Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Johannes 6,47; 6,29; 6,37; 6,68; 7,18; 5,24; Philipper 4.7

Pfarrer Martin Heider (ev.)

31.10.2015 Oberste Stadtkirche, Iserlohn

Gnade sei mit euch von dem, der da war,

der da ist, und der da kommt.

(Die kursiven Einschübe in Anführungszeichen werden aus dem „Off“ von einer anderen Stimme gelesen.)

Liebe Gemeinde,

man wünschte seinem ärgsten Feinde nicht,

dass er sich nur in Reimen äußern dürfte.

Das war mir klar, als ich selbst vorschlug,

die Predigt hier zu slammen.

Da mir das Texten aber durchaus frommt,

da dachte ich: das kann ich stemmen.

Doch zeigte sich: das war nicht klug,

die Reime schienen mich zu hemmen,

je mehr ich auch nach ihnen schürfte.

Und vor mir lag das alte Buch,

um das es eigentlich doch geht,

nicht um die Form.

Dass ihr sein Lebenswort versteht,

das ist als Aufgabe enorm.

Ich lese darum, was ich habe,

es bleibt nicht mehr als ein Versuch.

Ich fange an mit der Geschichte

der Reformation, wie man sie kennt,

und wer sie heut’ beim Namen nennt,

stellt sich zugleich auf eine Seite,

sieht die Vergangenheit im Lichte

einer engen Sicht.

Denn eigentlich gab es mehr Weite,

nur dass man davon heute wenig spricht:

das nutzt uns also nicht.

Der kleine Mönch, die große Tür,

die Kirchenlehre bot das Futter

dem Mann, der ach so gerne aß:

eben dem Luther.

Natürlich konnt’ er nichts dafür,

natürlich tat er’s nicht zum Spaß,

es ging alleine um Dogmatik.

Wären es nur die Thesen gewesen,

dann könnte man sicher heute noch lesen,

dass all die Gelehrten und Weisen

miteinander die Thematik in leisen Tönen verhandelten,

in aller Vorsicht, dass sie das Dogma nicht verschandelten,

sondern nur um der Wahrheit willen

untereinander im stillen Kämmerlein

die Fragen des Luthers behandelten.

So kam es dann nicht, oder nur zuweilen.

Es ging auch um Macht.

Und der Junker, der in dunkler Nacht

die Wartburg erreichte, musste wohl eilen.

Dort saß er im Bunker und wusste nicht,

ob der Fürst auch hält, was er verspricht.

Es folgten Gespräche und Gerichte und Verhandlungen

und Reichstag um Reichstag, mit Kaiser.

Doch was man auch tat, er wurde nicht leiser, der Luther.

Er gab keine Ruhe, noch nichts war in Butter.

Und der Lehrstreit erlebte Verwandlungen.

Man nahm Tetzel die Truhe und das Leben.

Und daneben nahmen Heere von Bauern Mantel und Schuhe

und Hacken und Rechen, und wer hatte, dazu noch das Schwert.

Wieviel war es nun wert, das Versprechen,

dass Gott uns behütet, beschützt und bewacht?

Manche haben gedacht, dass es nützt.

Und wie wurd’ es ihnen vergütet?

Es waren viel’ Opfer zu bedauern.

Was kam, war die pure Spaltung, der Bann.

„Es rette sich, wer kann!“ Und Luther bewahrte die sture Haltung.

In der weiteren Entfaltung verfiel Europa in Kämpfe,

in zähe Schlachten; des Teufels Dämpfe, sie kamen gekrochen,

gerieten in Flammen, und das, was sie brachten, oder besser: verbrochen,

das war zu verdammen.

Denn wer den Tod bringt und Kriegslieder singt,

der vergeht sich am Wort des Lebens,

das in solcher Zeit selbst Gott fast vergebens

in seine Welt ruft, an jeden Ort.

Nur: ist sie bereit? Bist du selbst schon so weit?

Oder gierst Du nach Geld, Macht und Mord?

