Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über 1. Mose 29,31-30,24

Pastorin Friederike Meißner (ev.)

25.06.2017 Freie evangelische Gemeinde Köln-Mülheim

Predigtreihe über Jakob

„Ich bin Lea“ – Vom Selbstwert eines Menschen

(Die Predigerin legt sich ein Tuch um den Kopf)

Ich bin Lea. Kennen Sie mich? Ich bin die Frau von Jakob, die erste Frau. Ich bin die Schwester von Rahel, der Frau, die Jakob liebt. Ich bin die Tochter Labans, die Nichte von Rebekka und Isaak. Ich bin die Mutter von Ruben und Simeon, Levi und Juda, Issachar, Sebulon und Dina. Ich bin … ja, wer bin ich eigentlich? Was bin ich schon wert? Ich bin Lea.  

(Tuch ablegen)

Lea. Die Ungeliebte.

Wer war sie schon: Lea. Eine der vielen Frauen, die sich und ihren Wert über andere definieren. Eine, die durch die Schönheit und die Beliebtheit ihrer Schwester regelrecht abgewertet wird. Es heißt, sie hätte „matte Augen“ gehabt. Augen sagen so viel aus, diese Spiegel der Seele. Aber waren ihre Augen, war ihre Seele wirklich matt? Das hebräische Wort, das hier steht, könnte genauso gut übersetzt werden: sanft, zart, schmeichelnd, verzärtelt, schwach, furchtsam. Lea, die Verletzliche, nicht Dominante. Die Unscheinbare, die nicht die Szene beherrscht, sobald sie auftritt. Es gibt viele solche Menschen. Sie sind gar nicht hässlicher als die Schönheiten um sie herum, aber so schüchtern, dass ihre Augen matt bleiben. Vielleicht war Lea so eine Frau. Immer im Schatten ihrer temperamentvolleren kleinen Schwester.

Leas Selbstwertgefühl ist sooo klein. Und genau darin begegnet sie uns heute. Irgendwie sind wir alle Lea. (Je suis Charlie… Je suis Lea) Denn das ist ein Problem, das viele mit ihr teilen. Nicht nur Frauen. Nicht nur Jugendliche, für die das aber ein existentielles Thema ist. Es ist eine der großen Fragen unserer Zeit: Wem bin ich eigentlich Recht? Wer liebt mich? Was macht mich aus? Woher habe ich meinen Wert? Eine tiefe Unsicherheit, ob man tatsächlich geliebt wird, begegnet mir bei vielen Menschen. Und große Verletzlichkeit, wenn man sich abgelehnt fühlt. Irgendwo tief drinnen sind viele Menschen so unsicher, ob wir gut genug sind. Schön genug. Liebenswert. Besonders diese Sehnsucht nach Liebe treibt viele um: Werde ich geliebt?

Und es gibt viele Menschen, die ihren Wert nicht aus sich selbst heraus fühlen. Oft wird der Selbstwert über Leistung und Arbeit definiert. Und dann kann wirklich die Welt zusammenbrechen, wenn man die Arbeit verliert oder auch einfach alt wird und nicht mehr so viel leisten kann wie früher.

Selbstwert ist eine spannende Sache. Wie entsteht der? Wie kann man jemandem Selbstwert geben, der sich selbst nicht wertschätzt? Es geht beim Selbst-Wert ja nicht um das abstrakte Wissen, dass man als Mensch grundsätzlich wertvoll ist. Sondern Selbst-Wert ist das sichere Empfinden, Wissen in Kopf und Herz und Bauch, dass man in Ordnung ist. Man muss ich selbst etwas wert sein. Und auch einzig aus sich selbst heraus. Ohne andere Hilfen bemühen zu müssen, wie Leistung, Kinder oder gute Beziehungen zu hohen Tieren…

Was ist Lea schon wert? Was ist sie sich selbst wert? Diese Frage schwingt in der ganzen Erzählung in Gen 29 und 30 unterschwellig mit.

