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Predigtpreisnewsletter September 2013
Editorial

Lieber Leser, liebe Leserin,

ein ungeborenes, behindertes Kind als Botschafter aus dem Himmel, ein freundlicher Kollaborateur, ein Mann ohne Zuhause im Restaurant - sie sind die Hauptakteure in den besten Predigten des Jahres 2013. Erleben Sie mit, wie die Prediger mit ihren Predigten vorgestellt und gewürdigt werden - und wie sie selber über ihre Versuche berichten, auf die Stimme Gottes zu hören und ihr einen neuen Ausdruck zu verleihen. Am 20. November, dem diesjährigen Buß- und Bettag, wird um elf Uhr in der Bonner Schlosskirche zum 14. Mal der Predigtpreis verliehen. Der Verlag, das Team und die Jury freuen sich auf eine schöne Feier und darauf, viele von Ihnen begrüßen zu können. Im Mittelpunkt stehen die drei Preisträger mit ihren Predigten und Fulbert Steffensky mit seinem Lebenswerk, das eine Predigt der Zuversicht und des Glaubensmutes für sich darstellt. Die Jury wird die Preisträger würdigen, und diese werden Auskunft geben über ihre Absichten und ihre Erfahrung mit den Predigten. Die musikalische Gestaltung der Feier, die dem Fest immer einen besonderen Glanz verleiht, liegt wieder in der Hand des Schlosskirchenkantors Miguel Prestia.

Das Team um Projektleiterin Sibylle Stehncken hat eine Festschrift erstellt. Sie konzentriert den Ertrag eines Jahres Predigtpreisarbeit auf allen Seiten, bei Einsendern ebenso wie bei der Jury und dem Team, das die laufende Arbeit macht und mit der Internetseite einschließlich der Predigtdatenbank einen Fundus an Ideen, Anregungen und Wissen lebendig hält. In der Festschrift finden sich die preisgekrönten Predigten wieder, dann eine Reihe von Predigten, die es sich ebenfalls unbedingt lohnt zu lesen. In allen Jahren hat vor allem die Feier ein großes Publikum angezogen. Daher lohnt sich eine frühe Anmeldung, so dass Sie einen sicheren Platz in der Schlosskirche bekommen. Wie im vergangenen Jahr laden wir zudem am Vorabend, Dienstag, 19. November, um 19 Uhr zu einer Vesper ebenfalls in der Schlosskirche ein. Auch hier ist Fulbert Steffensky beteiligt: Er wird predigen. Wir freuen uns, wenn wir Sie auch dort begrüßen können. Die hier anklickbare Anmeldung erinnert Sie an beide Termine.

Wie gesagt: Wir freuen uns auf Sie.

Ihr

Wolfgang Thielmann

Aktuelle Themen:

Vereint schlagen, getrennt marschieren
Bischof Martin Hein: „Prediger brauchen keinen Beamer“
Gastbeitrag: „Der Herr like euch und flausche euch“
Predigt des Monats: Predigt über Markus 2,1-11
Surftipps: Die Evangelische Kirche der Pfalz, Cartoon der Woche, Lieblingslieder der Promis
Veranstaltung: Christlicher Medienkongress vom 16. - 18. Januar 2014
Kunst und Predigt: „Tugenden und Laster“
Buchtipp: Nachlese

Predigende Bilder

Predigt über 1. Timotheus 4, 4-5


© Alexander Ebel


Predigt über 1. Timotheus 4, 4-5

[…] Da kommt im Spielerischen ein Wesenszug des Menschen zum Vorschein. Ob es Herbstbasteleien mit Kastanien, Eicheln und Bucheckern sind; ob bei einem Telefongespräch kunstvolle Muster auf einem Stück Papier entstehen; ob jemand eine CD mit Lieblingsliedern für sich selbst oder für seine Liebste zusammenstellt

[…] Kurz gesagt: Der, dem etwas einfällt und daraus etwas macht, der ist ein lebender Gottesbeweis.

Die vollständige Predigt von Pfarrer Alexander Ebel lesen Sie hier

Sprechende, „predigende“ Bilder – teilen Sie Ihr eindruckvollstes Foto mit uns. Schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Predigtfoto“. Fügen Sie Ihr Foto(s) bei mit einem kurzen Begleittext und Ihrer Adresse an predigtfoto@nl.predigtpreis.de.

