Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Matthäus 20,1-16

Pfarrerin Annegret Liebmann (ev)

07.08.2011 in der Evangelischen Pauluskirche in Ulm

Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg des Herrn - oder: Überlegungen zu einer neuen Gerechtigkeit (Bedingungsloses Grundeinkommen)

 

Liebe Gemeinde,

"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!" Sie kennen diesen Grundsatz der allgemeinen Gleichbe­handlung. Und einmal unabhängig davon, daß diese Forderung gerade wieder heftig diskutiert wird im Zusammenhang mit der Entlohnung von Zeit- bzw. Leiharbeit, so scheint sie auch schon in der Antike ihre allgemeine Gültigkeit gehabt zu haben.

 

Kein Wunder also, daß es Aufruhr gibt in jener Truppe, die sich der Weinbergbesitzer da für diesen Tag zusammengestellt hat. Einfach ungerecht!

Da schuften die einen zwölf Stunden lang die Reihen der Reben rauf und runter, halten durch in der Hitze des Tages, alles Handarbeit (mehr oder weniger übrigens bis heute...) – und an­dere bringen es gerade mal auf eine Stunde im milden Abendlicht – und am Ende halten alle einen Denar in der Hand!

Nein, das geht nicht, das schreit zum Himmel: "Diese haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt." (20,12)

 

Unmut gegen diesen Arbeitgeber stellt sich umgehend ein. Und nach allem, was uns an menschlichen Maßstäben zur Verfügung steht, ist dieser Protest auch nur allzu berechtigt.

Wo kämen wir denn hin, wenn das die Regel wäre? Wer würde denn künftig dann überhaupt noch arbeiten wollen?! Einmal ganz abgesehen davon, wie lange solche Arbeitgeber das wirt­schaftlich durchhalten könnten...

 

Nun, liebe Gemeinde, alles schön und gut – aber der Weinbergbesitzer in dieser Geschichte hat nichts Unrechtes getan. Und wortbrüchig ist er auch nicht geworden. Mit denjenigen, die er um sechs Uhr morgens eingestellt hat, ist er einig geworden über einen Silbergroschen – also einen Denar – als Tageslohn. Und genau genommen hat er damit sogar über Tarif ge­zahlt, denn bereits etwas weniger als ein Denar hätte damals auch genügt, um eine Familie einen Tag lang ernähren zu können. Ihren Denar bekommen die Zwölf-Stunden-Arbeiter am Ende wie abgemacht.

 

Daß der Weinbergbesitzer gegenüber den Späteren dann keinen konkreten Betrag mehr nennt und nur noch geben will, "was recht ist", tut der Sache keinen Abbruch, man ist schließlich handelseinig geworden.

Und wenn er dann abschließend den Murrenden zu bedenken gibt, daß er ja schließlich mit seinem Vermögen tun und lassen kann, was er will, sagt er auch nichts Falsches. Es ist sein gutes Recht – Tarifpolitik hin oder Gleichbehandlungsgrundsatz her...: Jedem reicht es zum Leben für diesen Tag.

 

Dennoch, ich vermute: Die "scheelen Augen" bleiben, bei uns – und wahrscheinlich schon damals bei denen, die "des Tages Last und Hitze getragen" und sich nach dem Machtwort des Winzers – von wegen den Ersten und den Letzen... – erstmal davongeschlichen haben.

Lassen wir sie vorerst ihres Weges ziehen... – und lieber weiter fragen: Wie ist's nun wirklich um unsere eigenen Augen bestellt?

 

Nun, wir wissen, es ist ein Gleichnis, das Jesus hier erzählt, und wie in allen seinen Gleichnis­sen geht es auch bei den Arbeitern im Weinberg um etwas ganz anderes.

Und so beginnt Jesus ja auch: "Das Himmelreich gleicht einem Hausherrn..." Und mit diesem Satz werden wir auf eine andere als die unsere, nämlich Gottes Gerechtigkeit verwiesen.

