Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Offenbarung 21,6

Pastor Thomas de Jong (ev.-meth.)

01.01.2018 Bezirksgottesdienst des EmK-Bezirk Ulm

Jahreslosung

Liebe Gemeinde,

die Jahreslosung dieses Jahr steht in Offb 21,6: „Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst!“

Was für eine großartige Zusage. Ich möchte euch auf eine Reise mitnehmen, um die Bedeutung dieses Versprechens nach zu empfingen:

 

Heißer Sommertag, die Sonne brennt,

der Schatten warm, der Himmel sengt.

Der Schweiß läuft überall herunter.

Selbst die Vögel sind nicht munter.

40 Grad die Temperatur,

es ist schwül, wann endet’s nur?

 

Mensch muss gehen, er kann’s nicht ändern.

Termin am Tag, zu Mittag, albern.

Wichtig ist er, es geht um Geld.

Vielleicht rettet er die Welt.

Es muss halt sein, denkt er mit Graus,

nimmt seinen Hut, verlässt das Haus.

 

Er sieht die leere Straße an

und ärgert sich gleich daran.

So ein Mist ich doofes Rind:

Im Schwimmbad ist Auto mit Frau und Kind.

Zum Termin sind’s nur 4 Kilometer weit,

aber unterwegs kein Schatten weit und breit.

 

Mensch läuft los, der Asphalt brennt,

Die Hitze steigt, die Sonne sengt.

Muss sich schleppen Schritt für Schritt.

Schlimmer geht’s: Kein Wasser mit!

Er denkt wütend und ergrimmt:

„Ich schaff den Rest vom Weg bestimmt.“

 

Doch komm der Durst schneller als gedacht.

„Hät ich doch Trinken mitgebracht.“

Die Luft wird wärmer und sehr schwül,

der Hals er brennt, Durstgefühl.

Der Kopf tut weh, der Mund wird Trocken,

das Verlangen steigt, die Wasser locken.

 

Er keucht, er stöhnt, er kann nicht mehr.

Ihm wird ganz schwummrig, die Kraft ist leer.

Er setzt sich hin, es ist nicht mehr weit.

Getrunken hat er vor Ewigkeit.

Der Durst, er brennt, der Kopf, er dröhnt.

Da sitzt er nun, am Stein gelehnt.

 

Da sitzt er nun, ganz allein.

Die Sonne ist ein mieses Schwein.

Sie knallt  ohne Unterlass.

Er ist vom Schweiß ganz pitschenass.

Kein Mensch zu seh’n. Sie waren schlau

und blieben drin, sie wussten’s genau.

 

Die Hoffnung dahin: „Was wird aus mir?“

Er hört ein Auto. Er winkt. Ruft: „Hier!“

Das Auto hält. Jemand steigt aus.

„O weh, sie müssen aus der Sonne raus!“

Sie hilft ihm ins Auto, keine Frage.

Schön kühl die Klimaanlage.

 

Da sitzt er in dem Auto ganz matt,

nur ein Wort, er auf den Lippen hat:

„Wasser!“, krächzt er mit schwacher Stimme.

„Hier Wasser von unserm eigen Brünnle.“

Die Flasche nimmt er und setzt sie an,

Er spürt des Wassers Wirkung schnell getan.

 

Es tut so gut. Es läuft in Mund,

den Hals herunter, kühlt alles rund.

Der Durst, er ist nicht mehr da,

auch der Kopf ist wieder klar.

„Oh sie Engel, gaben mir Dürstenden

Wasser umsonst, wie kann ich danken?“

 

Wie dieser Mensch die Sehnsucht hat,

vielen Menschen dasselbe Blatt.

 Sie leben ihr Leben, Alltag Termine voll.

Sie denken sie haben alles unter Kontroll’.

Doch es kommt das Extreme oder Alltagsgehetz’,

Es kostet Kraft und „immer mehr“, das ist Gesetz.

 

Da merkt der Mensch, dass etwas fehlt.

Er hat’s vergessen und das ihn quält.

Das Verlangen es steigt und steigt.

Nach dem Leben, nach Fröhlichkeit,

Nach Erfüllung, nach Liebe und Wert,

Nach Dingen, die das Leben bewährt.

