Sollte dieser Newsletter nicht richtig dargestellt werden, klicken Sie hier
Editorial

Der Predigtpreis-Countdown läuft

Lieber Leser, liebe Leserin,


haben Sie schon daran gedacht, Ihre Predigt einzuschicken? Oder einen Prediger/eine Predigerin darauf hinzuweisen? Derzeit läuft die Einsendungsfrist zum diesjährigen Predigtpreis. Schon auf der Homepage finden Sie den Link zum Formular, mit dem Sie entweder selber eine Predigt absenden oder eine empfehlen können. In der Sonderkategorie für 2013 sind Predigten zur Jahreslosung „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ (Hebräer 13,14) gefragt. Die Frist läuft noch bis zum 15. Juli. Dann wird sich die Jury ans Werk machen. Die ist erfreut, dass sich schon viele Einsender beteiligt haben.

Von unserem ältesten Lebenswerk-Preisträger gibt es Neues: In seinem 90. Lebensjahr ist Jörg Zink online gegangen. 2004 wurde er ausgezeichnet. Hier finden Sie eine Predigt von ihm auf dem Katholikentag 2004 in Ulm. Seine neue Webseite enthält ein Verzeichnis seiner Werke: Eine Liste von fast 500 Büchern, Heften und anderen Schriften, Film- und Tonproduktionen mit kurzen bibliographischen Daten der einzelnen Titel und Angaben zu ihrer Verfügbarkeit. Das Verzeichnis erlaubt neben einer Suche nach Themen auch Freitextsuchen und das Auffinden fremdsprachiger Ausgaben. Die Seite wird ergänzt durch Auszüge aus Interviews mit Jörg Zink aus drei Jahrzehnten, darunter auch Stücke aus einem Interview des Newsletters mit ihm. Schließlich enthält die Seite noch einen neuen Text: „Was mir wichtig ist – Ein kurzer Lebenslauf aus der Sicht des Neunzigjährigen“.

Das aktuelle Interview des Newsletters stellt den neuen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, also der deutschen Ökumene, vor: Karl-Heinz Wiesemann, den katholischen Bischof von Speyer. In der letzten Ausgabe berichteten wir von seiner Wahl. Und wir geben Ihnen einen Vorgeschmack auf den Kirchentag in Hamburg, der unmittelbar bevorsteht.

Vielleicht laufen wir uns da über den Weg. Ich würde mich freuen.

Herzliche Grüße
Ihr

Wolfgang Thielmann
Wolfgang Thielmann
Jurymitglied des PREDIGTPREISES

Aktuelle Themen:

„Wir rollen den roten Teppich aus“ – Der Kirchentag im Zeichen der Ökumene
Karl-Heinz Wiesemann: Von den kleinen Kirchen lernen
Gastkommentar: Wenn die Hände dem Mund widersprechen – was bedeutet Liturgische Präsenz?
Predigt des Monats: „Predigt über Apostelgeschichte 1,6-12“
Surftipps: Blog Matthias Jung, EV Kirchenpfalz, Blog Varticarsten
Kunst und Predigt: „Koffer der religiösen Erinnerung“
Veranstaltung: Sichtbares Wort und hörbares Sakrament
Buchtipp: Predigt hören im konfessionellen Vergleich

Predigende Bilder

Ars Litugica

© Ars Liturgica


Predigt über Lukas 24, 13-35
Pater Drutmar Cremer OSB
01.04.2013 in der Benediktinerabtei
in Maria Laach

...„wir leben heute spürbar in einer schwierigen und problemerfüllten Zeit. Wir erfahren Spannungen im eigenen Herzen und sind oft gemeinsam bedrückt vom globalen Elend der Welt. Aber: Sollten wir klagen und resignieren? Dürfen wir das überhaupt als Christen, die wir die Welt mit neuen Augen schauen sollten?“

Hier lesen Sie die vollständige Predigt


Sprechende, „predigende“ Bilder – teilen Sie Ihr eindruckvollstes Foto mit uns. Schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Predigtfoto“. Fügen Sie Ihr Foto(s) bei mit einem kurzen Begleittext und Ihrer Adresse an predigtfoto@nl.predigtpreis.de.