Diese mißt mit anderen Maßstäben, als unsere irdischen wohl je dazu in der Lage sein wer­den. Auch das wissen wir.

 

Und auch das andere: Die Gnade und Güte Gottes kann sich keiner, wirklich kein Mensch auch nur irgendwie verdienen. Da ist es völlig gleichgültig, wie lange und was überhaupt ein Mensch tut. Und deshalb steht ihm angesichts Gottes gütigen Blicks ein neidisches Auge niemals gut an, denn das Reich Gottes läßt sich einfach nicht erarbeiten. Es ist und bleibt Gottes Geschenk an uns.

Mit Jesus Christus ist es längst angebrochen und unter uns gegenwärtig (vgl. Mk 1,15) – es ist lediglich die Frage, ob wir es wahrnehmen und wie wir uns darauf einlassen.

 

Soweit, so gut. Was aber nun bleibt? Immerhin – nichts weniger als das angebrochene Gottes­reich – mitten unter uns. Wir leben schließlich darin – bis heute. Und von daher lohnt es sich m. E., hin und wieder doch noch einmal genauer hinzuschauen, was Jesus von ihm sagt und wie er es beschreibt.

Denn sein Blick auf unsere Wirklichkeit kann den unseren immer wieder schärfen oder auch korrigieren – und muß das auch, sonst stehen wir ganz schnell in der Gefahr, uns um uns selbst zu drehen, was dann meistens nicht beim "scheelen Auge" bleibt, sondern leicht in Haß und Gewalt und Verirrung umschlagen kann.

 

Wie also sieht Gottes Reich aus, das unter uns bereits begonnen hat?

Wenn wir im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg bleiben, dann müssen wir – wie ge­sagt – festhalten: Hier herrscht eine andere, eine ganz neue Gerechtigkeit.

Ihr Leitmotiv heißt: Jeder Arbeiter im Weinberg des Herrn bekommt, was er zum Leben braucht. Und das soll jeweils hier und heute geschehen – und nicht erst im Himmel, sondern eindeutig schon auf Erden – und das jeden Tag.

Denn jeder Mensch soll leben – und mit ihm seine Familie, für die er verantwortlich ist. Und was für den einen gilt, das gilt auch für die andere. Es ist hier kein Unterschied.

Und wenn dieser Leitsatz beherzt umgesetzt würde, wäre die uralte biblische Forderung in der Tat erfüllt: "Es soll überhaupt kein Armer unter euch sein" (Dtn 15,4) – das Motto unserer diesjährigen Sommerpredigtreihe.

 

Schön und gut, mögen Sie jetzt sagen, wenn's nur so einfach wäre...!

Nun, so schwer ist's nun auch wieder nicht, möchte ich jetzt entgegnen, denn es gibt ein Mo­dell, das unsere Gesellschaft heute komplett verändern würde – im Sinne des angebrochenen Gottesreiches, wie es Jesus im heutigen Gleichnis beschreibt.

 

Sie haben vielleicht schon davon gehört, denn es wird schon lange nicht mehr nur in Wohn­zimmern oder an Stammtischen diskutiert.

Kurz gesagt – es geht um das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens, das mittler­weile auch in Deutschland quer durch alle politischen Lager durchgedacht wird, denn nichts Geringeres als die Zukunftsfähigkeit unseres Sozialstaates steht auf dem Spiel.

 

Ich kann diese Idee an dieser Stelle freilich nur in ihren wesentlichen Grundzügen darstellen, alles andere würde den Rahmen einer Predigt sprengen.

Dennoch: Worum geht es beim bedingungslosen Grundeinkommen?

 

Voraussetzung ist der unantastbare Gedanke, daß jeder Mensch das Recht hat zu leben. Dafür braucht er ein Grundeinkommen, das ihm das Leben sichert.

D. h.: Er muß etwas zu essen und zu trinken haben, Kleidung und ein Dach über dem Kopf, und er muß in der Lage sein, sich am gesellschaftlichen Leben – in welcher Form auch immer – zu beteiligen.

