Predigtpreisverleihung - Schlosskirche Bonn

Begrüßungsansprache durch Karsten Matthis

Karten Matthis, Stiftung Christlich-Soziale Politik e.V.

Karsten Matthis Begrüßungsansprache

Verehrte Preisträger Herren Oosterhuis und Brummer,

verehrte Ehrengäste,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

Verlag und Jury freuen sich über die erneut große Resonanz. Nicht allein am heutigen Tag des Festakts in der Schlosskirche der Universität Bonn zeigt sich großes Interesse, sondern seit der Bekanntgabe des erneuten Wettbewerbs gibt es eine rege Beteiligung. Dies will in einer schnelllebigen Zeit schon etwas heißen, zumal viele Preise eine nicht lange Lebensdauer haben! Der ökumenische Predigtpreis hingegen ist eine feste Größe, die vielerorts wahrgenommen wird.

Die Verleihung am Buß- und Bettag ist längst eine gute Tradition geworden, um auf die Redekunst in Kirchen zu fördern und die Bedeutung der Homiletik über den kirchlichen Raum hinaus hinauszuweisen.

So darf ich zunächst die beiden Preisträger Huub Oosterhuis und Andreas Brummer sehr herzlich willkommen heißen. Ich schließe in diesen Gruß die Verwandten und Freunde ein, die aus den Niederlanden und aus der hannoverschen Landeskirche heute in die Schlosskirche zu Ehren der Preisträger gekommen sind.

So darf ich die Vertreter verschiedener Kirchen wie Bischof Dr. Matthias Ring von der Altkatholischen Kirche herzlich begrüßen, die Professoren der theologischen Fakultäten zu Bonn: Ich nenne stellvertretend Professorin Dr. Gisela Muschiol, Dekanin der Katholischen Fakultät, und den Dekan der Evangelischen Fakultät Professor Dr. Udo Rütterswörden. Unter den Interessierten aus Medien, Kultur, Wirtschaft und Politik, begrüße ich stellvertretend für viele die Bundestagsabgeordnete Dr. Claudia Lücking-Michel. Für die Emeriti grüße ich Altbischof Klaus Wollenweber. Wir freuen uns wiederum darüber, viele Pfarrerinnen und Pfarrer aus den benachbarten Kirchenkreisen und Dekanaten hier zu haben.

Dem Hausherrn Professor Dr. Reinhard Schmidt-Rost danke ich für seine langjährige und überaus freundliche Gastfreundschaft in der Schlosskirche, die dem Preis seinen unverwechselbaren Charakter verleiht.

Ich darf den Stifter des Preises, den Verleger Norman Rentrop, die Vorstände Helmut Graf und Guido Ems begrüßen und nicht zuletzt den Jury Vorsitzenden Pastor Wolfgang Thielmann und meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter in der Jury des ökumenischen Predigtpreises, die sich die Entscheidungen nicht leicht gemacht haben, zumal auch im Jahr 2014 wieder viele Einsendungen, Vorschläge und Hinweise das Team des Predigtpreises erreichten und diese auf der Homepage nachzulesen sind.

Liebe Festgemeinde,

Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er führt“, heißt es in Joh. 3,8.

Jesus spricht diese Worte zum jüdischen Gelehrten Nikodemus, der ihn des Nachts besucht. Jene Worte Jesu werden zum angestrengten Nachdenken bewegt haben. Wie Nikodemus die Worte Jesu aufgenommen hat, und ob diese sein späteres Leben veränderten, ist uns nicht überliefert.

Eins ist aber für Christenmenschen klar: Wie dem Wind eine starke, aber eine unerklärliche Kraft eigen ist, so hat auch der Geist Gottes eine nachhaltige Wirkung, die niemand so leicht ergründen kann. Wie inspiriert der Geist  Gottes Predigerinnen und Prediger auf deutschsprachigen Kanzeln?

Die Jury des Predigtpreises liest die eingesandten Texte zwischen Flensburg und Passau. Sie nimmt Predigten und Andachten aus Salzburg und Bern sowie deutschsprachigen Auslandsgemeinden in den Blick. Sie geht Gottes Wort in den menschlichen Worten nach.

Die Mitglieder der Jury prüfen Predigten, ob sie in einer besonderen Weise das Evangelium, die gute Nachricht, auslegen und den Hörern nahebringen. Die Jurymitglieder suchen nach neuen Zugängen zur Bibel in den Predigten,  ob und wie  „Schweres, leicht gesagt  wird“, um den ersten Preisträger vor 15 Jahren, Hans-Dieter Hüsch, zu zitieren.

Bei den beiden heutigen Preisträgern ist die Jury sich ganz sicher, dass  beide Theologen wie viele andere, die im Verkündigungsdienst stehen, sich immer wieder neu vom guten Geist Gottes inspirieren lassen und die Bibel in ihrer ganzen Vielfalt zur Sprache bringen.

Dem heutigen Preisträger für sein Lebenswerk, Huub Oosterhuis,  ist auf dem Fahrrad  bei einer langen anstrengenden Tour mit starkem Gegenwind im Jahr 1959, die Idee gekommen, einen Text für ein geistliches Lied zu schreiben. Nach dieser Fahrradtour nach Groningen verfasste er seinen ersten Text für ein populäres Kirchenlied, welches sich heute sowohl in deutscher Sprache im Gotteslob als auch im evangelischen Gesangbuch wiederfindet.

Der zweite Preisträger Pastor Andreas Brummer aus der hannoverschen Landeskirche hat sich intensiv  mit dem Schriftgelehrten Nikodemus auseinandergesetzt, schließlich hat er in der Nikodemus Gemeinde zu Hannover-Kleefeld abwechselnd mit seiner Frau viele Gottesdienste mit  der Gemeinde gefeiert. Nahe dem Glockenturm erinnert ein Kunstwerk in Form eines Kreuzes an das Jerusalemer Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus. Passanten, welche am Kirchengrundstück mit kleinem Glockenturm im hannoverschen Stadtteil vorbeikommen, werden an den Geist Gottes erinnert, der eine leichte Brise oder ein kräftiger Sturm sein kann. Der gute Geist Gottes, der uns aufwühlt oder uns tröstet, der in uns und auf wirkt.

Verehrte Gäste, lassen wir uns also heute erneut inspirieren sowohl von der Musik und den Musikern  vom Projekt-Schola  aus Vallendar, Tom Löwenthal, Dirigent, Kerstin Wüller, Solosängerin und Geert Hendrix, Pianist, sowie den Sängerinnen und Sängern  der Kleinen Kirche Osnabrück. Schön, dass Sie alle da sind!

Und lassen Sie sich inspirieren  von den Worten der Laudatoren und der Preisträger.

Im Namen des Verlags für die Deutsche Wirtschaft und der Jury wünsche ich dem Festakt einen guten Verlauf.