Ausgabe 09/10 2014

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Preiswürdig: Eine Predigt von Abstiegsangst und Niedergang


Liebe Leserin, lieber Leser,

die Jury hat entschieden: Andreas Brummer aus Hannover erhält in diesem Jahr den Preis für die beste Predigt. Seine Auslegung des Christus-Hymnus aus dem Philipperbrief hat die Jury überzeugt. „Ein Mann will nach unten“, hat er seine Predigt überschrieben und damit den Christushymnus, vielleicht das erste Lied der Christenheit, mit dem Roman von Hans Fallada verbunden, bei dem ein Mann nach oben will. „Damit war nicht zu rechnen“, sagt Brummer, und entfaltet das Programm Gottes, der Mensch wird und damit unsere Abstiegsangst und die Furcht vor dem Niedergang aufgreift, die auch die Figuren von Hans Falladas Roman in der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg begleitet.

Aber das Programm Gottes, der Mensch wird, hinterlässt offene Stellen: „Die Gottesfrage, die in mir nagt, ist die nach dem fernen Gott, der weit unter mir ist und unter meinen Möglichkeiten. Nach dem Gott, der sich die Tiefe aussucht als Wohnstatt, der dort haust, wo alles unbehaust ist. Der sich schwächer macht, als ich selbst es bin. Was kann dieser heruntergekommene Gott noch geben?“ Brummer erinnert an die Himmelsleiter, die Jakob im Alten Testament im Traum sieht und auf der die Menschen hochsteigen wollen, aber einige müssen auch nach unten.

Die Hoffnung, die Gott macht, liegt darin, sagt Brummer, „dass der Heruntergekommene noch in der Tiefe das Leben findet, ja es in sich aufnimmt als eine ewige Hoffnung. Als eine Hoffnung, die sich nun nicht mehr oben festmacht, wo Menschen sich an die Sprossen des Erfolgs klammern.“

Die Diskussionen der Jury konzentrierten sich bald auf diese Predigt. Wir haben sie mit Genuss gelesen, ihre Sprachbilder, ihre überraschenden Wendungen, die den Text nachzeichnen, und das Evangelium, die gute Botschaft, die in ihr liegt. Die abschließt mit dem Satz, dass die Entdeckung des Gottes, der nach unten will, ein Loblied wert ist, und die damit einen Bogen zu dem Hymnus schlägt, aus dem die Predigt ihre Gedanken schöpft. In Andreas Brummers Predigt spiegelt sich die Anstrengung, die Sorgfalt, die Kreativität, die in den mehr als 320 Einsendungen zum diesjährigen Predigtpreis zum Ausdruck kommt. Andreas Brummer hat den Predigtpreis gewonnen, aber niemand hat verloren.

Nun freuen wir uns auf die Preisverleihung am 19. November in der Bonner Schlosskirche. Sind Sie dabei? Wir, die Jury und das Team, würden uns freuen, viele von Ihnen dort zu treffen. Das Anmeldeformular haben wir gleich hier für Sie vorbereitet.

Herzliche grüßt
Ihr Wolfgang Thielmann


Aktuelle Themen:

 

Ökumene: „Mehr Ökumene auf der Kanzel!“

Interview: „Predigten entstehen nicht am Schreibtisch“

Gastbeitrag: Mehr Wettbewerb in der Kirche?

Predigt des Monats: „Predigt über Hebräer 13,15-16“

Surftipps: „Lutherbase, Predigten hören, ORF Medienarchiv Christentum“

Kunst und Predigt: „Genesung“

Buchtipp: „Warum ich kein Christ bin“

Veranstaltung: „Gott. Allmächtig?“

Predigende Bilder:


Foto: Dorothee Becker


Predigt über Johannes 6,1-15


„Fast vier Jahre lang wurde die Stadt Sarajevo von serbischen Nationalisten belagert mit dem Ziel, Bosnien-Herzegovina zu spalten. Und Sarajevo, wo seit Jahrhunderten die muslimischen, christlichen und jüdischen Einwohner und Einwohnerinnen friedlich zusammenlebten – es wurde das europäische Jerusalem genannt – sollte nach den Worten von Radovan Karadžić „durch eine Mauer, wie in Berlin“ geteilt werden.“

Die vollständige Predigt von der Schweizer Theologin und Seelsorgerin Dorothee Becker lesen Sie hier

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Ökumene
Mehr Ökumene auf der Kanzel!