Auf jeden Fall sehen wir in Lea eine unglückliche Frau, deren Leben vor allem von zwei Kampffeldern (Rivalität mit der Schwester und das Ringen um Liebe) und einer schmerzhaften Grunderfahrung geprägt zu sein scheint: Ich bin überflüssig, unerwünscht.

Letzte Woche haben wir noch darüber gelacht, wie betrunken Jakob gewesen sein musste, um nicht zu merken, dass statt Rahel Lea im Hochzeitsbett lag. Heute bleibt mir dieses Lachen im Halse stecken, wenn ich mir ausmale, wie Lea sich gefühlt hat. „Und siehe, am Morgen war es Lea.“ Schockiert, verärgert, ablehnend springt Jakob auf: „Du bist ja … Lea!“ Was für ein Schlag ins Gesicht. Jakob verlässt das Zimmer, zurück bleibt die frischgebackene Ehefrau. Was ist sie schon wert? Natürlich hatte Lea gewusst, dass es so kommen würde. Und ihr Kopf war vielleicht darauf vorbereitet. Aber so eine heftige Ablehnung trifft ja nicht den Kopf, die geht ins Herz. Die haut in die immer wieder selbe Kerbe, in die schon seit Kindertagen verletzte Seele von Lea. Es wirkt doch so, als ob das das bekannte Muster war: Rahel, die Schöne, Beliebte, Jüngere, und Lea, die am Rande. Die Tochter, die auch innerhalb von sieben Jahren keiner heiratet, obwohl die Mitgift sicher nicht schlecht gewesen wäre. Strahlend ist was anderes.

Aber: JHWH sah, dass Lea ungeliebt war und er öffnete ihren Mutterleib; Rahel aber war unfruchtbar.

So steht es in Gen. 29,31. JHWH sah, dass Lea ungeliebt war und er öffnete ihren Mutterleib. Ist das nicht schön? Gott wendet sich der zu, die am Rande steht. Er nimmt sie in den Blick. Die Benachteiligten, Zurückgesetzten nimmt Gott in den Blick.

Bisher war die Gewichtung irgendwie eindeutig: Rahel die Hübsche und Glückliche, die Geliebte, Begehrte, Erfolgreiche. Alles schien ihr zuzufliegen. Ein Mann kommt und arbeitet sieben Jahre für sie. Was muss das für eine Frau gewesen sein. Rahel war irgendwie in meiner Wahrnehmung der Geschichte immer die Glücksmarie. Und Lea die Pechmarie. Die auf der Schattenseite des Lebens. Die mit der man höchstens Mitleid hatte.

Und jetzt wendet sich das Blatt plötzlich. Zumindest scheint es doch von außen so. Gott wendet sich Lea zu. Und schenkt ihr Kinder. Statussymbole der damaligen Zeit. Mehr noch: Altersvorsorge und ewiges Leben. Eine Frau, die Kinder hatte, die war was. Und dazu noch Söhne. Einen nach dem anderen. Ruben, Simeon, Levi, Juda.

Lea reicht das nicht. Sie wünscht sich mehr als den Wert durch die Kinder. Die Namen der ersten drei Söhne drücken das sehr deutlich aus: Ruben: Sieh, ein Sohn! Kannst du mich nicht endlich wahrnehmen, Jakob? Lieb mich! Simeon: Gott hat mich gehört, ich wurde verschmäht, aber er sorgt für mich. Levi: Häng dich an mich, Jakob! Ich hab dir drei Söhne geboren! Lieb mich!

Lea hat solche Sehnsucht nach Jakobs Liebe, nach seiner Zuwendung. Und genau ihr, der diese menschliche Zuwendung verwehrt bleibt, ihrer erbarmt sich Gott. Er wendet sich den Sehnsüchtigen zu. Wenn Sie sich ausgegrenzt fühlen, wenn Sie Sehnsucht haben nach Anerkennung, nach Liebe, dann unterdrücken Sie die nicht. Lassen Sie sie zu. Sprechen Sie es vor Gott aus: ich sehne mich so nach etwas Gutem in meinem Leben.

