Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Psalm 23 und "Ratatouille – Rezepte für´s Leben"

Pfarrer Thomas Ammermann

27.04.2008 in der Schlosskirche Bad Mergentheim

Konfirmationsgottesdienst

Anmerkung: Die drei Abschnitte sind aufeinander bezogen und gehören daher logisch zusammen. Sie hatten ihren Platz jedoch an unterschiedlichen Stellen im Gottesdienst. Miteinander bilden die drei Teile die Predigtverkündigung in diesem Konfirmationsgottesdienst.

 

 

 Verkündigung

1. BEGRÜßUNG

 

Du bereitest vor mir einen Tisch ... und schenkest mir voll ein...

Liebe Konfirmanden, liebe Eltern und Verwandte, liebe Festgemeinde!

Mit diesem Wort aus Psalm 23 (Ps. 23, 5a.d) begrüße ich Euch und Sie alle ganz herzlich zu unserem Konfirmationsgottesdienst.

Die Familie möchte ich sehen, in der – z.B. im Vorfeld dieser Feier – nicht schon Teller geflogen sind...

Aber das ist – wie gesagt - normal und auch nicht zu vermeiden, denn das Leben ist nun mal kein Dr.-Oetger-Kuchen, der immer gelingt, ganz ohne eigenes Risiko. Und wer nicht im Herzen halbgar bleiben und sich mit menschlichen Kontakten auf dem Niveau einer Instant-Brühe zufrieden geben will, der muss beizeiten auch lernen, Kartoffeln zu schälen, Hühner zu schlachten und Fische auszunehmen... – Auch wenn´s unangenehm wird und sich der ein und andere Schnitt in den Finger wohl nicht vermeiden lässt... 

Vor allem aber sollten wir alle wissen, wem wir Menschen die Gelegenheit verdanken, den Speisplan dieser Welt auf unsere je ganz eigene Weise zu bereichern. Da mag es euch, liebe Konfirmanden (und vielleicht auch euren Eltern) helfen, zu erfahren, dass Gott ein sehr geduldiger „Restaurant-Tester“ ist. Was auch immer wir da selbst im Leben so auf den Tisch bringen, heißt das,  – ob uns gelingt, was wir versuchen oder angebrannt ist, was wir beizeiten aufs Feuer gebracht hatten: An Gottes großer Tafel ist und bleibt für jeden der kleinen und großen Lebensköche dieser Welt immer auch ein Platz frei, so dass wir uns bei Ihm sättigen und immer wieder neu stärken können – so oder so – für den Weg zurück hinter die Pfannen der Gedanken- und Werks-, Gerichts- und Gerüchteküchen des richtigen Lebens in dieser Welt. Gott bleibt uns allen freundlich und liebevoll zugewandt. Er bereitet vor uns Seinen Tisch ... und schenkt uns voll ein... Deshalb haben wir heute Grund zum Feiern. Konfirmation, das Fest zur Festigung eines wahrhaftig „schmackhaften“ Glaubens!

In diesem Sinne lasst uns nun erst einmal ein gemeinsames „musikalisches Frühstück“ zubereiten, mit dem Lied: Danke für diesen guten Morgen.

 

...

 

2. ANSPIEL

 

Schicksal a la carte – Eine diabolische Szene

Von Thomas Ammermann

 

Sprecher: Katharina Sternberg (Konfirmandin)

Teufel: Ulrich Horch-Enzian (KGR)

Jesus: Thomas Ammermann (Pfarrer)

 

Sprecher: Einer alten Legende nach findet – irgendwo in einer para-galaktischen Unterabteilung des Universums und Welten entfernt von allem, was je ein Mensch anschauen mag - in gewissen Abständen ein geheimes Arbeittreffen statt, an dem niemand Geringeres als Gott, vertreten durch seinen Sohn und Unterhändler Jesus Christus, und der Teufel selbst teilnehmen, um über das Schicksal der jeweiligen Menschheitsgeneration zu verhandeln.

 

Jesus Christus sitzt bereits am Tisch. Er trägt einen schlichten Reiseanzug und hat einen Notizblock aufgeschlagen vor sich liegen.