Foto: T. Rolf

Mehr Ökumene auf der Kanzel!


Manche gute Anregung bleibt eine Anregung. Einer spricht sie aus, und alle finden sie gut. Das war es dann. Niemand nimmt sie auf. Niemand macht sich die Arbeit, sie umzusetzen. Denn gute Ideen kosten Arbeit. Eine dieser guten Ideen hatte der Fuldaer Bischof Heinz-Josef Algermissen. Er schlug im Interview mit dem Predigtpreis-Newsletter vor, bei der Predigtausbildung mit Protestanten zusammenzuarbeiten. Bei den nachwachsenden Generationen der Theologen, meinte er, „wäre generell mehr ökumenischer Kontakt wünschenswert.“ Zwischen dem Bistum Fulda und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gibt es einmal im Jahr eine ökumenische Begegnung der angehenden Geistlichen. „Wir könnten das ausbauen,“ sagte Algermissen, „etwa zu einer gemeinsamen Studienwoche.“ Und er bekannte offen: „Von den evangelischen Schwestern und Brüdern können wir immer noch eine ganze Menge lernen im Blick auf das Engagement, sich von der Grundsprache aus mit einem biblischen Text auseinanderzusetzen und sich von da aus auf die Predigt vorzubereiten.“ Sein evangelischer Kollege, Bischof Martin Hein aus Kassel, fand die Idee gut. Er sagte, ebenfalls im Interview mit dem Predigtpreis: „Das ist ein hochinteressanter Gedanke. Vom Prinzip her könnten wir gerade die Fortbildung bei der Predigt gemeinsam organisieren. Wir legen den gleichen Bibeltext aus. In der Bibelauslegung, der Exegese, unterscheiden sich evangelische und katholische Wissenschaftler kaum noch.“

Das ist richtig. Unter Bibelauslegern ist die Ökumene Standard. Die meisten großen Kommentarwerke fragen kaum nach Konfessionen. Ihre Texte dokumentieren den Austausch zwischen der Biblischen Theologie an evangelischen und katholischen Fakultäten, allen voran der Evangelisch-Katholische Kommentar zum Neuen Testament, der gemeinsam vom evangelischen Neukirchener und dem katholischen Benziger Verlag herausgegeben wird.

