Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Jesaja [52,13-15]; 53,1-12 (4. Gottesknechtlied)

Karin Hügel (ev A. B.)

03.04.2015 in Wien

Examenspredigt an der Universität Wien am Karfreitag 2015

Der leidende Gottesknecht – Verwerfung der Erlösung durch Leid und Neuinterpretation des Christentums

Ein sadistischer Gott

„Gott hatte Gefallen an seinem Zerschlagen, er machte den Gottesknecht krank“ heißt es in unserem heutigen Predigttext. Gott will, dass der Knecht leidet. Ein sadistischer Gott – darf denn das wahr sein? Wollt ihr überhaupt von so einem Gott hören? Ist das für euch Religion?

Auf dem Schreibtisch des französischen Schriftstellers George Bataille stand das Foto eines Gefangenen, der gerade „den Tod der hundert Schnitte erleidet.“ „Dieses Foto“, so schrieb Bataille, „spielte in meinem Leben eine entscheidende Rolle. Mich hat dieses ekstatische und zugleich unerträgliche Bild des Schmerzes nie losgelassen ... Den meisten erscheint dieses Bild einfach nur unerträglich: das rituelle Opfer mehrerer geschäftiger Messer, schon ohne Arme, im letzten Stadium des Häutung – ein Foto, kein Gemälde, ... – und immer noch lebendig, mit einem Blick, dessen ekstatischer Ausdruck sich mit jedem heiligen Sebastian der italienischen Renaissance messen kann.“ Die US-amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag zitiert diese Sätze Batailles in ihrem Essay Das Leiden anderer betrachten.[1] Darin gesteht sie zu, dass das Bild des Abstoßenden, z.B. eines verletzten, verstümmelten Körpers auch fasziniert.

Wie ergeht es euch bei einem solchen Bild?

Ist Leiden erlösend?

Im heutigen Predigttext steht: „Viele waren starr vor Entsetzen über den Gottesknecht, weil sein Aussehen unmenschlich entstellt war und seine Gestalt nicht mehr der von Menschenkindern glich.“ Seine Hässlichkeit rührt von der Zerstörung her, die ihm widerfahren ist.

Was malt mir der Verfasser oder die Verfasserin des Jesajatexts vor Augen?

Was erfahre ich über die Herkunft des Knechts? Dort, wo kaum etwas gedeihen kann, kommt er her – aus trockener Erde schießt er wie ein Wurzelspross empor. Hatte er denn keine Eltern, die ihm viel mitgeben konnten? Auch sein Aussehen war nicht attraktiv: „Er hatte keine schöne Gestalt und keinen Glanz, sodass wir ihn angesehen hätten, und kein imponierende Aussehen, sodass wir ihn begehrt hätten“, heißt es in Jesaja.

Eindrücklich wird geschildert, dass dieser Person alles widerfahren ist, was ich anderen und mir nicht wünsche: Der Gottesknecht war von den Menschen verachtet. Sie haben ihn verlassen. Er hatte Schmerzen. Mit Leiden war er vertraut. Auch heute ist es nicht unüblich – wenn auch nicht immer –, dass ich von Leidenden meinen Blick abwende. Der Knecht war so verachtet, dass die Leute ihr Gesicht vor ihm verhüllten.

Was musste der alles ertragen? Gehäutet wurde er zwar nicht – auch von einer Kreuzigung wie bei Jesus von Nazareth ist hier nicht die Rede – aber „durchbohrt“ wurde er, „zerschlagen“, „gezüchtigt“ und „misshandelt“. Von „Drangsal und Gericht“ wurde er erfasst. Vom Lande der Lebenden wurde er getrennt. Das heißt wohl, dass er sterben musste. Dass er isoliert war, wird schon vorher deutlich. Er wurde nicht einmal in seiner Grabstätte beerdigt. Nicht er, sondern gottlose Leute wurden dort bestattet; ein Reicher wurde dort beerdigt. Er selber hatte keinen entsprechenden Besitz.

