Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über 1. Mose 8,22

Superintendent Dr. Helmut Kirschstein

19.10.2008 Rundfunk-Gottesdienst zum "Männersonntag"

Hier die Predigt hören

Anmerkung: Die von Herrn Kirschstein verfassten Dialoge wurden von Männern des Norder "Männerkreises Ludgeri" gesprochen.

 

 

DIALOG I

 

ZEITUNGSMELDUNGEN:

„Das Wetter spielt verrückt – oder sind es die Menschen?“

A      Hast Du das gelesen? Hier, im OSTFRIESISCHEN KURIER. [ Zeitungsrascheln ]

B      Nee, lies doch mal vor!

A     „Norderneyer Wetterwarte stellt Rekord fest – Klimawandel: Noch nie war der Monat August so nass wie in diesem Jahr“. Dabei reichen die Wetterbeobachtungen auf Norderney über 100 Jahre zurück...

B      Überrascht Dich dieser traurige Rekord? Dazu brauch ich keine Zeitung, das hab ich auch so gemerkt: So einen verregneten „Hochsommer“ habe ich noch nicht erlebt! Mensch, wir sind doch regelrecht abgesoffen, und das gleich ein paarmal: Erst zu Hause der Keller, dann mit den Kindern beim Camping...

A      Aber hier steht auch was zu den Temperaturen: Die Wetterwarte Norderney kann belegen, wie stark die Temperatur gestiegen ist – die mittlere Temperatur seit 1895: Die lag damals bei 7,5 Grad. Und jetzt rate mal, wieviel höher die jetzt ist: die mittlere Jahrestemperatur 2008.

B      Keine Ahnung. Aber wenn Du schon so fragst: Ein halbes Grad höher? Das wäre schon viel. Oder – ein ganzes Grad höher?

A      Halt Dich fest: Drei Grad höher! Statt 7,5 Grad liegt die durchschnittliche Jahrestemperatur jetzt bei 10,5 Grad.

B     Wahnsinn! Aber wenn ich an das letzte Jahr zurückdenke –

A      Genau, der April, weißt Du noch, da konnten wir meinen Geburtstag draußen feiern – das war der „wärmste, trockenreichste und sonnenreichste Monat April“ seit Menschengedenken. Steht hier auch.

B      Hochsommer im April, Sintflut im August. Und Schnee wird für unsere Kinder in Ostfriesland zum Fremdwort. Das Wetter spielt verrückt.

A     Das Wetter? Ich glaube eher, die Menschheit auf diesem Globus spielt verrückt! Ich hab´ das Gefühl: Unsere Generation verzockt alles, was sich über Jahrmillionen in der Natur aufgebaut hat. Die tropischen Regenwälder werden abgeholzt – immer mehr Autos, Kraftwerke und Industrieanlagen treiben den CO2-Ausstoß ins Gigantische – gegen das Ozonloch wird nichts unternommen – da ist der Treibhauseffekt doch die logische Folge, das kann ich Dir als Ingenieur ausrechnen!

B      Warte, da hab´ ich auch was gelesen, die Meldung ist schon etwas älter [ kramt unter Zeitschriftenstapel einen Artikel hervor], hier, Überschrift: Klimawandel in der Arktis: Der Nordpol könnte im Sommer abschmelzen. „Nach Einschätzung eines US-Wissenschaftlers könnte der Nordpol in diesem Sommer erstmals seit Menschengedenken eisfrei werden.“ Dabei ist das arktische Gletschereis in den letzten 20 Jahren sowieso schon um 40 % zurückgegangen...

A     Und – ist der Nordpol abgeschmolzen? Der Sommer ist vorbei, und das Thema ist durch! Wahrscheinlich werden bestimmte Kreise gleich wieder sagen: Alles Panikmache, alles halb so schlimm.

B      Aber hier heißt es weiter: „43 Inselstaaten droht buchstäblich der Untergang.“ Inseln werden verschwinden, Millionen Menschen müssen vor Überflutungen fliehen, dagegen drohen Afrika Dürrekatastrophen von ungeahntem Ausmaß. Da ist es doch egal, ob der Nordpol schon in diesem Jahr abschmilzt oder erst 2020, wir haben nur noch eine Galgenfrist, das steht fest! Es ist allerhöchste Zeit, um zu handeln!