Da läge es nah, Ökumene auch in der Ausbildung angehender Pfarrer und Priester sowie in der Fortbildung einzuplanen. Zum Beispiel bei Predigt und Gottesdienst. Und sie in den Plänen an Universitäten und Prediger- und Priesterseminaren vorzusehen. Beide großen Kirchen haben sich zur Ökumene verpflichtet. Denn beide sind überzeugt, dass sie nur in der Beziehung miteinander wirklich Kirche sind. Es schmälert diesen Gedanken nicht, dass beide unterschiedliche Vorstellungen davon haben, worin das Ziel des gemeinsamen Weges besteht. „Wir sind so evangelisch, wie wir ökumenisch sind“, hat die Synode, das Kirchenparlament der Evangelischen Kirche in Deutschland, gesagt. Mit anderen Worten sagen es Päpste, Bischöfe und Vertreter von Bischofskonferenzen ganz ähnlich. „Nur das Evangelium, das in Einheit und Liebe bezeugt wird, ist auch glaubwürdig“, sagten etwa die katholischen Bischöfe in ihrem neuen Wort zur Ökumene. Aber es dauert, bis solche Vorgaben im Alltag von Lehrplänen, Curricula und Projekten angekommen sind. Eine schnelle Nachfrage ergibt, dass niemandem unter den Verantwortlichen eine organisierte Zusammenarbeit bei der Predigtausbildung bekannt ist. Es gibt Begegnungen zwischen den Absolventen von Prediger- und Priesterseminaren. Offenbar gelegentlich. Bei der Liturgie arbeiten Wissenschaftler über Konfessionsgrenzen hinweg zusammen. Bei ökumenischen Zusammenkünften laden Katholiken und Protestanten einander zum Predigen ein. Das war es. Dabei ist die Zeit längst gekommen für mehr Verbindlichkeit und mehr Zusammenarbeit. Die Voraussetzungen dafür können kaum besser sein. Jetzt müssen Ausbildungsreferenten, Fakultäten, Kirchenleitungen, Bischöfe und Generalvikariate den Ball aufnehmen. Die gemeinsame Predigtausbildung schreit nach Verwirklichung. Sie darf nicht an den Beharrungskräften des Alltags scheitern. Natürlich liegt auch hier ein Fallstrick. Die evangelische Kirche beauftragt Laienprediger und Prädikanten mit pastoralen Diensten. Und die Predigt kann grundsätzlich jeder Christ übernehmen, auch wenn die Regel sagt, dass dazu eine Ordination nötig ist. Der katholischen Kirche ist das ein Dorn im Auge. Nach katholischem Verständnis können nur geweihte Amtsträger das Wort Gottes gültig auslegen. Aber der Zwiespalt betrifft nicht die Ausbildung. Und vielleicht kann er kleiner werden, wenn die Kirchen sich im Blick auf angehende Theologinnen und Theologen auf einen gemeinsamen Weg machen.


Wolfgang Thielmann

Interview
Predigten entstehen nicht am Schreibtisch - Wolfgang Ipolt

Foto: Benjamin Lassiwe

Wolfgang Ipolt, Jahrgang 1954, hat in Erfurt Theologie studiert und war dort und in Berlin Priester. 2004 wurde er zum Leiter des Erfurter Priesterseminars berufen, der einzigen Ausbildungsstätte für katholische Geistliche auf dem Gebiet der früheren DDR. Außerdem lehrte er an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt Theologie der Spiritualität. Seit 2011 amtiert er als Bischof des erst 1994 gebildeten Bistums Görlitz.

„Predigten entstehen nicht am Schreibtisch“


Interview mit dem Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt


Predigtpreis: Herr Bischof Ipolt, was verstehen Sie unter einer guten Predigt?

Wolfgang Ipolt: Eine gute Predigt ist dem Evangelium treu und zugleich den Menschen zugewandt. Man kann eine gute Predigt daran erkennen, dass die alte Botschaft durch den Prediger hindurch den Menschen von heute neu zugesagt wird.

Predigtpreis: Wie schafft man es, einen zweitausend Jahre alten Text zeitgemäß an die Menschen weiterzugeben?

Ipolt: Mir hilft es immer, über bestimmte Fragen der Heiligen Schrift mit den Menschen zu sprechen. Ich habe viele Jahre lang einen Bibelkreis geleitet, in dem ich abends mit Menschen über Texte aus der Bibel diskutiert habe. Da habe ich erfahren, wie unterschiedliche Menschen eine Schriftstelle unterschiedlich verstehen können. Das hat mir bei meinem eigenen Verständnis der biblischen Texte immer sehr geholfen. Denn ganz generell gilt die Regel: Gespräche außerhalb des Gottesdienstes befruchten die eigene Predigtpraxis. Prediger müssen aufmerksame Zeitgenossen sein. Die Vorbereitung einer Predigt darf nicht nur aus Zeit am Schreibtisch bestehen – dazu gehört auch ein waches Leben unter den Menschen, die Lektüre von Zeitungen und das Hören von Nachrichten. Und es gehört nicht zuletzt dazu, ganz persönlich aus dem Wort Gottes zu leben – die tägliche Meditation der Heiligen Schrift ist für mich unverzichtbar!

