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Predigt über die Weihnachtsgeschichte nach Lukas und Matthäus

Martin Oberkinkhaus (ev.-luth.)

24.12.2011

Weihnachten 2011

Hier können Sie die Predigt hören:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

 

Die Weihnachtsgeschichte  - neu bearbeitet und für den Funk nacherzählt  

(Teil 1) nach Lukas 1,26-38

 

Es war irgendwo in Kleinasien oder in der Ephesus, als die christlichen Gemeinden eines Tages ihr Silbernes Jubiläum feierten Vor 50 Jahren hatten sich erstmals Menschen versammelt, die einen neuen Glauben vertraten. Gottesfürchtige Juden und bis dahin gottlose Heiden verkündigten die Auferstehung eines gekreuzigten und auferstandenen Jesus.

Unter ihnen war ein Mann, der viele Menschen befragte. Was hat Jesus vor der Kreuzigung und vor seiner Himmelfahrt getan, was hat er gelehrt von Gott?

An diesem Tag erzählte eine altgewordene Frau mit Namen Maria von der Geburt dieses Jesuskindes:

 

Damals, vor achtzig Jahren regierte in der Stadt Jerusalem ein König Herodes. Er war ein Freund des römiscen Herrschers Augustus, dessen Soldaten das ehemalige Königreich Israel und viele andere Länder besetzt hielten. Obwohl Herodes König war, war er abhängig von Augustus.

 

Ich war ein heranwachsendes Mädchen und wusste von der Verheißung eines von Gott gesandten Retters. Die Propheten und Priester unseres Volkes nannten diesen Mann "Messias". Viele in unserem Volk hofften darauf, dass diese Verheißung Gottes Wirklichkeit wird.

Eines Tages besuchte mich ein Fremder in der Stadt Nazareth. .
"Ich bin Gabriel und komme von Gott" stellte er sich schon bei der Begrüßung vor. Ich wusste aus dem Buch des Ptopheten Daniel, dass Gabriel ein Engelfürst ist. Ich wusste: Irgend etwas hatte das zu bedeuten! Wenn Gott selbst einen Engel -sogar einen Engelfürsten- schickt - was konnte das sein?

 

Gabriel -er  war es wirklich- merkte, dass ich nicht so recht wusste, wie ich darauf reagieren sollte.

"Hab keine Angst!" sagte er zu mir. "Gott will Dich nicht bestrafen, sondern er hat Dich auserwählt, den Messias zur Welt zu bringen!"

Ich war sprachlos. Ich - ich soll den Messias zur Welt bringen? Wie sollte das geschehen?

Gabriel erzählte weiter:
"Es wird ein Kind in Dir aufwachsen. Nach Deiner Schwangerschaft wird es von Dir geboren und Du sollst ihm den Namen Jesus geben!"

 

Immer noch war ich sprachlos. Ich war damals verlobt mit dem Zimmermann Joseph. Noch nie hatte er mit mir eine Nacht verbracht. Ich war nie auch nur eine Viertelstunde mit ihm allein gewesen. Wir hatten uns beide an die traditionellen Sitten gehalten. Ein Kind von meinem Verlobten? Das konnte es nicht sein.

 

Gabriel verstand meine unausgesprochenen Fragen. Behutsam sagte er: "Er wird ein Kind des Höchsten genannt werden. Gott der Schöpfer des Lebens wird das in Dir bewirken. Sein Kind soll Sohn Gottes genannt werden."

 

In meine Fragen hinein hörte ich Gabriels Worte: "Damit Du ein Zeichen hast, dass Gott selbst dieses Wunder bewirkt, will ich Dir noch etwas sagen. Deine Verwandte Elisabeth, die schon so lange kinderlos verheiratet ist, erwartet ein Kind!"

 

Als der Engel Gabriel mir von diesem Wunder Gottes erzählte, da verschwand mein Zögern.

"Ich habe verstanden, dass es Gott der Herr ist, der den Messias durch mich in die Welt bringen will. Ich bin bereit zu tun, wie es Gott will."  Als ich das sagte, verabschiedete sich Gabriel.

 

 

 

Die Weihnachtsgeschichte (2) nach Lukas 1,39-66+1-25

 

Die altgewordene Maria erzählt einer Gemeinde die Geschichte der Geburt Jesu.