A      Aber wie? Mal ehrlich – was können wir schon tun?

 

 

 

 

DIALOG II

Streitgespräch:

„Südsee statt Nordsee“ – oder: Alles halb so schlimm?

 

A     Ich weiß gar nicht, was diese Miesmacherei eigentlich soll.                         Klimawandel, Klimawandel!! Das Klima hat sich immer schon gewandelt.

B      Aber doch nicht so dramatisch! Und nicht in so kurzer Zeit.

A      Papperlapapp! Heutzutage ändert sich doch alles viel schneller als vor 100 Jahren. Die Technik, die Mode, die Musik. Und eben auch das Wetter.

B      Na hör mal – wenn sich die Mode alle paar Jahre komplett verändert, muss das doch niemand bedrohlich finden. Aber beim Wetter – da hört der Spaß auf.

A      Ach Quatsch! Vielleicht fängt der Spaß erst richtig an: Im Sommer wird’s jetzt total heiß, da haben wir hier Südsee statt Nordsee. Was meinst Du, wie das den Tourismus in Ostfriesland ankurbelt! Mehr Arbeitsplätze, die Wirtschaft brummt...

B      Also mir brummt eher der Schädel, bei dem Blödsinn, den Du da erzählst. Wenn der Klimawandel wirklich so kommt, wie die meisten Wissenschaftler das annehmen – dann steigt der Meeresspiegel so hoch – da hilft uns kein Deichbau mehr! Dann guckt von der Stadt Norden vielleicht nur noch der Turm von Ludgeri aus dem Wasser, und über der Osterstraße planschen die Delfine.

A      Du bist und bleibst ein Miesmacher. Bisher hat die Menschheit immer noch alle Probleme in den Griff gekriegt.

B      Na klar, in Tschernobyl zum Beispiel! Mannomann, ist Dir nicht aufgefallen, dass die Zahl der Tornados wächst – jedes Jahr wird’s schlimmer, und selbst die USA mit all ihrem Reichtum schaffen es nicht, ihre Leute zu schützen! Hast Du nichts davon gehört, dass sich die Wüsten ausbreiten und immer mehr Menschen immer weniger Trinkwasser haben? Und ist Dir eigentlich egal, dass durch diesen Klimawandel die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten aussterben könnte? Aber für Schmetterlinge hast Du wahrscheinlich wenig übrig.

A      Ach was, Du bist ein Romantiker! Wir sind Menschen, wir sind Männer, keine Schmetterlinge! Wir haben die Power, dagegenzuhalten.

B      Das haben die Dinosaurier auch gedacht. Und dann kam der Klimawandel, und dann waren sie tot. Alle. Ausgestorben.

 

 

 

PREDIGT

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus

 

und die Liebe Gottes

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes

sei mit Euch allen. Amen

 

 

 

Liebe Gemeinde,

(1)

 

„Sinner, you know,“ hat der Gospelchor eben gesungen: „Sinner, you know, you´re bound to die“ - „Sünder, du weißt doch, dass Du sterben musst“ - aber stimmt das eigentlich: Wissen wir noch, dass „Sünde“ tödliche Auswirkungen hat, für uns selbst – für andere? Wer weiß das noch? Wen  kümmert´s?

 

Die geschundene Erde schreit zum Himmel – geschunden von uns Menschen, von manchen mehr, von anderen weniger, so oder so, „Sünde“ ist gar kein Ausdruck dafür, Wahnsinn ist das, was da passiert, in unserer Generation, weltweit. Die Menschheit ist dabei, Gottes heilige Schöpfung zu zerstören, unumkehrbar, unwiederbringlich, nicht nur ein bisschen, sondern komplett. Die Pflanzenwelt, die Tierwelt und Millionen Menschen haben schon jetzt darunter zu leiden, und Milliarden Menschen werden noch viel katastrophaler darunter leiden müssen, wenn nichts Entscheidendes passiert.