Das Lebenswort Gottes, das sollte der Kern

und der Ausgangspunkt sein, und trotz frechen Spottes

und allem Klein-Klein war Rettung nie fern.

Es ging nicht um Kirche und Staaten und Pfründe,

sondern ursprünglich doch allein um die Sünde,

– nein: allein ums Vergeben

und um das ewige Leben.

 

Intermezzo (Bläser): Down by the riverside

(währenddessen zieht sich der Prediger verborgen um:: Talar aus, Mantelalbe und Stola an)

 

Beim Slammen geht es um Texte, um das Setzen von Worten, und um den Vortrag.

Es geht sicher nicht um Klamotten. Wenn Sie Hörsaal-Slams im Internet gucken, stellen Sie fest: da treten Leute auf, die sehen mehr aus wie Sie gerade als wie ich gerade.

Ich habe mich trotzdem umgezogen, weil es sich in der Geschichte, die ich erzählen will – und darum geht es im Wesentlichen – um Kleidung dreht, und zwar gerade um diese, die ich anhabe.

Den Schal hier habe ich schon länger, oder um ehrlich zu sein, haben wir ihn schon länger. Naja, eigentlich haben wir ihn schon länger, er gehört nämlich meiner Frau. Aber diesen wollweißen Mantel habe ich mir wenig später zugelegt, auch schon vor langer Zeit, aber die Geschichte dazu habe ich noch nie erzählt.

Ich war unterwegs zu einem Vorstellungsgespräch bei einer Firma „Himmel und Erde“. Das ist hier in Westfalen ja kein ungewöhnlicher Name, schon wegen des gleichnamigen Essens. Das Gespräch hatte mir ein Bekannter vermittelt, ich sollte dort einfach nach „Creator“ fragen, und man würde mir den Weg zum Chef weisen, der übrigens eigentlich Herr Richter hieß.

Blöd war nur, dass ich unterwegs gestolpert war und beim Hinfallen mich und meinen Mantel schmutzig gemacht hatte. So konnte ich da nicht erscheinen. Glücklicherweise lag kurz vorher, sozusagen im Haus nebenan, ein Bekleidungsgeschäft, eine dieser internationalen Ketten. Der Name sagte mir nichts: „Ultima Salvatio“. Ich ging jedenfalls hinein, um mal nachzuschauen, ob die vielleicht etwas für mich hätten, das mir aus meiner Misere helfen könnte.

Ich kam in einen ziemlich kleinen Verkaufsraum, um ehrlich zu sein, so klein, wie ich es noch nie gesehen hatte. Es gab dort nur so eine Art breitere Garderobe mit vier Haken, und noch einen, der auf gleicher Höhe und im gleichen Abstand daneben geschraubt war. An diesen Haken hingen Mäntel. Alle lang und alle weiß. Ich fand, dass die Mäntel sich alle sehr, sehr ähnlich sahen – so richtig unterscheiden konnte ich sie nicht. Oben drüber stand „Kollektion ALLEIN“ und dahinter in Klammern „Wittenberg“. Keine Ahnung, ob das ein Ort ist, ein Berg oder der Nachname des Designers.

Plötzlich stand ein Verkäufer vor mir, nickte freundlich und sagte: Ihr Mantel ist schmutzig. Ich sagte: ich weiß; darum bin ich ja hier. Haben Sie noch etwas anderes im Angebot als das da? Er schaute mich von oben bis unten an und sagte: Das würde Ihnen aber gut stehen. Ich ließ mich überreden, ein Stück anzuprobieren.

sola fide:                                                                                 (Johannes 6,47)

Wer glaubt, der hat das ewige Leben.“                                                                                    

Er nahm den Mantel vom Haken mit der Aufschrift „Glauben“. Ich zog ihn an und er war mir ein bisschen zu groß. Ich sagte: der passt nicht. Darauf er: ach, da wachsen Sie rein. Nun war ich damals auch schon volljährig und wies ihn darauf hin, dass das nicht sehr wahrscheinlich sei. Er: nein, „wahrscheinlich“ nicht, aber Sie müssen kaum etwas dafür tun. Es passiert fast von allein, und das unwahrscheinlich oft. Das Wachsen wird Ihnen geschenkt.
Ehrlich, mir sagte das nichts.