Predigtpreis: Raten Sie Ihren Pfarrern also dazu, Bibelkreise einzurichten?

Ipolt: Auf jeden Fall. Für das Leben in der Gemeinde ist so etwas immer eine Bereicherung. Da kommen Menschen unterschiedlicher Denkweise und verschiedener Bildungsstufen zusammen, und setzen sich mit der Heiligen Schrift auseinander. Das ist doch genau das, was wir wollen.

Predigtpreis: Im Bistum Görlitz bilden die Christen vielerorts eine kleine Minderheit. Redet man in dieser Gegend anders vom Glauben?

Lesen Sie bitte das vollständige Interview hier weiter

Gastbeitrag
Frohe Botschaft steckt auch in schlechten Nachrichten - Theo Mönch-Tegeder

Foto:

Siegfried Eckert nennt sich gerne Dorfpfarrer. Weil er in Friesdorf amtiert, einem Stadtteil der Bundesstadt Bonn. Er hat sich den Frust eines Dorfpfarrers von der Seele geschrieben. Den verursacht ein Impulspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland „Kirche der Freiheit – Perspektiven der evangelischen Kirche im 21. Jahrhundert.“ Darin versucht die evangelische Kirche, sich zum 500. Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 neu aufzustellen. Angesichts von Mitgliederschwund, Kirchenaustritten und dem drohenden Verlust von Finanzkraft will sie den Willen entwickeln, gegen den Trend zu wachsen. Siegfried Eckert ist Pfarrer, und er fühlt sich durch das Papier kritisiert. An der falschen Stelle. Darüber hat er jetzt ein Buch geschrieben: „2017: Reform statt Reförmchen“ (Gütersloher Verlagshaus, 272 Seiten, 19,99 Euro). Es wird am 19. Oktober in Bonn vorgestellt. Wir veröffentlichen hier einen Auszug (vielen Dank an den Verlag für die freundliche Erlaubnis!). Er befasst sich mit dem Vorschlag der evangelischen Kirche, mehr Wettbewerb unter Kirchengemeinden zuzulassen. Eckert sieht darin eine Schwächung der Volkskirche. Dabei sind deren Stärken noch gar nicht ausgeschöpft, meint er. Wir sind gespannt, wie Sie darüber denken.

Mehr Wettbewerb in der Kirche?


Was zeichnet eine gute Predigt aus? Ein Medienmacher antwortet


von Siegfried Eckert


Die Evangelische Kirche in Deutschland möchte Konkurrenz fördern. Auch zwischen Kirchengemeinden. So heißt es in ihrem Impulspapier „Kirche der Freiheit“, mit dem sie eine innere Reform einleiten will. Die besseren, vorbildlicheren, erfolgreicheren, attraktiveren, reicheren oder geistreicheren Gemeinden mögen sich durchsetzen. Leistung soll sich wieder lohnen, nicht nur bei der FDP, sondern auch in der EKD. Ein „verantwortetes Maß an Wettbewerb“ hat stattzufinden, damit mehr Schwung in die Kirche kommt. Offen bleibt, wo die Wettbewerbshüter ihre Zelte aufschlagen, die das „Maß an Wettbewerb“ kontrollieren.

Welcher internationale Gerichtshof wäre anzurufen, wenn die Großen die Kleinen fressen und die Konkurrenz in Rücksichtslosigkeit entartet? All das steht in den EKD-Sternen. Hauptsache, eine Impulsrakete wurde gezündet. Sie riecht nach dem Duft der freien amerikanischen Welt. Vorbildliche Gemeindeleitbilder leuchten vom anderen Ufer des Atlantiks nach Good Old Europe herüber. Für EKD-Protestanten gilt immer noch: von Amerika lernen heißt siegen lernen. Große Umsatzzahlen und eindrückliche Fernsehbilder von amerikanischen Megagemeinden lassen manch einem den Mund wässrig werden. Aus welcher Ecke der Welt sollten sonst die missionarischen Vor-bilder kommen? Lateinamerikanische Basisgemeinden sind hier nicht im Blick. Die weltweite Ökumene steht in diesem Impulspapier eh völlig unterbelichtet draußen vor der Kirchentür.

