Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Jakobus 1,12-18

Kirchenrat Dr. Rainer Oechslen

03.02.2008 in der Evangelischen Morgenfeier des Bayerischen Rundfunks

Hier die Predigt hören

Anmerkung: Die kursiv gesetzten Abschnitte der Predigt wurden von einer Sprecherin des Bayerischen Rundfunks gelesen.

 

I

Stellen Sie sich vor, liebe Hörerinnen und Hörer: ein Theater in Moskau um das Jahr 1930.

Die „Masse der Werktätigen“ – so nennt man in dieser Zeit die Leute – sucht Unterhaltung.

Das Varietétheater hat seine Plakate überklebt mit einem Zettel:

„Heute und täglich im Varietétheater

zusätzlich zum Programm

PROFESSOR VOLAND

Vorstellung in Schwarzer Magie

nebst Entlarvung.“

 

„Voland“ ist in Goethes „Faust“ ein Name, den der Versucher annimmt. Aber das weiß in Moskau offenbar niemand – oder man will es nicht wissen. So nimmt das Unheil seinen Lauf.

– Das erzählt Michail Bulgakow in seinem Roman „Der Meister und Margarita“.

 

Das Theater ist besetzt bis hinauf zur zweiten Galerie. Voland, ein eleganter Mann im Frack, tritt auf mit seinem Assistenten Fagott und einem riesigen schwarzen Kater. Sie beginnen mit Kartentricks. Dann findet ein Mann in seiner Tasche neben den Karten ein Bündel mit Zehnrubelscheinen.

 

„Die Nachbarn drängten sich zu ihm, er aber klaubte verdattert mit dem Fingernagel an der Banderole, um zu ergründen, ob die Zehnrubelscheine echt oder verhext wären.

´Wahrhaftig echt! Richtige Zehnerscheine! ´ schrie es freudig von der Galerie.

´So ein Spielchen können Sie mit mir auch machen! ´, bat ein Dickwanst im Parkett.

´Avec plaisir!´ antwortete Fagott. ´Aber warum nur mit Ihnen? Jeder wird eifrig mitmachen! ´ Und er kommandierte: ´Alles schaut nach oben! Eins! ´ In seiner Hand war plötzlich eine Pistole. ´Zwei! ´ Die Pistole fuhr hoch. ´Drei! ´, schrie er, ein Blitz zuckte auf, es rumste, und sofort flatterten aus der Kuppel zwischen den Trapezen hindurch weiße Papiere in den Saal.“

 

Ein Tumult bricht aus. Jeder will die begehrten Scheine erhaschen. Die Leute steigen auf die Stühle, drängen einander zur Seite, krabbeln auf dem Boden herum.

Noch größer wird das Durcheinander, als Voland den Damen anbieten lässt, ihre alten Kleider und Schuhe gegen Pariser Modelle umzutauschen.

 

„Der Kater vollführte Kratzfüße und machte mit der Vorderpfote einladende Gesten eines türöffnenden Portiers: `Guerlain, Chanel Nummer Fünf, Mitsouko, Narcisse noir, Abendroben, Cocktailkleider.´… Von allen Seiten strömten die Frauen auf die Bühne. In dem allgemeinen aufgeregten Gerede, Gelächter und Geseufze hörte man eine Männerstimme: ´Ich erlaube es nicht!´ und eine Frauenstimme: ´Du bist ein Despot und ein Spießer! Lass meinen Arm los!´ Die Frauen verschwanden hinterm Vorhang, ließen ihre Kleider dort und kamen in neuen wieder zum Vorschein. Auf Hockern mit vergoldeten Beinen saß eine ganze Reihe von Damen, die mit neubeschuhten Füßen energisch auf den Teppich stampften.“

 

Es ist wie ein großer Karneval. Doch die Vorführung nimmt kein gutes Ende – natürlich nicht. Es ist ja eine „Vorstellung in Schwarzer Magie nebst Entlarvung“ angekündigt worden. Die Entlarvung, die Auflösung der Illusion, geschieht allerdings sehr anders, als man es bei einer Zaubervorstellung erwartet: Zuletzt stellt Voland noch einen Theaterfunktionär, der an diesem Abend das Varieté besucht, wegen einer heimlichen Liebschaft bloß – vor seiner Ehefrau. Der Mann hat mit Donnerstimme von der Galerie heruntergerufen: „Bürger Artist! Wir warten auf die Entlarvung.“ Seine Entlarvung folgt auf dem Fuß. Voland fragt nur: „Genosse, wo haben Sie den gestrigen Abend verbracht?“ Der Rest ergibt sich von selbst.