Ökumene
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Vereint schlagen, getrennt marschieren

Wie ökumenisch ist Papst Frankziskus

Wie ökumenisch ist Papst Franziskus?

Was denkt der Papst über die evangelisch-katholische Ökumene? Noch sorgt er Woche für Woche für Überraschungen im Blick auf seine eigene Kirche: Frauen müssen an der Leitung beteilig werden, findet er. Er mag keinen Klerikalismus. Bischöfe in großen Limousinen, das gehe gar nicht. Und auf Erste-Klasse-Flügen könne man Jesus nicht begegnen. Schließlich soll der Rat aus acht Kardinälen, von denen er Reformvorschläge erwartet, zügig an die Arbeit gehen.

Im Blick auf andere Kirchen läuft es langsamer. Noch steht zum Beispiel eine Antwort aus auf die Einladung zum Jahr 2017, wenn die Reformation 500 Jahre alt wird. Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, hatte sie überbracht, als er im Frühjahr als zweiter Kirchenführer aus Deutschland empfangen wurde, noch vor den katholischen Bischöfen.

Vor kurzem plädierte Papst Franziskus in seinem berühmt gewordenen Interview für die Zeitschriften des Jesuitenordens dafür, "das, was der Geist in den anderen gesät hat, nicht nur besser zu kennen, sondern vor allem auch besser anzuerkennen als ein Geschenk auch an uns". Dann fügte er hinzu: "Wir müssen vereint in den Unterschieden vorangehen. Es gibt keinen anderen Weg, um eins zu werden. Das ist der Weg Jesu." Die Aussagen des Papstes stießen auf freundliche Reaktionen bei evangelischen Repräsentanten. Seine Worte kommen evangelischen Vorstellungen von der Einheit der Christen entgegen, sagte etwa der scheidende Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, der Braunschweiger Bischof Friedrich Weber. Sie ähneln dem "Leuenberger Modell", meinte Friedrich. Auf dem Leuenberg bei Basel hatten vor 40 Jahren protestantische Kirchen in ganz Europa Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft vereinbart. Sie achten die Verschiedenheit der Kirchen untereinander, sehen sich aber in Kirchengemeinschaft, weil sie im Verständnis des Evangeliums übereinstimmen. Mehr ist nach ihrer Auffassung nicht nötig, um Einheit zu erreichen. Die katholische Kirche sieht dagegen die volle, sichtbare Einheit als Ziel der Ökumene.

Allerdings meinte der Berliner Bischof Markus Dröge, die Aussagen des Papstes seien auf die orthodoxen Kirchen gemünzt. Doch wenn Franziskus "die Betonung des gemeinsamen christlichen Geistes und der Synodalität ernst meint, könnte dies auch eine Bedeutung für die katholisch-evangelische Ökumene gewinnen und eine Tür für das Reformationsfest 2017 öffnen", hofft Dröge.

Konkretere Erfahrungen haben die evangelikalen Gruppen mit dem Papst gemacht. Sie haben registriert, dass Franziskus schon in Argentinien freundlich mit den evangelikalen Gemeinden und Gruppen umging, obwohl sie, anders als die katholische Kirche, oft wachsen und das Verhältnis zwischen den Konfessionen verschieben. Manche katholischen Kirchenführer sehen in den Evangelikalen eine Konkurrenz. Mitunter äußern sie sich kritisch bis abfällig über die konservativen Protestanten. Nicht so der Erzbischof Bergoglio: er hat freundschaftliche Beziehungen gepflegt. Noch ist aber nicht sichtbar, wie weit der Papst die Ökumene zur Chefsache macht. Denn für die Fragen der Einheit der Christen gibt es einen eigenen Päpstlichen Rat. Der wird von dem aus der Schweiz stammenden Erzbischof Kurt Koch geleitet. Koch, ein Kenner der evangelischen Kirchen, zeigt Distanz zu den Protestanten. Er hat öfter die Auffassung vertreten, die Protestanten hätten die ursprüngliche Einheit verlassen. Daher bezeichnet er das Jubiläum 2017 konsequent als "Reformationsgedenken" wie einen Anlass zur Trauer. An einer Kirchenspaltung, sagt er, gebe es nichts zu feiern. Darin folgen ihm die deutschen katholischen Bischöfe bisher. Und Koch ist der Auffassung, dass die katholische und die evangelische Kirche wegen Unterschieden in ethischen Fragen eher auseinandergehen als zusammenkommen.