Aber jetzt – passiert ja etwas Entscheidendes: 700 Milliarden Dollar werden bereitgestellt, kaum zu glauben, die unfassbare Summe von 700 Milliarden Dollar – na bitte, es geht doch! Aber wofür? Zum Schutz unsrer einen Erde? Zur Hilfe für Millionen Klima-Opfer? Zur Abwendung der gigantischsten Klima-Katastrophe seit dem Untergang der Dinosaurier? Nein – zur Rettung der US-amerikanischen Wirtschaft!

 

Gut, ich weiß auch, dass es um Arbeitsplätze geht, um den Lebensunterhalt vieler Menschen. Ich verstehe auch, dass aus der Bankenkrise keine Wirtschaftskrise werden soll. Darum sollen ja alle Steuerzahler gemeinsam dafür sorgen, dass der Staat den Banken die „faulen Kredite“ abkaufen kann, die die Banken und ihre Millionen verdienenden und Milliarden verzockenden Manager in den Sand gesetzt haben. Alle Steuerzahler? Nein, die werden ja unmittelbar gar nicht zur Kasse gebeten, der Staat selber verschuldet sich einfach noch einmal in gigantischer Höhe, der Staat lebt noch einmal auf Pump, um den Banken, die auch schon alle auf Pump gelebt haben, Kredite abzunehmen für Millionen Menschen, die auch alle auf Pump gelebt haben. 700 Milliarden Dollar, damit das Leben auf Pump weitergehen kann! Und genau diese Wirtschaft – genau diese Art, mit Geld und mit Menschen und mit der Welt umzugehen: genau diese Art, auf Pump zu leben, pumpt die Erde aus – plündert Gottes heilige Schöpfung. 700 Milliarden Dollar – nicht zur Rettung des Klimas, sondern damit das Leben auf Pump weitergehen kann! Das schreit zum Himmel!

 

(2)

 

„Sinner, you know, you´re bound to die“?! Wenn unser Gott – der Heilige, der Gewaltige, der großartige „Schöpfer des Himmels und der Erden“ jemals einen guten Grund gehabt hätte, dieser zum Verzweifeln gottlosen Welt eine Sintflut zu schicken – dann jetzt, dann in unserer Generation. Und wer weiß – vielleicht bringt die Klimakatastrophe genau das, bei steigendem Wasserspiegel und verrückten Wetterkapriolen: eine neue Sintflut?!

 

Aber nein, sagt die Bibel, nein, sagt Gottes Wort: Das wird nicht geschehen, Gott wird keine Sintflut schicken, Gottes Wille ist das nicht. Am Ende der legendären Sintfluterzählung, symbolträchtig in all ihren Grundzügen – am Ende dieser ewig weisen Geschichte sagt Gott angesichts der Katastrophe: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen – und die Begründung hört sich nach göttlicher Resignation an: – denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Aber trotzdem: Ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Ich nicht, sagt Gott. Mein Wille ist das nicht. Mein Wille ist für alle Zeiten auf den Rhythmus des Lebens gerichtet:

 

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören

Saat und Ernte, / Frost und Hitze, / Sommer und Winter, / Tag und Nacht. (1. Mose 8, 22)

 

Das ist mein Wille, sagt Gott. Dass eine Klimakatastrophe kommt wie eine neue Sintflut – das ist nicht mein Wille.

 

Aber so vieles, was geschieht, ist nicht Gottes Wille. So vieles geschieht gegen den erklärten Willen Gottes. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“ hat die Ökumenische Vollversammlung nach der Weltkriegs-Katastrophe 1948 feierlich erklärt, und wörtlich hat die EKD, unsere Evangelische Kirche in Deutschland, diesen Satz 2003 wiederholt, „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!“ - angesichts des drohenden Einmarschs in den Irak: Gottes Wille ist das nicht – und dennoch setzten sich die Mächtigen dieser Erde über Gottes Willen hinweg, mit furchtbaren Lügen und fürchterlichen Konsequenzen. So mächtig ist der gott-lose Mensch: eine tödliche Bedrohung. Und so ohnmächtig ist er den Folgen seines Handelns ausgeliefert: „Sinner you know, you´re bound to die!“

(3)

 

Aber nicht nur der Friede in einem Land – tödlich bedroht ist heute der globale Rhythmus des Lebens: Saat und Ernte, / Frost und Hitze, / Sommer und Winter, / Tag und Nacht. Vier Gegensatzpaare – wenn wir genauer hinsehen, merken wir erst, wie weise diese Paare einander zugeordnet sind, wie weise Gottes Wort uns hier den Lebensrhythmus erklärt: Die beiden Extreme des Klimas ( Frost und Hitze, Sommer und Winter) werden von Saat und Ernte am Anfang, von Tag und Nacht am Ende umrahmt. Was bedeutet das?