Im ersten Teil berichtete sie vom Besuch des Engels Gabriel bei ihr und dessen Mitteilung, dass sie ein Kind bekommen wird, ein Kind von Gott. Zusätzlich hatte Gabriel einen Hinweis gegeben, dass auch ihre kinderlos verheiratete Verwandte Elisabeth ein Kind erwartet. Hier folgt nun der zweite Teil in einer für den Funk bearbeiteten Fassung von Martin Oberkinkhaus. Maria erzählt:

 

 

Ich hatte vom Engel Gabriel gehört, dass meine Verwandte Elisabeth , die Frau des Priesters Zacharias, nach langen Ehejahren doch noch ein Kind erwartet. Ich beschloss, sie zu besuchen.

 

Elisabeth und Zacharias, der Priester, wohnten einige Tagesreisen entfernt Nazareth im Bergland der Landschaft Judäa. Als ich ankam und Elisabeth begrüsste, geschah etwas Seltsames. Das Kind bewegte sich in ihrem Bauch und Elisabeth sagte die Worte:

"Gesegnet bist Du, Maria und gesegnet ist das Kind in Deinem Bauch! In Deinem ungeborenen Kind begegnet mir Gott der Herr!"

Ich staunte über diese Worte. Der Heilige Geist imusste ihr diese Worte in den Mund gelegt haben.

Ich selber hörte mich sprechen, was ich seit dieser Stunde immer wieder spreche:

"Mein ganzes Leben lobt Gott den Herrn. Ich juble über meinen Heiland.

Vor ihm bin ich von geringem Wert und er hat mich unendlich wertvoll gemacht.

Aus diesem Grund werden mich viele Menschen beglückwünschen.

Der mächtige Gott hat an mir Großes getan. Sein Name schafft Heil für alle.

Wer ihm Ehrfurcht erweist, der erfährt seine Barmherzigkeit.

Er handelt mit seiner Macht immer wieder.

Er zerstreut Hochmütige, er stǘrzt Machthaber von Thronen und erhöht Niedrige.

Hungernde beschenkt er und lässt Reiche leer ausgehen.

Er wendet sich seinem Volk Israel zu.

Er denkt an Sein Erbarmen

gegenüber Abraham und seinen Nachkommen."

.

Drei Monate blieb ich bei Elisabeth und Zacharias. Seit einigen Monaten hatte Zacharias nach einer Erscheinung während seines Tempeldienstes die Sprache verloren. Deshalb musste er von diesem an schweigen. Ich hörte später, dass er  acht Tage nach der Geburt wieder sprechen konnte. Da sollte der Name des neugeborenen Kindes bekanntgegeben werden. Da erzählte auch Zacharias von einer Begegnung mit dem Engel Gabriel im Tempel. Der Engel hatte ihm und seiner Frau in ihrem Alter ein Kind angekündigt. Weil Zacharias das nicht für möglich hielt, musste er schweigen.

Das Kind wurde Johannes genannt und wurde ein Prediger in der Wüste. Weil er dort am Jordan viele Menschen taufte wurde er "Johannes der Täufer" genannt.

 

 

Die Weihnachtsgeschichte (3) nach Matthäus 1,1-24                                         

 

Moderator:

In den ersten zwei Teilen hatte Maria, die Mutter Jesu, viele Jahrzehnte später, von den Begebenheiten vor der Geburt von Jesus erzählt. Sie hatte von ihrer Begegnung mit dem Engel Gabriel erzählt und von ihrem Besuch bei ihrer Verwandten Elisabeth. Sie muss über 90 Jahre, wahrscheinlich fast hundert Jahre alt geworden sein, als ihre Erzählungen von Lukas aufgeschrieben wurden.

In diesem Teil berichtet einer der Jünger mit Namen Matthäus, ein ehemaliger Mitarbeiter des Zoll,

von den Reaktionen ihres Verlobten.

 

Damals, vor über achtzig Jahren regierte in der Stadt Jerusalem ein König Herodes. Maria hatte schon erzählt, dass Herodes ein Freund des römischen Herrschers Augustus war.

