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Editorial

Es gibt nur Gewinner

Lieber Leser, liebe Leserin,


der Predigtpreis steuert auf seinen Höhepunkt zu. Am Buß- und Bettag, der in diesem Jahr auf den 21. November fällt, werden die diesjährigen Preisträger in Bonn ausgezeichnet. Wir, die Juroren, freuen uns wieder auf eine festliche Veranstaltung und auf die Begegnung mit Ihnen, die Sie den Predigtpreis mit Ihrem Interesse und Ihren Anregungen und Hinweisen mit gestalten. Das große Echo, das der Preis in den Medien gewinnt, ist auch Ihnen zu verdanken. Manche von Ihnen haben ihre Prediger und Predigerinnen ermutigt, sich mit einer Einsendung zu beteiligen, und so den Gedanken mit Leben erfüllt, die Predigtkultur in Deutschland zu fördern. Eine Besonderheit des Predigtpreises liegt darin, dass er Gewinner, aber keine Verlierer kennt. Diejenigen, die von der Jury ausgezeichnet werden, stehen stellvertretend für viel kreative und solide Arbeit bei der Auslegung der Bibel, aus der für Christen Gott selber spricht.

Den Predigtpreis für sein Lebenswerk erhält der emeritierte Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, Walter Klaiber. Er war unter anderem Vorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, also der deutschen Ökumene. 2007, im letzten Jahr seines Vorsitzes, unterzeichnete seine Kirche auch die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, die 1999 zwischen dem Vatikan und dem Lutherischen Weltbund vereinbart worden war. Mich haben die Begegnungen mit ihm beeindruckt. Er verband theologische Kenntnis mit persönlicher Bescheidenheit und einigender Kraft. Damit hat er zu einem Zusammenrücken der Kirchen in einer schwierigen Zeit der beginnenden Neuprofilierung beigetragen.

Aus den beiden weiteren Preisen wird in diesem Jahr ein einziger. Er geht an Professor Reinhard Feiter, den Direktor des Seminars für Pastoraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Wir die Jury, haben heftig über mögliche Preisträger diskutiert. Das tun wir öfter. Aber dann setzte sich ein Vorschlag durch. Professor Feiters Predigt gehörte eigentlich in die Sonderkategorie „Pfingstpredigt“. Doch wir waren der Ansicht, dass sie auch die beste aller rund 270 eingesandten Predigten sei. Daher haben wir die beiden Auszeichnungen in diesem Jahr zusammengelegt.

Es gibt übrigens in der Jury keine förmliche Abstimmung mit Stimmenauszählung. Sondern wir diskutieren so lange, bis alle übereinstimmen oder die ursprünglich weniger Überzeugten das Ergebnis teilen können. Das entspricht dem Konzept des Predigtpreises, dass er keine Verlierer, sondern Gewinner kennt.

Bald schon beginnt der Wettbewerb 2013. Dann sind in der Sonderkategorie Predigten zur Jahreslosung gefragt. Wir freuen uns schon auf Ihre Empfehlungen.

Herzlich

Ihr

Wolfgang Thielmann
Jurymitglied des PREDIGTPREISES

Aktuelle Themen:

Ökumene: Wort der deutschen Bischofskonferenz zum Konzilsjubiläum“
Andreas Malessa: „Pfarrer können von Kabarettisten lernen“
Gastkommentar: „In der Wüste fallen Entscheidungen“
Predigt des Monats: „Predigt zum Tag der Deutschen Einheit“
Surftipps: Buh-Stiftung, Christenrat, Forum Naturwissenschaftliche Theologie
Kunst und Predigt: „Sieger Köder Kalender 2013 “
Buchtipp: „Religiöse Sprachlehre“

Predigtpreisverleihung 2012:

Predigtpreisverleihung 2013


Sie sind herzlich eingeladen, einem Geheimnis auf die Spur zu kommen: Warum sprechen uns gute Predigten an? Die Jury des ökumenischen Predigtpreises hat sich unter den besten Verkündigern der christlichen Botschaft umgesehen und präsentiert Ihnen in Bonn die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs. Melden Sie sich einfach unter service@predigtpreis.de mit dem Stichwort „Gästeliste“ an und Sie erhalten Mitte Oktober eine schriftliche Einladung mit dem ausführlichen Programm zur 13. Preisverleihung.