Die evangelischen Kirchen in Europa haben gerade auf einer Konferenz in Zürich klar gemacht, dass sie 2017 Grund zum Feiern sehen. „Wir feiern nicht uns selber, sondern die Freilegung des Evangeliums“, sagte Gottfried Locher, der Präsident des gastgebenden Schweizerischen Kirchenbundes.

Wolfgang Thielmann
Das Interview
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„Prediger brauchen keinen Beamer“

Bischof Martin Hein - Prediger brauchen keine Beamer

Foto: medio.tv/simmen

Martin Hein (59) war nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Theologie Gemeindepfarrer in Grebenstein und Studienleiter am Predigerseminar seiner Landeskirche in Hofgeismar. 2000 wurde er zum Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit Sitz in Kassel gewählt. Im gleichen Jahr habilitierte er sich an der Universität Kassel, die ihn 2005 zum Honorarprofessor ernannte.

Interview mit dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein



Predigtpreis: Herr Bischof Hein, Sie haben in einem Interview vor kurzem gesagt: Am allerbesten sind wir in den Medien präsent, wenn wir gute Gottesdienste feiern und glaubhaft von Jesus Christus reden. Wie macht man das? Wie sieht ein guter Gottesdienst aus?


Bischof Martin Hein: Ein guter Gottesdienst benötigt vor allem eine intensive Vorbereitung. Er hat eine durchdachte und stimmige Dramaturgie. Damit muss man sich eingehend beschäftigen. Nach evangelischem Verständnis steht eine Predigt im Mittelpunkt des Gottesdienstes, eine aktuelle Auslegung der biblischen Botschaft. Das braucht Zeit. Wer von der Gestaltung eines Gottesdienstes nichts erwartet und sie eher nebenher erledigt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er keine Resonanz findet.


Predigtpreis: Wie viel Zeit braucht die Predigtvorbereitung? Viele Pfarrer stöhnen über Zeitfresser wie Verwaltung und Routineaufgaben.



Hein: Die kenne ich als Bischof auch. Für die Predigt nehme ich mir bewusst Zeit. Ich habe mir gesagt: wenn es mir nicht mehr gelingt, meine eigenen Predigten vorzubereiten


Predigtpreis: ... Sie hätten dafür vermutlich einen Referenten.


Hein: Wenn ich meine Predigten von anderen schreiben lassen müsste, dann liefe etwas in meiner Amtsführung falsch. Ich setze mich also zu Beginn der Woche mit dem Predigttext des kommenden Sonntags auseinander und trage ihn gewissermaßen mit mir herum. Martin Luther spricht in einem treffenden Bild vom „Wiederkäuen“ eines biblischen Textes. Das hat er aus der Mystik. So frage ich mich während der Woche: Woran kann ich das Wort der Bibel festmachen, mit welchen Erfahrungen kann ich es verknüpfen? Dann reicht für die eigentliche Predigtvorbereitung meist ein halber Tag. Bei mir ist es meist der Samstagvormittag. Das schafft auch ein Pfarrer.


Predigtpreis: Im Internet geben manche Pfarrer ihren Kollegen die Predigt vorher zu lesen. Kann das die Qualität heben?


Hein: Predigt soll die lebendige Vergegenwärtigung des Wortes Gottes sein. Sie lebt auch aus der Situation heraus. Da muss man auch vom Manuskript abweichen können.

Predigtpreis: Noch einmal zu Ihrem Satz aus dem Interview: Wie redet man glaubhaft von Jesus Christus? Kann eine Kirche das fördern?



Hein: Die EKD versucht das durch ein Zentrum für evangelische Predigtkultur in Wittenberg zu unterstützen. Zudem wünschte ich mir, dass die Fortbildung in Homiletik, also in der Predigtlehre, verstärkt wird.


Predigtpreis: Reicht es im Zeitalter von Fernsehshows und Castingwettbewerben eigentlich noch, sich hinzustellen und Menschen nur mit dem gesprochenen Wort erreichen zu wollen?