Das sind Grundbedingungen für ein menschliches Leben in Würde und Freiheit, die zu keiner Zeit an Bedingungen geknüpft sein dürfen und sich alleine aus unserer Existenz ergeben.

 

Das Problem unserer heutigen Gesellschaft ist nun aber, daß genau dieses menschliche Grundrecht auf Einkommen de facto an Arbeit, genauer gesagt an Erwerbsarbeit geknüpft ist. Und das heißt in logischer Folge: Wer keine Erwerbsarbeit hat, dem ist das Grundrecht auf Einkommen, also letztlich auf Leben in Würde und Freiheit, genommen.

 

Hier ist der entscheidende Punkt – und hier setzt nun die Idee des bedingungslosen Grundein­kommens an: Jeder Mensch erhält von der Geburt bis zum Tod einen bestimmten Betrag vom Staat, der ihm das Leben sichert. Das ist sein Einkommen – steuerfrei, versteht sich.

Und damit ist er frei und unabhängig von allem, was ihm seine Würde raubt. Er ist nun frei, das zu tun, was für ihn sinnvoll oder gerade dran ist und seinen Fähigkeiten entspricht.

 

Er kann sich nun eine Arbeit suchen, die sein Einkommen steigert – oder auch nicht. Er kann sich um Kindererziehung oder Pflege kranker Angehöriger kümmern, er kann sich sozial en­gagieren in Kirche, Kultur, Sport oder sonstigen Dingen, die unverzichtbar sind für eine ge­sellschaftliche Wertschöpfung – und er kann letztlich sein Tun als befriedigend erleben, was ihn auf Dauer nur motiviert, auch in Zukunft Leistung zu erbringen.

 

Daß mit dem bedingungslosen Grundeinkommen jegliche Lohnersatzleistungen wie z.B. Hartz IV oder Sozialhilfe, Wohn- oder Kindergeld, Bafög, aber auch Rente oder Pensionen und damit die gesamte aufgeblähte Bürokratie wegfallen würden, versteht sich von selbst. U. a. durch diese Ersparnisse stünden dem Staat dann auch die Gelder bereit, das Einkommen für alle zu bezahlen.

Letztlich finanziert würde das bedingungslose Grundeinkommen des weiteren durch Besteue­rung jeglichen Einkommens, das darüber liegt – und durch eine entsprechende direkte Steuer­erhöhung, die wiederum abhängig wäre vom persönlichen Konsum. Das ist die Mehrwert­steuer.

 

Doch wenn der Zwang zur Erwerbsarbeit entfällt, die heutzutage eben zwangsläufig das Ein­kommen ermöglichen muß, würde automatisch eine neue Definition von Arbeit entstehen.

Alles wäre Arbeit, was ich tue – auch das, was heute nicht als solche anerkannt wird, z. B. die Erziehung der eigenen Kinder. Das muß ich heute erst bei fremden Kindern tun, um Einkom­men und auch Anerkennung zu bekommen.

Und es würde automatisch ein Wettbewerb unter den Arbeitgebern entstehen, faire und ange­messene Löhne zu zahlen, denn niemand wäre mehr bereit, sich ausbeuten zu lassen – Stich­wort "Zeitarbeit"... Und wer mehr verdient, gibt auch mehr aus. Das Geld fließt zurück.

 

Es gibt noch jede Menge andere Argumente für ein bedingungsloses Grundeinkommen, die ich hier nicht weiter erörtern kann.

Viele Prominente haben das bereits besser getan – und auch durchgerechnet, z. B. Götz Wer­ner, der frühere Chef einer großen Drogeriemarktkette, der auch Ansätze davon in seiner ei­genen Firma umgesetzt hat; aber auch Dieter Althaus, der ehemalige Ministerpräsident von Thüringen; und Thomas Straubhaar, der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinsti­tuts. Außerdem gibt es jede Menge Bürgerinitiativen, auch in Ulm.

 

Letztlich bleibt eigentlich nur noch die Frage bestehen, die auch immer wieder ins Feld ge­führt wird: Wer will dann überhaupt noch arbeiten, wenn er ein steuerfreies Grundeinkommen erhält? Ist der Mensch nicht von Natur aus faul und behäbig? Kurzum, welches Menschenbild wird eigentlich vorausgesetzt, wenn man das bedingungslose Grundeinkommen für zukunfts­weisend hält?

 

Ein positives in jedem Fall – und auch eines, das dem jüdisch-christlichen Denken entspricht.

Leider kann ich an dieser Stelle aus Zeitgründen nicht ausführlich darauf eingehen.

Ich verweise lediglich auf die Schöpfungstheologie, wonach sich die Würde des Menschen aus seiner Gottesebenbildlichkeit ergibt (vgl. Gen 1,27) und er von Anfang an als soziales Wesen erschaffen wurde (vgl. Gen 2,18: "Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei").

Daraus läßt sich theologisch und anthropologisch sein soziales Verantwortungsgefühl und seine Mitmenschlichkeit ableiten.

Und die Tatsache, daß bis heute wesentliche Bereiche in unserer Gesellschaft durch ehren­amtliche Tätigkeit wahrgenommen werden, spricht für sich.

 

Außerdem hat der Mensch von Gott den Auftrag bekommen, die Schöpfung zu bebauen und zu bewahren (vgl. Gen 2,15) – dies nur als zweiter Aspekt des Schöpfungsberichtes, der zeigt, daß der Mensch von seiner Bestimmung her nicht auf Müßiggang angelegt ist.

Unsere allgemeine menschliche Erfahrung bestätigt dies – wir wollen etwas Sinnvolles tun, das zudem unabdingbar ist für die Erhaltung unserer Existenz.

 

Nach dem Schöpfungsfall allerdings kann der Mensch nach christlicher Überzeugung nur durch Gottes Gnade vor ihm gerecht werden, und im Glauben daran erhält er seine ursprüng­liche Identität, nämlich seine Gottesebenbildlichkeit, zurück. So ist er wieder frei – und seine Antwort auf Gottes Liebe und Gnade ist das Tun des Gerechten. Oder um mit Martin Luther zu sprechen: "Ein guter Baum bringt gute Früchte." Er kann nicht anders.

 

Will heißen: Der Mensch ist von Natur aus auf Arbeit und soziale Verantwortung ausgelegt, und er will Gutes tun – für sich selbst und für andere. Daß er darin immer wieder auch schei­tert, das enthält die Einsicht der christlichen Rechtfertigungslehre: Zeit seines irdischen Le­bens bleibt der Mensch Gerechter und Sünder zugleich. "Simul iustus et peccator", so hat Martin Luther den Menschen im Glauben an Gott treffend beschrieben.

 

Und so bleibt in letzter Konsequenz – freilich sehr zugespitzt – die nüchterne Erkenntnis: Natürlich wird es zu jeder Zeit immer auch schwarze Schafe geben, die – wie heute, so auch morgen... – jegliches System versuchen zu unterlaufen bzw. ihre Nischen finden. Sie sind und werden aber aller Erfahrung nach nie die Mehrheit sein.

Und was Menschen am unteren Rand unserer Gesellschaft betrifft, so muß hier m.E. grund­sätzlich auch immer gefragt werden, warum sie überhaupt dort angekommen sind.

 

Doch lassen Sie mich nun noch einmal abschließend auf unsere Arbeiter im Weinberg zu­rückkommen. Man kann sich ja fragen, wie diese Geschichte weitergegangen ist nach diesem doch außergewöhnlichen Arbeitstag.

 

Unter der Voraussetzung dessen, was ich bisher ausgeführt habe, kann ich mir deshalb vor­stellen, daß am nächsten Tag erstmal überhaupt keiner morgens um sechs Uhr auf dem Marktplatz auf Arbeitssuche war. Und auch nicht um neun oder um zwölf Uhr.