 

Dann ist die Vorstellung zu Ende. Doch gleich danach gibt es auf der Straße einen noch größeren Tumult. Die Damen, die sich in die neueste Pariser Mode gekleidet hatten, werden „entlarvt“ im buchstäblichen Sinn. Ihre Kleider lösen sich in Luft auf. Nur in der Unterwäsche stehen sie an der Haltestelle der Straßenbahn.

 

Die Leute haben sich verführen lassen. Nun sind sie lächerlich – groteske Spottfiguren.

 

Wer Bulgakows Buch liest, merkt bald: Hinter Voland, dem Verführer, erscheinen die Umrisse eines anderen Verführers, Josef Stalin.

 

Oft wollte ich lachen bei der Lektüre und ebenso oft blieb mir das Lachen im Halse stecken. Nach der Geschichte des 20. Jahrhunderts muss es einem eiskalt ums Herz werden, wenn die Schatten der großen Verführer auftauchen.

 

Der Roman von Bulgakow ist ein Gleichnis der Versuchung. Der Versucher verführt die Menschen, er lockt sie. Er packt sie bei ihren Begierden. Er lässt sie eine Zeit lang nach seiner Pfeife tanzen. Am Ende wirft der Versucher die Menschen achtlos zur Seite, macht sie zum Gespött. Und sie müssen noch froh sein, wenn ihnen nichts Schlimmeres zugestoßen ist als die Lächerlichkeit. Die Leute sind ausgenutzt worden, ja; aber sie haben sich der Versuchung geradezu angeboten. Nun, da sie ihre Rolle gespielt haben, sind sie überflüssig.

 

Vielleicht sollte man nicht so ausführlich von diesen Dingen sprechen – aber ich glaube: Zur Versuchung gehört die Verblendung. Wir stehen schon mitten in der Versuchung, wir zappeln schon im Netz, wir sind schon dabei, uns lächerlich zu machen, aber wir sagen immer noch: „Wir sind freie Menschen. Wir folgen nur den Argumenten der reinen Vernunft.“

 

Musik

 

II

 

Der Verführer tritt auf. Doch Versuchung funktioniert auch ohne Teufel. Wir Menschen sind verführbar, weil die Versuchung aus unserem eigenen Herzen kommt, sagt die Bibel. Wir tragen die Versuchung schon immer in uns. Es sind unsere eigenen Begierden, die uns in Versuchung führen.

 

Hören Sie einen Abschnitt aus dem Brief des Jakobus. Heute, ein paar Tage vor Beginn der Fastenzeit, möchte ich mit Ihnen über die Versuchung nachdenken.

 

„Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“

 

Ein anderes Wort für „Begierde“ heißt „Sucht“.

Die erste und häufigste Sucht, bei Bulgakow wie in der Bibel, ist die Habsucht. Ein einziger Zehnrubelschein – heute wären das umgerechnet nur 30 Cent, aber in den Jahren um 1930 hatte der Rubel einen weit höheren Wert als heute. Damals verdiente ein Arbeiter in einer Kolchose etwas mehr als einen Rubel am Tag. Wegen eines Zehnrubelscheines machen sich die Leute in Moskau zum Affen, springen auf Stühle und krabbeln unter den Bänken herum – und das wenige Jahre nach einer kommunistischen Revolution. Keine Rede mehr vom neuen Menschen; die Leute sind verführbar wie eh und je.

 

An zweiter Stelle beschreibt Bulgakow die Eitelkeit. Ein älterer Ausdruck lautet: „Putzsucht.“ Vor lauter Sucht nach Schönheit entblößen sich die Menschen bis zur Lächerlichkeit.

 

Und drittens kommt die Geltungssucht. Wer kennt es nicht, das süchtige Verlangen nach Anerkennung, Geltung und Bewunderung? In Bulgakows Geschichte hat ein älterer Kulturfunktionär gleich zwei  junge, von ihm abhängige Frauen zu seinen Geliebten gemacht. Dabei geht es ihm gewiss nicht um Liebe. Es geht ihm nur um die Bestätigung: „Ich bin wichtig. Zu mir schauen die Frauen auf. Ich bin noch lange nicht alt.“

 

Es ist das Wesen jeder Sucht, dass sie niemals befriedigt wird. Soviel Geld gibt es nicht in dieser Welt, dass ein Habgieriger davon satt würde. Soviel Bewunderung kannst du einem geltungsbedürftigen Menschen nicht schenken, dass sein Bedürfnis nach Bestätigung für immer befriedigt wäre.

 

Die Frage ist: Wie können wir solchen Versuchungen widerstehen? Woher nehmen wir die Kraft zum Widerstand?

 

Musik

III

 

Die stärkste Macht im Kampf gegen die Versuchung ist ein Gebet, meine ich. Nicht umsonst heißt es im Vaterunser: „Und führe uns nicht in Versuchung.“ Täglich, manchmal mehrmals am Tag, beten wir Christen diese Worte. Wir rechnen mit unserer Versuchlichkeit, mit unserer Verführbarkeit und wir bitten um Kraft zum Widerstand.