 

Hein: Ich traue dem unmittelbar gesprochenen Wort eine ganze Menge zu. Man braucht keinen Beamer, keine ausgefallenen Formen. Die Predigt ist unser eigenes Medium. Wo es gelingt, anspruchsvoll und ansprechend zugleich zu reden, da wird das, was wir sagen, auch von anderen wahrgenommen, da kann es Glauben wecken.


Predigtpreis: Ein Plädoyer fürs Einfache?


Hein: Ja. Die große Kunst besteht darin, den Anspruch und den Zuspruch Gottes in einer Weise zu vermitteln, die nicht platt ist, aber verständlich bleibt und die Herzen trifft.



Predigtpreis: Ihr katholischer Kollege Heinz-Josef Algermissen aus Fulda hat sich für mehr gemeinsame Predigtausbildung beider Kirchen ausgesprochen.


Hein: Das ist ein hochinteressanter Gedanke. Vom Prinzip her könnten wir gerade die Fortbildung bei der Predigt gemeinsam organisieren. Wir legen den gleichen Bibeltext aus. In der Bibelauslegung, der Exegese, unterschieden sich evangelische und katholische Wissenschaftler kaum noch.



Predigtpreis: Bischof Algermissen meinte, Katholiken könnten viel von evangelischer Predigtkunst lernen. Was könnten Protestanten von Katholiken lernen?



Bitte lesen Sie das vollständige Interview hier weiter

DER GASTBEITRAG
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„Der Herr like euch und flausche euch“

Alexander Ebel-Wie geht Verkündigung in den Sozialen Medien?

Foto: privat

Alexander Ebel ist evangelischer Pfarrer zwischen Saarland, Pfalz und Baden, Blogger, Twitterer und Theologischer Referent im Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer.

von Alexander Ebel

(Wie) geht Verkündigung in den Sozialen Medien?


Man kann sich viele Gründe herbeiziehen, die sozialen Medien zu meiden. Daten sind nicht sicher. Ständig wird Privatsphäre verletzt. Cyber-Kriminelle wollen an Bankverbindungen oder einfach aus Spaß Festplatten zerstören. Rund-um-die-Uhr-Mobbing ist auf einfache Weise möglich und zum trendigen Zeitvertreib geworden. Mit der Medien- und Onlineabhängigkeit ist ein neues Suchtverhalten entstanden. Zuviel Digital macht auf Dauer einsam, unglücklich, ja, dement. Die Betreiber der Netzwerke agieren nicht uneigennützig, sondern aus knallhartem wirtschaftlichem Interesse heraus. Nutzer sind nicht Freunde, nicht mal Kunden, sondern Produkte.

Es ist klar, dass das nur die eine, sehr extreme Seite der Medaille ist. Auf der anderen Seite gibt es einen einzigen hinreichenden Grund, die sozialen Medien zu beachten: die Menschen. Hinter den Text- und Bildnachrichten, die hier ausgetauscht werden, stehen reale Personen mit denselben Interessenlagen, Überzeugungen, Wünschen, Hoffnungen, Krisen und Glaubenshaltungen wie im "echten Leben". Der Austausch über Glaubensthemen, die Meinungsbildung zu Kirche und Religion, auch die Suche nach Rat und Unterstützung finden mittlerweile auch und gerade online statt.

Es lässt sich aber fragen, ob sich die Sozialen Medien eignen, um das Evangelium "zu transportieren". Ist in ihnen so etwas wie "Verkündigung" überhaupt möglich - eine Weise der Kommunikation, die traditionell nur in eine Richtung verläuft, von Wenigen zu Vielen, während für Facebook & Co. der ungeordnete, kaum kontrollierbare Austausch von Vielen zu Vielen paradigmatisch ist?

Ich gehe von der These aus, dass in den großen Sozialen Netzwerken im Internet digitale Abbilder der analogen Gesellschaft entstehen. Sie sind von dieser nicht unabhängig, sondern mit ihr eng verschränkt und verwoben - weil es dieselben Menschen sind, welche diese beiden Ebenen ihrer Welt gestalten. Sie sind zugleich keine exakte Kopie, sondern weisen spezifische Strukturen, Formen und Situationen auf - weil sie Möglichkeiten der Gestaltung - und auch des Weglassens! - eröffnen, die auf der analogen Weltebene nicht zur Verfügung stehen.