In meinem mittelalten Leben habe ich genug Freikirchlichkeit nach amerikanischem Muster erlebt, stundenlange Anbetungsgottesdienste in scheinbar vollen Hütten, weil aus der Großstadt die Zielgruppe angereist kam. Vermeintlich freie Predigten wurden gehalten in immer gleicher Rhetorik. Trotz geistvoller Erweckung zeichneten sich die Gottesdienste durch eine monotone Dramaturgie aus. Mir begegnete eine homophobe, mit rigiden Moralvorstellungen umzäunte Welt, besessen von einem eigenartig mittelalterlich anmutenden Dämonenglauben, verbunden mit einer fundamentalistischen Schriftgläubigkeit, einer rechtslastigen Israeleuphorie und kriegerischen Anbetungsliedern voll blutrünstigster Sühneopfertheologie. Manches mag sich verändert haben. Dennoch weiß ich, was ich seither an meiner liberalen, theologisch fundierten, weltoffenen, kulturerprobten, diakonischen und zeitgenössischen Kirche mit volkskirchlichem Charme liebe. In ihr ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Trotzdem herrscht da mehr Sein als Schein. Das gilt auch für die vermeintlich großen Zahlen in freikirchlicher Szene, die im Kampf um Marktanteile gerne als Mogelpackungen eingesetzt werden. Hauptsache, man stellt sich erfolgreicher dar als die Konkurrenz. In diesem maßlosen Wettbewerb ist vieles eine Frage der Geschäftspolitik.

Ernst nehmen möchte ich die sich darin ausdrückende Ausdifferenzierung religiöser Bedürfnisse und wachsende Sehnsucht nach erfahrbarer, verlässlicher Gemeinschaft. Darauf versucht das Impulspapier zu reagieren. Mit seinen offeneren Gemeindeformen hat der Protestantismus das Potenzial, sich als zukunftsweisende Kraft zu erweisen. Für unsere volkskirchlichen Verhältnisse würde jedoch eine Forcierung dieses Weges das vorzeitige Aus unserer Sonderform bedeuten, was ein Verlust protestantischer Diversität wäre. Haben die Autoren bedacht, welche Kreise die Debatte um neue Gemeindeformen ziehen wird, wer dadurch Oberwasser bekommt und wem jetzt schon das Wasser bis zum Halse steht? Übermütige Kirchenreformer sägen mutwillig am Ast, auf dem die Volkskirche sitzt.

Ich komme aus einer Münchner Stadtgemeinde, machte Zivildient in einer wohlhabenden Stadtrandgemeinde, lernte als Vikar das Gemeindeleben am Rand der alten Bundeshauptstadt Bonn kennen, war im Ruhrgebiet in einer Gemeinde mit sozialen Brennpunkten tätig, bin mit einem Pfarrer in der Uckermark befreundet und erlebe gegenwärtig andere Möglichkeiten und Risiken. Jede dieser Gemeinden hätte sehr unterschiedliche Startbedingungen für einen Wettbewerb der Fittesten. Ich ahne, wer als Erstes auf der Strecke bleiben würde, wer ganz vorne mit dabei wäre, wer nicht den Hauch einer Chance hätte, weil die Handicaps zu groß sind.

Predigt des Monats
Predigt über Hebräer 13,15-16

Foto: Predigtpreis

Predigt über Hebräer 13,15-16


von Dompfarrer Jörg Coburger (ev)
Predigtpreisträger 2013


Heute zu Erntedank hören wir vom Teilen, vom Opfern, von: Gutes Tun. Es wird von verschiedenen Opfern gesprochen, von falschen und richtigen, solchen Opfern, die Gott gefallen. Gibt es Opfer, die ihm nicht gefallen?