Nun erscheint, affektiert tänzelnd, der Teufel auf der Bildfläche. Er kommt als Küchenmeister gewandet, den Kochlöffel theatralisch schwingend wie einen Zauberstab.

 

Teufel: Ah voila Monsieur Christou. ´Attest Du einen guten Fluch? (er kichert über seinen eigenen Wortwitz) Du siehst blas aus, ein wenig überonsträngd... und – ach – so mager... Noch immer der alte Öko-Fundi? ... Ts, ts, ts ..., wann wirsdu begreifen, dass der Golgatha-Look ´eute nicht mehr angesagt ist?

 

Jesus:  Luzifer, wann wirst Du endlich erwachsen?! Was soll dieses pubertäre Küchenmeister-Gehabe ... Und der lächerliche Akzent? (Der Teufel zieht einen Schmollmund) Du bist und bleibst ein Schaumschläger!

 

Teufel: (In gespielt beleidigtem Tonfall, aber jetzt ohne Akzent) Ooch, lass mir doch meinen Spaß! Außerdem meine ich es ganz ernst mit meiner neuen Passion. – Von wegen Schaumschläger!

Ich möchte Dir nämlich einen Vorschlag machen: (Er holt jetzt eine Art übergroßer Speisekarte hervor) Wie ich schon sagte, ist die Menschheit heutzutage nicht mehr so sehr interessiert an Hungerbildern und geschundenen Folteropfern a la Golgatha! Die Leute sind anspruchsvoll geworden! Sie wollen ihr Leben genießen – sozusagen a la carte! Mit allem, was es zu bieten hat: Ceran-Kochfeldern, automatischen Fernlenkraketen und dem neuen Happy-Meal von Mc. Donalds... - Mit allem also, WAS ICH ZU BIETEN HABE!

 

Jesus: Die Menschen suchen vor allem Orientierung. Andere Menschen, die ihnen helfen, sich zu Recht zu finden und etwas aus ihrem Leben zu machen... DIE sind das SALZ DER ERDE!

 

Teufel: - Gepökelte Pfaffenmoral! Wer fragt denn noch nach Salz in Zeiten von „Maggis schneller Küche“?... Zugegeben: „etwas Warmes braucht der Mensch“, aber es sollte ein bisschen temperamentvoller serviert werden. (plötzlich wieder mit französischem Akzent) Darum ´abe isch – ganz nach dem Geschmock des jungen Gemüses (also extra für die Konfirmoonden von ´eute)  - ein besonderes Schicksals-Menü kräiert. Natürlisch moralisch gesund und pädagogisch ausgewogen – zwischen Absinth und Absolution! Wie es sich für so eine wahrhaftig göttlich inspirierte PARTNER-Arbeit gehört (dabei legt er seinen Arm freundschaftlich um Jesu Schultern. Dann schwärmerisch). Also pass auf: (Liest aus der Speisekarte)

Als ors d´oevre eine gehaltvolle Mutsuppe mit jungen Liebespilzen. – das gibt Kraft und macht Appetit aufs Leben. Danach, als ersten Hauptgang: Ein zart-mageres Erfolgsfilet, verfeinert mit einem Hauch brauner Missgunst-Soße – damit sie lernen, wie das Leben so spielt. Schließlich, als  Höhepunkt, wahlweise Leberlauspüree an frischem Bratärger – die vegetarische Variante – oder ein deftiges Pannen-Raggout mit ein paar würzigen Schicksalsschlägen. – Bankrottbohnen würden sich sehr eignen. Fördern außerdem die Demut. Zum Abschluss – wir wollen ja nicht so sein – gibt´s wahlweise ein Glücksparfait auf Williams-Christ oder schweren Tod im Gnadenmantel der Demenz! – Na, was sagst Du. Ist das nichts?

Ich gebe ihnen ordentlich was zu Schlucken und Du (er schlägt ironisch ein Kreuz in die Luft) sorgst für den „Heiligen Hicks!“ Hä, hä, hä... 

 

Jesus: (entwindet sich seiner Umarmung)

Was macht Dich eigentlich so sicher, dass die Menschen sich auf deinen Teufelsfraß einlassen? 

 

Teufel: Weil sie gierig und bequem sind (dann listig) ...und nichts vom Kochen verstehen!