Sehnsucht ist wahrscheinlich die wichtigste Voraussetzung dafür, dass wir offen sind für Gottes Zuwendung. Wer glaubt, alles zu haben, der macht zu. Ist ja klar. Was man hat, muss man halten. Solange man sich sehnt, bleibt man offen.

Lea sehnt sich so sehr. Und sie bekommt Liebe. Gott wendet sich ihr zu. Die Geburten ihrer Kinder empfindet sie als Zeichen dieser Zuwendung. Und auch wenn die Söhne Leas vielleicht ohne Jakobs empfundene Liebe entstanden sind, sind sie doch Zeichen der Liebe. Denn Kinder sind, jedes Kind ist ein Ausdruck der Liebe Gottes zum Leben.

Lea hat vier gesunde Söhne. Was für ein Segen! Wie dankbar und stolz könnte diese Frau sein. Vielleicht ist sie das sogar vorübergehend. In V.35 heißt es: Sie wurde noch einmal schwanger und gebar einen Sohn; und sie sagte: Diesmal will ich JHWH preisen! Darum gab sie ihm den Namen Juda. Und sie hörte auf zu gebären. In diesem vierten Namen endlich steckt keine Botschaft an Jakob drin, nur Dank. Vielleicht hat er sich ihr ein bisschen mehr zugewandt. Oder vielleicht hat sie einfach dankbar sehen und annehmen können, was sie hatte und wollte sich tatsächlich damit zufrieden geben.

Die Geschichte geht anders weiter, Gen 30,1:

Da merkte Rahel, dass sie dem Jakob nicht gebar. Sie wurde eifersüchtig auf ihre Schwester und sagte zu Jakob: Mach mir Söhne! Wenn nicht, sterbe ich!

In dem Moment, wo Jakob sich Lea zuwendet – oder zumindest wo Lea entspannter scheint – wird Rahel eifersüchtig. Die herzzerreißende Liebe von Jakob und Rahel bleibt fruchtlos. Sie muss langsam um ihre Position fürchten. Als Unfruchtbare steht sie stark in der Gefahr, Nebenfrau zu werden. Also wendet sie sich vorwurfsvoll an Jakob.

Da wird Jakob doch tatsächlich mal zornig gegen Rahel: Bin ich Gott?! Zorn ist eine ganz schön starke Emotion. Jakob, der zornig auf seine angebetete Rahel wird – das ist ein neues Bild für mich. Die Nerven sind offensichtlich bei allen sehr angespannt.

Die beiden Schwestern fangen an, ihre Eifersucht offen auszutragen. Ein Gebärwettkampf beginnt – was für eine schräge Sache…

Meine Sympathien schwanken. Mal ist die Eine zu bedauern, dann wieder die Andere. Sie sind so tief in ihren Gebärwettkampf verwickelt, dass sie gar nichts anderes mehr wahrzunehmen scheinen. Rahel, die geliebte Schönheit ohne Kinder, und Lea, schon erschöpft von den vielen Geburten und ungeliebt. Zumindest fühlt sie sich so.

Denn es ist ja wirklich die Frage, ob das so stimmt. Vielleicht ist sie da inzwischen so in einem Muster, einem Bild von sich selbst drin, dass sie sich gar nicht mehr befreien kann aus dieser Konkurrenzspirale.

Neid und auch Eifersucht haben so eine gefährliche Eigendynamik. Wer gewohnt ist, sich ständig zu vergleichen, der kommt da auch nicht so leicht wieder raus. Man findet immer jemanden, der hübscher, schlauer, erfolgreicher oder beliebter ist als man selbst. Und genauso findet man auch immer die, die viel schlechter dran sind.

Auch in die Richtung zu gucken, macht nicht glücklich. Eher stolz, hochmütig oder auf eine etwas perverse Weise dankbar. Pervers, weil es verdreht ist – das bedeutet das Wort eigentlich. Es ist verdreht, wenn man sich andere in ihrem Unglück vor Augen halten muss, um das eigene Glück zu sehen.

