Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Johannes 4,5-42

Diakon Martin Höfer (ev.-luth.)

18.03.2017 Pfarreiengemeinschaft Niedernberg

Wir würden zu wenig trinken, liebe Schwestern und Brüder, so behaupten Mediziner bei uns immer wieder. Oft lesen oder hören wir diese Aussage, dass wir mindestens 3 Liter Wasser pro Tag trinken sollten. Da unser Körper zum Großteil aus Wasser besteht ist es lebensnotwendig, dass wir genügend am Tag trinken, damit die Körperfunktionen gut ausgeführt werden können, Gifte ausgespült werden und die Temperaturregelung in Gang bleibt.

Wer zu wenig trinkt bekommt Heißhunger, hat eine schlechte Verdauung, die Haut trocknet aus, Müdigkeit und Schwund der Muskelmasse, sowie Gelenk-und Kopfschmerzen sind oft eine Folge davon.

Wasser ist das Lebenselexier, das uns das Leben ermöglicht. Im Wasser wurde das Leben geschaffen, es ist Grundvoraussetzung für das Leben von Gottes Schöpfung hier auf unserem Planeten. Wasser ist das Element das am Leben und gesund hält. Trinken wir zu wenig davon, werden wir auf Dauer krank und lebensuntüchtig. Trinkwasser ist also unser wichtigstes Lebensmittel. 

Aber was macht die Menschen bei uns so undurstig, dass sie vergessen zu trinken? Viele meinen, sie hätten keine Zeit zum Trinken, andere fühlen sich zu abgelenkt durch die vielen Eindrücke und Beschäftigkeiten des Alltags. Wieder andere haben Angst, um ihre Figur, wenn sie etwas zu sich nehmen, was dick machen oder aufschwemmen könnte.

Und heute haben wir im Evangelium gehört, wie Jesus selbst um dieses Trinkwasser bittet. Er bittet, für die damalige Zeit ein absolutes Unding, als Mann eine Frau, und noch dazu eine aus Samarien darum. Noch dazu ist der Lebensstil dieser Frau nicht besonders rühmlich. Daher geht sie ja um die Mittagszeit zum Brunnen, da in der Hitze keiner sonst unterwegs ist, sie also von den Dorfbewohnern nicht gesehen wird, zumal diese längst schon ihre Tagesvorräte geschöpft haben. Und ausgerechnet dieser Frau gibt sich Jesus als der Messias zu erkennen. Er redet mit ihr in Bildern, Bildern von Wasser und Durst, Bilder, die die Frau verstehen kann und begreift. Und in diesen Bildern spricht Jesus von dem lebendigen Wasser, das er geben wird.

Ich finde es immer wieder verblüffend, wie die Bilder und Gleichnisse Jesu von damals, mit dem Wissen von damals aufgestellt, auch heute noch mit den Erkenntnissen von heute ausgelegt und gedeutet werden können. Dies wird ganz deutlich, wenn wir dies am Beispiel des Wassers von heute auslegen.

Jesus verspricht ein Wasser, das nicht mehr durstig macht, sondern vielmehr zur Quelle in uns wird.

Und wenn wir das auf unser Trinkverhalten übertragen, dann bedeutet doch das, dass die Menschen auch zu wenig von diesem Wasser Jesu trinken. Sie haben keine Zeit mehr und die stressenden vielen Zerstreuungen lenken von den Bedürfnissen nach dem Trinken ab. Gott hat keinen Platz mehr in ihrem Leben. Die Beschäftigung mit ihm, das Aufnehmen und Verinnerlichen seiner Lehre könnte zu Veränderung führen.

Ihre Seelen werden krank, ihre Hoffnungen und die Beziehungsfähigkeit leidet, Nächstenliebe und Barmherzigkeit haben Defizite. Egoismus und Heißhunger auf mehr, machen sich breit. Eine Lebensmüdigkeit und eine Dünnhäutigkeit wird immer mehr erkennbar. Lebenskrisen können nicht mehr so gut verkraftet sozusagen verdaut werden, es fehlt die Kraft schwierige Situationen zu bestehen. Das Leben schmerzt und erscheint sinnlos. 

Das ist bei Menschen, die dieses Wasser von Jesus gar nicht, oder zu wenig trinken. Aber wenn Menschen dieses Wasser tinken, dann werden sie doch selbst zur Quelle, wenn sie dieses Wasser in sich aufgenommen haben, dann können sie anderen davon zu trinklen geben, damit es diesen Menschen wieder besser geht.

So, wie diese einfache Frau im Evangelium in ihrem Ort die Menschen zu Jesus Christus und zum Glauben gebracht hat, so können auch wir die Menschen in unserem Umfeld zum Glauben führen. Wenn wir dieses Wasser Jesu trinken, also auch hierher kommen um sein Wort zu hören und die Eucharistie mit ihm zu feiern. Denn dann wird unser Durst gestillt und die Symptome des zu wenig Trinkens sind dann nicht mehr vorhanden. Jesu Wasser heilt, wie Heilwasser, die suchenden Seelen. Sein Wasser füllt unsere leeren Krüge und gibt ihnen Inhalt und Sinn. Wir können unseren Kollegen, Mitschülern, Nachbar und Bekannten zeigen, dass wir auch ohne Durst nach übermäßigem Konsum, der Gier und dem Geiz, dem Neid leben. Wir brauchen dem nicht zu folgen, da unser Durst gestillt ist, durch dieses Wasser Jesu. 

Dies wird uns gegeben durch den Glauben an ihn, den Messias, der in die Welt kam um uns zu retten, um unseren Durst zu stillen und uns das Wasser zu schenken, das uns das Leben in seiner Ewigkeit ermöglicht.   

Amen