 

Jesus: Jeder kann kochen! Vorausgesetzt, er versucht nicht allein in Teufels Küche zu triumphieren...! (Legt eine Bibel auf den Tisch) ... Und ich kenne da ein paar wirklich bewährte Rezepte...

 

Teufel: (wütend aufspringend) Ach zum Teufel mit dir – wenn ich´s nicht selber wär...!

(beide ab in verschiedene Richtungen)

 

 

ZWISCHENMUSIK

EG 636, 1-2 Unser Leben sei ein Fest...

 

 

3. PREDIGT

 

„Jeder kann kochen“ - so lautete das Credo des verblichenen Meisterkochs Auguste Gusteau in dem farbenfrohen Kinohit des Jahres 2007 „Ratatouille“, den wir im Rahmen unserer Freizeit angeschaut haben.

„Jeder kann kochen“,  sagte auch Jesus in unserem kleinen Sketch um die miesen Versuche des Teufels, im Geschick und den Geschichten der Menschheit „herumzurühren“. Das heißt soviel wie: Wir Menschen sind nicht einfach nur von unserem Schicksal abhängig – also davon, was irgendwelche „höheren“ (oder auch ganz tiefen) Mächte und Kräfte mit uns vorhaben – sondern können da selbst (zumindest entscheidend mit) Hand anlegen. Wenn wir können! Denn nichts desto trotz gilt immer auch: „Alles will gelernt sein!“

Auch der Umgang mit den entscheidenden geistigen und geistlichen Fragen des Daseins: nach dem Wesen der Welt, dem Sinn des Lebens, Liebe und Freundschaft, moralischen Werten, Gemeinschaft usw... muss beizeiten geübt werden, damit einer über seiner lebenslangen Suche nach dem sprichwörtlichen „Ei des Kolumbus“ nicht am Ende den Glauben an sich selbst (wie auch den Glauben an Gott) verliert und am Ende doch noch als Omelett „in Teufels Küche“ landet.

 

Liebe Konfirmanden, liebe Eltern und Verwandte, liebe Festgemeinde!

Dass auch die, nun hinter uns liegende Zeit des Konfirmandenunterrichts eine „Lehrzeit“ war, weiß jeder. Da ging es um die Grundrezepte des Glaubens – sowohl des Glaubens an Gott, als auch dessen an uns selbst, unsere eigenen Talente und Fähigkeiten im Umgang mit den Herausforderungen des Lebens. Und beides gehört ja auch zusammen. Stellt sich die Frage, ob diese Monate ausgereicht haben, um unser „junges“ - heute zugegebenermaßen ganz reizvoll herausgeputztes - „Gemüse“ wirklich darauf vorzubereiten... Oder anders: Ist ein Mensch jemals reif genug, um wirklich seinen eigenen Weg durchs Leben unberührt und unbeschadet durchzustehen?

Die ganze Welt ist ja wie eine große Küche. Überall stinkt oder duftet es, brodelt und kocht über, da wird tranchiert und dort filettiert, temperamentvoll flambiert oder eiskalt abserviert – je nach dem... Und es gibt wahrhaftig nichts, das zu geschmacklos wäre, um nicht doch noch irgendwo auf den Tisch zu kommen: Halbgare politische Ideen, garniert mit rhetorischen Schaumschlägereien, oder die lederzähen alten Hüte überkommener Moralvorstellungen, prothesengerecht weich geklopft unter dem kirchlichen Hammerwerk frommer Sprüche... Und vor allem: Jede Menge verdorbener Brei! Denn wo so viele Köche am Werk sind, ist das bekanntlich die Folge. – Wer soll sich da noch zurechtfinden? Oder anders: Wie sollen es junge Leute - unsere Konfirmanden – schaffen, in dieser Welt ihr eigenes Süppchen zu kochen?! – Antwort: Das sollen sie gar nicht!

Denn (um es gleich zu sagen:) das kann nicht gemeint sein mit der christlichen Ermutigung an junge Leute, selbstständig zu werden und auf eigenen Beinen zu stehen – im Bild gesprochen: „Kochen zu lernen“ –, dass sie sich im Leben mehr oder weniger brutal durchbeißen – womöglich von Gurgel zu Gurgel wie blutsaugende Untote? 