Dieser biblische Text ist aber nicht allein die Beschreibung eines bis zum Äußersten leidenden Menschen oder eines Volkes im Exil, wie der Gottesknecht auch interpretiert wird: „Gott ließ ihn unser aller Schuld treffen“, heißt es im heutigen Predigttext; „wegen der Sünde meines Volkes wurde er getroffen“. „... Er trug unsere Leiden und Schmerzen.“ „Er trug die Folgen der Sünden vieler ...“. „... Um unserer Sünden willen wurde er durchbohrt; wegen unserer Verbrechen zerschlagen.“ Da steht doch tatsächlich geschrieben, dass wir der Grund sind, weshalb er leidet; und außerdem, dass die Wunden des Gottesknechts uns heilen können! Er selber hat keinerlei Anlass zu seiner Misshandlung gegeben. Er war weder gewalttätig noch hat er mit Worten betrogen.

In diesem Lied vom leidenden Gottesknecht kommt zum einzigen Mal in der Hebräischen Bibel der Gedanke der Stellvertretung vor: Nur hier wird ausgesagt, dass jemand stellvertretend die Schuld anderer Menschen trägt. Das heißt, dass er die Straffolgen fremder Schuld erleidet. Das leidvolle Schicksal des Knechts erklärt sich dadurch, dass Gott initiiert, dass die Strafe der Schuldigen nicht diese selber trifft, sondern einen anderen. Die Schuld Israels wird abgewendet. Ihr, die eigentlich Schuldigen, habt wieder die Chance, errettet zu sein. Ein anderer wird jedoch deshalb geschunden und zerbricht ...

Will ich an diesem göttlichen Versöhnungsopfer teilhaben, so müsste ich also diesem heilsstiftenden Handeln Gottes in seinem Knecht zustimmen. Ich wäre dann der Nachkomme des Gottesknechts. Er würde durch uns weiterleben. Gottes Plan wäre gelungen.

Stimmt ihr dem zu oder nicht? Glaubt ihr an solch eine Erlösung? Identifizierst du dich als Nachfahre oder Nachfahrin des Gottesknechts? Kann Leiden erlösend sein, frage ich mich?

Was könnte sich Jesu über den leidenden Gottesknecht gedacht haben?

Bevor ich auf diese Frage zurückkomme, überlege ich, was sich Jesus Jahrhunderte später dazu gedacht haben könnte. Ich kann nur mutmaßen, ob er sich zu Lebzeiten selber mit dem Gottesknecht identifiziert hat. Im Neuen Testament erfahre ich, dass die Frage, wer mit dem Gottesknecht eigentlich gemeint war, in frühchristlicher Zeit unterschiedlich beantwortet wurde: In der Erzählung der Apostelgeschichte des Lukas 8,26-40 liest ein Kämmerer der Königin von Äthiopien dem christlichen Missionar Philippus laut einen Vers der griechischen Übersetzung der Septuaginta des heutigen Predigttextes vor: „Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf.“ Und er stellt dem Missionar dazu die Frage: „Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet das? Von sich selber oder von einem anderen?“ Während der Kämmerer den leidenden Gottesknecht für Jesaja selbst oder für einen anderen Propheten hält, deutet ihn der christliche Missionar als Jesus Christus. Diese neutestamentliche Episode entwirft ein Grundmodell erfolgreicher Verkündigung: Philippus predigt ausgehend von diesem Schriftwort das Evangelium Jesu, und der Kämmerer lässt sich anschließend taufen. Faszinierend ist auch die Frage, welche sich aufgrund des Vergleichs des Gottesknechts mit einem verstummten Schaf stellt: Könnte dieser Vers des Jesajatexts die Evangelisten Markus und Matthäus inspiriert haben, Jesus vor dem Hohepriester als jemanden darzustellen, der schweigt und nichts antwortet?

Auffallenderweise werden einzelne Sätze der griechischen Übersetzung dieses Liedes vom Gottesknecht hauptsächlich im Kontext der frühchristlichen Mission zitiert, nämlich noch zweimal im Römerbrief, aber nur einmal eindeutig im Zusammenhang mit der Passion und mit dem gewaltsamen Tod Jesu. Wurde das Gottesknechtlied etwa zu Unrecht als Predigttext am Karfreitag eingeführt? Heute, Karfreitag, ist ja der Gedenktag an das Leiden und den Tod Jesu Christi. Dem deutschen Wort nach ist es ein Tag der Trauer. Die erste Silbe des Begriffs Karfreitag, „Kara“, ist ein althochdeutsches Wort und bedeutet „Klage“, „Kummer“, „Trauer“.

