschämt und versteckt, am Grab ganz offen, nachdem das letzte Gebet beendet ist. Eine Spiegelreflex klackt. Aber ich fühle mich richtig mit der Entscheidung gegen den Flachcomputer. Und denke daran, dass ich auch im Gottesdienst eher Wert darauf lege, dass man ihn nicht sieht.

Wie geht es Ihnen damit? Was nehmen Sie mit auf die Kanzel? Habe ich Kolleginnen und Kollegen, die vom Tablet predigen? Und was denken Sie und Ihre Gemeinde? Würde das Gerät mitpredigen und mit der Botschaft konkurrieren? Und ist das eine Frage der Gewohnheit, die sich in den nächsten Jahren erledigt? Oder gibt es Argumente, die für Papier sprechen? Bitte schreiben Sie uns an info@nl.predigtpreis.de



Herzliche Grüße

Ihr

Wolfgang Thielmann
Jurymitglied des PREDIGTPREISES

Aktuelle Themen:

Ökumene: Fest-Herbst: Kirchweihfest und Kirmes, Volksfest und Erntefest“
Hans-Jochen Jaschke: „Ich bin gern in den Medien“
Gastkommentar: „Was sollen meine Predigten bewirken?“
Predigt des Monats: „Predigt zum Flüchtlingssonntag 2011‛“
Surftipps: Atelier Sprache, Eugen-Biser-Stiftung, E100
Kunst und Predigt: „Reinhold Stechers Jahresrundschau auf die Schönheiten der Natur“
Buchtipp: „Lernen frei zu sein Alfons Nossol - Vorträge und Ansprachen“

Predigtfoto des Monats:

© Pfr. Frank Glade

Nicht müde werden
Sondern dem Wunder
leise
Wie einem Vogel
Die Hand hinhalten

(Hilde Domin, Gesammelte Gedichte, 5. Auflage, Frankfurt am Main, 1987)

Die Predigt über Psalm 62 von Pfr. F. Glade lesen Sie hier


Sprechende, "predigende" Bilder – teilen Sie Ihr eindruckvollstes Foto mit uns.
Schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Predigtfoto“. Fügen Sie Ihr Foto(s) bei mit einem kurzen Begleittext und Ihrer Adresse an predigtfoto@nl.predigtpreis.de.

Ökumene
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Fest-Herbst: Kirchweihfest und Kirmes, Volksfest und Erntefest

 

Im Herbst werden häufig Kirchweihfeste, oft im Zusammenhang mit der Ernte gefeiert. Der Weihetag einer Kirche wurde schon früh begangen, so bereits im 4. Jahrhundert der Weihetag der Auferstehungskirche in Jerusalem. Oft leiten sich Heiligenfeste vom Weihetag einer dem Heiligen geweihten Kirche her. Weihetage der römischen Kirchen wurden zu allgemeinen Festtagen.

Neben dem Tag der Kirchweih spielt der Gedenktag des Kirchenpatrons eine große Rolle. Der Zusammenhang ist sehr alt. Gottesdienste wurden an Gräbern der Märtyrer gefeiert, später wurden Reliquien von Heiligen in den Altar eingelassen.

Eine andere Wurzel von Festen ist die Verbindung von Märkten und kirchlichen Feiern. Zu Beginn von Märkten wurden Messen gefeiert. Der Gedenktag einer Kirchweihe ist ohne die Feier einer Messe nicht vorstellbar. Auf die Verbindung mit dem Gottesdienst deutet noch heute die Verwendung des Wortes Messe für Ausstellungen hin. Kirmes leitet sich ab von Kirchmesse. Die Märkte waren oft terminlich mit einem Heiligenfest verbunden. So die Herbstmärkte an Martin, 11.November, Katharina 25. 11. und auch noch Nikolaus 6. 12.

Unterschiedliche Namen, Kirmes, Kirchweih, Kirchtag, Kirbe werden in den verschiedenen Gegenden für die Festtage bzw. für die Festwoche gebraucht. Zur Kirmes gehören Tanz, Spiele, Musik- und Theaterdarbietungen. Waren diese Volksfeste anfänglich mit dem Kirchweihtag verbunden, so verlor sich dieser Zusammenhang. Da die Feste nicht selten durch gelockerte Sitten, durch große Mahlzeiten, Alkoholgenuss und anschlie¬ßende Raufereien gekennzeichnet waren, gab es von Seiten der Kirche die Tendenz, das Patronatsfest von dem Volksfest zu trennen. Die Volksfeste wurden dann mit Ernte- und Schützenfesten verbunden und liegen meist im Spätsommer bzw. Herbst.

