Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über 1. Mose 22,1-19

Pfarrer Thomas Jabs (ev.)

02.04.2017 Alte Pfarrkirche, Mahlsdorf

Liebe Gemeinde!

und gingen die beiden miteinander.

Sie war oft mit ihm gegangen. Die ersten Monate hatte sie ihn im Wagen geschoben.

Und gingen die beiden miteinander.

Dann hielt er sich fest an ihrer Hand. Nur so hatte er keine Angst zu fallen. So lernte er laufen und vertrauen. Liebe hatte sie und gab sie ihm.

Und gingen die beiden miteinander.

Er lernte alleine laufen und eigene Wege gehen. Er fand ein Mädchen er fand die Liebe.

Und gingen die beiden miteinander.

Mit 19 Jahren fuhr er Motorrad. Es kam der schrecklichste Tag in ihrem Leben. Er lag im Holz, das sie hatte aussuchen müssen. Sie ging hinterher.

Und gingen die beiden miteinander.

Gab es auch jetzt noch eigene Wege Zukunft, Vertrauen, Liebe für ihn, für sie?

Und gingen die beiden miteinander.

Abraham war gegangen mit Gott schon viele Wege. Aus Haran, aus der Heimat, von zu Hause war er weggegangen und Gott mit ihm.

Bis nach Ägypten war er gezogen wegen des Hungers und Gott mit ihm. Schlaflose Nächte war er umhergegangen in Sehnsucht nach einem eigenen Sohn und Gott mit ihm.

Zur Vieherde war er gerannt voller Glück um ein Kalb zu schlachten und die Geburt zu feiern seines Sohnes Isaak und dass beide gesund waren, Isaak und Sara. Und Gott mit ihm. Als die Kinderkrankheiten kamen und das hohe Fieber, da war er umher gegangen das Kind im Arm und Gott mit ihm.

Wenn Gott ihn rief dann antwortete er: „Hier bin ich.“ Wenn er Gott rief, dann war Gott immer da. Hier bin ich. Das sollte Gottes Name werden – später allerdings.

An Abrahams Fingern lernte Isaak Iaufen, vertrauen, lieben. Wenn Isaak fiel beim Laufen oder in Angst, wenn Isaak rief oder leise wimmerte, dann hörte er seinen Vater sagen: „Hier bin ich, mein Sohn.“

Und gingen die beiden miteinander.

Die Knechte, Knaben noch im Hinblick auf Lebenserfahrung und -begleitung. Die ließen sie zurück, die waren weit zurück. Vertrauen und Liebe auch jetzt noch, da der eine das Holz trägt. Von solchem Vertrauen, solcher Liebe waren die beiden noch weit entfernt an Jahren und Erfahrung. Zu ihnen würden sie zurück kommen, wiederkommen Abraham und Isaak als Versuchte und Erprobte mit neuer Erfahrung, tieferem Vertrauen, stärkerer Liebe geprüftem Glauben.

Und gingen die beiden miteinander.

7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater!

Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn

Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer?

8 Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander.

Gab es auch jetzt noch einen Weg, Zukunft, Vertrauen, Liebe? Für Isaak? Für Abraham?

11 Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.

Und Gott mit ihm.

Erprobt und gesegnet kehrte Abraham zurück zu seinen Knechten. Und sie machten sich auf und zogen miteinander nach Beerscheba und Abraham blieb daselbst und Gott mit ihm und mit Isaak auf allen seinen Wegen, die ihn in die Zukunft führten.

Eine Zukunft Isaaks sollte Jesus heißen. Der trug das Holz und Gott mit ihm.

Und gingen die beiden miteinander ans Holz, durch den Tod, ins Leben und Gott mit ihm. Versucht, erprobt, vertraut, geliebt.

Zukunft, die Isaak nicht ahnte, nicht als er mit Abraham ging und das  Holz trug und doch dem Vater traute, nicht als Gott mit ihm ging, die Jahre seines Lebens auf Erden.

Zukunft, die Gott erschuf als Jesus das Holz trug.

Und gingen die beiden miteinander.

Zukunft die nun allen offensteht, die mit ihm gehen.

Und er, der Motorrad fuhr, der im Holz lag, das sie hatte aussuchen müssen, hinter dem sie ging?

Und gingen die beiden miteinander.

Gab es noch Zukunft, Vertrauen, Liebe für ihn, für sie?

Sie war nicht mehr dieselbe und kam doch zurück in die Familie, zu den Nachbarn, in den Chor, später auch zu Kartenspiel und Tanz.

Sie machte sich auf und zog zurück ins Leben als Versuchte und Erprobte mit schwerer Erfahrung, tiefem Vertrauen, gestärkter Liebe, geprüftem Glauben und Gott mit ihr.

Und gingen die beiden miteinander.

Und Gott mit ihm –  im Holz, in der Erde, im Himmel.

Mensch, wohin du auch gehst, auf dieser Erde und von dieser Erde – Gott geht mit. Wozu er dich auch ruft, so sprich: Hier bin ich. Ich glaube.

So lasst uns sprechen: „Ich glaube ...“

Glaubensbekenntnis