Je mehr nun die digitale und die analoge Ebene sich ineinander verschränken, je selbstverständlicher sich Menschen mit alltagsbegleitenden sozialen Medien verbinden, umso mehr wird deutlich werden, dass es sich um ein und dieselbe Welt handelt. Und umso mehr wird deutlich werden, dass es keine neue, eigene Weise der "Verkündigung für die sozialen Medien" braucht - sondern immer wieder eine neue Weise zeitgenössischer Verkündigung überhaupt.

Zum Zweck der Verkündigung hat sich der christliche Glaube schon immer die zur jeweiligen Zeit und in der jeweiligen Kultur zur Verfügung stehenden Medien in Dienst genommen. Wo Christen ein Medium nutzen, da wird das Medium christlich. Das war bei Paulusbriefen und Evangelienkodizes so; das war mit der Verbreitung von Schriftgut nach der Erfindung des Buchdrucks so; das zeigte und zeigt sich mit Andachten in Zeitungen, mit der Entstehung der Telefonseelsorge, mit Gottesdienstübertragungen in Rundfunk und Fernsehen, gar eigenen christlichen TV-Sendern. Und nehmen wir den Begriff des Mediums einmal soziologisch: Das soziale Medium "Geld" war und ist für die kirchliche Arbeit von großer Bedeutung. Zugleich wird daran die Zwiespältigkeit aller Mediennutzung deutlich.

"Social Media" ist ein Sammelbegriff. Er bezeichnet ein hybrides Etwas, das Eigenschaften und Fähigkeiten aller vorangenannten Medien in sich vereinigt. Das macht das Feld komplexer und die Aufgabe schwieriger. Je schneller sich in der Vergangenheit ein Medienwandel vollzogen hat, je komplexer die entstehenden Medien wurden, und je breiter zugänglich die Produktionsmittel dafür waren, desto schwerer ist es Theologie und Kirche gefallen, sich darauf einzustellen und neue Homiletiken darauf anzuwenden. Grundsätzlich gilt aber: Warum sollten sich ausgerechnet die Sozialen Medien, welche die Schwelle zu Rückfragen und Antworten so niedrig legen wie kein anderes, nicht zur Kommunikation des Evangeliums eignen? Dass die christliche Botschaft in Konkurrenz tritt zu einer unterhaltenden, kritischen, säkularen, konsumorientierten Umgebung, ist jedenfalls nichts Neues.

Wenn die These stimmt, dass sich online abbildet, was Menschen offline bewegt, und wenn dies auch für das soziale System Religion gilt, dann sind im Netz auch letztlich dieselben drei Ausdrucksformen von Religion zu beachten - und auszufüllen, wo sie noch unzureichend ausgefüllt sind:

Erstens müssen Sprach-, Bild-, Ton-Ereignisse entstehen, die transparent für Gottes Wirklichkeit sind. Es ist dies die Ausdrucksform des Mythos, der vom eigentlichen Grund von Welt und Leben erzählt. Eine zeitgemäße Umsetzung wird dabei - bewusst oder unbewusst - auch im Netz die Erkenntnisse der so genannten "ästhetischen Wende" in der Homiletik aufgreifen.

Zweitens muss christliche Gebets- und Gottesdienstgemeinschaft online erfahrbar sein. Es ist dies die Ausdrucksform des Ritus, der Alltägliches, Gewöhnliches unterbricht, um Gottes Wirklichkeit darzustellen. Mit Twittergottesdiensten und Online-Andachten sind hier bereits anregende Erfahrungen gemacht worden. Ob die Sakramente eine Grenze der digitalen Parallele darstellen, ist noch nicht ausdiskutiert.

Drittens schließlich ist auch in den sozialen Netzwerken bewusstes christliches Verhalten gefragt: auch virtuell wort- und tatkräftige Nächstenliebe zu üben. Es ist dies die Ausdrucksform des Ethos, das sich in der Beziehung zu Gottes Wirklichkeit gründet. Kirchliche Social-Media-Guidelines müssten sich deshalb eigentlich spezifisch unterscheiden von den Guidelines beliebiger Wirtschaftsunternehmen.

Alle drei Ausdrucksformen werden geprägt sein vom neuen Paradigma "2.0": keine One-Man- oder One-Woman-Shows, sondern ein offenes, partizipatives Miteinander aller, die on- wie offline ihren Glauben leben und zeigen wollen.