Evangelische und katholische Circus- und Schaustellerseelsorge

Seit über 50 Jahren nehmen sich die Evangelische und Katholische Kirche in Deutschland dieses Dienstes an und begleitet dabei mehrere tausend Gemeindeglieder auf der Reise. Wer gehört zur reisenden Gemeinde? Alle Menschen, die als Artisten oder Schausteller von Ort zu Ort reisen: Artisten kleiner und großer Circusse mit teilweise sehr langer Familientradition, Schausteller mit ihren Fahr- und Spielgeschäften, Zucker- und Schießbuden; Ausschank- und Imbissläden, die auf Kirmes, Volksfest und Jahrmarkt zu finden sind, Puppenspieler mit ihren reisenden Bühnen reisende Marktkaufleute mit ihren Warenständen auf den Festplätzen. Zurzeit gibt es ca. 6.300 Schausteller-Unternehmen in Deutschland mit ca. 23.000 Familienangehörigen. Dazu kommen ca. 25.000 Angestellte, meist aus Polen und den östlichen Ländern. Über 175 Millionen Bürgerinnen und Bürger besuchen jährlich die Volksfeste.

Arbeitsschwerpunkte: Intensive Besuchspraxis bei den Familien auf der Reise, Gottesdienste auf Volksfesten im Festzelt, Ausschank oder auf dem Autoscooter, Gottesdienste im Circus in der Manege, Taufen, Vorbereitung von Erstkommunion, Firmung und Konfirmation, Trauungen und Beerdigungen der reisenden Gemeindeglieder.

Weitere Informationen unter www.ekd.de und www.kath-css.de


Ralf Birkner, Dipl.- Theologe
Theologischer Berater des PREDIGTPREISES
Das Interview
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„Ich bin gern in den Medien“

Hans-Jochen Jaschke (70) ist einer der profiliertesten katholischen Amtsträger. Wie kaum ein anderer Bischof pflegt er das Gespräch mit der Gesellschaft und in den Medien. 1994 wurde der damalige Osnabrücker Weihbischof in das neu entstehende Erzbistum Hamburg berufen. Davor war er Pfarrer in Quakenbrück und Leiter des Priesterseminars in Münster. Nach Studium und Priesterweihe wurde Jaschke bei Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., mit einer Arbeit über den Heiligen Geist im Werk des Kirchenvaters Irenäus von Lyon aus dem zweiten Jahrhundert promoviert. Geboren wurde er 1941 im oberschlesischen Beuthen, aufgewachsen ist er in Bückeburg.

Interview mit dem Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke

Predigtpreis: Sie sind die Allzweckwaffe unter den katholischen Bischöfen. Kaum einer Ihrer Kollegen ist so gefragt wie Sie, wenn es darum geht, die katholische Kirche in den Medien zu vertreten. Fühlen Sie sich wohl in dieser Rolle?


Weihbischof Hans-Jochen Jaschke: Diese Aufgabe ist mir zugefallen, ich bin in sie hineingewachsen. Die Medien fragen mich gern. Dazu kommt, dass sich manche der lieben Mitbrüder in diesen Dingen schwer tun. Sie haben Berührungsängste zu Funk, Fernsehen und Zeitungen. Manche haben Angst, missverstanden zu werden. Ich habe solche Gefühle mehr und mehr abgebaut, und die Medien in Hamburg fanden schnell heraus: Jaschke sagt auch schon mal ein klares Wort.


Predigtpreis: Medien gehen mit dem Wort um, wie die Kirche. Was machen sie anders?



Jaschke: Medien lieben Polarisierungen und Spitzensätze. Wenn ich mich gegen Homo-Ehen wende, aber zugleich Verständnis dafür ausdrücke, dass der Staat homosexuelle Partnerschaften nach Recht und Gesetz regelt, heißt es schnell, ich würde eine Lanze für sie brechen und sie generell fordern. Damit muss man leben.


Predigtpreis: Aber es stört Sie?


Jaschke: Öffentliche Aufmerksamkeit lebt von der Schlagzeile. Da will ich gern eine klare Aussage ohne verästelte Differenzierungen riskieren. Wenn es aber nur um Krawall geht, darum, etwas zu sagen, was die Gemüter erhitzt - das wäre unwürdig. Ich suche den Ausgleich zwischen einer flotten Schlagzeile und langweiliger Ausführlichkeit, bei der niemand mehr zuhört. Manchmal bin ich auf die Nase gefallen. Aber die Kirche soll sich nicht zu schade sein für ein klares, zündendes Wort.


Predigtpreis: Gibt es Angebote, zu denen Sie nein sagen?