Aber auch der Menü-Vorschlag des Teufels, wie wir ihn in unserem kleinen Sketch kennen gelernt haben, dürfte nur mäßigen Beifall finden bei allen, die sich nicht von den allzu oberflächlichen Verlockungen des Lebens verführen und am Ende vom Schicksal buchstäblich „abservieren“ lassen wollen...

Wie also kann es uns Menschen – den älteren ebenso, wie den Jungen - gelingen, ein  wirklich „gutes“ Leben zu führen? – Selbstbestimmt, aber nicht egoistisch..., mit kostbaren Erlebnissen, aber nicht auf Kosten anderer..., im besten Sinne „sättigend“ und dennoch alles andere als geistlos und träge?! Das ist die Frage!

 

Liebe Gemeinde!

In der Bergpredigt des Matthäus-Evangeliums gibt Jesus Christus – Sie erinnern sich: das ist der mit dem dicken Rezeptbuch (Bibel hochhalten) – einen entscheidenden Hinweis an seine Jünger und alle, die ihm nachfolgen wollen: Ihr seid das Salz der Erde, sagt er da, und: Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze...

Mit anderen Worten: Ohne Euch geht gar nichts!

Ihr, liebe Konfirmanden und ihr, liebe Eltern, Brüder, Schwestern, Onkels, Tanten und und und – wir alle! – besitzt und besitzen etwas ganz Kostbares. Eine Substanz, oder besser: eine Gabe, ohne die diese Welt und alles Leben darin fade, geschmack- und sogar sinnlos wäre, wie Blüten ohne Duft..., eine Geschichte ohne Handlung..., Liebe ohne Küssen... - Oder eben: wie ungewürztes Essen. Speise ohne Salz.   

Ihr seid das Salz der Erde! Das heißt zunächst: Eure Talente und Fähigkeiten, überhaupt jene Eigenschaften, die ihr von Natur aus mitbringt – die angenehmen wie auch die nervtötenden – sind gefragt! Gott will und braucht euch und mich genau so, wie wir sind! Lasst euch nie etwas anderes einreden!

Aber - fragt Jesus Christus weiter - Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen?... Offenbar können unsere wunderbaren Eigenschaften auch verloren - oder, sagen wir besser: aus den Augen verloren – gehen. Lebenslang müssen sie entwickelt, weiter verfeinert und in diesem Sinne eingeübt werden. Und genau da kommt der Glaube ins Spiel. Der ist ja mehr, als bloß eine – womöglich fade – Beigabe zum Leben (wie so ein paar verkochte Erbsen aus der Dose), sondern gewissermaßen der entscheidende „Geschmacksverstärker“, wenn es darauf ankommt, sich nach der eigenen Nase zu orientieren! Und das, daran besteht kein Zweifel, sollten wir wirklich immer tun.

Ihr Glaubens-Gourmets und Nasenchristen seid das Salz der Erde, meint unser Herr. Wenn ihr euch nicht einbringt – mit allem, was ihr habt und könnt – wer sollte es sonst tun?

Wer sollte die Welt reicher und bunter, lebensfreundlicher und gerechter machen, wenn nicht die Christen, jene Leute, zu denen und über die Jesus sagt: Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze...

Dieser zweite Satz erinnert uns an den Ernst unseres Glaubens und daran, wie wir danach handeln sollen: Unser ganzes Bekenntnis und alles, was wir – im Konfirmandenunterricht oder sonst wo - über Jesus Christus und den Glauben an Gott erfahren und gelernt haben, ist buchstäblich nichts wert, wenn wir es versäumen, uns selbst, in der brodelnden Praxis des Lebens, aktiv damit einzubringen.

Und damit wären wir wieder beim Kochen: „Jeder kann kochen!“. So weit so gut. Doch: Wie können wir es schaffen, an unser „Lebensmenü“ selbst beherzt Hand anzulegen, ohne die Erfahrung machen zu müssen, dass wir von vorn herein untergebuttert werden, dass wir uns, kaum dass es heiß zugeht, buchstäblich „schwarz ärgern“ oder resigniert mit ansehen müssen, wie unsere einstigen Vorstellungen und Ideale (und mit ihnen die Talente, für die sie standen) verdampfen oder sich auflösen in der unüberschaubaren Suppe jener wabernden und stinkenden Gerichte- und Gerüchteküche dieser Welt, in der ja immer schon andere vor uns – und viele gegen uns – herumpfuschen und pantschen...?