Ökumene
zur Übersicht

„Wir rollen den roten Teppich aus“ – Der Kirchentag im Zeichen der Ökumene

„Wir rollen den roten Teppich aus“ – Der Kirchentag im Zeichen der Ökumene

Das große ökumenische Ereignis des kommenden Monats wird der Deutsche Evangelische Kirchentag vom 1. bis 4. Mai in Hamburg. Schon eine Stichwortsuche in der Programmdatenbank liefert 98 Ergebnisse zum Thema „Ökumene“. Präsident Gerhard Robbers hat Wert darauf gelegt, dass Christen verschiedener Konfessionen das Treffen mitgestalten. An mehr als 150 Veranstaltungen ist auch das Erzbistum Hamburg beteiligt: Eine Gottesdienstwerkstatt im Mariendom, Tagzeitengebete, Podien. In fünf katholischen Kirchen und vielen anderen Häusern der katholischen Kirche finden Veranstaltungen statt. Und viele Katholiken bieten, wie es Tradition beim Kirchentag ist, Privatunterkünfte an. Die Kirchengemeinde St. Marien in Bergedorf hat sogar die Betreuung eines Gemeinschaftsquartiers mit 500 Besuchern übernommen.

„Wir rollen den roten Teppich aus für die Gäste des Kirchentags“, erklärte Erzbischof Werner Thissen, der im Februar Interviewpartner des Predigtpreis-Newsletters war. Dort sagte er: „Der Kirchentag wird ein Fest des Glaubens. Das tut uns allen sehr gut. Deshalb unterstützt die katholische Kirche den Kirchentag mit ihren Möglichkeiten. Und wir feiern den Kirchentag mit.“ Er erwarte, „dass die vielen, die nach Hamburg kommen, im Glauben gestärkt wieder nach Hause fahren - durch Gottesdienste, Diskussionen und geistliche Erfahrungen. Und für uns Christen in Hamburg verspreche ich mir eine Langzeitfolge: Dass unser sehr gutes Miteinander zwischen den Kirchen noch weiter vertieft wird.“ Dass es gut läuft, bestätigt seine evangelische Kollegin Kirsten Fehrs: Die unkomplizierte Unterstützung stehe „sinnbildlich für das gute Miteinander zwischen Protestanten und Katholiken in Hamburg.“

Wo erleben die Besucher den Erzbischof? Zum Beispiel predigt er in einem ökumenischen Gottesdienst am 2. Mai auf dem Fischmarkt - zum Thema „Fisch, der satt macht“; übrigens zusammen mit der methodistischen Bischöfin Rosemarie Wenner und dem orthodoxen Erzpriester Constantin Miron. Wer mag, kann das Ökumenische Forum in der neuen HafenCity kennen lernen. So viel Ökumene ist selten: 17 Kirchen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam mit einem Kirchenzentrum und einer Kommunität geistliches Leben in dem neuen Stadtteil zu initiieren. Die kabarettistische Seite der Ökumene beleuchten zwei produktive Autoren: Uwe Birnstein und Georg Schwikart bieten sich und dem Publikum einen "Schlagabtausch mit Happy End" an. Ihr Thema: „Evangelisch? Bloß nicht! - Katholisch? Never!“ Beide haben zum gleichen Thema ein Buch geschrieben. Im richtigen Leben gab es kein Happy End: Weil jemand dem Erzbischof von Köln von Schwikarts Beteiligung an dem Titel erzählte, verweigerte der dem Autor im vergangenen Jahr die anstehende Diakonenweihe. Inzwischen ist Schwikart - wie Birnstein - evangelisch.