Jaschke: Heute habe ich es abgelehnt, an einer Diskussion über das Ehegattensplitting für homosexuelle Partnerschaften teilzunehmen. Das müssen Fachleute beurteilen. Ich bin kein Experte für Steuerpolitik.


Predigtpreis: Wenn Ihre Kollegen Berührungsängste zu Medien haben – was tun sie dagegen?


Jaschke: Wir werden heute zu allen möglichen Schulungen eingeladen. Bischöfe haben die Gelegenheit, sich in Mediensachen bilden zu lassen. Ich habe mir den Umgang mit Medien durch learning by doing erarbeitet.


Predigtpreis: Insgesamt hat die katholische Kirche derzeit eher Mühe, ihre Botschaft deutlich zu machen. Steckt dahinter ein Vermittlungsproblem oder liegt es tiefer?


Jaschke: Wer will das im Letzten beurteilen? Der tiefere Grund muss darin liegen, dass das Christentum nicht von dieser Welt ist. Paulus sagt: Passt euch dieser Welt nicht an. Wir dürfen den Menschen nicht nach dem Mund reden, um ihnen zu gefallen. Christentum muss auch unbequem sein und die Menschen herausfordern.


Predigtpreis: Wo zum Beispiel?


Jaschke: Etwa, wenn es um die Ehe geht. Wir können das Ziel einer Partnerschaft in lebenslanger Treue zueinander nie aufgeben. Dass nicht alle Menschen es erreichen, ist etwas anderes. Dann ist die Seelsorge gefragt, an ihrer Seite zu bleiben. Oder wenn wir auf die großen Fragen um Recht und Unrecht am Beginn und am Ende des Lebens aufmerksam machen. Hier ist die Kirche der Wahrheit verpflichtet und kann keine Kompromisse eingehen: Menschenleben ist unantastbar. Wir laden dazu ein, diese Unantastbarkeit als den großen Wert des Menschenlebens zu sehen und nicht als Belastung. Es gibt aber auch die bitteren und beschämenden sekundäre Ärgernisse, wie der jetzige Papst es einmal gesagt hat. Das Verhalten der Kirche kann Menschen abstoßen und verletzen. Als beim Missbrauchsskandal die Opfer endlich reden konnten, gingen uns die Augen auf: Verantwortliche Personen der Kirche haben Menschen schwer verletzt. Wir sehen, welches beschämende Bild die Kirche abgibt, wie viel Vertrauen sie verspielt hat. Ich bin froh, dass diese Phase offenbar zu Ende geht. Wir sind dabei, soweit wir das können, die Fälle aufzuarbeiten, für das Recht und die Würde der Opfer einzutreten und alles zu tun, dass sich solche Ereignisse nach menschlichem Ermessen nicht wiederholen können. Oder denken wir an die Vatileaks, die Indiskretionen im Vatikan. Wenn sich die Boten des Evangeliums unglaubwürdig machen, wer soll dann die gute Botschaft weitergeben?


Predigtpreis: Bei der katholischen Kirche denken viele Menschen zuerst an Verbote: Keine Pille, keine Homo-Ehe, keine Wiederheirat und keine Kritik an der Kirche. Wo liegen die sympathischen Seiten katholischer Frömmigkeit?


Jaschke: Katholischer Christ zu werden führt in die Weite. "Katholisch" heißt "allumfassend". Es bedeutet Freude am Glauben, die Erfahrung, dass wir Menschen nicht auf eine enge Moral eingegrenzt werden. Moral ist ein wichtiger Teil, aber nie das Ganze, sonst wird es moralinsauer und piefig. Der Puritanismus ist keine katholische Erfindung. Ein weltoffener Katholizismus umstellt die Menschen nicht mit einer engen Moral. Manchmal lassen wir uns in diese Ecke schieben. Wenn wir die Quittung dafür bekommen und der Heuchelei beschuldigt werden, etwa im Missbrauchsskandal, dann trifft uns das zu Recht und tut uns weh.


Predigtpreis: Wie kommt man aus dieser Ecke heraus?



Bitte lesen Sie das vollständige Interview hier weiter


DER GASTKOMMENTAR
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Was sollen meine Predigten bewirken?