Ein armer Mann findet ein Geldstück, schon schwarz geworden und fast wertlos, auf der Straße und will es dem überlassen, der am bedürftigsten ist. Überall hält er Ausschau und beobachtet gut, damit das, was er doch auch gern behalten würde, an den richtigen Menschen gelangt. Schließlich geht er damit zur Audienz des Königs. Und weil der es als Beleidigung empfindet, gerät er in Zorn und ruft nach den Wachen. Immerhin bekommt der arme Mann die Gelegenheit, sich zu rechtfertigen: Nach meiner Beobachtung musst du der Bedürftigste sein, es gibt keinen Markt, keine Straße, kein Amt, nichts, wo man für dich kein Geld sammelt. Du nimmst von uns die Hälfte all dessen, was wir einbringen. Du musst, so schloss ich daraus, in großer Not sein. Keine Pore ist an dir, die nicht etwas begehrt, du bettelst an allen Türen des Landes. (1)

Hier lesen Sie die vollständige Predigt

Surftipps

Lutherbase


Auf dieser Website, die Anfang Juli 2014 online gegangen ist, hat man die Möglichkeit eine audiovisuelle Zeitreise zu ausgewählten Reformationsstätten in Deutschland zu unternehmen. Sie bietet rund 150 historische Ansichten und über 40 Filmclips mit einer Gesamtlänge von über 100 Minuten. Die Startseite zeigt einige Highlights der Lutherbase, die direkt angeklickt werden können. Die rot umrandete Kachel auf der Startseite führt zur Übersichtsseite der Lutherbase-Reformationsstätten Sollten Sie Interesse an einer kostenlosen App der Lutherbase haben, finden Sie unter folgendem Link alle weiteren Infos:

http://www.theology.de/service/software/freewareshareware/audiovisuelle-zeitreise-mit-lutherbase.php

zur Webseite

Predigten hören


In diesem Blog dreht sich alles um das Abenteuer des Predigthörens! Denn Predigtlehren gibt es zwar viele. Aber Prof. Dr. Christoph Barnbrock geht der Frage auf den Grund wie Predigthörer/innen eigentlich das Predigthören lernen. Was ist ihr Beitrag am Predigtgeschehen? Was lässt sich in Predigten hören? Wozu ist das gut? Was kann mir helfen, Predigten leichter zu folgen? Über Fragen wie diese möchte der Professor für Praktische Theologie gemeinsam mit seinen Lesern "nach-denken" und hofft darüber hinaus auf viele Anregungen!

Seit kurzem gibt es zu diesem Thema auch eine Facebookseite in der ebenfalls schon ganz kräftig diskutiert wird:
https://www.facebook.com/hoerensegen

zur Webseite

ORF Medienarchiv Christentum


Unter diesem Link verbirgt sich das ORF-Medienarchiv Christentum. Sie finden dort eine Sammlung von TV-Beiträgen über die verschiedenen Facetten der am weitest verbreiteten Religion der Welt. Es enthält Porträts prominenter Persönlichkeiten, Zeugnisse gelebten Glaubens, Beiträge zu christlichen Festtagen und Einblicke in kontroverse Kirchenthemen.

Mit Beiträgen zu den Themen Theologie, Caritas und Diakonie, Christen und Gesellschaft, Feste und Feiertage, Ökumene, Päpste, Persönlichkeiten und "Heiße Eisen" bietet das Archiv eine umfangreiche Formulierungshilfe, die laufend ergänzt und erweitert wird.

zur Webseite
 
Kunst und Predigt
Detlef Willand - großer Pilger

Foto: Barbara Skaliks

Weitere Exponate der Künstlerin sehen Sie hier

Genesung


von Barbara Skaliks (Bilder) und Dr. Roland Lambrecht (Text), Bonn

Ein rechteckiges, nahezu quadratisches Geflecht von Dutzenden, vielleicht sogar Hunderten von Linien in waagrechter und senkrechter Ausrichtung, dabei jede einzelne Linie in einer anderen, individuellen, einzigartigen Verlaufsführung: das macht, die untergründige Welle von Farbigkeit hinzu (wahr)genommen, ein nahezu mystisches Eindrucksbild von Welttiefe, von sinnlich-sinnhafter, geradezu „kosmischer“ (d.h. „geschmückter“) Lebensverflechtung und von spiritueller Ordnung in der komplexen Lebendigkeit des Daseins unserer Existenz.

Zu bewundern, insgeheim, ist die unglaubliche Geduld dieser künstlerischen Bereitschaft des Nachvollziehens in all diesen Linienzeichnungen, die jede für sich im Grunde verloren vor sich hin läuft und doch im Ganzen zum Grossen sich fügt. Wir staunen über diese lineare „Demut“ des Verfolgens seines eigenen, besonderen Weges in der Begegnung und im Geviert aller Kreuzungspunkte des Lebens. Denn Demut, das ist die Zumutung, die existentielle Stimmung und das Zumutesein (engl. „mood“) der Haltung des Dienens in der göttlichen Weltordnung.

Den vollständigen Artikel lesen Sie bitte hier
Buchtipp
Kurt Flasch - Warum ich kein Christ bin

Foto: C.H. Beck

5. Auflage 2014. 280 S.: Gebunden

C.H.BECK ISBN 978-3-406-65284-4

Warum ich kein Christ bin


Bericht und Argumentation

von Kurt Flasch Sachbuch-Bestenliste Oktober 2013: Platz 1


Heute fragen sich viele Menschen, ob sie noch Christen sind. Andere wollen es wieder werden und suchen nach Wegen. Kurt Flasch erzählt – ausgehend von seiner Herkunft aus einer liberal-katholischen, kulturell und politisch engagierten Familie –, wie er ins Zweifeln am Christentum gekommen ist. Er bespricht die Hauptpunkte der christlichen Lehre in ihrer katholischen wie evangelischen Form und wendet sich an jeden Gläubigen und an jeden Ungläubigen, der seine Gründe prüfen will, warum er Christ ist.

Kurt Flasch ist Fachmann für antike und mittelalterliche Philosophie. Er hat sich ein Leben lang mit den Quellen zu dieser Zeit und deshalb auch mit dem Christentum befasst. Er erläutert argumentierend in persönlich gefärbter Darstellung, warum er kein Christ ist. Die Kritik gilt der christlichen Lehre, nicht dem Zustand der Kirchen.

Einen 5-minütigen Beitrag auf WDR 4 hören und lesen Sie hier

Veranstaltung
Haus Wasserburg in Vallendar

Haus Wasserburg in Vallendar

Gott. Allmächtig?


Lesung mit Huub Oosterhuis und „Das Lied von der Erde“ – Aufführung des vertonten Lehrgedichts von Huub Oosterhuis 11. und 12. Oktober 2014, Palottikirche Vallendar


Huub Oosterhuis, kommt in die Wasserburg!

im Oktober wird der bekannte niederländische Theologe Huub Oosterhuis in Haus Wasserburg zu Gast sein. Im Rahmen des musikalisch-theologisch-politischen Projektes „Das Chaos wenden“ wird er am Samstag, 11. Oktober in der Pallottikirche in Vallendar eine Lesung halten und am Sonntag, 12. Oktober die Aufführung seines Oratoriums „Das Lied von der Erde“ besuchen.

Nähere Informationen zum Projekt und den beiden Veranstaltungen mit Huub Oosterhuis finden Sie in dem Veranstaltungskalender des Hauses Wasserburg hier

Huub Oosterhuis wird am 19. November 2014 den PREDIGTPREIS für sein Lebenswerk in der Universitäts-Schlosskirche erhalten

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