 

Martin Luther schreibt in seiner Auslegung zum Vaterunser:

 

„Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, dass uns Gott behüte und erhalte, damit uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Missglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und wenn wir damit angefochten würden, dass wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten.“

 

Was mir an Luther am besten gefällt, das ist sein Kampfgeist. Er diskutiert nicht lange über die Versuchung. Er will den Kampf gegen sie gewinnen. Ich möchte seine Auslegung am liebsten auswendig lernen. Jesus legt uns sein Gebet in den Mund, damit wir in der Versuchung bestehen. Und Luther will, dass: „wir endlich gewinnen und den Sieg behalten.“

An anderer Stelle dichtet Luther:

 

                        „Führ uns, Herr, in Versuchung nicht,

                         wenn uns der böse Geist anficht;

                         zur linken und zur rechten Hand

                         hilf uns tun starken Widerstand.“

 

Starken Widerstand tun gegen die Versuchung von links und von rechts.

 

Ich stelle mir vor:

Jemand wird im Beruf vom Unglück verfolgt. Er hat viele Jahre bei seiner Firma gearbeitet. Nun geht sie in Konkurs. Leider ist er schon 52 Jahre alt, zu alt um eine neue Stelle zu finden, zu jung für die Rente. Möglicherweise beginnt nun der Abstieg. Man kann auch in unserem Land in bittere Armut geraten.Ich bin überzeugt, liebe Hörerinnen und Hörer: Viele von Ihnen kennen solche Geschichten, Geschichten von Leuten, die beruflich und sozial ins Abseits geraten sind.

Vielleicht wird so jemand auch krank. Es ist eine Tatsache, dass Menschen aus ärmeren und armen Bevölkerungsschichten viel häufiger krank werden als wohlhabende Leute.

 

Was ist daran die Versuchung? Ich denke, solche Situationen verführen Menschen dazu, dass sie das Gefühl für ihre Würde verlieren. Ihr Kampfgeist schläft ein. Es gibt so etwas wie eine verquere Lust am Opfer-Sein. Diese verdrehte Freude an der Ungerechtigkeit vertreibt noch den letzten Rest von Stolz und Selbstbewusstsein. Wer so weit ist, der will dann gar nicht mehr sehen, welche Möglichkeiten er selbst immer noch hat. Er scheint unausgesprochen die Botschaft auszustrahlen: „Mich dürft ihr ruhig benutzen und anschließend wegwerfen.“ Ich vermute, dass gerade diese geduckte Haltung Ausbrüche von Gewalt hervorbringt.

 

Wer in dieser Situation betet: „Und führe uns nicht in Versuchung“, der beginnt wieder zu kämpfen für sein eigenes menschenwürdiges Leben. Die Bibel hat ihren eigenen Ausdruck für Selbstbewusstsein und Würde. Das Wort heißt: Erwählung. „Gott hat mich erwählt“ – das bedeutet: Ich bin jemand. Ich habe noch in meiner Armut, noch in meiner Krankheit einen Namen, eine Würde, einen Platz in dieser Welt. Im zweiten Kapitel seines Briefes schreibt Jakobus:

 

„Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn liebhaben?“

 

Da spricht der Stolz der Armen, die proletarische Würde, die sich selbst nicht aufgibt und nicht den Kampf um Gerechtigkeit.

 

Ich glaube, häufiger als diese Versuchung von links ist die Versuchung von rechts.

Die Versuchung von rechts, das ist die Gier der Menschen, die doch scheinbar alles haben. Ich denke jetzt nicht zuerst an die schier astronomisch hohen Gehälter mancher Manager. Viel wichtiger ist, dass eine große Firma bei uns Werbung machen konnte mit dem Spruch: „Geiz ist geil.“ Wäre es mit rechten Dingen zugegangen, diese Firma hätte ihre Plakate schnell wieder einsammeln müssen, weil ihre Kunden massenhaft protestiert hätten. Aber es ging nicht mit rechten Dingen zu. Großen Teilen des Mittelstands sprach die Parole aus dem Herzen. „Man muss herausholen, was herauszuholen ist.“ So ähnlich dachten wohl die Kunden. Allerdings: Ich kenne einige Leute, die nach dieser Werbekampagne die Geschäfte der entsprechenden Kette nicht mehr betreten haben. Sie wollten nicht geizig sein. Denn sie wussten, dass der Geiz einen Menschen hässlich macht.