Matthias Jung (51), aufgewachsen im hessischen Wetzlar, ist Erziehungswissenschaftler und seit 1990 evangelischer Pfarrer in Götterswickerhamm am Niederrhein. 1998 begann er, seine Predigten im Internet zu veröffentlichen. Zudem betätigt er sich als Blogger. Gerade hat er seine Dissertation bei Prof. Traugott Jähnichen in Bochum mit dem Titel "Entgrenzung und Begrenzung von Arbeit" veröffentlicht..

von Matthias Jung


Gute Frage, dachte ich im ersten Moment. Als studierter Theologe antworte ich natürlich zuallererst, dass meine Worte nichts bewirken, wenn Gottes Geist sie nicht in den Dienst des Evangeliums stellt. Ich trete somit in den Hintergrund und es geht nicht um mein "Sollen". Das ist theologisch korrekt. Aber gute Vorbereitung und handwerkliche Kenntnisse können schon einiges bewirken. Heikel ist das. Das Spannungsfeld zwischen Himmel und Erde, zwischen mir als Prediger und Gottes Geist. Und darüber nachzudenken und zu schreiben. Ich mache dennoch weiter und habe die Frage vierfach umformuliert:

1. Was ich bewirken will
Letztlich nur dies: dass eine Beziehung entsteht. Ein Mensch hört mir zu – und irgendwo und irgendwie erreiche ich diesen Menschen mit einem Satz, mit einem Gedanken, einem Bild, vielleicht auch mit einer Geste. Er freut sich, ist angerührt, wird nachdenklich. Vielleicht ärgert er sich auch oder fühlt sich provoziert. Wenn ich einen Menschen erreiche, so meine Hoffnung, dann wirkt auch Gottes guter Geist. Wie auch immer und wo er will. Kommt keine Beziehung zustande, dann breitet sich Langeweile aus und es passiert – nichts.

2. Wie ich wirken will
Jesus ist sehr unterschiedlich auf Menschen zugegangen: Er war Arzt, Richter, Prophet, Lehrer... Und mit jeder Rolle verbinden sich andere Sprachweisen. Mein Predigen soll diese Vielfalt abbilden. Es beginnt mit dem Hören auf die biblischen Texte. Und ich stelle mir Menschen aus der Gemeinde vor Augen. In diesem Hin und Her entscheide ich schließlich, welche Sprachform mir jetzt angemessen scheint.
Manchmal möchte ich berühren, inspirieren und suche nach poetischen, schwebenden Worten.
Manchmal möchte ich trösten. Dann wähle ich zugewandte, mutmachende Worte.
Manchmal möchte ich aufschrecken, verunsichern. Hier sind aufrüttelnde, provozierende Worte angebracht.
Manchmal möchte ich erklären. Was Taufe ist oder das Abendmahl. Dann mag es auch mal belehrend klingen, hoffentlich nicht oberlehrerhaft.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie hier

PREDIGT DES MONATS
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Predigt zum Flüchtlingssonntag 2011

von Markus R. T. Cordemann (rk)

Informationen zur "Interkulturellen Woche" finden Sie hier

„Ich musste alles zurücklassen. Außer meinen Talenten.“


die alttestamentliche Lesung, die wir heute gehört haben, stammt aus dem Buch Exodus, dem zweiten Buch unseres Alten Testaments. Übersetzen lässt sich das griechische Wort Exodus mit Ausgang, Abreise oder Auszug. Und im Buch Exodus geht es ja auch um einen Auszug. Nämlich den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Doch ist die Bezeichnung Auszug nicht ein beschönigender Begriff für eine Sache, die wir ebenso gut als Flucht bezeichnen können? Die Flucht des Volkes Israel vor dem ägyptischen Pharao, der sie zu "harter Sklavenarbeit" (Ex 1,14) zwang.

Beim Betrachten der ganzen Heiligen Schrift können wir sehen, dass der Exodus des Volkes Israel nicht die einzige Fluchterzählung ist: Da sind beispielsweise Abraham und seine Frau Sara, die wegen einer Hungersnot nach Ägypten flüchtetet (vgl. Gen 12,10). Ebenfalls wegen einer Hungersnot musste Isaak sein Land verlassen und nach Gera fliehen (vgl. Gen 26.1). Denken wir auch an Mose, der einem Israeliten zu Hilfe kam und dabei einen Ägypter tötete. Um anschließend der Rache des ägyptischen Pharaos zu entkommen, floh Mose nach Midian (vgl. Ex 2,11-15). Nicht ganz so bekannt wie Abraham, Sara, Isaak und Mose ist Noomi. Auch sie musste wegen einer Hungersnot ihre Heimat verlassen und mit ihrer Familie in das Land der Moabiter flüchten (vgl. Rut 1,1ff.). Und vergessen wir nicht Jesus. Das Matthäus Evangelium berichtet uns, dass er kurz nach seiner Geburt mit seinen Eltern nach Ägypten fliehen musste, um den Soldaten des Herodes zu entkommen (vgl. Mt 2,13-15). Nach seinem Tod und seiner Auferstehung ging es seinen Jüngern nicht besser. Wegen ihres Glaubens an Jesus Christus wurden sie verfolgt und mussten fliehen (vgl. Apg 8,1).