Mit den Nachkommen der großen Könige David und Salomo hatte Herodes nichts zu tun. Beim Volk war er nicht beliebt, denn mit seiner Macht war die Besetzung des Landes verbunden. Die eigentlichen Herren im Land waren die römischen Besatzer, ohne die Herodes nichts tun konnte.

 

Die Familien der Maria und des Josef, ihre Freunde und Nachbarn hörten und sahen, dass Maria ein Kind vor der Hochzeit bekommt. Maria und Josef wurden Tagesgespräch. Die Leute redeten.

Offensichtlich hatten Josef und Maria sich nicht an die traditionellen Sitten gehalten. Schwanger konnte eine Frau seit Bestehen der Welt nur werden, wenn sie mit einem Mann intim ist. Offensichtlich waren sie intim gewesen - wer anders denkt, musste seine Augen verschliessen.

 

Maria hatte Ja gesagt zum Plan Gottes mit ihr. Bei Josef war das anders. Er war nicht gefragt wor-den. Keine Nacht, keine Viertelstunde, keine fünf Minuten war er mit Maria intim gewesen. Als Josef von dem werdenden Kind hörte, musste er denken, dass ein anderer Mann Vater des Kindes ist. Maria ist mit einem anderen Mann intim gewesen! So musste es sein. Konnte er dann, durfte er dann Maria heiraten, wie es seine Familien und er selbst wollte? Musste nicht der Vater des Kindes jetzt an Josefs Stelle treten, um sich um sein werdendes Kind kümmern zu können?

 

Die Meinung der Leute und die Erklärungen seiner Verlobten prallten aufeinander. Jahrhundertealte menschliche Erfahrungen und die wundersame Geschichte eines Mädchens über die Begegnung mit einem Engel beschäftigten seine Gedanken. "Ein Kind des Höchsten" und "Sohn Gottes" so sollte

das Kind der Maria, seiner Verlobten, nach der Verheißung des Engelfürsten Gabriel genannt werden! Konnte er, durfte er unter diesen Bedingungen Maria heiraten? Konnte er Ehemann einer Frau werden, die ein Kind eines anderen zur Welt bringt?

 

Josef musste entscheiden. Er machte es sich nicht einfach. Jeder im Dorf verstand, wenn er umge-hend nach der Bekanntgabe der Schwangerschaft das Verlöbnis gelöst hätte. Aus - vorbei!

Wie sollte er Maria das Ende mitteilen? Einen Boten schicken oder sollte er persönlich mit ihr reden? Mitten in der Nacht hört Josef einen Engel zu ihm reden "Josef - Sohn Davids!" Er, Josef,  ein Nachfahre des großen Königs David? Das hatte er längst vergessen. Verarmter Adel, nichts von Prinzen-Herrlichkeit am glanzvollen Hof des Königs! Was sollte denn das bedeuten?

 

"Heirate Maria!" sagte der Engel. "Mach Dir keine Sorgen um einen anderen Mann als Vater des Kindes! Es ist wirklich ein Kind des Heiligen Geistes. Du sollst den Jungen Jesus nennen und er wird sein Volk von Sünden erlösen!" Noch vor der Geburt des Kindes heiratete er Maria. Auf diese Weise wurde Jesus ein Nachfahre des großen Königs David.

 

 

Die Weihnachtsgeschichte (4) nach Lukas 2, 1-20

 

Moderator:

In den ersten zwei Teilen hatte Maria, die Mutter Jesu, viele Jahrzehnte später, von den Begebenheiten vor der Geburt von Jesus erzählt. Von ihrer eigenen Begegnung mit dem Engel Gabriel und der Schwangerschaft ihrer Verwandten Elisabeth. Im dritten Teil erzählte der  Matthäus von den Überlegungen Josefs, des Verlobten Marias. Da ging es um seine Reaktion seiner Reaktion auf die Nachricht, dass seine Verlobte ein Kind von einem anderen bekommt. 

In diesem Teil erzählt wieder Maria, unter welchen Umständen Jesus geboren wurde.