Wie kommt nun aber die Zitierung des Gottesknechtliedes im Neuen Testament innerhalb der Leidensgeschichte Jesu vor? Der Knecht „hat seine Seele in den Tod gegossen und wurde den Abtrünnigen beigezählt“, heißt es im heutigen Predigttext. In Lk 22,37 wird Jesus in den Mund gelegt, dass sich die Aussage der Schrift in ihm vollendet. Er wird zu den Verbrechern gerechnet werden. Seine Behandlung als Übeltäter im Zuge seiner Hinrichtung sei vorherbestimmt. Das Gottesknechtlied im Lukasevangelium wird also gar nicht dazu verwendet, um die Bedeutung von Jesu Tod zu erklären. Es ist in diesem Zusammenhang nicht davon die Rede, dass sein qualvolles Sterben für uns etwas bewirkt. Erneut frage ich, ob das Lied erzählerische Entwicklungen in den neutestamentlichen Passionsberichten verursacht haben mag. Der letzte Vers des Gottesknechtlieds könnte vielleicht die Darstellung des gekreuzigten Jesu zwischen den zwei Räubern im Markus- und Matthäusevangelium hervorgebracht haben. Und dass der Knecht „für die Abtrünnigen bat“, könnte den Evangelisten Lukas inspiriert haben, welcher Jesus am Kreuz hängend dem reuigen Verbrecher das Versprechen geben lässt: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Missbräuchliche Darstellung von Jesu als Mutter

Der leidende Jesus wird nicht nur immer als Mann vorgestellt. Im Mittelalter wurde im christlichen mystischen Text von Wilhelm von St. Thierry der verwundete Körper Jesu zu einem Schoß, in dem sich die Gläubigen verkriechen konnten. Das Verständnis Jesu als eine Mutter, welche Leben durch Tod bringt, wird jedoch von den amerikanischen feministischen Theologinnen Joanne Carlson Brown und Rebecca Parker kritisiert.[2] Es diene dazu, reale Mütter, welche Leben durch ihr Leben schenken, abzuwerten. Daher kann ein solches Bild wie Jesus als Mutter keine Erlösung anbieten. Dieses Symbol ist selber eine Form von Missbrauch.

Wider die Sündentilgung durch den Opfertod

Im heutigen Predigttext heißt es, dass der Gottesknecht seine Seele in den Tod hineingegossen hat. Seine Seele wird mit einer Flüssigkeit verglichen. Eine ähnliche Entsprechung findet sich in einem hebräischen Text im Buch Levitikus, wo die „Seele des Fleisches“ im „Blut“ lokalisiert wird. Wenn das Blut aus dem Fleisch ganz herausgeflossen ist, ist das Fleisch tot. Wird hingegen das Blut nach der Weisung Gottes am Altar vergossen, gilt dieses Blut als von Gott initiiertes, lebensspendendes Sühnemittel für die Vergehen der Opfernden. Genau dieser Zusammenhang kommt im Gottesknechtlied zum Tragen. Der Knecht hat seine Seele, sein Blut – gleichsam als Opferblut – vergossen. Das wird noch unterstrichen, wenn vom durchbohrten, zerschlagenen und verwundeten Knecht die Rede ist.