Geht das überhaupt? – Oder ist letztlich auch das Christentum, unser Glaube, nichts anderes, als ein weiterer gut gemeinter Versuch der Ermutigung junger Menschen zur Selbstbehauptung in einer Wirklichkeit, die - in Wirklichkeit - doch kaum eine andere Rolle für sie bereithält, als die eines „Gemüseputzers“ in der „Schicksalsküche“ des Teufels?

Die Antwort – Christi Antwort – lautet: „Jeder kann (!) kochen. Aber keiner kann es für sich allein! Nur alle miteinander können das Aroma des Lebens verbessern!“

Am Ende hängt alles – das Gelingen unseres christlichen Lebensmenüs – wohl davon ab, wie wir uns selbst einbringen mit unseren Gaben und Talenten, angenehmen und nervtötenden Eigenschaften, vor allem aber davon: ob und wie wir das mit anderen zusammen tun! - Ob wir beizeiten gelernt haben, unser Leben richtig abzuschmecken... Keiner muss und keiner kann für sich allein glücklich und erfolgreich werden – jedenfalls nicht im Sinne Gottes. Denn keiner von uns besitzt allein alle Gaben und Fähigkeiten zur Verbesserung der Welt. Aber wenn wir uns zusammentun und miteinander kochen, wenn jeder und jede von uns seinen Teil – das, was nur er oder sie an Gaben und Eigenschaften aufzuweisen hat - zum Gelingen des Ganzen  beiträgt, mit Verstand und „einem guten Riecher“ für´s Machbare, dann wird es gewiss einen Duft in der Welt geben, der auch vielen anderen Menschen ganz neu Appetit auf´s Leben macht!

So lautet die Verheißung Christi.

Und Gott gibt Sein Wort darauf! – Vorwort und Überschrift aller Rezepte, Koch- und Backanleitungen, an die ihr, liebe Konfirmanden, euch in Zukunft noch halten mögt oder müsst...!

Ihr seid das Salz der Erde, sagt Jesus Christus. Wenn ihr euch nicht einbringt, miteinander und mit allem, was ihr habt und könnt – mit allem, was ihr von mir begriffen habt - wer sollte es sonst tun?... 

Aber, wie gesagt: Alles will gelernt sein – abgestimmt und abgeschmeckt mit den Bedingungen dieser Welt, wie sie nun einmal ist. Auch den schicksalhaften... Und zwar lebenslang!

Da macht unser Christsein keine Ausnahme. Aber es macht Hoffnung! Wissen wir doch: Egal, was kommt und wie unser eigenes „Lebensmenü“ gelingt (oder auch nicht): Über allem gibt es einen Gott, der selbst einen Tisch für uns bereit hält, an dem wir immer willkommen sind... Der schenket uns voll ein – so oder so – und immer wieder neu!

 

Ich möchte Euch allen jetzt ein kleines Geschenk machen: Jeder von Euch bekommt sein eigenes (aber alle ein anderes) Kochwerkzeug. Stellvertretend für das, was er oder sie jeweils zum Ganzen des Lebens und Glaubens auf dieser Welt beitragen kann: Kochlöffel oder Spaghettigabel, Schöpfkelle oder Lochsieb... Wenn ihr es versteht, so miteinander umzugehen, dass ihr einander beim Kochen ergänzen könnt, dann habt ihr alles verstanden!

Und dazu gibt es jeweils ein besonderes Gewürz. Das soll Euch daran erinnern, dass ihr bei all dem Eure eigene Geschmacksnote für den großen Eintopf des Lebens – eure Kreativität, eure Ideen, Vorlieben, Schwächen usw. - nie aus den Augen verlieren dürft. Denn ohne die bleibt alles fade... – wie Speise ohne Salz. Nicht vergessen: Ihr seid das Salz der Erde! Amen.

(Geschenke verteilen. -> Dazu Lied: EG 638, 1-3 Wo ein Mensch Vertrauen gibt...)