 

Matthäus hatte bereits erzählt, dass Josef ein Nachfahre des großen Königs David war. Aus diesem Grund mussten wir noch vor dem Geburtstermin nach Bethlehem reisen. Der Kaiser in Rom hatte bestimmt, dass in den besetzten Ländern eine Zählung aller Menschen erfolgen sollte. Er konnte da-mit die zu zahlenden Steuern der besetzten Länder genau berechnen. Josef und ich bereiteten uns auf die Reise vor. Hochschwanger musste ich jeden Tag mit der Geburt rechnen. Wir kamen bis in die Stadt Davids, des großen Königs. Da setzten die Wehen ein.

 

Wegen der vom Kaiser angesetzten Zählung waren die Übernachtungsquartiere von vielen Menschen besetzt. Für eine Hochschwangere mit einsetzenden Wehen waren die überbelegten Massenquartiere keine angemessene Umgebung. Wo sonst Tiere sich an einer Futterkrippe sammelten, da kam Jesus, Euer Herr und Heiland zur Welt. Wie alle Neugeborenen wickelten wir den Jungen in Windeln und legten ihn an den Platz, wo sonst die Schafhirten ihren Tieren das Futter bereiteten.

 

Ich konnte ein wenig schlafen und erholte mich von der Geburt. Leise Stimmen weckten mich. Da waren Hirten bei uns. Menschen, die nach Schafen rochen und Hirtenstbe in der Hand hielten. Was wollten diese Leute? Einer der Hirten kam zu mir. Leise sagte er: "Wir hatten eine Begegnung mit einem Engel. Er redete von großer Freude für alle Menschen." Der Hirte machte eine Pause. Dann redete er weiter: "Heute ist Euch in Bethlehem der Messias geboren, der Retter und Herr! Er sprach von einer Futterkrippe, in der ein Kind in Windeln liegt!" Deshalb sind wir hier!

 

Die altgewordene Maria schloss für einen Augenblick die Augen, als wenn sie wieder mitten in den den Geschehnissen vor und nach der Geburt in Bethlehem weilt. Der Hirte erzählte von einem großen Chor der Engel auf dem freien Feld und von dem Lobgesang der versammelten Boten Gottes. "Ehre sei Gott in der Höhe und auf der Erde. Friede soll werden und für immer sein bei

allen Menschen." Ja - so ist es geworden und so soll es weiter sein.

 

 

 

Die Weihnachtsgeschichte (5) nach Lukas 2, 21-40

  

Moderator:

In den ersten vier Teilen wurde erzählt von Begebenheiten vor der Geburt und von der Geburt Jesu erzählt. In Begegnungen mit Maria, Zacharias, Josef und Hirten auf dem Feld wurde das Handeln Gottes, die Ankunft des Messias Jesus angekündigt.

Heute erzählt noch einmal die altgewordene Maria von Begegnungen im Tempel.

 

"Das Gesetz des Mose schreibt uns Juden die Beschneidung am achten Tag vor und die Vorstellung des Kindes im Tempel. Das Kind sollte dem Dienst für Gott geweiht werden. So war es Vorschrift  im Gesetzbuch des Mose. Deshalb machten wir uns auf den sieben Kilometer-langen Weg nach Jerusalem zum Tempel. Dieser Tempel des Königs Herodes ist vor kurzem zerstört worden, als einige aus unserem jüdischen Volk einen Aufstand gegen die Römer wagten. Es hat ihnen und uns nichts gebracht als die Zerstörung des Tempels und die Vertreibung unseres Volkes. .

 

 

Wir hatten uns Opfertiere besorgt und kamen in diesen Tempel. Schon am Eingang begegnete uns ein alter frommer Mann. Er hieß Simeon. Als er das Kind sah, nahm er es in seine Arme und wir hörten ihn laut beten: "Herr, mein Gott, nun kann ich in Frieden sterben. Denn Du hast Dein Versprechen eingelöst. Ich habe gesehen, dass Dein Heil vor allen Völkern in die Welt gekommen ist. Ich habe Licht für Heiden gesehen und Deine Herrschaft für Dein Volk Israel!"Dann segnete er uns.

 

Kurz darauf trat eine alte Frau zu uns, eine Prophetin mit Namen Hanna. Sie war sieben Jahre verheiratet. Jetzt war sie eine Witwe mit 84 Jahren, vielleicht so wie ich. Sie betete viel und diente Gott mit ihrem ganzen Leben. Diese Prophetin Hanna sah das Kind und begann, Gott zu loben und über die Erlösung Jerusalems zu sprechen. Alle, die in der Nähe waren, hörten ihre Worte.