Ein paar schauten dann gegen 15 Uhr vorbei, wesentlich mehr trudelten plötzlich um 17 Uhr ein. Doch keiner war da, der ihnen Arbeit anbot.

Enttäuscht zogen sie schließlich wieder von dannen. Das Abendbrot in ihren Familien fiel spärlich aus, und ihre Frauen waren entsprechend sauer.

 

Aufgrund ihres Drucks, aber auch aus purer Neugier fanden sich dann am übernächsten Mor­gen schlagartig um sechs Uhr alle Arbeiter ein – und warteten. Doch nichts tat sich.

Etwas ratlos kamen sie miteinander ins Gespräch und fragten sich, was eigentlich geschehen war – die Zeit der Weinlese war ja schließlich in vollem Gange, wieso kam hier keiner und stellte sie ein? Immerhin – sie harrten aus.

 

Und einige Zeit später trat doch tatsächlich plötzlich jener Weinbergbesitzer von vorgestern aus dem Rathaus. Hinter ihm der Bürgermeister und noch einige andere Winzer, aber auch alle übrigen Arbeitgeber der Region. Sie kamen direkt auf die Arbeitssuchenden zu.

Sie hätten sich zwischenzeitlich beraten und seien übereingekommen, daß ab sofort die Kommune jedem, aber auch jedem ihrer Einwohner – vom Kind bis zu Greis – jeden Tag ei­nen Viertel-Denar ohne jegliche Bedingungen zahle. Damit sei ihre Existenz fürs Nötigste gesichert, der Rest sei Verhandlungssache.

 

Der Bürgermeister fing gleich an mit der Auszahlung. Und daraufhin traten alle Arbeitgeber nahezu zeitgleich vor und gingen auf die Arbeitssuchenden zu. Der Marktplatz war plötzlich voller Leute, jede Menge Neugierige waren dazugestoßen, es ging zu wie auf dem Jahrmarkt. Aber nach einer knappen Stunde war wieder Ruhe eingekehrt – alle waren weg. Denn mit jedem Chef waren mal mehr, mal weniger Leute ziemlich zufrieden und erhobenen Hauptes mitgezogen. Sie hatten jeweils faire Löhne und Arbeitsbedingungen ausgehandelt.

 

Doch schon zur Mittagszeit, aber erst recht gegen Abend bevölkerte sich der Marktplatz wie­der. Alle Welt ging einkaufen, was nicht nur die Kinder erfreute, sondern auch alle Ladenbe­sitzer und Marktbeschicker – und nicht zuletzt den Bürgermeister. Er hatte bereits seine Steu­ereinnahmen vor Augen, die ihm die Gewißheit gaben, auch morgen wieder jenen Viertel-Denar an alle auszahlen zu können.

 

Dafür brauchte er jetzt übrigens nur noch wenige Angestellte im Büro, die diese Aufgabe übernahmen. Seine Arbeitsagentur hatte er bereits geschlossen, dadurch jede Menge Perso­nalkosten eingespart, und fast alle seiner früheren Angestellten waren schon längst da unter­gekommen, wo sie sinnvolle Beschäftigung fanden.

Auch sie konnten endlich das tun, was für sie erfüllender war als noch ein 95. Formular aus­zustellen, mit dem sie bislang nur den Schreibtisch der Kollegin gefüllt hatten, woraufhin sie dann erfahrungsgemäß kurze Zeit später demselben Arbeitslosen das 99. Formular in die Hand drücken mußten, womit der dann wieder den Schreibtisch der Kollegin füllte – und so weiter und so weiter...

 

Insgesamt herrschte übrigens seit diesem Tag auf dem Marktplatz wieder ganztägig ein buntes Treiben, und der Wein dieser Region bekam im darauffolgenden Jahr die höchste Auszeich­nung. Es war ein Spitzenjahrgang geworden, der dazuhin auch noch für alle erschwinglich war. Gott hatte einfach seinen Segen dazugegeben. Amen.

 


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