Ökumene
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Wort der deutschen Bischofskonferenz zum Konzilsjubiläum
Wichtiger Konzils-Impuls zur Ökumene

Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon

In wenigen Tagen jährt sich zum 50. Mal der Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils. An diesem Tag beginnt das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene „Jahr des Glaubens“. Bereits im Sommer haben die Deutschen Bischöfe den Beschluss gefasst, sich mit einem Wort an die Gläubigen zu wenden und an die bleibende Bedeutung des Konzils zu erinnern. Es trägt den Titel „Erinnern – Bewahren – Weitergeben“.
Mit dem Wort sollen die Beschlüsse und richtungweisenden Reformen des Konzils neu ins Gedächtnis gerufen werden. Auch das Zweite Vatikanische Konzil stand unter der Herausforderung, die überlieferte Lehre so zu erforschen und auszulegen, wie es die Gegenwart erfordert.
Dabei wird festgestellt: Das Konzil ist nicht lediglich ein bedeutendes Ereignis der Vergangenheit. Das Konzil bleibt auch heute eine wichtige Orientierungsmarke auf dem Weg der Kirche. Zu diesen Herausforderungen gehören für die Bischöfe zum einen die Krise des Glaubens in unserem Land, zum anderen der Anspruch des Evangeliums an die Lebensführung des Einzelnen. Das Konzil stellt fest, dass zu dieser Lebensführung auch gehört, sich den gesellschaftlichen und politischen Fragen zu stellen.

Zur ökumenischen Bedeutung des Konzils schreiben die Bischöfe: „Schließlich hat das Konzil grundlegende Impulse zur Ökumene wie auch zum Dialog mit den anderen Religionen und allen Menschen guten Willens gegeben. Es ermutigte die Gläubigen dazu, allen Menschen offen und vorurteilsfrei zu begegnen. Die Religionsfreiheit ist Ausdruck der Würde, die jedem Menschen eigen ist (vgl. DH 2). Dialog im Sinne einer ernsthaften und zielgerichteten Begegnung auf der Suche nach Wahrheit ist das Schlüsselwort in der Zuwendung der Kirche zur Welt. Mit großer Dankbarkeit sehen wir heute, wie eng wir mit Christen aller Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, insbesondere unseren orthodoxen und evangelischen Mitchristen zusammenarbeiten. Dabei bleibt das vom Konzil aufgezeigte Ziel der Wiederherstellung der Einheit aller Christen eine unverzichtbare Gegenwartsaufgabe. Dankbar dürfen wir auch darauf schauen, wie sehr sich das Verhältnis zur jüdischen Gemeinschaft verbessert hat und wie viel gegenseitiges Verständnis in unseren Beziehungen zu den Muslimen in unserem Land gewachsen ist. Der durch das Konzil angestoßene interreligiöse Dialog zeigt sich heute in seiner ganzen Bedeutung für die Zukunft der Menschheit.“ (aus: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz Nr. 159 vom 28.09.2012– Anlage 1, S. 3)

Die Bischöfe laden ein, in den kommenden Jahren das Konzilsjubiläum zu feiern. Die vielfältigen Initiativen, die es bundesweit aus diesem Anlass gibt, zeigen die Bedeutung dieses Jubiläums an. Bereits jetzt sind mehrere hundert Veranstaltungen auf dem von der Deutschen Bischofskonferenz initiierten virtuellen Konzilskalender eingestellt worden (www.konzilskalender.de).

Quelle: www.dbk.de


Ralf Birkner, Dipl.- Theologe
Theologischer Berater des PREDIGTPREISES
Das Interview
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„Pfarrer können von Kabarettisten lernen“

Andreas Malessa ist Hörfunk- und Fernsehjournalist bei den ARD-Anstalten SWR, HR und DeutschlandRadio Kultur, Dokumentarfilmer, Zeitungskolumnist und Buchautor von Sachbüchern, Biografien und satirischen Kurzgeschichten. Sein Bestseller "Kleines Lexikon religiöser Irrtümer" und seine Fernsehreportagen "Menschen unter uns" in der ARD machten ihn als kompetenten und humorvollen Gesprächspartner bekannt. Der evangelische Theologe hält auch Vorträge über religiös-kulturelle, sozialethische und kirchliche Themen. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und lebt in der Nähe von Stuttgart.