Lea und Rahel jedenfalls scheinen nichts um sich herum mehr richtig wahrzunehmen. Sie schauen ausschließlich auf sich selbst. Rahels Magd bringt stellvertretend für Rahel zwei Söhne zur Welt. Die bekommen von Rahel regelrechte Kampfnamen: Dan, nennt sie den ersten, mit der Erklärung: Gott hat mir Recht verschafft. Und den zweiten nennt sie Naftali und sagt: Gotteskämpfe habe ich mit meiner Schwester gekämpft – und ich habe gesiegt.

Das wiederum lässt sich Lea, die doch Mutter von vier Söhnen ist, jetzt aber auch nicht bieten. Sie führt nun auch ihrerseits ihre Magd ins Feld, da sie selber scheinbar keine Kinder mehr bekommt. Es könnte immer weiter so hin und her gehen. Lea bekommt dann sogar doch noch drei weitere eigene Kinder – und Rahel hat immer noch kein einziges…Aber dafür hat Lea noch immer das Gefühl, die Ungeliebte zu sein und Rahel wird von Jakob geliebt.

Das Einzige, was den beiden so in ihre Kämpfe verstrickten Schwestern und dem hilflos darein verwickelten Jakob helfen kann, ist die Erinnerung Gottes. V.22: Und Gott dachte an Rahel und erhörte sie und er öffnete ihren Mutterleib. Und sie wurde schwanger.

Endlich! Gott gedenkt an Rahel. Sie hat in Gottes Herzen und in seinem Plan einen Platz. Ohne Joseph, den Sohn Rahels, würde die ganze Schar der Brüder einige Jahre später verhungern. Aber ohne die Söhne Leas ginge es auch nicht weiter, denn aus der Nachkommenschaft Judas stammt Jesus Christus. Gott braucht sie beide. Und dadurch, dass er nun auch endlich der Rahel gedenkt, unterbricht er den Teufelskreis. In dem Moment wird Jakob aktiv und nimmt das Leben wieder in die Hand.

Letzte Woche hatten wir in der Predigt schon das Bild von dem goldenen Faden, der in die Geschichte hineingewoben ist – auch wo sie den Beteiligten düster scheint.

Auch hier finden wir diesen goldenen Faden ganz deutlich. Es ist die Güte Gottes, sein Erinnern. Er nimmt die Bedürftigen in den Blick. Und begegnet ihren Sehnsüchten.

Ist das nicht auch ein Trost für uns heute? Wenn wir uns am Rande fühlen, wenn es bei anderen besser zu laufen scheint, wenn wir uns abgelehnt oder vergessen fühlen: Gott wendet sich zu.

Es gibt Menschen, die haben viel Schweres erlebt, und doch merkt man ihnen keinerlei Bitterkeit an. Sie wirken versöhnt und heil. Vielleicht ist das Geheimnis dafür eben genau jenes sich nicht in Konkurrenzkämpfe verwickeln Lassen. Sich nicht vergleichen. In dem, was ich habe, Gottes goldenen Faden entdecken.

Vielleicht kann so gegen die massive Bitterkeit, die manches Leben prägt, ein anderes Lebensgefühl entstehen: Gottvertrauen. Gottvertrauen als Lebensgefühl.

Und aus diesem Lebensgefühl heraus könnte dann auch die tiefe Wunde der Lea heilen. Diese große Frage nach dem Selbstwert.

Am Anfang der Predigt hab ich die Frage schon mal aufgeworfen. Woran hängt der Selbstwert? Wenn man hier in dieser Geschichte sucht, findet man relativ schnell eine Antwort: Lea fühlt sich ungeliebt. Genau darin besteht das Problem. Ihr Ringen um Jakobs Liebe ist ein verzweifelter Ausdruck ihres Grundgefühls nichts wert zu sein.