 

Saat und Ernte: Das ist der Rhythmus des Wirtschaftens, so, wie er jedem Menschen einleuchtet, der von seiner Arbeit noch nicht entfremdet ist: Immer braucht es eine Zeit des Säens, eine Zeit, in der wir mit unsrer menschlichen Kraft etwas einbringen in Gottes Schöpfung, das muss wachsen und gedeihen, dazu braucht es Pflege und Geduld, um eines Tages seinen Ertrag zu bringen. Saat und Ernte: Wehe, wenn Menschen ernten wollen, wo sie nicht  gesät haben – wehe, wenn keine Geduld mehr da ist („Zeit ist Geld!“) – wehe, wenn keine Reife mehr zugestanden wird, wehe, wenn nur noch das Abschöpfen des Gewinns zählt: Da wird der gute Rhythmus des Wirtschaftens zerstört: profit-geil und lebens-feindlich.

 

Tag und Nacht: Das ist der Rhythmus der Arbeit, so, wie er jedem Menschen einleuchtet, der sich nicht zu Tode schuften will, sondern im Wechsel von Arbeiten und Ausruhen lebt: Tag und Nacht – das ist wie Ausatmen und Einatmen, wie Alltag und Sonntag, und wehe, wenn der Feiertag nicht mehr heilig ist, wenn kein Sonntag mehr gilt, weil der Profit über alles geht, weil die Menschen wie Maschinen rund um die Uhr laufen müssen, weil die ganze Welt ein rund um die Uhr geöffnetes Einkaufs-Paradies sein soll, - wehe, wenn das Ein-atmen, das Auf-atmen für Leib und Seele vergessen wird – da droht die globale Atemlosigkeit, da droht der kollektive Burnout, denn da wird der gesunde Rhythmus des Arbeitens zerstört: profit-geil und lebens-feindlich.

 

Saat und Ernte am Anfang, Tag und Nacht am Ende – gesund ist, wer in diesem Rhythmus lebt und wirtschaftet und arbeitet. Gesund war das Klima – Frost und Hitze, Sommer und Winter – solange es in diesen gesunden Rhythmus eingebettet war. Aber nun ist ja eine ganze Generation längst daran, gegen Gottes erklärten Willen aus reiner Profitgier zu ernten ohne selber zu säen, abzuzocken ohne sich selber einzubringen, die Nacht zum Tag und den Sonntag zum Alltag und das Kaufen und Verkaufen zum Lebenssinn zu machen – eine ganze Generation, die die menschlichen Ressourcen auspowert und die Erde ausplündert und auf faulen Kredit hin lebt: auf Kosten unserer Kinder und Kindeskinder, auf Pump gegenüber Gottes Schöpfung. Das kann nur tödlich enden: Wenn die Menschheit den Rhythmus von Saat und Ernte, von Tag und Nacht zerstört, reißt sie auch Frost und Hitze, Sommer und Winter in die globale Katastrophe hinein. Gegen Gottes erklärten Willen.

(4)

 

Was uns jetzt noch retten kann? Ein radikaler Klimawandel! Und das bedeutet mehr als ein paar Maßnahmen zur Wetter-Regulierung. Was wir brauchen, ist ein radikaler Wandel des gesellschaftlichen Klimas, eine breite öffentliche Abkehr von der Börsen-Begeisterung und der Geiz-ist-geil-Mentalität und der Ich-will-Genuss-sofort-Einstellung auf allen Ebenen! Was wir brauchen, ist eine Rückbesinnung auf die Grundwerte des Lebens, eine Hinwendung zur Mitmenschlichkeit und zur Ehrfurcht vor Gott und vor seiner Schöpfung, ein Ernstnehmen der Zehn Gebote und des Wortes Gottes und des Willens Gottes – mit allen politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen! Diesen Klimawandel brauchen wir, damit es nicht zur globalen Klimakatastrophe kommt.