Trotzdem fand ich eben, dass mir der Mantel nicht gut stand. Na schön, Weiß steht mir schon gut, aber ich sah in diesem Kleidungsstück für meinen Geschmack zu sehr so aus, als ob ich die Schultern hängen ließe. Irgendwie nicht aufrecht. Der Verkäufer meinte: keine Angst, das kommt von alleine. Es ist alles eine Frage der Haltung. Die werden Sie finden.

Ich wollte trotzdem lieber etwas anderes probieren. Gesagt, getan.

solus Christus:                                                                        (Johannes 6,29)

Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.“

Er ging zum nächsten Haken. An dem stand „Gesalbter“. Ich fragte, was diese Namen eigentlich bedeuten. Der Verkäufer sagte, dass das halt die Modelle aus der Kollektion „ALLEIN“ seien. Sie seien alle vom gleichen Designer entworfen. Wie gesagt, für mich sahen sie alle gleich aus, mit einem winzigen anderen Detail am fünften – dem an dem einzelnen Haken.

Das zweite Modell war auch eigenartig. Ich fand, ich sah darin nicht aus wie ich selbst. Eher so, als hätte ich jemand anderen angezogen, eine andere Persönlichkeit. Das war irgendwie ein ganz neuer, mir fremder Mensch. Dass ein einzelner Mantel das bewirken könnte, wunderte mich. Und übrigens war dieser viel zu groß.

Mein Verkäufer sagte, dass ich aussähe wie ein anderer, sei gerade die Besonderheit dieses Modells. Und ich müsste auch nicht erst hineinwachsen, er würde sich von ganz allein auf mich einstellen. Natürlich nur, wenn ich das auch glaubte. Der Mann begann mich zu irritieren. Ich habe schon viele Sprüche in Bekleidungsgeschäften gehört, aber dieser war mir neu.

Trotzdem: irgendwie war’s dieser Mantel auch nicht. Vielleicht der nächste?

sola gratia:                                                                              (Johannes 6,37)

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“

Der nächste hing am Haken „Gnade“. Die hatten echt komische Namen hier für ihre Modelle. Und sie unterschieden sich nicht wirklich. Dies hier war immer noch etwas zu groß für mich, dafür schmiegte sich der Stoff mehr an mich an. Vor allem an meine Problemzonen. Der Verkäufer behauptete, die Stoffe würden sich überhaupt nicht unterscheiden, und dass ich doch gar nicht alle meine Problemzonen sehen könnte. Unverschämter Kerl.

Ich sagte: ich dachte, der Kunde ist hier König. Und würde auch so behandelt. Darauf er: nein, König ist ein anderer. Aber den haben Sie ja schon anprobiert. So langsam konnte ich ihm nicht mehr folgen und sagte das auch. Er: Mir sollen Sie doch gar nicht folgen.

Ich mag nicht, wenn mir ein Gespräch entgleitet, und dieses war auf dem besten Weg dazu, oder besser: dem schlechtesten. Wir standen uns gegenüber und redeten aneinander vorbei. Ich sagte: jetzt hören Sie mir mal zu. Ich bin hier herein gekommen, um Ersatz für meinen beschmutzten Mantel zu finden. Und Sie erzählen mir Dinge, die ich nicht verstehe, und geben mir den immer gleichen Mantel, wenn auch unter verschiedenen Namen.

Seine Antwort war wieder unverständlich: Sie müssen das doch nicht alles verstehen. Mindestens ein Geheimnis bleibt immer. Aber wenn Sie danach suchen wollen, dann probieren Sie doch den vierten Mantel auch einmal an. Ich wollte widersprechen, wusste aber nicht, wie.

sola scriptura:                                                                         (Johannes 6,68)

Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“

Dieses Modell hatte den eigenartigen Namen „Lebenswort“. Übrigens das einzige Modell, dessen Name nicht mit einem „G“ begann. Bisher hatte ich „Glaube“, „Gesalbter“ und „Gnade“ probiert, und auch das fünfte Modell hatte einen Namen mit „G“. Dazu gleich.

