Foto von aufgeschlagenen Büchern

Geistliches Grußwort zur Neueröffnung der Geschäftsräume der Firma ESC

Pfarrer Thomas Ammermann (ev.)


Zur Erläuterung: ESC bedeutet „Energie Save Consulting“. Die Firma ESC mit Sitz in Bad Mergentheim beschäftigt sich mit dem Vertrieb neu entwickelter, hocheffizienter Energiesparsysteme im Bereich der Beleuchtungstechnik für nichtprivate Nutzer wie z.B. Kommunen (Straßenbeleuchtung), Gewerbe- und Industriebetriebe (hochspektrale (=gesunde) Arbeitsplatzbeleuchtung, Leuchtschrifttechnik...) usw..

Da die ESC ein als ökologisch wertvoll eingestuftes Produktangebot vertritt, an welchem auch die Stadt sehr interessiert ist, waren der Oberbürgermeister und amtliche Vertreter zur Geschäftseröffnung der Firma anwesend.

Zu der vorliegenden geistliche Ansprache im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten hatte die Geschäftsführung der ESC mich, als einer der Ortspfarrer, gebeten.

 

 

Geistliches Grußwort

Liebe Frau und lieber Herr Sch......, lieber Herr L....., sehr geehrte Mitarbeiter der Firma ESC, verehrte (erlaucht- und erleuchtete) „Lichtträger“ und „Leuchtkörper“ unserer Stadt, ...werte Gäste!

Vielleicht fragen Sie sich, wieso zu diesem Anlass – der Eröffnung neuer Geschäftsräume eines Unternehmens, das sich im Wesentlichen mit Energieeinsparung befasst – ausgerechnet noch ein Pfarrer reden muss?! Dies Anliegen könnte einen ja zunächst ein wenig an die grünen und roten „Standby-Leuchten“ erinnern, wie man sie heute an nahezu jedem technischen Gerät findet – vom Hochleistungsrechner bis zum Radiowecker: Überflüssige „Stromfresser“, deren einziger Zweck darin besteht, anzuzeigen, dass der Apparat noch funktioniert...

Nun, meine Antwort auf eine derartige (mögliche) (An-) Frage lautet: Ich bin deshalb heute hier, weil Sie, liebes Ehepaar Schukraft, und ich gewissermaßen „in derselben Branche“ tätig sind: Auf zwar durchaus unterschiedliche, aber nicht ganz voneinander getrennte Weise geht es nämlich Ihnen und mir gleichermaßen darum, „Licht in die Welt zu bringen“ - genauer: vollspektrales Licht im Sinne einer „ganzheitlichen“ Be- und Erleuchtung der Menschen zu echtem und gesundem Wohlbefinden.

Da indes „Energiesparen“ bedeutet, verantwortungsvoll umzugehen mit den vorhandenen Ressourcen – auch und gerade denen anderer Menschen (und ihrer Nerven) – möchte ich hier nicht „Lichtjahre“ weit ausgreifen (keine Angst!), sondern mich ganz kurz fassen: 

 

Die Menschheit, das wissen die Theologen schon lange, ist lichtempfindlich, besser: lichtempfänglich, wie ein Fotofilm. Und wie dieser immer auch angelegt auf Entwicklung. Aber einer muss dafür den Anfang machen, mit neuen Ideen und dem Mut sie umzusetzen, damit am Ende alle gemeinsam „ein gutes Bild abgeben“.

Genau das finde ich – freilich aus meiner laienhaften Sicht – in Ansatz und Konzeption der „Energie Save Consulting“ wieder (wenngleich einem dieser lange und schwierige Name über die Lippen geht wie der flackernde Start einer alten Langfeldleuchte...): Eine gute neue Idee – gesundes, hochspektrales Licht für alle, in Verbindung mit einer ausgefeilten Technik zur Energieeinsparung - und die „mutige Bereitschaft“, mit überkommenen Paradigmen dessen, was bisher als möglich galt, zu brechen. Darin artikuliert sich – für meine Begriffe – nicht nur ein guter Geschäftssinn (obwohl der ganz sicher auch dabei mitspielt), sondern überdies so etwas wie ein beispielhaft neuer unternehmerischer Ethos.

Vor dem Hintergrund des drohenden Klimawandels auf der Welt muss es uns allen ja darum gehen, gewissermaßen eine Anpassung unseres „Denkklimas“ an die veränderten Bedingungen der Zeit zu erreichen. Die größte Herausforderung stellt dabei sicher der Versuch dar, das naturgemäß Profit-orientierte Handeln eines Wirtschaftsbetriebes in Kongruenz zu bringen mit den „natürlichen“ Interessen der Bewohner dieses geplagten Erdballs. Aber es reicht nicht, in diesem Sinne zu „tun, was man kann“. Man muss auch tun, was man kann, umsetzen, was möglich ist...!

