Foto von aufgeschlagenen Büchern

Traupredigt über 1. Korinther 13,1-13

Pastoralreferent Georg Mattes (kath.)

14.06.2017 Freiluft-Gottesdienst am Waldsee in Freiburg

Trauung

Einleitung zur Lesung

Liebe A., lieber Chr., liebe Hochzeitsgäste,

die Bibel gehört zur absoluten Weltliteratur, wenn es um das Thema <Liebe> geht.

Im zweiten Teil der Bibel, im Neuen Testament, gibt es sogar ein <hohes Lied der Liebe>. Im 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth steht es. <Hohes Lied> bedeutet etwa <Das Lied der Lieder> oder: <Das schönste aller Lieder>.

Wenn wir heute eure <Hoch-Zeit>, eure Hochzeit feiern, liebe A., lieber Chr., dann soll für euch und für uns alle heute eine <hohe Zeit> sein, Zeit für das Fest eurer Liebe.

Leider ist uns über die Jahrhunderte keine Melodie für das <Hohelied der Liebe> erhalten geblieben.

Deswegen haben verschiedene Komponisten ihre Melodien dazu geschrieben – zum Beispiel Johannes Brahms – und auch im „Jungen Gotteslob“ gibt es eine Vertonung von 1 Korinther 13, getextet und komponiert von Markus Pytlik.

Diese Version des <Hohenlieds der Liebe> möchte ich als Lesung für euch singen.

Der Text ist auf dem Liedblatt abgedruckt. Wer mag, kann gerne mitsingen.

 

Gesungene Lesung

Wenn ich alle Sprachen dieser Welt sprechen könnte

Wenn ich alle Sprachen dieser Welt sprechen könnte, und ich könnt‘ sie alle versteh‘n,

wenn ich den Gesang des Paradieses verstünde, sänge wie die Engel so schön,

dann wär‘ meine Sprache nur Sprachlosigkeit, wie lärmende Pauken, wie Glockengeläut,

wie berstende Felsen, wie Glas, das zerbricht,

hätte ich die Liebe nicht.

Wenn ich auch Visionen hätte wie die Propheten, wär‘ mir kein Geheimnis verhüllt,

könnte ich mit meinem Glauben Berge versetzen und wär‘ ganz mit Weisheit erfüllt,

dann wär’n diese Gaben nur wertloser Tand, wie Steine im Wasser, wie rieselnder Sand,

wie welkende Blätter im herbstlichen Licht,

hätte ich die Liebe nicht.

Wenn ich all mein Hab und Gut an Arme verschenkte und bekämpfte Hunger und Not,

wenn ich auf Gerechtigkeit und Freiheit bestünde, stürbe selbst den Märtyrertod,

dann wäre mein Leben vergebene Zeit, ein sinnloses Streben nach Vollkommenheit,

dann trüge ich Masken vor meinem Gesicht,

hätte ich die Liebe nicht.

Die Liebe ist gütig, geduldig und freundlich,

die Liebe verletzt nicht und redet nicht schlecht,

die Liebe sucht Frieden, freut sich an der Wahrheit,

sie trägt dir nichts nach und sie sucht nicht ihr Recht.

Die Liebe verändert der Welten Verlauf.

Die Liebe hört niemals auf.

Text: Markus Pytlik nach 1 Korinther 13

 

 

Gesprochene Lesung

1 Korinther 13,13

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;

doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

 

Ansprache

Vor einiger Zeit bin ich in Endingen in der Hauptstraße am Geschäft von <Trachtenmoden Hirtler> vorbeigelaufen und habe diese Tasche gesehen.

Die Marke <blutsgeschwister> kannte ich bis dahin nicht. Meine Töchter Rebekka und Miriam haben mich dann aufgeklärt, dass <blutsgeschwister> ein Stuttgarter Lifestyle-Modelabel ist.

Über dem Schriftzug der Marke stehen drei Symbole: ein Kreuz, das Herz in der Mitte und rechts ein stilisierter Anker. Diese drei Symbole stehen für die zentralen Worte, die Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth gebraucht hat: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei“.

Das Kreuz steht für den Glauben. <Glaube> ist heutzutage ein schwieriges Wort geworden; ich ersetze es gerne durch <Vertrauen>. Wenn ihr, A. und Chr., heute zueinander „Ja“ sagt, dann sagt ihr auch: „Ich glaube an dich“, „ich vertraue dir“. Und wenn man den Glauben an Gott bekennt, sagt man auch nichts anderes, als dass man darauf vertraut, dass nicht blinder Zufall und Schicksal der Welt zugrunde liegen, sondern ein liebevoller Gott, dem man vertrauen kann.