Ich aber habe Hanna nie mehr in meinem Leben vergessen", sagte Maria zu den Menschen, die sich um sie versammelt hatten, um von ihr als unmittelbare Augenzeugin von der Zeit zu erzählen, in der Jesus der Heiland der Welt geboren wurde.

 

Die Weihnachtsgeschichte (6) nach Matthäus 2, 21-40

Moderator:

In den ersten fünf Teilen wurde erzählt von Begebenheiten vor der Geburt und von der Geburt Jesu erzählt. Begegnungen von Engeln mit Maria, Zacharias, Josef und Hirten auf dem Feld sowie frommen Menschen im Tempel erzählten vom Handeln Gottes und der Ankunft des Messias Jesus.

Heute erzählt Matthäus von fremdländischen Besuchern nd vom Argwohn des Königs Herodes.

 

In der christlichen Gemeinde in Kleinasien oder in Ephesus saßen die Gemeindeglieder in den 80er oder 90er Jahren des ersten Jahrhunderts nach Christi Geburt mit Maria der Mutter Jesu und den Jüngern Lukas und Matthäus zusammen, um von den Dingen zu hören, die vor und nach der Geburt Jesu passierten. Heute erzählt der ehemalige Zollmitarbeiter Matthäus, was er aus dieser Zeit erfahren hat.

 

"Ich hatte schon wie Maria erzählt, dass Josef an dem Verlöbnis festhielt und sie noch vor der Geburt heiratete. Maria hat euch von den Hirten erzählt, denen Engel erschienen waren. Ich will Euch heute von fremdländischen Besuchern erzählen, die zu dem Jesuskind aus weiter Ferne angereist waren.

 

In jener Zeit traf eine Reisegruppe aus dem Ausland in Jerusalem ein. Sie meldeten sich bei den Wachen des Königs Herodes. Sie wollten zur Geburt eines neugeborenen Königs gratulieren.

Der König hieß sie willkommen und fragte genauer nach. Die Gäste waren Magier, sternkundige Leute und hatten die Geburt eines neuen Königs der Juden in den Sternen gesehen. Sie hatten sich sich auf die monatelange Reise in das Land der Juden gemacht,um diesem Königshaus Ehre zu erweisen.

 

In der Familie des Herodes gab es in letzter Zeit keine Geburten. Einige Tage sollten sie seine Gäste sein, während er Genaueres erforschen wollte. Herodes berief alle Schriftgelehrten und die Hohen-priester zu einer Eil-Sitzung zusammen. Er wollte wissen, wo denn der in den Heiligen Schriften angekündigte Messias geboren werden soll. Die versammelten Kundigen der Heiligen Schriften antworteten ihm: In der Stadt Davids, also in Bethlehem. Diese Auskunft gab er den sternkundigen Magiern. Sie machten sich auf den Weg wenige Kilometer nach Bethlehem.

 

Den Weg nach Bethlehem führte sie ein Stern, den sie zwischenzeitlich verloren hatten. Als dieser Stern in Bethlehem über einem Haus stehen blieb, gingen sie hinein. Sie fanden das Kind und seine Mutter Maria. Die fremdländischen Magier, die zu einer anderen Königreich und zu einer anderen Religion gehörten, waren an ihrem Ziel. Sie knieten vor dem Kind und seiner Mutter und beteten. Danach verteilten sie für das Kind und seine Mutter wertvolle Geschenke.

 

Obwohl König Herodes um ihren Bericht gebeten hatte, zogen die Fremden weiter. Er hatte ihnen erklärt, dass er selbst das Kind ehren wollte. Doch Herodes wartete vergeblich. Er fürchtete, dass der neugeborene König ihn aus dem Amt drängen würde. Er befahl deshalb, alle in den letzten zwei Jahren in Bethlehem geborenen Kinder zu töten. Maria und Josef hörten davon und flüchteten nach Ägypten. Nach dem Tod des Königs Herodes zog die kleine Familie nach Nazareth."