 

Mit viel wird versucht, das Verlangen zu stillen.

Was probiert wird, es kann oft nur kurz erfüllen,

denn in unsrer Welt hält nichts für die Ewigkeit.

Es gibt nichts Andauerndes weit und breit.

„Wüsst’ ich doch was fehlt jetzt mir,

ich würd’ es nehmen jetzt und hier.“

 

Das Problem ist, sie sind gehemmt.

So wie unserer Durstiger von Wasser getrennt,

sind sie getrennt, von dem der Leben schenkt,

den, der alles Leben macht und lenkt.

Er ist der Ursprung. Leben fing bei ihm an,

auch der Menschen Lebensbahn.

 

Es verspricht der, der macht das Leben:

„Ich möchte den Dürstenden geben.

Ich sehe, was ihm heute fehlt.

Ich sehe, was ihr die Seele quält.

Den Ursprung ihres Lebens haben sie vergessen.

Jetzt wird diese Leere an ihnen fressen.

 

Doch gute Nachricht kommt jetzt hier,

ich ließ sie schreiben auf Papier:

Ich möchte den Dürstenden geben,

aus der Quelle des Wasser des Leben.

Das Verlangen, die Sehnsucht stillen

Und sie mit dem Leben füllen.“

 

Es kommt oft vor, Mensch ist auf dem Weg,

dann merkt er, irgendwas ist schräg.

In meinem Leben stimmt es nicht.

Es hält nicht das, was es verspricht.

So in Krisen und in dem Alltag,

merkt der Mensch, was er nicht vermag.

 

Und er macht sich auf die Such’.

Manch einer daran zerbruch.

Und so sitzt Mensch am Rand,

weil er es einfach nicht fand.

Doch dann kommt Gott vorbei,

sieht die Not, die Plagerei.

 

Gottes Kommen ist anders als man denkt.

Gott oft einen Wagen lenkt,

der hält und aus der Hitze zieht,

den Dürstenden, den er da sieht.

Gott sagt dann auf seine Weise:

„Ich hab’ was du brauchst für deine Reise.

 

Mein Sohn, der sagte zu einer Frau,

die am Brunnen Wasser suchte genau

wie du. Sie lebte in Samaria

Und war am Brunn zu Mittag da.

Sie suchte mehr. Er wusste es.

Er wusste wo es gab, indes.

 

Er sagte zu ihr über das Leben:

‚Wer von dem Wasser trinkt, dass ich ihm geben,

der hat keinen Durst in Ewigkeit.’

Dann sagt mein Sohn zu meiner Freud:

‚Sondern das Wasser, das ich ihm geben,

das wird in ihm eine Quelle des Wassers, fürs ewige Leben!’“

 

Gott sagt: „Ich habe Wasser, dass deine Sehnsucht stillt.

Es kommt von mir. Es dich erfüllt.

Es gibt dir Kraft, da ich es bin,

der dir Leben gab und gibt ’nen Sinn.

Nimm es an. Es ist umsonst. Es kostest nicht.

Schon bezahlt, gibt Hoffnung, gibt Licht.

 

Dieses Wasser gibt es immer weiter.

Es hält ewig, es bleibt dein Begleiter.

Es hält dich im Leben frisch.

Passt auf dich, ganz spezifisch.

Es ist es, das dir Bewusstsein gibt,

wer dich gemacht, wer dich so liebt.

 

Den Tod überdauert es sogar.

Für ewig ist es da.

Ich will, dass du lebst und bist lebendig,

denn das Leben, das bin ich.

Lebe jetzt, ich will’s dir geben,

aber auch nach diesem Leben.

 

Vertrau meinem Sohn, Vertraue mir.

Dieses Wasser geb’ ich dir.

Dann am Ende aller Zeit,

steht die Quelle dann bereit.

Sie steht dann in meinem Reich

für alle dort in einem Teich.

 

Ewig Leben, ewig schön,

Kein Verlangen, nichts unerfüllend,

Keine Leere, Durst nicht mehr da.

Eine Welt, sie ruft hurra.

Die hab ich für dich bereit.

Jetzt und am Ende aller Zeit.“

 

Amen!