Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Matthäus 5,14-16

Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk (ev)

08.07.2014 im Bayerischen Rundfunk auf Bayern 1

Rundfunkpredigt an Palmsonntag 2014

„Selber leuchten“ – Sieben Wochen ohne falsche Gewissheiten

Die Predigt hören können Sie hier.

 

 

Ein Leuchten im Dunkel

Es war das letzte Osterfest, das mein Vater erleben durfte. Drei Jahre lang hatte er gekämpft gegen eine Krankheit, die auch die Ärzte nicht wirklich ergründen konnten. Zunächst war Parkinson diagnostiziert worden, aber irgendwie passte der rasante Verlauf bis zur vollkommenen Bewegungslosigkeit seiner Arme und Beine nicht wirklich dazu. Kein Medikament half, keine Therapie konnte die Verschlechterung seines Zustands aufhalten. An jenem letzten Osterfest jedenfalls, war er schon sehr geschwächt und konnte auch zum Essen das Bett nicht mehr verlassen. Er, der sich so gerne mit anderen um einen Tisch gesetzt hat und selbst aus den einfachsten Zutaten ein Festessen machen konnte. Nun lag er da, bei klarem Bewusstsein vollkommen auf Hilfe angewiesen. Waschen, Füttern, … das volle Programm. Sein Radius beschränkte sich nur noch auf das Zimmer in dem nun seit einigen Monaten sein Krankenbett stand. Uns als Familie zerriss dieser Anblick schier das Herz. Wie sollte man da Ostern feiern? Er allein in seinem Bett und wir im Esszimmer? Das ging gar nicht.

Am Ostersonntag war plötzlich die Idee da: wenn er das Krankenbett nicht mehr verlassen kann, dann stellen wir eben den Esstisch an sein Bett. So können wir beieinander sein. Das haben wir dann auch getan. Wir haben miteinander gegessen, erzählt von Reisen durch Frankreich, die wir gemeinsam erlebt haben, wir haben gelacht, manche Träne verkniffen und gespürt wie sehr wir zueinander gehören. Es war ein ganz besonderes Osterfest, das ich nie vergessen werde, auch weil es das letzte Mal war, dass wir als ganze Familie so versammelt waren. Dieses Essen gehört für mich zu den kostbaren Momenten des Lebens, die man nicht selbst hervorbringen kann, sondern die einem geschenkt werden. Es war also ob in dieser traurigen Zeit, die vom Abschied schon überschattet war, plötzlich etwas unter uns geleuchtet hat.

Musik: „Nichts soll uns scheiden“ BuxWV 77; Buxtehude, B.Schlick, M.Chance, P.Kooy; aus der CD „Buxtehude Cantatas“ Erato Disques 1988

Jesu Weg in die Tiefe

Die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem, an die wir uns heute am Palmsonntag erinnern, beginnt wie der Auftritt eines Stars im Rampenlicht. Der Evangelist Matthäus lässt eine große Menschenmenge die Straßen von Jerusalem säumen. Mit ihren Kleidern legen sie dem erwarteten Messias den roten Teppich aus und krönen das ganze mit Zweigen, die sie auf den Weg streuen. Die Menschen erwarten eine Lichtgestalt. Einen der endlich aufräumt mit kriegslüsternen Machtmenschen und raffgierigen Egoisten, der Krankheit und Hunger besiegt, der allen Menschen, auch Frauen und Kindern, eine Würde gibt. Die ganze Welt soll er umkrempeln, damit sie endlich friedlich, gerecht und menschenfreundlich wird. Licht erwarten sie, erwarten wir immer wieder von großartigen Menschen, von ihnen soll es ausgehen, sie sollen das Unmögliche schaffen. Selten werden diese Erwartungen erfüllt, und dann ist die Enttäuschung bitter.

Einer, der die ganze Welt retten soll, müsste doch eigentlich auf einem Pferd einreiten. Machtvoll, entschlossen, durchsetzungsstark, ein Auftritt mit Leuchtkraft, wie will man sonst etwas erreichen? Die Geschichte erzählt, dass Jesus auf einem Esel sitzt, dem Nutztier der einfachen Leute. Vom hohen Ross hinunter in die Normalität des Alltag. Eine starke Geste. Der Messias ist mittendrin im Leben. Seine Autorität braucht weder Prunk noch Glorienschein, er verzichtet auf jegliches Machtgebaren. Er wählt den Gang in die Tiefe. Der Weg durch die Karwoche, führt ihn immer weiter dorthin, wie in einem Strudel. Dabei hätte er dieser Abwärtsbewegung durchaus aus dem Weg gehen können. Er hätte verzichten können auf den Ärger mit den umgeschmissenen Tischen im Tempel, auf die scharfen Auseinandersetzungen mit anderen Schriftgelehrten, den Verrat des Judas, die Einsamkeit im Garten Gethsemane, die ganze Anklageprozedur, die gemeine Verspottung und auch auf den gewaltsamen Tod, den die Römer vollstrecken. Aber Jesus erduldet all diese Abgründe und gibt sich geradezu in sie hinein.

Er erlebt Hass, Unrecht, Verzweiflung und Todesangst. Er weiß, wie sich das alles anfühlt und vertraut auf Gott, wenn er vollkommen verzweifelt im Garten Gethsemane betet: „willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ (Lk 22,42) Das ist das Größte. Jesus sucht Gott nicht nur im Moment des Glücks, im Glanz, im Fest, im Triumph, dort wo es jedem leicht fällt Gott zu loben. Jesus sucht Gott in der Tiefe. Das macht ihn glaubwürdig und gibt ihm Leuchtkraft bis heute.

Denn seitdem wenden sich Menschen voller Hoffnung an Jesus, wenn sie leiden, den Mut verlieren, beten und spüren, dass sie an ihre Grenzen stoßen. Sie tun wozu schon der Hebräerbrief aufgefordert hat: „lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete.“ Durch die Jahrhunderte hindurch haben Menschen es erfahren: Jesus ist wie ein Lichtstrahl in dunkler Nacht, der unserem Leben Orientierung und klare Sicht geben kann.

Musik: In meines Herzens Grunde“; The Hilliard Ensemble; aus der CD „Morimur“ ECM New Series LC 02516; 461 895-2

Selber leuchten“

„Selber leuchten“ ist das Motto der Fastenaktion der Evangelischen Kirche für die Karwoche. „Selber leuchten“ – Sieben Wochen ohne falsche Gewissheiten.

„Selber leuchten“ - ich denke dabei an Menschen, die im Rampenlicht stehen. Es ist ein schönes Gefühl, Aufmerksamkeit und Applaus zu bekommen. Deshalb drängt es auch viele dorthin. Wir leben in einer Zeit in der zahlreiche Menschen davon angezogen sind: Einmal ein Star sein, einmal im Scheinwerferlicht stehen, gesehen werden, um daraus Achtung und Wertschätzung zu schöpfen. Dieser Wunsch ist wie ein Sog. Unsere Gesellschaft funktioniert in weiten Teilen nach dem Prinzip, dass nur wer beleuchtet wird, auch etwas taugt. Der Liedermacher und Christ Gerhard Schöne hat das vor vielen Jahren selbst erlebt und ironisch in Verse gepackt:

Sprecherin:

Ich bin im Fernsehen in bunt aufgetreten,

man spricht jetzt von mir in unserem Haus.

Ich schein was zu taugen

mit anderen Augen sieht man mich jetzt plötzlich und hält´s mit mir aus.

Vor Wochen noch klopfte Frau Schrull an die Decke,

wenn ich mit paar Freunden spät Abends noch sang.

Heut freut sie sich mächtig, ich bin hitverdächtig,

sie lobt mich am Morgen, wie herrlich das klang!

Denn ich bin im Fernsehen aufgetreten,

jetzt stell ich was dar, denn die nehm´ ja nicht jeden.

Drei Kinder haben mich um Autogramme gebeten.

Ich bin im Fernsehen aufgetreten!“

Hier spricht einer aus eigener Erfahrung und wehrt sich dagegen, dass er nur etwas gilt, weil er im Fernsehen aufgetreten ist, als sei er vorher nichts gewesen. Die Qualität eines Menschen bemisst sich doch an ganz anderen Kriterien. Ob jemand vertrauenswürdig oder ganz selbstverständlich hilfsbereit ist, ob jemand die Erfahrungen seines Lebens gerne einbringt in die Gesellschaft, ob jemand sich traut auch gegen den Strom zu schwimmen und Unrecht beim Namen zu nennen, selbst wenn ihm dabei Nachteile drohen. Ob jemand freiwillig verzichten kann zugunsten eines anderen oder sich schlicht kümmert um die, die ihn brauchen. Das Motto der Fastenaktion: „selber leuchten“ lädt nicht ein zum äußeren Schein oder zum Pirouetten drehen, um sich selbst. „Selber leuchten“, es hat etwas zu tun mit den Erfahrungen aus der Tiefe des Lebens. Ich denke, nur wer auch die Abgründe kennt, kann auch leuchten. Wer ausschließlich leuchten will und die Schatten dieser Welt ausblendet, der lebt in einer Scheinwelt.

Musik: „L`Aria“; Biber; Nuria Rial, Philippe Jaroussky; aus der CD „Via Crucis“; Virgin Classics LC 7873

Lichtgestalten

In vielen Lebensgeschichten von Menschen, die zu den Lichtgestalten des Christentums gehören, entdecke ich, dass sie ihre wunderbaren Taten gerade nicht geplant und vorhergesehen haben, dass sie nicht selbst das Rampenlicht gesucht haben. Vielmehr waren sie in auswegloser Situation, haben Elend und Leid am eigenen Leib gespürt und nichts besessen, außer dem Vertrauen auf Gott und sein Wirken. Für mich gehört in diese Reihe Rosa Parks. Als sie im Jahr 2005 starb wurde ihr als erster Frau Amerikas die große Ehre erwiesen, dass ihr Sarg im Kapitol aufgebahrt wurde. Das war davor nur Präsidenten zuteil geworden. Womit hat sie geleuchtet?

Es war der der 1. Dezember 1955. Die 42-jährige Näherin Rosa Parks steigt in einen Bus in Montgomery. Die Stadt liegt in den Südstaaten der USA, wo zu dieser Zeit Rassentrennung herrscht. An allen öffentlichen Gebäuden gibt es unterschiedliche Eingänge, Schilder mit der Aufschrift „nur für Weiße“ halten farbige Menschen von Rasenplätzen, Theaterlogen und sogar öffentlichen Toiletten fern. Schulen sind streng nach Hautfarbe getrennt. Es ist klar wer in dieser Welt regiert, Rechte hat und profitiert. Wer, wie Rosa Parks, zur afroamerikanischen Bevölkerung gehört, spürt die Diskriminierung tagtäglich, sogar beim Busfahren. Als Farbige muss sie vorne beim Busfahrer ihre Karte lösen, dann aber hinten einsteigen, weil der vordere Eingang nur für Weiße vorgesehen ist. Wenn der Busfahrer keine Lust hat zu warten, bis sie hinten eingestiegen ist, dann fährt er auch schon mal einfach los. Dagegen zu klagen ist sinnlos, denn alle, die Recht sprechen, sind weiß.

An diesem Nachmittag hat Rosa Parks Glück, der Bus wartet und sie nimmt im mittleren Teil Platz. Allerdings müssen hier die Farbigen ihre Plätze gegebenenfalls für Weiße räumen. Weil vorne alle Sitzplätze besetzt sind fordert der Busfahrer Rosa Parks barsch auf, ihren Platz für einen weißen Gast frei zu machen. An diesem Tag aber ist sie so müde, dass sie sich weigert. Es kommt, wie es damals kommen muss, die Polizei wird gerufen und Parks wird verhaftet. Schnell breitet sich die Nachricht aus und noch in derselben Nacht beschließen die Bürgerrechtler von Montgomery einen Boykott der Busse. Organisator ist der Baptistenpfarrer Martin Luther King. Ein ganzes Jahr betritt daraufhin die schwarze Bevölkerung keinen Bus mehr. Sie bilden Fahrgemeinschaften, laufen bis zu zwei Stunden zur Arbeit und wieder zurück, fahren Fahrrad und teilen sich Taxis. Auch Kings Gemeinde sammelt Geld um Fahrdienste zu organisieren. Ein Jahr später sind die Busunternehmen fast bankrott und am 20. Dezember 1956 kommt der Durchbruch. Das oberste Bundesgericht erklärte die Rassentrennung in Bussen für rechtswidrig. Acht Jahre später, im Jahr 1964 wird das amerikanisches Bürgerrechtsgesetz verabschiedet: es hebt die Rassentrennung auf und erklärt jegliche Rassendiskriminierung als Unrecht.

Rosa Parks gilt seit ihrer stillen Aktion im Bus von Montgomery bis heute als „Mutter der Bürgerrechtsbewegung“. Im Rückblick dazu gefragt sagte sie einmal:

Sprecherin:

»Als ich mich weigerte, meinen Sitzplatz in diesem Bus in Montgomery aufzugeben, hatte ich keine Vorstellung davon, dass diese kleine Aktion dazu beitragen würde, die Rassentrennungsgesetze in den Südstaaten aufzuheben. Ich wusste nur, dass ich es leid war, herumgestoßen zu werden.«1

Hier wehrt sich jemand, ständig in den Schatten gestellt und übersehen zu werden. Für mich gehört Rosa Parks zu den Lichtgestalten des Christentums. Sie wusste ganz genau, dass sie verhaftet werden würde, wenn sie sich weigert aufzustehen, aber sie wusste auch, dass es so nicht weitergehen konnte und, dass die menschenverachtende Rassentrennung nicht recht war in Gottes Augen. Sie wollte mutig ein Zeichen setzten. Ihre Geschichte ist auch ein Beispiel dafür, wie jemand sein eigenes Licht entdeckt und nicht mehr bereit ist es unter einen Scheffel zu stellen.

Musik: „Erbarme dich“ BWV 224; Yo-Yo Ma; aus der CD „Simply Baroque“; Sony Classic LC 0173; SK60680

Ihr seid das Licht

Sprecherin:

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Bei Jesus klingt es ganz einfach: Jeder ist Licht, jeder kann leuchten. Kein Gerangel um die besten Plätze im Rampenlicht, kein äußerer Schein, keine Verblendung und falschen Hoffnungen. So selbstverständlich wie man eine Stadt auf dem Berg nicht übersehen kann, so selbstverständlich sind wir Licht. So gewiss, wie die Kerzen auf einem Leuchter den Raum in glänzendes Licht verwandeln und allen leuchten, die im Haus sind, so gewiss strahlen wir etwas aus.

Ich fühle immer wieder eine Scheu davor. Können wir das wirklich von uns sagen? Wir bewundern andere gerne dafür und schicken sie ins Rampenlicht. Aber wir selbst? „Ich bin doch nur ein kleines Licht“, sagen wir schnell. Bei Jesu Worten aus der Bergpredigt klingt es kompromisslos. „ Ihr seid das Licht! Es ist so, weil ich es möchte, weil ich es sage.“ Das besondere dabei: es ist kein Appell, nicht einmal eine religiöse Übung, es kommt nicht von außen, es ist nicht zu kaufen, nicht machbar, es ist etwas in uns. Eine Würde, die uns geschenkt ist, eine nie versiegende Hoffnung, ein Leuchten im Herzen. Und auch die größte Niederlage, das größte Leid, kann es nicht auslöschen. Denn dieses Leuchten bahnt sich selbst seinen Weg, hilft auszuhalten, zu überwinden und neu einen Schritt vor den anderen zu setzen.

Ihr seid das Licht der Welt. Diese innere Gewissheit hat auch eine äußere Seite. Ja, wir können mittun und mitbauen am Reich Gottes, denn ganz selbstverständlich sind wir das Licht der Welt. Damit ist klar, Christen geben sich mitten hinein in diese Welt, mischen sich ein und erheben ihre Stimme. Auch wenn es innerlich ist, was uns trägt, so will es nach außen leuchten. Deshalb dürfen sich Christsein mit allen Dingen des Lebens beschäftigen. Auch wenn manche meinen, es brauche das nicht. So hat Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1896 den Satz geprägt:

Sprecherin

Die Herren Pastoren sollen sich um die Seelen ihrer Gemeinden kümmern, die Nächstenliebe pflegen, aber die Politik aus dem Spiele lassen, dieweil sie das gar nichts angeht."

Der Satz sitzt, bis heute, tief. Immer wieder wird das von der Kirche verlangt, dass sie sich nicht zu politischen Themen äußern und sich ganz ins Private verabschieden soll. Natürlich darf man keine Parteipolitik von der Kanzel betreiben, natürlich ist die Trennung von Kirche und Staat sehr sinnvoll und richtig, aber wir können nicht schweigen zu Unrecht und menschlichem Leid, zu Gewalt und Unterdrückung, zu Neonaziaufmärschen und Fremdenfeindlichkeit. Wir können es auch deshalb nicht, weil die ganze Bibel davon spricht. Die Propheten machen den Beginn und führen den Menschen vor Augen, was alles nicht in Ordnung ist, wenn sie für Witwen und Waisen nicht sorgen, wenn sie beim Handel betrügen und Fremde nicht gastfreundlich behandeln. Der Faden zieht sich bis zu Jesus und seiner klaren Feststellung: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Jesus mutet uns in der Bergpredigt damit ganz schön was zu. An unserem jeweiligen Platz sollen wir mitmischen und uns ganz hineingeben in diese Welt, den Mund mutig auftun für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind (Sprüche 31,8) und tatkräftig anpacken, wo wir gebraucht werden. Und wir können es auch.

Seine Liebe ist das, was uns trägt, uns stark macht und uns hilft, auch unsere eigenen Schwächen, unsere ganze anfällige Existenz, einzusetzen, um dies zu leben. Wir sind gefährdet, wir sind mangelhaft und weit entfernt von irgendeiner Vortrefflichkeit. So sollen und dürfen wir leuchten. Leuchten darin, dass wir sehen, was andere gerade brauchen: ein tröstendes oder ermutigendes Wort. Leuchtend darin, auch einmal nein zu sagen, leuchtend darin, so zu leben, wie Jesus es vorgelebt hat: offen für das was auf uns zukommt, bereit für Veränderung, glaubwürdig in Denken und Tun, und in allem vertrauend auf ihn und seine Kraft.

„Selber leuchten“ wir dürfen es.

Wir sind das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lassen wir unser euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie unsere guten Werke sehen und unseren Vater im Himmel preisen.

Vaterunser

Vater Unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit

in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Es segne und behüte uns der gnädige und in allem mächtige Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

1 Dieter Wunderlich: AußerOrdentliche Frauen. 18 Porträts

Piper Verlag, München 2009 (3. Auflage: 2011)