Der Anker steht für die <Hoffnung>. Manchmal wird Vertrauen enttäuscht oder man kommt in Situationen, in denen einem das Vertrauen verloren geht. Da ist es gut, wenn man einen Notanker hat, den man auswerfen kann. Die Hoffnung ist so ein Notanker, der einem im Meer der Verzweiflung Halt geben kann.

Und natürlich das Herz. Es steht nicht umsonst in der Mitte der drei Symbole. Paulus hat das auch schon gewusst und formuliert: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“

Die <Liebe> ist vielleicht das größte kleine Wort, das es gibt; manchmal zu oft und gedankenlos ausgesprochen, manchmal zu wenig gesagt.

Und auch für Jesus war die Liebe die Herzmitte des Lebens. Er prägte das Dreifachgebot der Liebe: „Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und all deinen Gedanken. Und du sollst deinen Nächsten lieben genauso wie du dich selbst liebst.“

Das ist Liebe hoch drei.

Ohne die Liebe zu mir selbst gäbe es kein Selbstvertrauen und kein Vertrauen darauf, dass ein anderer mich liebt.

Ohne die Liebe zu den anderen gäbe es kein Miteinander in Ehe, Familie, Stadt und Land.

Und ohne die Liebe zu Gott würden wir die anderen und uns selber gnadenlos überfordern. Wenn wir alles Glück von uns selbst und von unseren Partnern erwarten, führt das unweigerlich in die Enttäuschung. Die Liebe zu Gott bewahrt uns davor, im Leben gnadenlos enttäuscht zu werden.

So sind diese drei wirklich <blutsgeschwister>, so wichtig für das Leben wie das Blut, das unsere Adern durchströmt.

Darum möchte ich euch, liebes Brautpaar, diese Tasche schenken, verbunden mit dem Wunsch, dass euch die drei <blutsgeschwister> nie fehlen mögen:

„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ So sei es. Amen.

Einleitung zum Lied „Für immer, forever“ [Mark Forster]

Der deutsche Musiker Mark Forster hat sich zwei der Symbole auf den Arm tätowieren lassen – wenigstens singt er das in seinem Lied „Für immer, forever“. Warum Mark Forster sich nur den Anker für die Hoffnung und das Herz für die Liebe hat stechen lassen, das Kreuz für den Glauben aber weggelassen hat, müsste man ihn bei Gelegenheit fragen … J

 

Chr. hat sich dieses Lied als sein Lied für A. gewünscht – den Text finden Sie auf dem Liedblatt.

Mark Forster. Für immer, forever

Aus „ich glaub, ich würd dich gerne küssen"

wurd‘ „zu Hause riecht wie dein Kissen".

Und aus „nein, gib her, ich lad dich ein"

wurd‘ „bei dir kann ich meine Schwächen zeigen."

 

Aus „wie heißt die Stadt, aus der du kommst?"

wurd‘ „deine Eltern stehen auf meinem Balkon".

Und aus „dem Wochenend-Testlauf"

wurd‘ „mit dir will ich ein Nest bauen".

 

Was ich such, Baby, das bist du.

Das ist die Story, die ich immer wollte.

Komm, wir drehen noch ‘ne Folge.

 

Wir sind für immer, forever.

Von jetzt an bis zum Schluss.

Ich geh nicht mehr weg, never ever.

Bin bei dir, wenn wer mich sucht.

Tätowier mir ‘nen Anker auf meinen Arm,

darüber ein Herz mit deinem Namen.

Denn wir sind für immer, forever.

Für immer. Forever.

Für immer. Forever.

 

Aus „ich will nicht, dass du heute gehst"

wurd‘ „komisch, wenn du mal nicht bei mir schläfst".

Und aus „zum ersten Mal Gefühle zeigen",

wurd‘ „Jungs, ich geh heut lieber heim."

 

Aus „ich bin mir grad nicht mehr so sicher"

wurd‘ „ich kann nicht fassen, dass ich dich hab!"

Aus „Schluss jetzt mit den Kindersachen"

wurd‘ „lass ma‘ langsam Kinder machen."

 

Was ich such, Baby, das bist du.

Das ist die Story, die ich immer wollte.

Komm wir drehen noch ‘ne Folge – und noch ‘ne Folge.

 

Wir sind für immer, forever.

Von jetzt an bis zum Schluss.

Ich geh nicht mehr weg, never ever.

Bin bei dir, wenn wer mich sucht.

Tätowier mir ‘nen Anker auf meinen Arm,

darüber ein Herz mit deinem Namen.

Denn wir sind für immer, forever.

Für immer. Forever.

Für immer. Forever.