Die Freikirchen stehen mit einer Veranstaltung für spezielle Interessen im Programmbuch: Im Diakoniewerk Rauhes Haus wird sich ein Workshop dem Thema widmen: Lesbisch/schwul - fromm - Wertewandel in den Freikirchen? Auf dem Podium sitzen der baptistische Theologe Ralf Dziewas und sein methodistischer Kollege Michael Nausner. In Hamburg wurde 1834 die erste baptistische Gemeinde auf dem Kontinent gegründet. Kurz davor, 1819, waren die ersten Versuche, in Hamburg eine methodistische Gemeinde auf deutschem Boden zu gründen, vom Hamburger Senat verboten worden.

Doch Ökumene blickt nach vorn. Auch der neue Papst Franziskus wird auf der Tagesordnung stehen: Fachleute diskutieren die ökumenischen und interreligiösen Erwartungen an das neue Oberhaupt der katholischen Kirche, darunter die islamische Theologieprofessorin Katajun Amirpur, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, der norwegische Lutheraner Olaf Fykse Tveit. Die Debatte wurde so aktuell ins Programm genommen, dass sie im gedruckten Programm noch nicht auftaucht.

Und noch sind provozierende Themen oder Aktionen, die das gute Verhältnis belasten könnten, nicht in Sicht. Der Hamburger Theologe Fulbert Steffensky, der früher katholisch war und heute zu den beachteten Theologen in beiden Konfessionen gehört, hat sich noch nicht zu Wort gemeldet. Vor drei Jahren, auf einem Ökumenefest im rheinischen Koblenz, forderte er Katholiken und Protestanten auf, gemeinsam Abendmahl bzw. Eucharistie zu feiern. Dieselbe Forderung erhebt er seit vielen Jahren auf Kirchentagen. Und er nennt als prominenten Durchbrecher des katholischen Verbots einer gemeinsamen Eucharistie den früheren Papst Johannes Paul II. "Wir sind dafür verantwortlich, dass das gemeinsame Mahl passiert", sagte Steffensky in Koblenz. "Wenn wir darauf warten, dass die Theologen eine Lösung finden, wird das dauern mit dem gemeinsamen Abendmahl". Und mit Blick auf die in dieser Frage zögerlichen Kirchenleitungen betonte Steffensky, dass es für Christen auch eine "Tugend des Ungehorsams" gebe. Der damalige Superintendent kündigte an, die Ökumene weitertragen und in Koblenz ein Zeichen setzen zu wollen. Sein Name lautete Markus Dröge, und zum Ende des Jahres 2009 wurde er Bischof in Berlin.


Wolfgang Thielmann
Wolfgang Thielmann
DIE ZEIT/Christ&Welt, stellvertretender Leiter
Das Interview
zur Übersicht

Von den kleinen Kirchen lernen

Bischof Karl-Heinz Wiesemann

Pressefoto

Karl-Heinz Wiesemann wurde 1960 im ostwestfälischen Herford geboren und wuchs in Enger auf. Nach Theologiestudium und Pfarramt wurde er 2002 Weihbischof in Paderborn. 2007 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Bischof in Speyer. 2011 wurde er Vorsitzender der Jugendkommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Zudem gehört er zur Kommission für Ökumene. Im März wählte ihn die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), der deutschen Ökumene, für drei Jahre ins Amt des Vorsitzenden (wir berichteten). Dort folgte er auf den braunschweigischen evangelischen Landesbischof Friedrich Weber.

Interview mit dem Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann



Predigtpreis: Bischof Wiesemann, Sie sind ein guter Klavierspieler. Haben Sie heute schon gespielt?


Bischof Karl-Heinz Wiesemann: Heute noch nicht. Da gab es zu viele Sitzungen. Aber ich versuche schon, täglich wenigstens ein bisschen zu spielen.


Predigtpreis: Wann haben Sie Zeit für die Familie, wenn, wie bei Ihnen, das Wochenende ausscheidet?