Interview mit dem Stuttgarter Journalist Andreas Malessa



Predigtpreis: Wie geht es der Predigt in Deutschland?


Andreas Malessa: Gut. Wenn Sie mal nicht ausschließlich an den Sonntagmorgen-Gottesdienst denken, sondern an alle Ansprachen mit geistlichem Anspruch, die bei Vortragsabenden, in Bildungseinrichtungen, auf Tagungen, Events, bei Vereins- und Verbands-Anlässen oder anderem gehalten werden - dann wird die Predigt geschätzt wie eine hochwertige Antiquität, ein seltenes Schmuckstück. Als wohltuende Höhenluft im flachen Twittergewitter, als weicher Brotlaib zwischen den harten Info-Krümeln der Internetnutzung. Trotz oder gerade wegen der Zerhäckselung unserer Kommunikation beobachte ich eine wachsende Vorliebe für geschliffene Rede, sauberes Argumentieren, unterhaltsames Erzählen, provokanten Denkanstoß, kurz: gute Predigt. „Neue“ oder „Zweit“-Gottesdienste, all die zielgruppenspezifischen Veranstaltungen des sogenannten missionarischen Gemeindeaufbaus überleben die ersten fünf Jahre ja nicht wegen Klampfenklang und Kaffeeduft, sondern wegen guter Predigten. Zulauf oder Ablehnung des Publikums entscheiden sich an den drei Punkten Predigt, Atmosphäre und Liedgut. Meist mit Präferenz Predigt.


Predigtpreis: Sie haben in einem Buch schon vor Jahren die kirchliche Binnensprache aufs Korn genommen. Was hat sich gebessert?



Malessa: Mein - längst vergriffenes - „Kanaanäisch für Anfänger“ von 1990 fände in heutigen Predigten kaum neues Futter. Das Frühwarnsystem vor theologischem Fach-Chinesisch oder salbungsvoll frommen Floskeln ist sensibler geworden. Dafür böten heute die erstaunlich binnensprachlich-weltfernen Songtexte der Lobpreis- und Anbetungslieder jede Menge Steilvorlagen für Satire.


Predigtpreis: Zum Beispiel?


Malessa: Wenn „Gesetze des Herrn, süßer denn Honigseim“ gepriesen werden vor den „Stufen des Königsthrons“ mit „herrlicher Majestät“ und „königlichem Diadem“ zum Beispiel. Sobald Gott wie Bayernkönig Ludwig und der Himmel wie Schloss Neuschwanstein aussieht, ist das Lied von der Menschwerdung Gottes in Christus in Philipper 2 theologisch unter die Räder eines Disneyland-Royalismus geraten.


Predigtpreis: Von einem russischen Prediger habe ich die Regel gehört: Bei einer guten Predigt müssen die Menschen einmal gelacht und einmal geweint haben. Richtig?


Malessa: Richtig. Das hat Charlie Chaplin übers Kino gesagt: „Make them laugh and make them cry“. Aber Predigen ist ja auch das Herstellen von Kino im Kopf.


Predigtpreis: Gottesdienste sind öffentlich, aber sie erreichen keine Öffentlichkeit mehr. Lässt sich das ändern oder muss man sich damit abfinden?


Malessa: Finden Sie sich mittelfristig damit ab. Das liegt aber selten an den Predigten, sondern a) an der familienfeindlichen Uhrzeit sonntagfrüh, b) an dem Vorurteil, da träfe sich eh nur eine geschlossene Gesellschaft, c) an der Sorge, da drinnen irgendwas rituell falsch zu machen und d) an dem von außen nicht erkennbaren Nutzwert dieser Veranstaltung. Zum öffentlichen Treffen des lokalen Golf-Clubs gehe ich ja auch nicht.


Predigtpreis: Müssten sich Prediger intensiver vorbereiten?