Predigt des Monats
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Predigt über Markus 2,1-11

von Altpräses Dr. Christoph Morgner, Jurymitglied des Predigtpreises, anlässlich seines 70. Geburtstags

Was trägt – Segen für Leib und Seele

So etwas sieht man gern: Die Krankheit weicht. Die Kräfte kehren wieder. Schön für den gelähmten Mann! Für ihn hat sich der Ausflug zu Jesus gelohnt.

Wenn das nur immer so gehen würde! Mancher hier im Gottesdienst oder zu Hause hat andere Erfahrungen gemacht. Viele haben sogar gebetet. Aber die Beschwerden sind geblieben. Und die Ungewissheit auch: Wie wird es mit mir weitergehen?

Hier auf Norderney geht es dann zu wie in unserer Geschichte aus der Bibel: Da begegnen sich Leid und Liebe. Wer weiß, wie lange der gelähmte Mann bereits krank gelegen hat! Wie viel mag er ausgegeben haben für Ärzte und Medikamente! Wie viel Hoffnungen hat er damit verbunden! Und alles hat nichts genützt.

Doch zum Glück hat unser Mann vier Freunde. Das finde ich beachtlich. Denn wenn jemand lange krankliegt, ist es eher normal, dass sich Besucher zurückziehen. Was soll man auch sagen, wo doch alles so aussichtslos ist?! Da interessieren weder die letzten Ergebnisse vom Fußball noch Klatsch und Tratsch aus dem Dorfkrug. Wo Leid umgeht, bleibt einem das Wort im Halse stecken.

Doch unsere vier Freunde bleiben am Ball. Sie geben nicht auf. Jesus ist in der Nähe. Wenn einer jetzt noch helfen kann, dann er. Nichts wie hin! So packen sie ihren kranken Freund auf eine Matte und ab geht’s! Beim Kranken kommt sicherlich Freude auf: „Man hat mich nicht vergessen“. Sein Leid weckt die Liebe seiner Freunde. Eine Liebe - höchst energisch und praktisch. […]

Hier lesen Sie die vollständige Predigt

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Die Auszeichnung des PREDIGTPREISES
„Sehnsucht nach Befreiung“
SURFTIPP
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PREDIGTPREIS-Surftipps:


Evangelische Kirche der Pfalz



Cartoon der Woche



Lieblingslieder der Promis

von Stephan Bolzenius

Die Evangelische Kirche der Pfalz
In diesem Blog schreibt Pfarrerin Mechthild Werner aus der Evangelischen Kirche der Pfalz. Laut eigener Aussage befasst sie sich hier mit Themen, die Menschen und Christenmenschen aktuell bewegen. Unter anderem stellt sie jeweils die „Freitagsfrage“: Sie greift meistens ein aktuelles Thema auf und ermuntert Sie „frech und fröhlich“ darüber zu reden.

http://www.evpfalz.de/wordpress/






Cartoon der Woche
Diese Webseite bietet ausgewählte Cartoons oder den "Cartoon der Woche" zum Gebrauch auf Ihrer Website an - einfach, kostenfrei und automatisch aktualisiert. Zudem gibt es das Angebot komplett mit Icon zur Weiterempfehlung bei Facebook.

http://www.erf.de/online/cartoons/fuer-ihre-website









Lieblingslieder der Promis
Woche für Woche nennt ein Promi sein Lieblingslied in den deutschen Bistumszeitungen sowie auf den Homepages der deutschen Diözesen, des Deutschen Liturgischen Instituts und bei katholisch.de. Die Bischöflichen Pressestellen der deutschen Diözesen haben anlässlich der bevorstehenden Einführung des neuen Gebet- und Gesangbuchs Prominente aus Politik, Kultur, Medien, Wirtschaft und Kirche nach ihrem Lieblingslied im neuen Gebet- und Gesangbuch befragt. Die Statements dürfen auch in Pfarrbriefen veröffentlicht werden.

http://www.bistum-erfurt.de

Veranstaltung
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Christlicher Medienkongress vom 16. - 18. Januar 2014

Gloria - Kirchen Messe

 

 

Wie kann man die christliche Botschaft in einer digitalen Medienwelt überzeugend und verständlich verbreiten? Vor allem darum wird es beim dritten Christlichen Medienkongress gehen, der vom 16. bis 18. Januar 2014 im Christlichen Gästezentrum Württemberg – dem Schönblick – in Schwäbisch Gmünd stattfindet und zu dem man sich schon jetzt bis zum 16. Oktober 2013 zum vergünstigten Frühbucherpreis anmelden kann.

