Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt

Pfarrerin Evelyn Bachler (ev.)

22.05.2016 Gemeinden Heubach und Wiebelsbach

Konfirmation

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Christus Amen.

 

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Eltern, Familien und Freunde, liebe Gemeinde!

 

Endlich ist er da, der große Tag der Konfirmation.

Der Tag an dem ihr kirchlich gesehen erwachsen werdet, ihr eure erste eigene Entscheidung fällt, nämlich die, hier zu dem „Verein“ Kirche dazu zugehören.

Was das heißt, dass möchte ich heute in der Predigt euch näher bringen.

Aber bitte nicht gleich die Augen verdrehen und denken ach du lieber Himmel, hoffentlich macht sie kurz. Ob es kurz oder lang wird, mal sehen, aber ich mache es heute mal wieder ganz anders und so werde ich jetzt keinen Predigttext verlesen, sondern den Posaunenchor bitten das erste von drei Stücken zu spielen, die sie extra für euch vorbereitet haben.

 

Posaunenchor Pirates of Caribbean, He’s a Pirat

 

Ich denke die meistens haben es erkannt, aus Fluch der Karibik, das Stück, Piraten

Piraten

Mit ihnen verbinden wir Freiheit, Abenteuer, Exotik, den Ausbruch aus dem gleichförmigen Alltag.

Piraten, Seeräuber vergangener Jahrhunderte. Sie lebten nach eigenen Regeln und fernab der Zivilisation.

In Literatur, Film, Liedern und Spielen begegnet uns der Pirat oft als Held – vom Piraten Efraim, Pippi Langstrumpfs Vater, bis hin zu Jack Sparrow alias Johnny Depp im Film "Fluch der Karibik".      

Es gibt verschiedene Formen der Piraterie und die unterschiedlichsten Gründe, weswegen Menschen zu Seeräubern werden: von der blanken Not, den Lebensunterhalt bestreiten zu müssen, über organisiertes Verbrechen bis hin zur staatlich lizenzierten Piraterie des sogenannten Kaperwesens.

Doch eins ist immer grundlegend gewesen. Menschen haben sich ganz bewusst entschieden diesen Weg zu gehen, wissend, dass sie sich damit außerhalb des Gesetzes stellen und das Konsequenzen hatte.

Das war nicht eine mal so eben getroffene Entscheidung, sondern man musste zu ihr stehen und tag täglich mit den Konsequenzen leben.

Entscheidung, etwas was heute sehr aus der Mode gekommen ist.

Entscheiden tun wir uns nur ungern. Lieber offen halten und offen sein, mal schauen, was so alles kommt. Selbst bei Verabredungen. Es wird bis zum Schluss gewartet, um zu- oder abzusagen. Es könnte ja noch etwas besseres oder interessanteres sich ergeben.

Entscheidung,

Ich habe einmal im Web gegoogelt  über das Wort Entscheidung und tatsächlich eine App gefunden:

„SO GEHT ENTSCHEIDEN: ENTSCHEIDEN IST EINE KUNST, eine Kunst in der man sich üben kann.

Wir möchten Dir dabei helfen, gute Entscheidungen zu treffen. Du findest hier, was eine GUTE ENTSCHEIDUNG ausmacht. Und Du kannst LERNEN, WIE MAN EINE SOLCHE TRIFFT. Und damit Du immer und überall loslegen kannst, gibt es "So geht Entscheiden" auch als APP FÜR DEIN SMARTPHONE.“

Entscheidung ein großes Thema unserer Zeit.

Wie treffe ich Entscheidungen? Und wenn ich mich entscheiden  muss auf wen höre ich?

Dazu möchte ich euch und Ihnen ein Lied von Mark Forster vorspielen.

 

Lied Bauch / Kopf

 

Wir Menschen haben fast immer wie im Lied von Mark Forster das Gefühl, dass wir bei Entscheidungen in unserem Leben zwischen Bauch und Kopf stehen.

Das was Mark Foster da besingt trifft auf ganze viele Situationen im Leben zu.

Wie soll ich mich entscheiden.

Welchen Weg soll ich gehen?