Wiesemann: Um Ostern war meine Mutter zu Besuch. An Weihnachten kommen meine drei Geschwister mit Partnern oder Familie. Und wir versuchen, im Sommer ein paar Tage mit der Mutter zusammen Ferien zu machen. Die Familie ist uns wichtig. Meist müssen die anderen zu mir kommen, weil ich ja an den familienüblichen Zeiten, also an den verlängerten Wochenenden, Dienst habe.


Predigtpreis: Sie sind Vorsitzender der deutschen Ökumene geworden, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Was braucht die Ökumene heute?


Wiesemann: Die ACK steht für die multilaterale Ökumene. Sie sieht Dinge aus anderen Blickwinkeln als etwa die Ökumene der beiden großen Kirchen. Wobei man hinzufügen muss: Die in Deutschland kleinen Kirchen, etwa Baptisten und Methodisten, sind im Weltmaßstab ebenfalls groß. In der multilateralen Ökumene können die christlichen Kirchen vor allem voneinander lernen. Wir Katholiken haben gerade den ersten Papst aus Lateinamerika und lernen aus seiner Sicht von Kirche neue Aspekte auch für uns selber kennen. Ähnlich liegen die Dinge zwischen den Kirchen. Die ACK weitet den Blick weg von den bloß eigenen Fragen zu den gemeinsamen. Gemeinsam brauchen wir eine Besinnung auf Orte, an denen wir den Glauben erfahren und vertiefen. Und eine Stärkung darin, was wir Christen in der Gesellschaft, in der wir leben, gemeinsam bezeugen können.


Predigtpreis: Zum Beispiel?


Wiesemann: Die ACK hat den ökumenischen Tag der Schöpfung am ersten Freitag im September etabliert – eine Initiative, die durch Papst Franziskus noch einmal einen starken Impuls bekommen hat.


Predigtpreis: Und durch das Oberhaupt der östlich-orthodoxen Kirchen, den Ökumenischen Patriarch Bartholomaios auch.



Wiesemann: Ja, richtig. Die Anregung für diesen Tag kam aus der Orthodoxie. Die Grundlage ist unser gemeinsames Bekenntnis zu Gott als dem Schöpfer von Himmel und Erde. Wir erkennen unsere gemeinsame Verantwortung, die Schöpfung zu bewahren gegen alles, was sie gefährden kann, wie die Verschwendung und Ausbeutung der Ressourcen. Es wäre schön, wenn der Tag sich noch stärker durchsetzen könnte. Er wirkt als ein christliches Zeugnis in die Gesellschaft und ist eine wertvolle Frucht der multilateralen Ökumene.


Predigtpreis: Was macht es mit einem Bischof einer Weltkirche, wenn in der Versammlung, die Sie zum ACK-Vorsitzenden gewählt hat, eine ganz kleine Kirche namens „Gemeinde Gottes“ als Gastmitglied aufgenommen wurde, ein Ableger einer der vielen Gruppen in der evangelischen Konfessionsvielfalt?




Bitte lesen Sie das vollständige Interview hier weiter


DER GASTKOMMENTAR
zur Übersicht

Wenn die Hände dem Mund widersprechen – was bedeutet Liturgische Präsenz?

Angela Rinn

© Foto: privat

Angelika Kamlage ist Soziologin, Geistliche Begleiterin und freie Fotografin. Unter anderem engagiert sie sich in der Öffentlichkeitsarbeit des katholischen Dekanats Böblingen.

von Angelika Kamlage


Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, der bedeutendste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenübersteht, das notwendigste Werk ist stets die Liebe. (Meister Eckhart)

Der Satz, der dem Mystiker Meister Eckhart zugeschrieben wird, bringt etwas Wichtiges auf den Punkt. Entscheidend ist an einer Predigt nicht, ob alles erklärt wird. Entscheidend ist auch nicht, ob jedes Detail ausgefeilt formuliert ist. Entscheidend ist vielmehr, ob der Prediger an den Ambo oder auf die Kanzel tritt im Bewusstsein, dass jeder Mensch – dieser und jener und der dort hinten, alle, die dort in der Bank sitzen, jeder Einzelne von ihnen - mit hineingenommen werden möchte in das Entdecken und Verstehen von Gottes Wort. Habe ich die Menschen im Blick, die vor mir sitzen, verändert sich meine innere Haltung zum Sprechen. Dann spielt nicht Perfektion die Hauptrolle, sondern Begegnung mit dem „Du“ im Anderen.