Wenn nun ein Unternehmen wie die ESC es wagt, mit einem solchen Anspruch an sich selbst tatsächlich – d.h. in Tat und Sache - auf den so genannten „freien“ (und das heißt ja wohl vor allem schonungslosen) Markt zu treten, dann ist das mehr als eine bloße Bereicherung der „Angebotslandschaft“ mit einer neuen Beleuchtungstechnik. Es könnte der Anfang einer Entwicklung sein, von der alle etwas haben. Oder anders - meinetwegen auch theologisch - gesprochen: durch die mehr Licht in die Welt kommt. ...Sie wissen ja: Die Welt ist lichtempfindlich bzw. lichtempfänglich wie ein Fotofilm. Und angewiesen auf Entwicklung... – im technischen, wie im geistig-geistlichen Sinne! 

Jesus Christus selbst, der von sich einmal sagte: „Ich bin das Licht der Welt wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis...“ (Joh. 8, 12) hat sich übrigens – neben allem anderen, wofür dieser Satz natürlich steht – zu einer Art Vorreiter für einen kühnen und vertrauensvollen Aufbruch in die noch dunklen Bereiche menschlicher Daseins-Möglichkeiten gemacht. Nicht als ein „sorgenvolles Glühwürmchen mit Wackelkontakt zum Leben“, sondern beherzt, sozusagen mit der Technik und dem Potenzial einer modernen „Geiststoffröhre“ (vollspektral!). Das beeindruckt umso mehr, als derselbe Jesus an anderer Stelle (in der Bergpredigt, MT 5, 13-14) zu seinen Jüngern sagte: Ihr seid das Salz der Erde... und Ihr seid das Licht der Welt... Mit anderen Worten: „Macht (selbst) etwas aus euch und euren Möglichkeiten!...“

Und wenige Verse darunter heißt es im Neuen Testament: Man zündet auch kein Licht an und stellt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind... – Hier haben wir die biblische Maxime zur Energie-Einsparung: Maximale (und intelligente) Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten!

Energiesparen heißt ja nicht: knausern, nicht: „den Strom abschalten“ (auf dass brave Bürger beim nächtlichen Gassigehen mit Waldi gegen dunkle Laternenpfähle rennen*), sondern: richtig und gerecht verteilen, was man hat. Mit Herz und Hirn. Oder anderes ausgedrückt – im Geist des von mir hochgeschätzten griechischen „Philosophen der Lebensfreude“ Epikur: Gutes Tun heißt tun, was gut tut! Aber nicht um jeden Preis, sondern in realistischer Beziehung zum Aufwand.

Für das wirtschaftliche ebenso wie für unser christliches Selbstverständnis gilt entsprechend: Eine verkniffene (Öko-)Moral, eine „Entsagungskultur“ und „Energieprohibition“ bringen uns nicht weiter. Was wir im Sinne einer weit blickenden Entfaltung, jenseits der Grenzen dunkler Zukunftsaussichten, brauchen, sind wirklich lichtvolle Ideen – im direkten und im übertragenen Sinne: neue, buchstäblich „geistreiche“ Konzepte der Nutzung und Verteilung unserer materiellen Ressourcen sowie in Blick auf die Zuwendung und Aufmerksamkeit gegenüber jener seelischen und geistigen „Lichtleistung“, zu der Menschen fähig sind.

Was wir brauchen sind nicht zuletzt Unternehmen wie die ESC. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg und alles Gute. Ich tue dies – wie es sich für einen Theologen gebührt – mit Worten aus dem Neuen Testament. Im Epheserbrief (Eph. 5, 9) rät Paulus: Lebt als Kinder des Lichts. Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Vielen Dank! 

Nachbemerkung: Sollten Sie an einer kompetenten Förderung Ihrer eigenen geistigen Potenziale und der Kultivierung Ihrer geistlichen Ressourcen interessiert sein, sind Sie herzlich zu einer unserer „Fachtagungen“ - jeden Sonntag 10 Uhr in einem unserer Häuser vor Ort oder anderswo - eingeladen...!

 

* So zur Empörung der Bevölkerung mehrfach geschehen im Zusammenhang eines inzwischen aufgegebenen Versuchs der Stadt, Stromkosten zu sparen, indem die Straßenbeleuchtung abgeschaltet wurde...