Hilfreich ist dabei auch nicht, so besingt er es ja auch, wenn andere Menschen, die sich für etwas entscheiden haben, mir sagen so oder so musste du es machen, diesen Weg musst du gehen, so musst du handeln.

Das mag für diese Menschen die richtige Entscheidung, der richtige Weg, die richtige Interpretation von etwas gewesen sein. Aber das hilft mir nicht unbedingt weiter. Ja, es sind Beispiele, aber es ist nicht unbedingt meine Entscheidung, mein Weg oder meine Interpretation.

Wie finde ich aber dazu, Wie soll ich mich entscheiden  Bauch oder Kopf.

Auch hier hat das Lied eine Antwort. So singt Mark Forster: „Hör auf dein Herz, und egal was du glaubst, aber lebe danach.“

 

 

Liebe Konfis,

Die Teamer und ich haben euch versucht in diesem Jahre, das wir zusammen verbracht haben euch zu zeigen und mitzugeben, was christliche Kirche und christlicher Glaube oder christliches Leben bedeutet und bedeuten kann.

Wir haben euch ermuntert christliche Gemeinde kennenzulernen. Und das möchte ich an dieser Stelle auch mal der Gemeinde erklären.  Unser Konfipass ist so aufgebaut, dass man die ganze Gemeinde, alle Ausdrucksformen von Gemeinden kennenlernen soll oder kann. Sicherlich, die besuchten Gottesdienste zählen, aber es gibt auch die Möglichkeit von 6 Praktika und einer Patenschaft, bei der die Konfis sich einen älteren Menschen in der Gemeinde suchen und diesen regelmäßig besuchen, und das alles ohne Druck, freiwillig, als Möglichkeit.

Und so sah man oft Konfirmanden in verschieden Kreisen der Gemeinde, oder sie fragten an, ob sie im Frauenkreis oder im Seniorenkreis, was machen dürften.

Auch ältere Gemeindeglieder erzählten beglückt von den Besuchen der Konfis.

Ich habe mir am Donnerstag das erste Mal ganz bewusst die Pässe angeschaut, verantwortlich dafür sind eigentlich die Teamer,  nicht um zu kontrollieren oder zu rügen, nein um selber einen Eindruck zu bekommen, wie dieses System bei den Konfis ankommt.

Der Gottesdienstbesuch, der Häufigkeit nach war zwischen 30 und 45 Mal in diesem Jahr. Viele der Konfis hatte mindestens 2 Praktika und ganz viele sogar alle 6. Und etwas ein Drittel der Konfis waren Paten für einen älteren Menschen.

Gemeinde ist nicht nur Gottesdienst, zur Gemeinde gehören auch alle anderen Erscheinungsweisen und so tauchten dann selbst im Posaunenchor Konfis auf.

 

Liebe Konfis

Wir haben versucht euch in diesem Jahr zu zeigen, dass mit Gott und  Jesus und dem Kreuz von Jesus eine zusätzliche Bedeutung in euer Leben kommt. Das Kreuz ist ein Plus, ein Mehr ein Zugewinn. Durch Jesus dem Mensch haben wir gesehen, was es heißt  mit diesem Plus zu leben, menschlicher, orientiert an der Liebe, stützend bei Fehlern und Missgeschicken, verzeihend, lebensermutigend und lebensbejahend.

Mark Forster bietet in seinem Lied bei dem Dilemma Kopf oder Bauch, die Devise „Hör auf dein Herz.“

Und genau das möchte ich euch heute auch biblisch zu sagen

"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner Kraft!"                                                               Markus 12,30

 

Macht euch an Gott fest,

Wenn ihr Gott mit eurem ganzen Herzen sucht, werdet ihr ihn finden und wenn ihr Gott an eurer Seite habt, kann das Leben nur gelingen, denn, so steht es in der Bibel: „ Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein.“   Römer 8, 31b

Das ist es, was ich euch heute ans Herz legen möchte.

1.     Entscheidet euch, egal wie, aber entscheidet euch und  steht zu dieser Entscheidung. und

2.     Macht euer Herz an Gott fest, und

3.     hört auf euer Herz.

Und ich schließe mit Mark Forster: so wie du glaubst, ist so wie du lebst, hör auf dein Herz, so lange es geht.         AMEN