Hilfreich ist dabei, sich schon bei der Vorbereitung bewusst zu machen, dass ein Großteil unserer Kommunikation nicht in Worten abläuft. Körper- und Kopfhaltung, Gestik und Mimik sagen mehr über unser Befinden aus als die Worte, die wir sprechen. Unser Gegenüber registriert mehr oder weniger bewusst alles, was wir tun oder auch lassen. Das geschieht auch im Gottesdienst. Er ist eine besondere Zeit innerhalb des Wochenablaufs. Eine verdichtete Zeit, in der etwas von diesem unsichtbaren, greifbaren, lebendigen und letztlich er-leb-baren Gott für den Einzelnen spürbar werden soll.

Doch genau daran, dass das Wort spürbar wird, mangelt es in vielen Fällen. Menschen gehen enttäuscht nach Hause. Ich habe es selbst schon erlebt: Die Predigt spricht mich nicht an. Ich langweile mich und bin mit meinen Gedanken woanders. Früher habe ich mich gefragt, ob es am Prediger oder am Thema liegt.

Heute sehe ich vieles anders. Seit zweieinhalb Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema „Liturgische Präsenz“, wie es der Schauspieler und Dramaturg Thomas Kabel entwickelt hat. Er hat sich den Begriff rechtlich schützen lassen. Ich habe mehrere Seminare bei ihm besucht. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass die Heilsbotschaft des Evangeliums nicht nur mit dem Kopf begriffen, sondern auch mit dem Herzen erfasst werden möchte. Daher kommt es auf den ganzen predigenden Menschen an: darauf, wie er blickt, welche Mimik, welche Körperhaltung er einnimmt und wie und ob er sich bewegt. Alles am Menschen predigt sozusagen mit, und alles entscheidet auf diesem Wege mit, ob die Botschaft die Zuhörer erreicht. Die tiefsten, überzeugendsten Gedanken kommen nicht an, wenn sie eintönig und emotionslos vorgetragen werden. Sie sollten beim Hörer jedoch das Gefühl hervorrufen, dass das, was im Gottesdienst vorgetragen wird, mit dem wirklichen Leben zu tun hat. Authentizität steht bei den Kirchenbesuchern hoch im Kurs.

Eine lebendige Ausstrahlung, etwas frischer Wind und eine Prise der eigenen Glaubenserfahrung geben einer Predigt mehr Schwung. Hier setzt „Liturgische Präsenz“ an. Dabei bleiben Auslegung und Verkündigung unberührt. Ein Coach - wie Thomas Kabel und die, die er ausbildet - kann einen Prediger unterstützen und ihm zeigen, wie seine Botschaft auch wirklich gehört wird. Der Trainer beobachtet das Gestogramm (auch ein Wort von Kabel mit Urheberschutz) des zu Coachenden und prüft, ob es mit der gesprochenen Botschaft übereinstimmt. Es geht darum, sein Bewusstsein zu schärfen und seine Aufmerksamkeit auf die verschiedenen menschlichen Kommunikationsebenen zu lenken. So kann die Botschaft der Worte mit Stimme, Tonlage, Emotion, Gestik und Mimik unterstrichen werden. Beim Üben gilt es, immer wieder zu überprüfen, wohin der Blick wann gerichtet werden sollte, wie die Füße stehen, wie und ob sich die Hände bewegen. Es braucht Wiederholung, um alte Verhaltensweisen zu verändern. Doch mit dem Einüben des Neuen entsteht auch ein neues Bewusstsein für die Handlung selbst.