Das hier war bisher eindeutig die beste Größe. Nur der Stoff schien aus zwei verschiedenen Weißtönen zu bestehen. Der Verkäufer sagte, das sei schon richtig, der Stoff wirke so eben auch lebendiger. Ich würde halt nur nach und nach die Besonderheiten entdecken; auch die anderen Modelle wären aus alten und neuen Fäden gewebt, eben der gleiche Stoff. Dieses Modell aber habe nach seiner Meinung den schönsten Namen, „Lebenswort“. Auch ein Verkaufsargument…

Haben Sie schon einmal eine Jacke wegen ihres Namens gekauft? Ich finde ja, sie muss passen und aussehen und bezahlbar sein. Na gut, er hatte es versucht. Ich aber auch!

„Lebenswort“, was soll das sein, fragte ich? Die anderen Modellbezeichnungen verstehe ich zwar auch nicht, aber was hat dieses Modell hier denn mit seinem Namen zu tun? Darauf er: Na, das ist eine Anschaffung fürs Leben, das hält ewig – und es kostet nur ein Wort: „ja“. Wenn Sie es übrigens genau betrachten, finden Sie die anderen Modelle darin alle wieder. (Ja: das musste er mir nicht sagen.)

Der Vollständigkeit halber fragte ich noch nach dem fünften Mantel, war aber eigentlich langsam ermüdet vom anstrengend unverständlichen Gespräch. Nur hatte ich ja keine Wahl, ich brauchte halt einen sauberen Mantel.

soli Deo gloria:                                                                       (Johannes 7,18)

Wer von sich selbst aus redet, der sucht seine eigene Ehre.
Wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig,
und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.“

Der letzte Mantel, der in der um einen verlängerten Reihe der Haken hing, hatte den Namen „Gottesehre“. Er war genauso weiß, genauso groß, genauso geschnitten wie die anderen. Nur der Stoff hatte immer wiederkehrende Streifen, eigentlich eher haardünne Linien, die in Fünfergruppen den Stoff durchzogen. Sie wirkten metallisch und hell, so als hätte ein Silbermann das Gewebe veredeln wollen.

Der Verkäufer zierte sich und sagte: mein schönstes Kleinod, aber eben minimal anders. Dieses Modell ist erst später dazu gekommen. Der Seniorchef der Schneiderei, unser Herr Walther, wollte es nicht zulassen. Er sagte: wenn Du eine Mauer gezogen und eine feste Burg gebaut hast, dann steht sie auf Dauer. Sie braucht nicht immer wieder neue Fugen. Wenn wir dieses Modell aufnehmen, geht alles den Bach runter!

Der Alte war gar nicht zu bremsen. Selbst seine engeren Mitarbeiter, der Paul, der Gerhardt – und natürlich Mendels Sohn, der Felix – konnten ihn nicht beruhigen. Die Debatte wurde immer (R)reger, bis der Chef eingriff und sagte: Mein Gott, Walther!

Ich hatte genug gehört. Vielleicht sogar zuviel. Was immer er mir sagen wollte, ich dachte heimlich: der Mann wird mir langsam unheimlich.

Ein Fazit:                                                                                (Johannes 5,24)

Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben
und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“

Letztlich nahm ich das Modell „Lebenswort“, einfach weil es am besten zu passen schien. „Glauben“ und „Gnade“ und auch „Gesalbter“ kosteten genauso viel, und „Gottesehre“ natürlich auch, trotz der Silberfäden. Ich fragte noch: ist Weiß nicht unpraktisch, das wird doch schnell schmutzig? Mein Berater antwortete: na, darauf müssen Sie schon selbst achten.