Malessa: Ja. Viel intensiver. Aber eine solche Forderung wäre unbarmherzig. Wann bitteschön soll er oder sie das denn machen? 52 Sonntagspredigten, zig Beerdigungen, Hochzeiten, Jubiläen, Geburtstage, Andachten – kein Mensch kann 200mal im Jahr gut sein. Erst recht nicht, wenn er lauter Unikate herstellen und Premieren aufführen soll. Meine eigenen Predigten funktionieren erst gut, wenn ich sie vier-, fünf Mal vor unterschiedlichen Hörern getestet und dann ebenso oft umgeschrieben habe. Ortsfeste Pfarrer haben nicht dieses Privileg und müssten für intensivere Manuskriptarbeit ab Donnerstagmittag frei kriegen.


Predigtpreis: Die EKD will die Gottesdienstqualität heben. Gerade wurde dieses Projekt auf dem Deutschen Pfarrertag heftig kritisiert: Es setze Prediger unter Druck. Zu Recht?


Malessa: Ja, zu Recht. Aber eventuell auch zugute. Wenn der Qualitätsdruck nämlich dazu führen würde, dass Pfarrer sich nicht hinter kleinteiliger Verwaltungsarbeit, langatmigen Sitzungen und fruchtlosen Personalquerelen verstecken, sondern wenn sie ihren Eros an Exegese, Rhetorik und der intellektuell-spirituell-emotionalen Wirkung ihres Auftritts entdeckten, dann könnte man dem EKD-verordneten „Qualitätsdruck“ etwas abgewinnen.


Predigtpreis: An theologischen Aus- und Fortbildungsstätten werden sie mittlerweile von Schauspielern trainiert und lernen, ihre Körpersprache auszuprägen. Ist das nötig?




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DER GASTKOMMENTAR
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In der Wüste fallen Entscheidungen

Foto: privat

Gisbert Greshake ist emeritierter Professor für Dogmatik und ökumenische Theologie in Freiburg. Bis 2006 war der darüber hinaus ständiger Gastprofessor an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, an der er ein halbes Jahrhundert zuvor studierte. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Eschatologie, also die Lehre von den letzten Dingen, und Spiritualität. Oft hat er Wüsten bereist und daraus Impulse für seine Theologie und das geistliche Leben empfangen. Geboren wurde Greshake 1933 in Recklinghausen im Ruhrgebiet.

von Gisbert Greshake


Die Wüste ist eine Symbollandschaft – ähnlich wie andere hervorstechende geologische Formationen, etwa das Meer oder das Hochgebirge. Das heißt: Sie weist auf etwas Tieferes, auf Hintergründiges und Abgründiges, hin und lädt dazu ein, sich selbst in ihrem Licht neu zu verstehen und „seine Seele zu finden“. So sagt es auch ein Tuareg-Sprichwort: „Gott hat ein Land mit Wasser geschaffen, auf dass die Menschen leben können, ein Land ohne Wasser, auf dass die Menschen dürsten, und die Wüste als ein Land mit und ohne Wasser, auf dass die Menschen ihre Seele finden.“ Die eigene Seele in der Wüste finden: Das kann auf mancherlei Weise geschehen. Vor allem ist es das Schweigen der Wüste, verbunden mit der Erfahrung radikalen Ausgesetztseins in eine unendliche Einsamkeit und Weite, das die Masken von Selbsttäuschung und Selbstbetrug, die man sich im lärmenden Betrieb und in der immer mehr beschleunigten Zeit des Alltagslebens zugelegt hatte, von der Seele reißt und unerbittlich mit dem konfrontiert, was man in Wahrheit ist und was in Wahrheit zu gelten hat. Auf dieser Linie schrieb 1987 auf einer unserer Sahara-Fahrten Manfred Scheuer, der jetzige Bischof von Innsbruck, in unser „offizielles“ Tagebuch:

Sich aussetzen
weg von den Feldern der Gewohnheit
weg von den Geleisen des Alltags
weg von den Straßen des Trubels
weg vom Lärm der vielen Stimmen
weg vom Man
weg von der Diktatur des Getriebenwerdens
weg vom Diktat des eigenen Ich ..."