Prediger wollen Gottes Wort mit den Menschen teilen. Ihre besondere Aufgabe liegt darin, den Weg dafür zu bereiten. Dabei ist es hilfreich, sich seiner Ausdrucksbandbreite bewusst zu werden. Dann kann die Botschaft eher beim Empfänger ankommen. Es liegt am Prediger, sie immer wieder neu mit Verstand, Herz, Hand und Mund zu vermitteln.

Predigt des Monats
zur Übersicht

Predigt über Apostelgeschichte 1,6-12

von Professor Dr. Okko Herlyn (ev)

Open-Air-Gottesdienst am Himmelfahrtstag

Alles andere als ein Randthema

Liebe Gemeinde,

in der kleinen Kapelle, die ich soeben betreten habe, ist es ganz still. Für ein paar Minuten habe ich das Dorfgetümmel irgendwo im Oberitalienischen hinter mir gelassen und sitze ruhig in der zweiten Bank. Spätnachmittag. Von draußen fällt spärlich etwas Licht der abendlichen Sonne in den halbdunklen Raum. Bald haben sich meine Augen an das Innere gewöhnt. Neben allerlei Heiligenfiguren, Kreuzen und Kerzen erkenne ich über dem Altar ein merkwürdiges Bild. Es ist in einfachen, etwas groben Strichen gehalten. Bauernmalerei des 18. Jahrhunderts halt, so vermute ich. Abgebildet sind ein paar Männer, die verschreckt nach oben blicken. Dort am Himmelsrand sind zwei Füße zu sehen, deren dazugehöriger Körper bereits hinter den Wolken verschwunden ist.

Unwillkürlich muss ich innerlich ein wenig schmunzeln. Diese naive Frömmigkeit hat doch auch etwas Rührendes an sich. So stellt sich also das schlichte Gemüt Himmelfahrt vor: hochgereckte Nasen, verschreckte Gesichter, Füße, die hinter Wolken verschwinden. Gut, dass wir aufgeklärten Mitteleuropäer da weiter sind. Jedes kleine Kind weiß doch bereits, dass Himmelfahrt … Ich stocke. Dass Himmelfahrt … was ist? Weiß ich es? Weiß ich es überhaupt besser als jene oberitalienischen Bauern, über die ich mich im Geiste bereits ein wenig lustig gemacht habe?

Ich krame in meinem theologischen Gedächtnis. Unser Glaubensbekenntnis sagt ja von Himmelfahrt nicht allzu viel: „Aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes.“ Zu dumm, dass ich keine Bibel dabei habe. Die aufgeschlagene Schrift auf dem Altar dort vorne traue ich mich nicht anzurühren. Außerdem ist mein Italienisch zu schlecht. Also versuche ich, mich zu erinnern. Ich weiß, dass Jesus nach seiner Auferstehung noch einmal seinen Jüngern erschienen ist. 40 Tage lang. Deshalb feiern wir ja Himmelfahrt 40 Tage nach Ostern. Jedenfalls habe ich es so im Konfirmandenunterricht gelernt. Und auch dies, dass Jesus die Jünger dann noch einmal auf einem Berg zusammengerufen hat. Dass er sie gesegnet und beauftragt hat, das Evangelium in aller Welt zu verbreiten. Dass er dann vor ihren Augen in den Himmel entrückt wurde.

Hier lesen Sie die vollständige Predigt

Jetzt Predigt einreichen und mitmachen
Die Auszeichnung des PREDIGTPREISES
„Sehnsucht nach Befreiung“
SURFTIPP
zur Übersicht

PREDIGTPREIS-Surftipps:


http://blogmatthiasjung.wordpress.com





http://blog.evkirchepfalz.de/








http://www.vaticarsten.de/

von Stephan Bolzenius

http://blogmatthiasjung.wordpress.com/
Seit November 2011 schreibt der evangelische Pfarrer Matthias Jung einen Blog zu theologischen und ganz weltlichen Dingen, über Begebenheiten und Bücher. Dabei finden sich unter anderem Texte zum Thema „Was ist uns heilig? Zwischen Beschneidung und Pussy Riot, ein eher launisches Essay…“, aber eben auch einfach seine Gedanken zu den „Fotos vom Mars“, die der Rover 'Curiosity' zur Erde sandte.