Eine mögliche Erklärung der verschiedenen Formen des rituellen Blutvergießens ist, dass sie Imitationen weiblicher körperlicher Erfahrungen durch männliche Kulte sind. Das Blut von Frauen, Menstruationsblut und das Blut bei Geburten, ist das Zeichen für Weitergabe und Erhaltung von Leben und von intimen und gemeinschaftlichen Beziehungen. Die Vorstellung des „Blut fließen Lassens“ hat demnach seine Wurzeln in kulturellen Versuchen von Männern, die Macht in Anspruch zu nehmen, welche ursprünglich Frauen gehörte. Die Nachahmung weiblicher körperlicher Macht durch Männer wurde beinahe universell von der Unterwerfung von Frauen begleitet. Ritueller Ausschluss von menstruierenden Frauen und Frauen, die Kinder zur Welt gebracht haben, ist ein Zeichen dafür, dass heilige Bilder gestohlen worden sind. Die religiöse Vorstellungswelt des Sühneopfers ist mit dem Raub und der nachträglichen Diffamierung von Frauenerfahrungen entstanden. Auch die religiösen Bilder vom Blut Jesu beinhalten eine implizierte, stillschweigende Abwertung von Frauen.

Ich meine, dass die Vorstellung der Sündentilgung durch das Vernichten eines Menschen, wie im Gottesknechtlied oder durch Jesu Opfertod, verworfen werden muss. Wird Leiden glorifiziert, so ist das eine missbräuchliche Theologie. Müssen Frauen wie Männer durch das Sündopfer des Gottesknechts oder durch den Tod Jesu von irgendwelchen Sünden gerettet werden? Nein! Von der Unterdrückung, von der sie betroffen sind, müssen sie befreit werden. Das kann Unterdrückung durch Rassismus, Klassismus, Sexismus und Heterosexismus sein. Homo-, Lesbo-, Bi-, und Transphobien beeinträchtigen das Leben vieler Menschen. Wenn in diesem Befreiungsprozess Leiden vorkommt, dann geschieht das, weil Menschen ihre Macht dafür verwenden, sich der Forderung nach einem leidenschaftlichen, freien und selbstbestimmten Leben zu widersetzen und ihr entgegenzutreten.

Feministische Auslegungen des leidenden Gottesknechts

Die Filipina Lydia Lascano organisiert seit vielen Jahren in einem Slum Gemeinwesenarbeit. Für sie ist die Demütigung und die Entmenschlichung des leidenden Gottesknechts mit der Grunderfahrung philippinischer Frauen vergleichbar. Viele Filipinas „leiden passiv, ohne die Hoffnung, sich selbst befreien zu können“, weil die Härte des täglichen Überlebenskampfes so erdrückend ist und sie sich der Ursachen der Unterdrückung nicht bewusst sind.[3] Für sie ist wichtig, dass Jesus jedoch um ihr Leiden weiß, weil er einst genauso hilflos gelitten hat wie sie. Außerdem ist Jesus für Filipinas aktiv in ihrem Befreiungskampf gegenwärtig, nicht als leidenschaftsloser Beobachter, sondern eher als aktiver Teilnehmer, der sie im Tun des Gerechten begleitet.

Die koreanische Theologin Hyun Kyung Chung[4] weist auf den ambivalenten Charakter des Bildes des Gottesknechts hin. Einerseits besteht die Gefahr, dass dieses Bild den Status quo bestätigt, da es die untergeordnete Position von Frauen untermauern könnte. Andererseits schlummert in ihm jedoch ein revolutionäres Potential. Es könnte einen Beitrag zur Befreiung von Frauen leisten. Die Grenze zwischen „Opium für das Volk“ und „Befreiung von Unterdrückung“ sei bei diesem Bild hauchdünn.

Koreanische Frauen erfahren das Mysterium der Menschwerdung, indem sie sich mit Jesus identifizieren. Wahres Christinnensein bedeutet in ihren Augen, „wie Jesus werden“. Seine Auferstehung findet in den gebrochenen Körpern der Minjung-Frauen, statt, die ihrer Geschundenheit zum Trotz das Leben feiern. Minjung bedeutet wörtlich die „Masse des Volks“. In den 70er Jahren entstand in Korea diese Bewegung des gewöhnlichen Volks. Es erlebte Jesus neu. So veränderte sich die Bedeutung von „Immanuel“ als „Gott-mit-uns“ zum „Gott-unter-uns“ und schließlich auch zum „Gott-ist-wir“, mitten im Kampf um volles Menschsein für alle.[5]

Eine Neuinterpretation des Christentums

Zuletzt mag einer oder eine von euch fragen: Wenn ich die Vorstellung vom stellvertretenden Opfer verwerfe, was bleibt dann noch vom Christentum über?