Konfrontiert mit einer Stille, die keine Ablenkung duldet, kann man sich in der Wüste nicht davonlaufen und an sich selbst vorbeimogeln. Wenn alles andere schweigt, stellt sich das Nachsinnen über das eigene Leben und die Welt geradezu mit Notwendigkeit ein. Wer bin ich? Wer muss ich sein? Kurz: In der Wüste bin ich gewissermaßen mit dem „Laboratorium meiner guten und bösen inneren Antriebe konfrontiert, sie ist die Matrix von Vorstellungen, die sich in uns erheben, weil dieser unbefleckte Raum uns ganz uns selbst überlässt, uns durch seine eigene Nacktheit entblößt und keine Verschleierung und keine Lüge duldet. Sie ist absolute Lichtung, Durchleuchtung alles Zeitlichen“ (Jean Lacarrière). Außer durch schweigendes Ausgesetztsein ist die Erfahrung der Wüste noch durch ein zweites Charakteristikum bestimmt: Es ist die vom Durchkommen durch die Wüste geforderte Reduktion der eigenen Wünsche und Bedürfnisse auf ein Minimum, das man gerade noch befördern kann: Wasser gehört dazu, ein wenig feste Nahrung, eine Decke für die Nacht. Aber indem diese Reduktion eine Beschränkung auf die elementarsten Lebensbedürfnisse und ein Zurückfahren aller sonst gewohnten Ansprüche erzwingt, macht sie frei von der Diktatur eingeredeter Notwendigkeiten und lässt auf neue Weise den Wert des scheinbar so Selbstverständlichen, z.B. des Wassers, entdecken. So entsteht das Paradox: Die Wüste macht reich, insofern sie gerade das Armwerden provoziert. „Weil einem in der wüste nichts gehört, gehört einem alles“ (Otl Aicher). Alles: Der weite Raum, "Wind, Sand und Sterne", dazu auch Sonne und Mond, Dünen und Felsen, das kostbare Wasser, der spärliche Bewuchs, Gazellen und Leguane. Von allem Überflüssigen befreit und auf elementare Lebensvollzüge verwiesen, fühlt man sich in der grenzenlosen Weite „daheim“. Man trägt die Wüste gewissermaßen in sich. Man spürt, dass sie ein Teil seiner selbst ist. Entgegen aller Zähmung durch die narkotisierenden Reize der gegenwärtigen Gesellschaft spürt die Seele in der Wüste, zu was sie im tiefsten berufen ist: mit grenzenloser Sehnsucht in grenzenloser Weite und Freiheit daheim zu sein und in diesem Daheimsein alles konzentriert in sich zu tragen und von nichts getrennt zu sein. Diese Freiheitserfahrung, welche die Wüste schenkt, geht nicht nur quer durch alle Kulturen hindurch, sie wird uns auch von der Heiligen Schrift und der Glaubensgeschichte bezeugt: Es ist der Gott der Freiheit, der in die Freiheit der Wüste führt und sich in der Wüste finden lässt. So schreibt der bekannte amerikanische Trappist Thomas Merton: „Die Wüste bietet sich als Wohnstatt für den Menschen an, der danach trachtet, nichts anderes als er selbst zu sein, was, anders ausgedrückt, heißen soll: ein Geschöpf der Einsamkeit also, der Armut, ja der völligen Verwiesenheit auf niemanden als auf Gott, mithin ein Wesen, bei dem kein vermessenes eigenes Planen, einem Alibi gleich, sich zwischen dem Geschöpf und seinem Schöpfer breit macht.“

Den vollständigen Beitrag lesen Sie hier

PREDIGT DES MONATS
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Predigt zum Tag der Deutschen Einheit