http://blogmatthiasjung.wordpress.com







http://blog.evkirchepfalz.de/
Hier wird wöchentlich ein aktuelles Thema aus Kirche und Welt von Pfarrerin Mechthild Werner oder Pfarrer Alexander Ebel kurz kommentiert und zur Diskussion gestellt. Das Spektrum reicht von Beschneidung, Blasphemie, Burnout über Songcontest, Strukturstreit, Supergemeinden bis zu Kirche 2.0 und Ökumene.
http://blog.evkirchepfalz.de/

Einen ähnlichen Blog bietet Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, an. In diesem Online-Tagebuch teilen der rheinische Präses und Mitglieder der Kirchenleitung ihre Einschätzungen mit und berichten persönlich über Ereignisse aus der rheinischen Landeskirche. Wie bei Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken bietet auch der Blog die Möglichkeit zum Dialog.
http://praesesblog.ekir.de/





http://www.vaticarsten.de/
Auf dem persönlichen Blog des saarländischen Pfarrers Carsten Leinhäuser wird man dazu eingeladen in Berichten von seiner Lebensreise mit Bibel, Stola und Kaffee zu lesen.

http://www.vaticarsten.de/

KUNST UND PREDIGT
zur Übersicht

„Koffer der religiösen Erinnerung“


Koffer der Erinnerungen

© Socher-Schulz

Ein Interview mit G. Socher-Schulz von Beate Rasch, www.explizit.net (21. Februar 2013) lesen Sie hier

 

Ein Projekt im Rahmen von Kultur im Koffer mit Kooperationspartnern der „Wiesbadener Akademie für Ältere“

von Gabriele Socher-Schulz und Beate Rasch

Im Koffer der religiösen Erinnerung lädt eine Sammlung von fast vierzig unterschiedlichen Gegenständen gelebter Religiosität dazu ein, miteinander über Glaubenstraditionen ins Gespräch zu kommen.

Da gibt es ein Kommunionskränzchen aus dem 40er Jahren zu entdecken neben einem Palmbuschen, unterschiedliche Rosenkränze neben einem Taufkleidchen auf dem eingestickte Namen von einer langen Familientradition zeugen.

Der Koffer eignet sich für den Einsatz in Seniorengruppen oder für den Besuchsdienst bei älteren Menschen. Die Sammelstücke regen einen lebhaften Austausch über erlebte religiöse Traditionen an und lassen in der Erinnerung das eigene Leben kostbar werden.

Mit einem Gesprächsleitfaden ausgestattet kann der Koffer der religiösen Erinnerung kostenlos bei der KEB ausgeliehen werden. Es wird eine Kaution von 25.- € erhoben. Bei Interesse begleitet Gabriele Socher-Schulz mit dem Koffer der religiösen Erinnerung einen Glaubensgesprächskreis oder einen Seniorennachmittag.

Weitere Informationen:
Katholische Erwachsenenbildung, Bildungswerke Wiesbaden, Rheingau und Untertaunus, Friedrichstraße 26 – 28, 65185 Wiesbaden,
Telefon: 0611 174 -119, Telefax: 0611 174 – 120, per Mail: keb.wiesbaden@bistum-limburg.de

VERANSTALTUNG
zur Übersicht

Sichtbares Wort und hörbares Sakrament

Predigtpreis Jury 2013

Das Team der Evangelischen Akademie im Rheinland

zur Anmeldung

 

Über das Verhältnis von Kommunion und Kommunikation im Gottesdienst

8. Ökumenische Begleittagung zur PREDIGTPREIS-Ausschreibung 2013 am Mittwoch, 15. Mai 2013

Verbum visibile, sacramentum audibile (Augustinus, 354 - 430 n. Chr.)