Das Treffen wird von Bibel TV und weiteren kirchlichen und evangelikalen Organisationen veranstaltet. Zu den Hauptreferenten gehört der Journalist Wolf Schneider, die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017 Margot Käßmann und der ARD-Hauptstadtkorrespondent Markus Spieker.

Weitere Informationen:
www.schoenblick-info.de/veranstaltungen/medienkongress

KUNST UND PREDIGT
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„Tugenden und Laster“

Sabine Böhm -  Weltenliebe

© Sabine Böhm Weltenliebe

Sabine Böhm - Liebe zum Himmlischen

© Sabine Böhm Liebe zum Himmlischen

Bildpaar aus dem Buch „Tugenden und Laster - Wegweisung im Dialog mit Hildegard von Bingen“ von Klosterkunst.de

Format 22 x 28 cm,
152 Seiten Gebunden

€ 24,90 inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten.

 

Dr. Barbara Stühlmeyer (Text) und Sabine Böhm (Bilder)

Wegweisung im Dialog mit Hildegard von Bingen

Die Liebe zur Welt spricht:
Solang ich noch in dieser Welt Schönheit genießen kann, will ich sie mit Wonne umfangen.

Die Liebe zum Himmlischen antwortet:
Du bist wohl ganz verrückt, wenn du glaubst, in einem Funken Asche schon das volle Leben besitzen zu können.

Die Entscheidung

Sich zu entscheiden ist für uns heute zweierlei: notwendig und überflüssig. Zum einen sind wir überzeugt davon, dass wir es sind, die die nötigen Weichenstellungen für unser Leben vornehmen sollten. Zum anderen wollen wir uns auf jeden Fall alle Optionen offen halten. Festlegungen erscheinen unerwünscht, Bindungen einengend. Lebensabschnittspartnerschaften ersetzen die Ehe, Freundschaften haben im Facebookzeitalter oft eine genauso geringe Halbwertszeit wie die Mode vom Vorjahr und die langjährige Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft ist ein Modell, dem nur noch wenige folgen mögen. Hildegard geht in ihrem Buch der Lebenskräfte davon aus, dass am Anfang unseres bewussten Lebensweges eine Grundentscheidung steht. Orientierung ist gefragt und der Mut, einen klaren Kurs einzuschlagen. Wir stehen am Scheideweg und haben genau drei Möglichkeiten: den linken Weg, den rechten Weg oder den Stillstand, die Erstarrung, die aus der Verweigerung der Entscheidung folgt.

Lesen Sie den vollständigen Text bitte hier weiter

Buchtipp
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Nachlese

Gottes Wort auf der Spur

Nachlese

Unveröffentlichte Texte, Zeichnungen und Aquarelle
zum Nachdenken und Schmunzeln Herausgegeben von Paul Ladurner
ca. 112 Seiten, 17 farb. Abb. und 12 sw. Zeichnungen 15 x 22,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2013
ISBN 978-3-7022-3319-8 (gedrucktes Buch) ISBN 978-3-7022-3320-4 (E-Book) 19,95 €
(E-Book 16,99) Erscheint im Oktober 2013

 

Unbekannte Kostbarkeiten des Innsbrucker Altbischofs Reinhold Stecher

Er war ein begnadeter Geschichtenerzähler und begabter Aquarellist. Humorvoll, nachdenklich und von philosophischen Gedanken geleitet. Im Januar dieses Jahres verstarb der hochgeschätzte Bischof. Die Sichtung seines Nachlasses brachte zahlreiche unveröffentlichte Kostbarkeiten zu Tage, die sein bester Freund und Gefährte gemeinsam mit dem Tyrolia Verlagshaus nun veröffentlicht hat.

Lesen Sie bitte hier auf der Verlagsseite weiter

Dr. Reinhold Stecher erhielt 2010 den PREDIGTPREIS für sein Lebenswerk.

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