 

Und wenn dieses Thema nun ausgerechnet am Männersonntag dran ist – dann rufe ich Euch alle dazu auf, Männer wie Frauen: Nehmt alle angeblich so „männlichen“ Eigenschaften, und setzt sie ein für diesen Klimawandel: männlich stringent und mit technischer Phantasie. Macht Euch stark dafür – tretet tapfer dafür ein an Euren Arbeitsplätzen, in Eurer Freizeit, an Euren Stammtischen – seid mutig in aller Öffentlichkeit! Sagt es allen weiter: Unsere Welt braucht ein Klima, in dem nicht auf Pump gelebt wird, sondern aus Gottes Güte: dankbar und verantwortungsvoll.

 

Amen

 

„Auf und macht die Herzen weit...“ Gegen das Aus-pumpen der Schöpfung singen wir ein Loblied auf den Gott, der uns jeden Tag das Leben schenkt: Lied Nr. 454

 

 

 

 

DIALOG III

DISKUSSION:

„Was wir tun können“ – oder: Es gibt noch eine Chance!

A      Auf und macht die Herzen weit --- als ob das so leicht wäre! Ich mag mir das alles gar nicht ausmalen, was da noch auf uns zukommt:  Extreme Wetterlagen, Anstieg des Meeresspiegels, Hunger- und Wasser-Katastrophen, massenhaftes Aussterben von Pflanzen und Tieren, soziale Unruhen und Bürgerkriege – dabei bin ich nun wirklich kein Klima-Experte...

B     (unterbricht) ... aber warte doch mal! Ein paar Dinge haben wir doch schon kapiert: Der Temperaturanstieg darf auf keinen Fall mehr als 2O betragen – sonst bricht das Klima unumkehrbar zusammen. Um das Schlimmste zu verhindern, müsste man bis Mitte unseres Jahrhunderts den CO2-Ausstoß um 80 % bis 90 % reduzieren...

A     Und wie? Da müsste die ganze Welt ja zusammenarbeiten: die reichen Länder, die armen, die Schwellenländer auch. Und gar nicht auszudenken, was mit der Umwelt passiert, wenn jeder Chinese und jeder Inder erstmal sein eigenes Auto hat...

B      Aber da sind die reichen Länder wahrhaftig kein Vorbild. Die Amerikaner haben ja nicht mal das Kyoto-Protokoll unterschrieben – und pulvern ein Viertel aller weltweiten Emissionen in die Luft.

A     Siehst Du? Und wie können wir da erwarten, dass Chinesen und Inder und Brasilianer und Afrikaner zu einer besseren Einsicht kommen? Wir machen es ihnen doch vor! Apropos: Was tut eigentlich unsere Wirtschaft, was tut unsere Regierung gegen die Klimakatastrophe?

B      Na ja, die Bundesregierung will den Ausstoß an CO2 bis zum Jahr 2020 um 40 % senken –gegenüber 1990! Tatsächlich stehen dieses Jahr 2,6 Milliarden Euro für die Klimapolitik im Haushaltsansatz.

A     Das wäre schon gut, wenn Deutschland in puncto Klima-Rettung tatsächlich so eine Vorreiter-Rolle einnehmen würde...!

B      Das finde ich auch. Die Chance steckt in einem ganzen Bündel von Maßnahmen, wenn alle mitmachen: Energieversorger und Industrie, Forschung und Technik, Verkehr und Verbraucher.

A      Aber da steckt auch das Problem: Alle müssten an einem Strang ziehen! Nicht nur bei uns in Deutschland – weltweit! Ob das klappt???

B      Ich frage lieber anders herum: Was bleibt uns denn anderes übrig, wenn wir die Katastrophe noch im letzten Moment abwenden wollen?!

A      Du hast Recht. Was wir selber tun können – das sollten wir tun.

        Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben.

        Um Himmels willen: Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben.