Foto von aufgeschlagenen Büchern

Traupredigt über Matthäus 6,21

Pastor Tobias Patzwald (ev.-luth.)

30.06.2017 ev.-luth. Marienkirche in Bielefeld-Jöllenbeck

Trauung

Predigt Trauung Joscha und Simone

„Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz“ (Matthäus 6,21)

Lieber Joscha, liebe Simone, liebe Familie, Freunde und alle, die sich heute hier mit den Beiden freuen,

Beim Traugespräch musste ich Joscha und Simone versprechen, dass ich keine alten Predigten für sie beide verwende. Es sollte alles schön neu und glänzend sein.

Ihr habt einen so wundervoll ausgefallenen Trauspruch gefunden, dass ich euch versprechen kann: Darüber hat noch niemand zu einer Trauung gepredigt. Glaubt mir, ich habe mich intensiv unter den Kollegen umgehört und sogar im Internet reichlich recherchiert.

Trotz alledem: Euer Trauspruch gefällt mir sehr, denn er trägt den Zauber des Ungewissen in sich. Es ist ein Satz von Jesus. Damit es alle mitbekämen, was er erzählte, ist er auf einen Berg gestiegen. Kennt ihr, oder? Deshalb nennt man diesen Abschnitt der Bibel Bergpredigt. Ein Satz daraus hat euch besonders berührt, er heißt:

Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz“

Einen Schatz muss man erst einmal finden. Also worauf warten wir? Lasst uns auf Schatzsuche gehen. Denn schließlich wollen wir wissen, wo euer Herz ist.

Pastor überreicht leere Schatzkiste an Brautpaar

Wie jede gute Geschichte über Schatzsucher fängt auch unsere Geschichte mit einer Begegnung an, die ihr nicht geplant hattet. Und nach allem, was wir wissen, sind gute Schätze vor allem unter der Erde zu finden.

So begab es sich also an einem Tag im April 2005, dass Simone sich aufmachte, um ihre Mitschüler zu treffen. Die gerade 17 Jährigen hatten sich zu einem Abenteuer Richtung Figeac aufgemacht und feierten nun, dass sie alle wohlbehalten zurückgekehrt waren. Joscha war zwar nicht in Figeac, kannte aber den Gastgeber Felix sehr gut. In seinem Keller - oder besser im Keller seiner Eltern - feierten sie. Und weil Joscha so gut mit Felix befreundet war, kam er spontan vorbei. So saßt ihr bis tief in die Nacht bei schummrigem Licht zusammen, bis ihr am Ende nur noch zu viert um den Tisch versammelt wart. So etwa ab dem Zeitpunkt habt ihr euren ersten gemeinsamen Schatz gefunden.

Schokomünze in Kiste

Im Laufe des Abends lies Simone dann irgendwann fallen, dass sie bald Geburtstag habe: Am 11. April. Als es soweit war nähert sich Joscha der arglosen Simone in der Schule… und gratuliert ihr. Damit hatte Simone nicht gerechnet. „Krass!“ „Cooler Typ!“, waren so in etwa deine Gedanken, hast du erzählt, Simone. Da wurde der Schatz schon etwas größer.

Schokomünze in Kiste.

Gemeinsam habt ihr später zum ersten mal auf dem Uphoff in den Mai gefeiert: → Schokomünze in Kiste und euch später noch in der Stadt im Alex getroffen. → Schokomünze in Kiste Viele Telefonate folgten. Gut, dass es zu dieser Zeit schon Flatrates gab. Gemeinsam habt ihr euch bis tief in die Nacht ausgetauscht, habt alles vom anderen erfahren wollen. → mehrere Schokomünzen in Kiste.

Und am 4.5. 2005 ist dann der letzte Groschen gefallen und ihr wart ganz offiziell ein Paar. → Schokomünze in Kiste.

Das ist jetzt 12 Jahre her. Da wart ihr 17 Jahre alt. „Ein bisschen gruselig“, findet ihr. „Toll, das ihr euch so früh gefunden habt,“ sagen andere. Hat euch damals jemand gefragt, wann ihr heiratet, so hattet ihr schon die passende Antwort parat. Na klar, am 8.8.2008. Schließlich war die acht Simones Lieblingszahl. Seit dem ist viel Zeit vergangen und euer gemeinsamer Schatz, der ist gewachsen. Zum Beispiel bei gemeinsamen Radtouren um den Chiemsee. → Schokomünze in Kiste.

Oder bei einem ganz besonderen Anlass. Als ihr vor etwa einem Jahr zusammen mit Sven und Janine zur Zugspitze gefahren seid. Oder vielmehr an den Fuß des Berges. Schließlich habt ihr die Mühe nicht gescheut und habt ihn euch erwandert. Denn Joscha hatte etwas ganz Besonderes vor. Doch damit wollte er bis zum Morgen warten.

Als ihr gemeinsam am Gipfelkreuz angekommen seid, stieg gerade die Sonne über den Horizont. → Schokomünze in weitem Bogen in Kiste. Während Simone noch den überwältigenden Anblick genoss, toppte Joscha die Situation und stellte die eine Frage, die uns heute alle hierher geführt hat. → Schokomünze in Kiste.

Ja, ihr habt wirklich eine Menge gemeinsam erlebt. Jedes noch so kleine Fältchen vom anderen habt ihr miterlebt. Egal, ob es Sorgenfalten oder Lachfalten waren, ihr habt sie geteilt.

Schokomünze in Kiste.

Und das ist es, was ihr so sehr aneinander schätzt. Dass ihr gemeinsam lachen könnt, → Schokomünze in Kiste, dass ihr nicht verbittert seid, → Schokomünze dass ihr auch gemeinsam schweigen könnt, → Schokomünze dass ihr gelernt habt, euch gegenseitig Freiräume zu lassen, → Schokomünze dass ihr zusammen haltet und euch immer gegenseitig unterstützt, wie zuletzt beim Jobwechsel von Joscha. → Schokomünze.

Und jeder kleine Schatz führt uns unweigerlich zu diesem Moment.

Jetzt sind wir mit unserer kleinen Schatzsuche in der Gegenwart angekommen. Ich finde, wir haben bereits einen beträchtlichen Schatz zusammen. Und das führt mich zu der Frage. Wozu soll dieser Schatz denn eigentlich gut sein? Wozu brauche ich ein solches Vermögen, an das sich mein Herz klammert?

In Momenten, in denen es nicht so läuft, wie vorgesehen, da öffnet eure Kiste und benutzt euren Schatz, um die schweren Zeiten durchzustehen. Denn auch die wird es geben, wenn ihr zum Beispiel erst einmal beginnt, euer kleines Haus zu bauen, oder wenn es darum geht, wie groß denn der Schwimmteich werden soll. Benutzt diesen euren Schatz, um eure Liebe und Zuneigung zu stärken. Und keine Angst, der Schatz wird nicht leerer, er wird immer noch voller mit gemeinsamen Momenten, die euch zusammenschweißen.

Wir sind heute hier, um Gott danke zu sagen für den Schatz, den er euch bereits geschenkt hat. Für jeden Augenblick, den ER euch ermöglichte. Wir danken ihm dafür, dass ihr euch kennenlernen durftet und gemeinsam so viel erlebt habt bis heute. Und wir sind hier, um ihn zu bitten, dass er euren Schatz reichlich vermehre; dass er seinen Segen gibt, damit ihr weiter hin die Liebe → Schokomünze, die Barmherzigkeit → Schokomünze und das Verzeihen → Schokomünze von ihm empfangt. Es sind diese Schätze, die eure Schatzkiste füllen und es ist einer, der euch all diese Momente, diesen Schatz und Segen geschenkt hat. Gott allein, gab sie euch, denn alle Liebe kommt von ihm.→ Restliche Schokomünzen hineinkippen.

Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz“

Amen