Das Thema Flucht zieht sich also durch die ganze Bibel und sie berichtet immer wieder von Menschen, die zu Flüchtlingen wurden. Auf solche Menschen – auf Flüchtlinge – richtet der heutige Flüchtlingssonntag unseren Blick.

Hier lesen Sie die vollständige Predigt

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Die Auszeichnung des PREDIGTPREISES
„Sehnsucht nach Befreiung“
SURFTIPP
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PREDIGTPREIS-Surftipps:














von Stephan Bolzenius

Atelier Sprache e.V. ist zuständig für die Predigtfortbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern, Prädikantinnen und Prädikanten mit EKD- weitem Angebot. Da dem Profil kirchlicher Sprache besondere Bedeutung beigemessen wird, werden die Seminare von profilierten Dozenten geleitet. Im Vordergrund steht die Frage: Wie drückt sich christlicher Glaube heute wirksam und überzeugend aus?

(Anm. Redaktion: unsere Preisträgerinnen Kathrin Oxen (Beste Predigt 2009) und Susanne Platzhoff (Beste Predigt für Glaubeneinsteiger 2004) gehören zu dem Kreis von Personen, die mehrmals an Fortbildungen im "Atelier Sprache" teilnahmen)

http://www.thzbs.de/atelier.html





Die Eugen-Biser-Stiftung richtet den Blick aus christlichem Welt- und Werteverständnis auf alle Bereiche menschlicher Existenz mit dem Ziel des Dialogs und der Verständigung mit anderen Religionen, Weltanschauungen und Kulturen in dem Bemühen um Freiheit, Toleranz und Frieden für die gesellschaftliche, politische und rechtliche sowie kulturelle Gestaltung des Zusammenlebens und für die Zukunft Europas.

http://www.eugen-biser-stiftung.de









E100
ist eine Kampagne des Bibellesebundes. Ihr Anliegen ist es, dass sich möglichst viele Menschen auf ihre ganz persönliche Entdeckungsreise durch die Bibel machen. Die Aktion E100 ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, mit dem Bibellesen ganz neu oder wieder neu zu beginnen. Hier werden Sie eingeladen auf Entdeckungsreise zu gehen, was Gott Ihnen durch die Bibel zeigen will.

http://www.entdecke100.net/

KUNST UND PREDIGT
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„Reinhold Stechers Jahresrundschau auf die Schönheiten der Natur“

Bildkalender 2013 - Reinhold Stecher

© Tyrolia Verlag Innsbruck-Wien

Der große Wandkalender mit 13 Aquarellen des Innsbrucker Altbischofs – PREDIGTPREIS-Preisträger „Lebenswerk“ 2010

 

von Fridtjof Nansen, Polarforscher

Hast du das große Schweigen erlebt, hast du gewagt, das Unbekannte aufzusuchen, unbekannte Wege begangen … hast du entbehrt, gedürstet, gesiegt, bist du aufgegangen in der Größe des Alls? Hast du Gott in seiner unendlichen Größe gesehen, den Text gehört, den die Natur dir zuraunt? Dann lausche auf die Weite, sie ruft dich!

Weitere Aquarelle von Altbischof Stecher sehen Sie hier

Buchtipp
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„Lernen frei zu sein Alfons Nossol - Vorträge und Ansprachen “

Bildkalender 2013 - Reinhold Stecher

© Verlag action 365

Der Erzbischof Nossol erhielt den PREDIGTPREIS 2011 für sein Lebenwerk.

 

von Alfons Nossol, Erzbischof

Erzbischof Alfons Nossol ermutigt in seinen Vorträgen und Ansprachen zu einem lebendigen, von Freude getragenen Glauben, der in einem Leben für andere konkret wird. Er bietet nicht nur wichtige Anregungen für die Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen unserer Zeit, sondern auch notwendige Orientierung für jeden Christen und für jeden Menschen, der auf der Suche ist nach seiner verloren gegangenen Freiheit:

• Gemeinsames Priestertum aller Gläubigen

• Leben aus Glauben, Hoffen, Lieben

• Geist der Kraft, der Liebe und Besonnenheit

• Ein Leben im heilskräftigen Dienst des Tuns der Wahrheit in Liebe

• Lernen frei zu sein

• Ökumene unter dem Kreuz

• Schlesien als Land der drei Kulturen

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