Sind Wort und Sakrament gleichwertige Elemente der Verkündigung? Für das Miteinander der Kirchen hängt viel davon ab, wie diese Frage beantwortet wird.

Die ökumenische Bewegung ist von wechselseitigen Lernprozessen geprägt. Dazu gehörten einst einer neue Wertschätzung des Abendmahls im evangelischen Gottesdienst und die Neubewertung der Predigt in der katholischen Messe. Das Sakrament der Taufe wird inzwischen konfessionsübergreifend weithin wechselseitig anerkannt.

Doch wie steht es grundsätzlich um das Verhältnis von Wort und Sakrament im Gottesdienst? Gilt der Konformitätsgrundsatz Augustins vom Sakrament als sichtbarem Wort und vom Wort als hörbarem Sakrament heute noch? Welche Konsequenzen hätte eine Antwort auf diese Frage u.a. für die Suche nach mehr ökumenischer Gemeinschaft? Warum wird in der Praxis ein „Wortgottesdienst“ nach wie vor als nachrangig behandelt? Besteht die Gefahr, dass Abendmahl bzw. Kommunion zum Signal für den Rückzug aus der Weltverantwortung werden?

Die verstärkte Betonung des sakramentalen Geschehens im katholischen Gottesdienst wird von manchen als Belastung des ökumenischen Miteinanders empfunden. Auch haben evangelische Äußerungen etwa zur Veränderbarkeit der Einsetzungsworte beim Abendmahl vor einigen Jahren für Irritationen auf katholischer Seite gesorgt. Der Klärung des Verhältnisses von Wort und Sakrament kommt darum eine zentrale Bedeutung zu.

Die Referenten der Tagung sind eingeladen, die Hintergründe für die Verschiebungen der Gewichte zwischen „Wort und Sakrament“ zu erhellen und Perspektiven für künftige Entwicklungen aufzuzeigen. Die Akademie möchte mit diesem Tagungsangebot zur Verständigung über tatsächliche und vermeintliche Differenzen anregen. Darüber hinaus soll im Workshopteil Gelegenheit zur Vertiefung, pädagogischer und liturgischer Aspekte sein.

Die Tagung ist besonders geeignet für Prädikantinnen und Prädikanten, Pfarrerinnen und Pfarrer, Priester und predigende Ordensleute, haupt- und ehrenamtlich predigende Frauen und Männer aus Freikirchen sowie für alle, die Interesse an der Förderung der Predigtkultur im deutschen Sprachraum haben. )

Buchtipp
zur Übersicht

Predigt hören im konfessionellen Vergleich

Predigt hören im konfessionellen Vergleich

© LIT Verlag

Reihe: Heidelberger Studien zur Predigtforschung,
Band 2, 2013,
broschiert, 256 Seiten
ISBN: 978-3-643-11976-6 €34.90

 

von Dr. Sieghard Gall und Professor Dr. Helmut Schwier

Eine Reihe empirischer Untersuchungen zur Predigtrezeption wurde in den Jahren 1995 - 2009 mittels des REACTOSCOPE -Verfahrens durchgeführt. Dabei wurden ablaufsimultane und globale Rückmeldungen zunächst getrennt im katholischen und im evangelischen Bereich erfasst, später gemeinsam zu evangelischen und katholischen Predigten bei evangelischen wie katholischen Hörern. Die Predigthörer, ihre Erwartungen und Wahrnehmungen sind hier Quelle der Forschung. Die zuletzt überkonfessionell durchgeführten Untersuchungen zeigen die hohe Relevanz von Predigt bei Hörern beider christlicher Konfessionen.

Dr. Sieghard Gall leitet die REACTOS -Medienforschung München.

Prof. Dr. Helmut Schwier leitet die Abteilung für Predigtforschung an der Universität Heidelberg.

Folgen Sie uns bei Twitter   Predigtpreis ist jetzt auf Facebook
Newsletter abmelden Impressum Kontakt Datenschutzerklärung
www.predigtpreis.de