von Dr. Matthias Bernstorf (ev), Radiopastor NDR

Thema: Ja zum Tag der Deutschen Einheit

Heimliches Thema: Hochzeit mit Hindernissen


Der Tag der Deutschen Einheit ist ja unter der Hand das beliebte Hochzeitsdatum in Deutschland geworden. Wer am 03. Oktober heiratet, hat an künftigen Hochzeitstagen immer frei. Das dachte sich auch ein Brautpaar, das ich mal an einem dritten Oktober mitten in der Woche trauen durfte. Der Küster war da, die Hochzeitsgemeinde war da, aber wo blieb die Organistin? Das Brautpaar fährt schon auf den Hof, der Küster läutet die Glocken, aber von der Organistin immer noch keine Spur! Was tun. Der Küster kennt noch den alten Kantor im Ruhestand. Den klingelt er per Telefon herbei, da läuten die Glocken schon 5 Minuten. Als der Kantor kommt, sind es zwanzig. Gott sei dank!" rufe ich erleichtert, doch oben auf der Orgelempore entdecken wir: Die Tasten sind verschlossen hinter einem Schapp aus Holz. "Den Schlüssel hat nur die Organistin," meint der Küster. Durchs Fenster kann ich von oben das Brautpaar sehen, die erwartungsfrohen Gesichter. So viel Hoffnung, soviel Glück! "Aufbrechen!" sagte ich. "Halt" ruft der alte Kantor. "Vor 20 Jahren hab ich hier mal'n Ersatzschlüssel versteckt. Bei den Streichhölzern im Sicherungskasten!" Der Küster rennt nach unten, guckt nach: Streichhölzer weg, Schlüssel noch da. Rennt mit Schlüssel nach oben, ich im Talar wieder nach unten zum Brautpaar und dann: Wuff! Die Orgel braust los, die Gemeinde erhebt sich, festlicher Einzug des Brautpaars! So wurde es doch noch eine schöne Trauung. Am Schluss kam übrigens auch die Organistin, sie wäre innerlich so auf Samstag eingestellt gewesen. Noch nie in meinem ganzen Pastorenleben habe ich so lange die Glocken geläutet wie an jenem dritten Oktober. Und als ich am nächsten Morgen einkaufen gehe, sagt mir jemand: "Mensch Herr Pastoor, Sie freuen sich aber über de Wiedervereinigung, ne halbe Stunde bimmeln! Aber kann ja auch für dankbar sein, ne? Hebt wi jedenfalls dacht."

Hier lesen Sie die vollständige Predigt

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Die Auszeichnung des PREDIGTPREISES
„Sehnsucht nach Befreiung“
SURFTIPP
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PREDIGTPREIS-Surftipps:

















von Stephan Bolzenius

Die Bergmoser + Höller Stiftung ist 2010 vom gleichnamigen Verlag gegründet worden. Ziel der Stiftung ist es, innovative christliche – katholische und evangelische – Projekte und Initiativen aufzuspüren, die der Wirksamkeit der biblischen Botschaft in der Gesellschaft dienen, sie zu prämieren und finanziell zu unterstützen. Die prämierten Initiativen werden in der Folgezeit journalistisch begleitet, um Gruppen im gesamten deutschsprachigen Raum anzuregen und ihnen Mut zu machen selber Initiativen zu ergreifen, die zum Ziel haben, das Wort Gottes stärker als bisher den Menschen nahezubringen.

http://www.buh-stiftung.de






Der Christinnenrat
ist ein Zusammenschluss von ökumenisch arbeitenden Frauenorganisationen, Netzwerken und Gremien auf Bundesebene.

Hier werden Informationen über Vorgänge in den Mitgliedsorganisationen und Kirchen ausgetauscht. Außerdem nimmt er Impulse und Anliegen der weltweiten ökumenischen Frauenbewegung auf. Der Christinnenrat vereinbart gemeinsam Arbeitsvorhaben und organisiert bundesweite ökumenische Begegnungen.

Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es unter anderem die ökumenische Gemeinschaft unter den Frauen zu stärken sowie die Erneuerung der Kirchen im Geiste ökumenischer Offenheit und Geschlechtergerechtigkeit voranzubringen.

http://www.christinnenrat.de




Über diesen Link gelangen Sie zu einem ökumenischen Projekt der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Evangelischen Akademie im Rheinland.

Eine Frage mit der sich das Forum Naturwissenschaft Theologie auseinandersetzt ist z. B. in welchem Verhältnis das naturwissenschaftliche Wissen zur Wirklichkeitsdeutung der Theologie steht. Sind beispielsweise Evolution und Schöpfung, Neurowissenschaft und freiheitliches Menschenbild vereinbar oder schließen sie sich aus?