In der Neuinterpretation des Christentums durch die feministischen Theologinnen Brown und Parker[6] ist das Christentum für unterdrückte Menschen grundlegend Gerechtigkeit, radikale Liebe und Befreiung.

Das Leben Jesu verkörpert das beispielhaft. Jesus ist eine, aber nicht die einzigartige Manifestation von Gott-mit-uns.

Er wählt ein Leben, in dem er ungerechten und unterdrückenden Kulturen widersteht. Jesus wählt nicht das Kreuz, sondern Integrität und Glaubwürdigkeit. Er verweigert einen Kurswechsel aufgrund von Bedrohungen.

Jesu Tod ist eine ungerechte Tat von Menschen, welche sich dafür entschlossen haben, seine Lebensweise zurückzuweisen und ihn durch seinen Tod zum Schweigen zu bringen. Die Travestie von Leiden und Tod Jesu wird nicht durch die Auferstehung erlöst.

Jesus ist kein akzeptables Opfer für die Sünden der ganzen Welt, da Gott nicht beschwichtigt werden muss. Gott verlangt kein Opfer. Gott verlangt Gerechtigkeit. Durch das Kreuz wird kein Friede geschaffen. Niemand wird durch den Tod Jesu gerettet.

Leiden ist niemals erlösend. Leiden kann nicht erlöst werden.

Das Kreuz ist das Symbol einer Tragödie. Gottes Schmerz wird hier offenbart. Überall und zu jeder Zeit wird das Leben von Gewalt durchkreuzt. Gottes Leiden ist genauso endgültig wie Gottes Liebe. Jede Tragödie bleibt immerwährend. Sie wird immerwährend betrauert. Immerwährend schreien die Ermordeten Verrat. Immerwährend singt Gott das Kaddisch für die Welt.

Christlich zu sein bedeutet, den Glauben mit jenen beizubehalten, welche Gottes Ruf nach Gerechtigkeit, radikaler Liebe und Befreiung gehört und gelebt haben. Wie diese fordere ich politische und kirchliche ungerechte Systeme heraus. Ich weigere mich in diesem Kampf zum Opfer zu werden und mich vor der Bedrohung von Gewalt, Leiden und Tod zu ducken.

Lebensfülle wird in Momenten der Entscheidung für Glaubwürdigkeit und Integrität erreicht. Genau dann, wenn ihr euch für das Leben entscheidet und die Todesbedrohung zurückweist, ist der Tod bezwungen. Das bedeutet Auferstehung. Wenn ihr euch für Gerechtigkeit, radikale Liebe und Befreiung entscheidet, ist die Macht des Todes vernichtet. Auferstehung ist radikale Courage.

Jesus ist aus dem Grab im Garten Getsemani gestiegen, als er sich geweigert hat, seine Bindung an die Wahrheit aufzugeben, obwohl seine Feinde ihn sogar mit dem Tode bedroht hatten. Am Karfreitag wurde der Auferstandene gekreuzigt.


[1] Vgl. Susan Sontag, Das Leiden anderer betrachten, Übersetzung aus dem Englischen von Reinhard Kaiser, München/Wien 2003, 114.

[2] Vgl. Joanne Carlson Brown/Rebecca Parker, „For God So Loved the World?“, in: Joanne Carlson Brown/C. R. Bohn (Hg.), Christianity, Patriarchy and Abuse: A Feminist Critique, New York 1989, 1-30 (11).

[3] Vgl. Lydia Lascano, „Women and the Christ Event“, in: Proceedings: Asian Women’s Consultation, Manila 1985, 121-129 (123).

[4] Vgl. Hyun Kyung Chung, Schamanin im Bauch – Christin im Kopf. Frauen Asiens im Aufbruch, Übersetzung aus dem Amerikanischen von Dorothea Dilschneider, Stuttgart 1992.

[5] Ebd., 122.

[6] Brown/Parker, „For God So Loved the World?“, 27.