Genau so einfach ist es vielleicht auch bei uns oft. Die Frage danach, wie wertvoll ich mich selbst fühle, hängt daran, wie geliebt ich mich weiß. Das fängt bei kleinen Kindern schon an: Kinder, die sich geliebt wissen, treten mit deutlicherem Selbstbewusstsein auf. Und bei Erwachsenen ist das nicht anders: wer sich geliebt fühlt, erscheint sicherer, selbstbewusster, als jemand, der von der tiefen Unsicherheit durchdrungen ist, ob es eigentlich in Ordnung ist, dass er oder sie gerade hier ist.

Das sagt sich leicht, wenn man umgeben ist von Menschen die einen lieben. Aber wie hilft das dem, der ja gerade daran leidet, dass er keinen hat, der ihn liebt? Was hilft denn der jungen Frau, die ihr Leben lang mit dem Gefühl lebt, dass sie eigentlich unerwünscht ist. Nicht schlau, schlank oder schön genug, um mit den Anderen, um mit Rahel mitzuhalten.

Vielleicht werfen wir noch mal einen Blick zurück in die Geschichte, die in Gen 29 und 30 und den folgenden Kapiteln erzählt wird: noch mal einen Blick auf Lea.

JHWH sah Lea. Lea, die Zurückgesetzte, wird von Gott begnadet und reich gemacht. Gott liebt Lea. Sie ist ihm wertvoll. Für Lea wird es sogar ein Happy End geben. Sie wird die Stammmutter Israels. Sie ist es, die den Großteil der zwölf Söhne Jakobs zur Welt bringt, aus denen die zwölf Stämme Israels werden. Sie wird begraben werden mit Abraham und Sara, Isaak und Rebekka, und an der Seite Jakobs. Und sie ist es, deren Sohn Juda in der Vorfahrenliste Jesu auftaucht.

Gott hat Großes mit Lea vor. Sie ist für ihn kein kleines Rädchen am Rande der Geschichte, auch wenn es für sie selbst über lange Strecken der Geschichte so aussehen mag.

In der Bibel finden wir keine klare Aussage, ob Lea eines Tages glücklich war. Das ist auch keine Kategorie, die da behandelt wird. Aber mir fällt auf, dass in der Familie Frieden einzukehren scheint, als Rahel endlich ihren Sohn hat. Lea und Rahel halten sogar von da an zusammen, gegen ihren Vater.

Vielleicht hat Gott wirklich Leas Herz erreicht. Vielleicht hat sie es letztendlich verstanden: Ich bin geliebt. Gott liebt mich. Er wendet sich mir zu.

Und wer geliebt wird, der oder die kann sich selbst lieben. Wer geliebt wird, kann sich selbst annehmen. Wer geliebt wird, wer liebevoll angesehen und wahrgenommen wird, kann sich selbst barmherzig begegnen. Und wird fähig zum Frieden mit denen um sich herum.

So eine Liebe, die das in uns bewirkt, die kommt nicht von irgendwo her. Die können wir auch von keinem Menschen erwarten. Menschen können lieben, können Liebe weitergeben. Aber diese Liebe, die wirklich ins Herz trifft, und die in einem Menschen jeden Zweifel ausräumt, ob er oder sie wirklich gewollt ist, diese Liebe kann nur Gott schenken. So wie er sich Lea zuwendet, so sind auch wir darauf angewiesen. Wir müssen wahrscheinlich einfach nur Sehnsucht danach haben und behalten. Uns nicht mit Halbheiten abspeisen lassen oder mit weniger zufrieden geben. Dann kann er unseren Fragen und Zweifeln und Ängsten begegnen und auch tief in uns den Selbstwert pflanzen, der aus der Gewissheit kommt, dass wir vor ihm in Ordnung sind. Richtig. Gerecht gemacht.

Ich stelle mir vor, wie Leas Augen eines Tages klar werden, weil sie nicht mehr nach innen blicken und nach ihrem Wert suchen muss. Und wie sie dann erhobenen Hauptes vor uns steht und sagt:

„Ich bin Lea. Ich bin geliebt von Gott. Ich bin ihm wertvoll und darum bin ich mir selbst etwas wert. Ich bin ich.“ -

Und der Friede Gottes, der größer ist als all unser Verstehen, bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.

Amen.