Ja, und wenn Flecken darauf kommen? Es gibt ja so welche, die kriegt man schlecht raus, also Blutflecken zum Beispiel. Er wurde ganz still und ernst und sagte: Das sollte nicht vorkommen.
– Aber wenn es doch passiert, können Sie ja mal bei der Firma „Himmel und Erde“ nebenan fragen. Selbst wenn der Mantel blutrot ist, bekommen die es wieder schneeweiß.

Ich lächelte und sagte: gerade bei denen will ich mich gleich vorstellen. Darauf er: dann viel Erfolg! Und grüßen Sie den Chef. Ich erledige manchmal Botendienste für ihn.

Eine Frage hatte ich noch: sind die anderen Räume hier eigentlich auch alle so klein? Ich meine, fünf Mäntel sind ja eigentlich ziemlich wenig. Und hier stehen ein paar Türen offen, man kann nur nicht hindurchschauen.

Er meinte: ja, mehr Mäntel hätten Sie ja aber auch nicht sehen müssen, einer genügt ja. Das ist nebenan überall genauso. Hier links finden Sie die Kollektion „Einziger Trost“ aus Genf und Heidelberg. Da drüben ist unser größter Saal „Auf diesem Felsen“, meist italienische Entwürfe, vorwiegend aus Rom. Und rechts der älteste Gebäudeteil, ein kleines Labyrinth von Räumen mit der Serie „Schon unsere Väter“, im Wesentlichen byzantinische und orientalische Entwürfe.

Die hätte ich auch gern gesehen, sagte ich. Ach, sagte mein Verkäufer, die sehen alle genauso aus wie Ihr neuer Mantel. Und kosten das gleiche. Ich habe Ihnen die Kollektion „ALLEIN“ eben zuerst gezeigt, weil Sie durch die Martinustür gekommen sind.

Ihren alten Mantel müssen Sie übrigens hierlassen. Dafür gebe ich Ihnen den neuen kostenlos. Ach, und die anderen auch noch mit dazu. Sind ja sowieso alle gleich. So wissen Sie: wenn Sie einen anziehen, haben Sie im Prinzip alle an. Deswegen: einer reicht! Ich schenke Ihnen trotzdem alle.

Eine eigenartige Wendung für ein Verkaufsgespräch, ich stutzte. Andererseits eine großzügige Geste! – und sagte: dafür werde ich Ihnen und dem Haus „Ultima Salvatio“ auf ewig dankbar sein.
Er: Darum tun wir das.

Hm. Irgendwie konnte er mit meinem Dank nicht viel anfangen.

Neuer Anlauf: Sie haben mich wirklich gerettet. Er: Nein, nicht ich.

Na gut, noch ein letzter Versuch: Sie sind wirklich ein Engel.   ---    „Ja, genau.“

Zum Schluss ein Segen:                                                          (Philipper 4,7)
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,

bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“

Nein, halt!      Bevor ich Amen sage,

komm ich nochmal zurück zur Frage:

Wie haben wir das ew’ge Leben?

Und: wird die Sünde uns vergeben?

Gott schenkt dir, Mensch, doch in der Taufe,

dass dort dein alter Mensch ersaufe.

Mit Christus stirbst du und erstehst.

Dafür steht auch das weiße Kleid:

Gott selbst macht dich für sich bereit,

dass du auf ewig nicht vergehst.

Du kannst dafür nichts tun, nichts geben;

Gott holt dich aus dem Tod ins Leben.

Christus allein genügt, bringt Gnade,

und ruft dich, Mensch, auf seine Pfade.

Du musst nur glauben, weiter nichts.

Du bist doch schon ein Kind des Lichts!

Davon erzählt die ganze Schrift.

Im Lebenswort, das dein Herz trifft,

tritt Gott in Liebe dir entgegen.

Wer streitet nur um Kirchenlehre,

gibt nicht alleine Gott die Ehre.

In Gottes dreieinigem Namen

sag ich darauf und endlich „Amen“! –

und darin     liegt der ganze Segen.