Das Forum soll einer möglichst breiten Meinungsvielfalt Raum gewähren. Ausgeschlossen sind jedoch fundamentalistische Positionen, die an einem Dialog mit den Wissenschaften nicht interessiert sind, sondern die eigene Position absolut setzen.

www.facebook.com/Forum.Naturwissenschaft.Theologie

KUNST UND PREDIGT
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Sieger Köder Kalender 2013

Bildkalender 2013 - Reinhold Stecher

© Schwabenverlag

Ein Unternehmen der Verlagsgruppe Patmos in der Schwabenverlag AG, Ostfildern

 

Harlekin-Vogelscheuche
(Kalenderblatt Oktober 2013)

Bildmeditation von P. Theo Schmidkonz SJ

Wenn Können sich mit Phantasie und Kreativität verbindet, entsteht aus einfachsten Dingen Kunst, so wie hier aus ein paar Stecken und einem zerschlissenen, verblassten Kostüm: malerische Poesie. »Vogelscheuchen sind für mich auch Harlekine«, sagt Köder; denn ihr Wesen gleicht dem eines Harlekins. Sie sind leise, auffallend still; man hört durch sie hindurch höchstens den Wind. Sie wirken melancholisch, wehrlos, sind aber stark im Abwehren von Angriffen. Sie stehen einsam da im Feld und halten doch vielen Stürmen stand. Ihre Struktur, nicht zu übersehen, ist das Kreuz; aber dieses Kreuz trägt eindeutig auch sie. Die Harlekine Köders verkünden Botschaften. Die Harlekin-Vogelscheuche, hier auf dem Acker der Welt, scheint zu sagen: »Im Tod ist das Leben.« Noch einen Winter lang – dann werden unter diesem Leben-Sterben-Signal die neuen Triebe des Lebens aus den im Acker begrabenen Saatkörnern kommen. Eine stille Hoffnung, die von der Harlekin-Vogelscheuche herüberweht.

Für weitere Informationen zum Kalender des berühmten spirituellen Künstlers Sieger Köder bitte hier klicken

Buchtipp
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Religiöse Sprachlehre

Bildkalender 2013 - Reinhold Stecher

© Patmos Verlag

Hardcover Format 14 x 22 cm 400 Seiten 1. Auflage 2012 ISBN: 978-3-8436-0206-8

 

von Hubertus Halbfas

Die religiöse Sprache ist weitgehend verflacht. In dieser Situation, in der es fast überall an der Kompetenz mangelt, die christliche Tradition in den Fluss der Zeit zu bringen, ist vor allem eine religiöse Sprachlehre notwendig.

Hubertus Halbfas deckt einmal mehr ein drängendes Desiderat auf. Als praktischer Theologe hat er sich ein Leben lang damit befasst, wie alte religiöse Traditionen heute zur Sprache kommen können.
Hier legt er die Summe seiner Erkenntnisse in einer systematisch gebündelten Sprachlehre vor. Er konzentriert sich dabei auf erzählende Gattungen, biblische Formen und dogmatische Traditionen, die er in exemplarischen Beispielen vorstellt und so zum Sprechen bringt, dass sie auch heute verstanden werden. Seine Bemühungen belegen: Einerlei, wie weit sich Menschen aus dem kirchlichen Milieu entfernt haben und dem christlichen Glauben fremd gegenüberstehen, der Weg der Sprache ist der breiteste Weg, auf dem religiöse Traditionen, auch solche, die dem modernen Lebensgefühl fremd sind, dem heutigen Bewusstsein neu erschlossen werden können.

Aus dem Inhalt:
Der Weg der Sprache: Mythos und Logos, Metapher und Symbol
Die Wahrheit der Formen: Mythe, Märchen, Sage, Legende, Gleichnis, Paradoxon
Biblische Sprachlehre: Mythen, Sagen, Legenden, Geschichtsschreibung, Prophetenspruch; Briefe; Spruchgut, Evangelien, Gleichnis und Parabel, Wundergeschichten, Passionsgeschichten, Ostererzählungen
Dogmatische Sprachlehre: Das apostolische Glaubensbekenntnis

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