 

Das Gebet: „Und führe uns nicht in Versuchung“ heißt unter unseren Bedingungen der alltäglichen bürgerlichen Gier etwa folgendes: „Vater im Himmel, lass mich erkennen, was mein tägliches Brot ist. Lass mich genießen, was ich habe und lass mich dafür dankbar sein. Bewahre mich vor dem Geist des Ausnützens. Und vor allem: Bewahre mir die Großzügigkeit des Herzens.“

 

Die Versuchung von links bedeutet: den Kampf aufgeben und das Gefühl für die eigene Würde verlieren.

 

Die Versuchung von rechts heißt: Unersättlichkeit. Wer nicht mehr dankbar sein kann für die vielen wunderbaren Dinge des Lebens, der wird gierig und er verliert das Gefühl für die Mitmenschen. Ich glaube, das Schlimmste an der Versuchung von rechts ist die Zerstörung der Schönheit. Der Geiz verzerrt auch noch das schönste Gesicht. Und die Gier vernichtet die Anmut der Dinge.

 

Natürlich hat die Versuchung auch heute eine politische Gestalt. Die schaut anders aus als im Russland -  und im Deutschland – der 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts. Gefährlich ist sie gleichwohl.

 

Das Gebet: „Führe uns nicht in Versuchung“ ist deshalb zugleich ganz persönlich und ganz politisch. Es rechnet damit, dass die Versuchungen im politischen Leben nicht aufgehört haben, nicht aufhören werden. Es rechnet mit der Macht der Verblendung. Wer betet „Führe uns nicht in Versuchung“, der sagt damit: „Nimm mir die gefälschten, die künstlich geschönten Bilder aus den Augen. Nimm die Propaganda aus meinen Ohren. Öffne meine Ohren für die Wahrheit. Ich bin bereit sie auszuhalten. Öffne meine Augen für die Schönheit der Menschen und der Dinge. Ich will sie bewahren.“

Musik

 

 

IV

 

Einen Satz aus dem Jakobusbrief haben wir noch nicht gehört, den schönsten:

 

Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.“

 

Alles Gute, „alle vollkommene Gabe“, alles was wir Menschen brauchen, ist schon da. Unsere Gier kommt immer schon zu spät.

 

Einer der größten Theologen des letzten Jahrhunderts, Karl Barth, hat diesen Satz täglich als Tischgebet gesprochen. „Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist vom Wechsel des Lichts und der Finsternis.“ Das Licht von oben erleuchtet die Welt. Es leuchtet auch über meinem Tisch.

 

Ich glaube, es gibt neben dem Gebet noch eine zweite Kraft, die der Versuchung widersteht: die Freude am Leben, die Freude an all den Dingen, die einfach da sind, an den „vollkommenen Gaben von oben“.

 

Vor Jahren habe ich ein „ABC der Lebensfreude“ in die Hand bekommen, das mir viel geholfen hat und das ich manchmal Freunden geschenkt habe, wenn sie traurig waren.

 

Die Artikel in diesem ABC reichen von A wie „Abendspaziergang“ über K wie „Kuss“ bis hin zu S wie „Schlafen“ und „Schlagrahm“ und schließlich hin zu Z wie „Zuhausesein“. Ich erinnere mich besonders an die Beschreibung der Pellkartoffeln. Überraschend kommt Besuch. Freunde, die stundenlang im Stau gestanden sind, haben keine Lust mehr weiterzufahren. Plötzlich stehen fünf Leute in der Tür. Rasch kommt ein großer Topf mit Kartoffeln auf den Herd. Nach einer halben Stunde sitzt eine fröhliche Gesellschaft um den Tisch. Die Kartoffeln duften mit dem Käse um die Wette. Wer mag, trinkt ein Glas Rotwein dazu. Der Nachmittag wird zum Fest, zur „vollkommenen Gabe von oben herab“.

 

Auch das ist eine Geschichte vom Widerstand, vom leichten und lockeren Widerstand gegen die Gier. Vielleicht ist sie auch noch eine Geschichte vom Widerstand gegen die Hetze.

 

Noch in der verdrießlichsten Stimmung habe ich im „ABC der Lebensfreude“  immer ein Stichwort gefunden, das mich aufgemuntert hat, einen Hinweis auf eine Sache, die ich einfach genießen konnte. Und es waren in der Regel die einfachen Dinge, die mich gestärkt und getröstet haben, die guten, die vollkommenen Gaben von oben herab: das Abendrot, die Katze, die neugierig zur Terrassentür hereinschaut, der Duft der Kartoffeln auf dem Herd, die Kinderzeichnung an der Tür meines Arbeitszimmers.

Musik

 

V

 

Die Versuchungen werden nicht aufhören. Aber die Gaben, die Gott uns schenkt und das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat, werden uns beschützen. Deshalb wollen wir  beten:

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name,

dein Reich komme,

dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit.

Amen.

Es segne uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen