Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Römer 1,6 und die Schiederaner Kirchensocken

Pfarrer Uwe Sundermann (ev.-ref.)

19.05.2014 in Schieder

Konfirmation am Sonntag Misericordias Domini

© Sundermann

Lieder: „Meinem Gott gehört die Welt“ (EG 408, 1-5); „Danke für diesen guten Morgen“ (EG 334); „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ (EG 317); „Gott gab uns Atem, damit wir leben“ (EG 432); „Komm, Herr, segne uns“ (EG 170); „Ins Wasser fällt ein Stein“ (EG 659); „Lass mich dein sein und bleiben“ (EG 157)

Psalm 23 im Wechsel (EG 710)

Lesung: Markus 4, 1-9

Predigt: Römer 1, 16

Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben!“ (Römer 1, 16)

Liebe Gemeinde!

Und insbesondere:

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!

Eine Frage ist noch offen. Eine Frage muss ich euch noch beantworten. Wisst ihr, welche Frage ich meine? (…)

Wir haben nämlich etwas für euch erfunden. Das ging nicht von heute auf morgen. Wir haben mehrere Wochen dafür gebraucht. Wir haben zwei Probeexemplare anfertigen lassen, bis uns alles gefiel und bis alles fertig war.

Nun, eure Frage war: „Herr Sundermann, warum wollen Sie unsere Schuhgröße wissen?“ – Meine Antwort ist dies: Die originalen Schiederaner Kirchensocken.

(Ich halte ein Paar Socken hoch.)

Diese Socken sind eine Spezialanfertigung. Ein Geschäftsmann aus Oerlinghausen steht dahinter. Zu ihm habe ich Kontakt aufgenommen. Ich habe ihm die Titelseite unserer „Kanzelschwalbe“ geschickt und ihm beschrieben, wie die Socken aussehen sollen. Und dann hat er sich mit einer Firma im Erzgebirge in Verbindung gesetzt. Dort wurden die Socken hergestellt. Sie sind also original „Made in Germany“!

Auf dem Sockenbein seht ihr das Logo unserer Kirche, dazu 9 quickfidele Schwalben und darunter den Schriftzug „Schieder“. Der Clou ist die Beschriftung am Fuß. Unter der Fußsohle steht: „Ich steh auf Jesus!“ Alle Motive sind nicht nur aufgedruckt, sondern in die Socken hineingestrickt. Ihr könnte die Socken also getrost tragen. Das Muster bleibt auf jeden Fall bestehen.

Die Schiederaner Kirchensocken sind einzigartig auf der ganzen Welt. Allerdings habe ich heute nicht nur ein Paar. Ihr Konfirmandinnen und Konfirmanden bekommt heute jeder ein Paar Socken geschenkt. Und die muss ich mal eben holen; ich habe das nämlich schon vorbereitet.

(Ich hole die Socken von nebenan und lege die Stange, die die Leine mit den Socken hält, auf die Kanzel.)

Diese Socken zeigen euch:

I. Ihr seid hier zuhause.

Und mit „hier“ meine ich nicht nur die Orte Schieder, Siekholz und Glashütte. Ich meine unsere Kirchengemeinde. Und ich meine unsere Kirche. Hier in der Kirche und hier in unserer Gemeinde seid ihr zuhause. Ihr braucht nur auf diese Socken zu schauen. Die Kirche und der Schriftzug „Schieder“ zeigen euch: Hier gehört ihr hin!

Eineinhalb Jahre seid ihr Dienstag für Dienstag zum Konfirmandenkurs gekommen. Regelmäßig habt ihr den Gottesdienst besucht. Auf diese Weise habt ihr euch mit unserer Kirche und mit dem Leben in unserer Gemeinde vertraut gemacht. Ihr kennt ein paar Gesichter aus den anderen Generationen. Ihr kennt den Ablauf des Gottesdienstes. Und dadurch seid ihr hier zuhause.

Wir haben uns auf Spurensuche begeben. Miteinander haben wir einen Rundgang nach Alt-Schieder und zur ehemaligen Kirche am Schloss gemacht. Wir haben den Friedhof besucht und sind dabei vielen Fragen nachgegangen. So war euer Konfirmandenkurs auch mit einigen Orten hier in Schieder verankert.

Wir haben uns mit zentralen Themen des Glaubens befasst. Von der Bibel bis zum Kirchenjahr, vom Gebet bis zu Jesus, von der Taufe bis zum Abendmahl kam alles vor. Miteinander haben wir das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis, einige Lieder und den Psalm vom „guten Hirten“ auswendig gelernt. Ich hoffe, dass etwas hängen geblieben ist und euch begleitet. So seid ihr auch im Glauben zuhause.

Nun ist der Konfirmandenkurs zu Ende. Aber wir machen keinen Punkt. Wir machen einen Doppelpunkt. Ihr sollt weiter im Glauben wachsen. Ihr sollt weiter hier zuhause sein. Ihr sollt weiter wissen: Hier ist euer Platz, und ihr gehört hierher! Ihr sollt weiter wissen: Ihr kommt hier vor!

Mit dem Abschluss des Konfirmandenunterrichts sagt ihr im Grunde genau dies: „Ja, ich will zu Jesus und zu seiner Gemeinde gehören. Ja, hier gehöre ich hin. Ja, hier in der Kirche, hier in der Gemeinde, hier im christlichen Glauben ist mein Zuhause!“

Genauso tut es Paulus. Auch er bekennt, wo er hingehört. In seinem Brief an die Christen in Rom sagt er: „Der Glaube an Jesus ist mein Zuhause. Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben!“

II. Ihr seid Teil einer Gemeinschaft.

Ihr tragt die Socken nicht allein. Ihr tragt sie alle. Dadurch seid ihr miteinander verbunden. Ihr lauft also nicht jeder für sich durch diese Welt, sondern ihr gehört zusammen. Daran werden euch die Kirchensocken immer wieder erinnern. Sie schaffen ein Wir-Gefühl. Sie verbinden euch zu einer Gemeinschaft.

Während des Konfirmandenkurses haben wir immer wieder daran gearbeitet. Ihr solltet lernen, aufeinander zu achten, miteinander zu reden und aufeinander zu hören. Ihr solltet lernen, eine Gruppe zu sein. Wie oft hat hier ein Grüppchen miteinander geplaudert und dort! Wichtig aber ist: Ihr seid eine Gruppe. Ihr gehört zusammen. Es geht um die Gemeinschaft im Ganzen!

Und diese Gemeinschaft geht über eure Gruppe hinaus. In der Kirchengemeinde sind wir überhaupt miteinander verbunden. Am deutlichsten erleben wir das wohl im Gottesdienst. Ganz gleich, ob wir jung oder alt sind, einfach oder kompliziert, zugezogen und einheimisch – in der Gemeinde gehören wir alle zusammen! Über die Grenzen der Generationen hinweg bilden wir eine Gemeinschaft!

In diese Gemeinschaft habt ihr euch vorhin hineingestellt. Gemeinsam mit allen haben wir den 23. Psalm gesprochen. Und gemeinsam haben wir uns zum Glauben an Gott bekannt. Beides verbindet uns miteinander. So bildet nicht nur ihr Konfirmanden, sondern wir alle eine Gemeinschaft!

Nachher werde ich euch fragen, ob ihr zu Jesus und zu seiner Gemeinde gehören wollt. Und darauf werdet ihr mit „Ja“ antworten. Ihr werdet euch also bewusst in diese große Gemeinschaft hinein stellen. Zwei von euch – nämlich Kevin und Julien – werden getauft. Sie werden sichtbar und spürbar ein Teil dieser Gemeinschaft.

Im Leben kommen wir nicht allein voran. Und das gilt für den Glauben genauso. Es geht nicht als Solochrist. Wir brauchen die Gemeinschaft. Wir brauchen eine Gemeinde, wo wir dazugehören. Gott hat uns in solch eine Gemeinschaft gestellt. Durch den Glauben an Jesus gehören wir zusammen.

Das ist der Sinn dieser Socken. Je mehr diese Kirchensocken tragen, umso schöner ist es. Sie zeigen uns: Wir sind miteinander verbunden. Diese Gemeinschaft hat auch Paulus im Blick, wenn er sagt: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben!“

III. Ihr braucht Mut.

Ganz einfach ist es nicht, diese Socken zu tragen. Da ist ja immerhin das Logo der Kirche drauf. Und wo „Kirche“ drauf ist, da ist auch „Kirche“ drin. Ihr tragt diese Socken – und werdet mit „Kirche“ in Verbindung gebracht. Jeder weiß: Die Kirche hat mit dem Glauben an Jesus zu tun.

Dann könnt ihr euch nicht verstecken. Im Fall des Falles werdet ihr darauf angesprochen: „Du hast ja eine Kirche auf deinen Socken. Gehörst du etwa dazu? Arbeitest du in der Gemeinde mit? Oder gehst du sogar sonntags zum Gottesdienst?“

Andere fragen nicht nur neugierig. Sie kommen gleich mit Kritik. Sie packen auf den Tisch, wo „Kirche“ mal wieder negativ aufgefallen ist: „Du bist in der Kirche? Hast du denn nicht gehört, was in Limburg passiert ist?“ Und schon werdet ihr für etwas verantwortlich gemacht, wofür ihr gar nichts könnt. Manche werfen eben alles in einen Topf.

Mit diesen Socken an den Füßen werdet ihr auch selbst kritisch angeschaut: „Wenn du Kirchensocken trägst, musst du dich aber ein bisschen gewählter ausdrücken! Und wenn du an Jesus glaubst, musst du dich entsprechend verhalten! Dann musst du jeden Tag eine gute Tat tun. Dann musst du immer schön freundlich und hilfsbereit sein!“

Mit diesen Socken kriegt ihr bestimmt auch solche Bemerkungen ab. Und ihr könnt euch nicht verstecken. Ihr müsst dann Rede und Antwort stehen. – Und schon ist es gar nicht so einfach, zu Jesus und zu seiner Gemeinde zu gehören.

Manchmal möchte man sich in solchen Situationen verstecken. Man möchte den Kopf einziehen, damit man nicht gesehen wird. Manchmal möchte man mit Petrus sagen: „Ich bin’s nicht. Ich gehöre nicht zur Kirche!“ (Lukas 22, 58) Aber das geht mit diesen Socken nicht. Folglich braucht ihr Mut. Ihr braucht Mut, um Flagge zu zeigen.

Das ist Paulus ähnlich ergangen. Er hat diesen Mut. Denn Jesus bedeutet ihm alles im Leben. Darum steht er zu seinem Glauben. Er sagt: Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben!“

IV. Ihr geht mit Jesus.

Zum Glück steht unter den Socken: „Ich stehe auf Jesus“. Wo ihr also geht und steht, ist Jesus da. Ihr macht nicht einen Schritt ohne ihn. Jesus hat uns ja versprochen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt!“ (Matthäus 28, 20) Darauf dürft ihr vertrauen. Und in diesem Vertrauen dürft ihr eure Wege gehen!

Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr Jesu Nähe spürt oder nicht. Es spielt keine Rolle, ob euer Glaube gerade stark ist oder schwach. Jesus hat euch sein Geleit fest zugesagt. Und dann dürft ihr euch darauf verlassen. Wo ihr also auch seid; ihr steht auf Jesus. Ihr seid in seinen Händen geborgen!

Wenn ihr morgens wach werdet und diese Socken anzieht, ist Jesus schon da. Er hat schon auf euch gewartet. Er begleitet euch den ganzen Tag. Jesus weiß, was alles vor euch liegt. Am besten, ihr vertraut euch ihm ganz an: „Hilf, dass ich alles schaffe! Beschütze mich auf meinen Wegen!“

Und wenn ihr euch abends schlafen legt, dann zieht ihr diese Socken aus. Aber Jesus bleibt trotzdem an eurer Seite. Ihr könnt euch ganz in seine Hände legen. Was gut gewesen ist den Tag über – und was schlecht war. Für das Schöne könnt ihr ihm danken. Und das Schwere könnt ihr ihm anvertrauen. So bekommt das Schöne ein doppeltes Gewicht. Und die Last wird leichter, wenn ihr sie mit Jesus teilt.

Und dann bedenkt, wo euch diese Socken überall hintragen: Mit ihnen geht ihr zu den Arbeiten in der Schule – und vielleicht zu einem Vorstellungsgespräch. Sie begleiten euch in der Freizeit – und vielleicht beim Führerschein. Ihr tragt sie später bei der Arbeit – und im Urlaub.

Viele verschiedene Situationen kommen da auf euch zu! Jesus aber ist immer schon da. Wo ihr auch hinkommt; ihr kommt in eine vorbereitete Situation! Jesus begleitet euch auf Schritt und Tritt. Es ist gut zu wissen, dass ihr „auf Jesus steht“! Ich bin überzeugt, ihr werdet das auch merken.

Bei der Taufe und bei dem Empfang des Segens werdet ihr das sichtbar und spürbar erfahren. So gewiss ihr die segnenden Hände spürt, so gewiss ist auch Jesus an eurer Seite. Aus dieser Kraft heraus könnt ihr sagen: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben!“

V. Ihr werdet gebraucht.

Wir brauchen viele, die „auf Jesus stehen“. Wir brauchen viele, die aus dem Glauben heraus Flagge zeigen. Wir brauchen eure positive Kraft in dieser Welt!

Die Atmosphäre zwischen den Menschen wird immer kälter. Viele interessieren sich schon gar nicht mehr dafür, wie es dem anderen geht. Und wenn, dann braucht man nur etwas Neues für den Tratsch auf der Straße. Bei vielen reicht der Blick nur noch bis zum eigenen Gartenzaun.

In der Schule und auf der Arbeit zählt nur noch Leistung. Wenn es einem schlecht geht; das spielt keine Rolle. Man hat zu funktionieren. Der Mensch ist nur noch ein Produktionsfaktor mit zwei Ohren. Wenn man keine Leistung mehr bringt, wird man eben ersetzt.

Und wie verhalten sich die Menschen auf der Arbeit oder in der Freizeit? Viele sagen: „Hauptsache ich!“ Das wird immer mehr. Man versucht den größtmöglichen Profit aus einer Sache zu schlagen. Man versucht um jeden Preis weiterzukommen. Der Zweckt heiligt die Mittel. Mobbing ist an der Tagesordnung.

Wo liegt die Ursache für diese Entwicklung? – In unserer Gesellschaft fehlt der Glaube an Gott. In den letzten 30 Jahren ist der Glaube Stück für Stück „ausgezogen“. Das Gebet hat keinen Platz mehr. Wir haben es nicht mehr nötig, bei Gott „danke“ und „bitte“ zu sagen. Die biblischen Geschichten haben keinen Platz mehr. Wir nehmen uns keine Zeit mehr, sie den Kindern vorzulesen. Die christlichen Lieder kommen nicht mehr vor. Wir haben verlernt, sie zu singen.

Mit anderen Worten: Uns fehlen die Sockenträger! Uns fehlen die Menschen, die für Jesus Feuer und Flamme sind, die aus dem Glauben an Gott heraus leben. Uns fehlen die Menschen, die Flagge zeigen.

Und damit fehlt uns auch viel anderes in der Gesellschaft. Uns fehlt die Ehrfurcht vor Gott. Wir führen uns auf, als stünden wir selber an Gottes Stelle. Uns fehlen die verbindlichen Werte. Wir beuten die Erde aus. Uns fehlt das Fundament des Glaubens.

Darum: Ihr werdet gebraucht! Zeigt Flagge für Jesus! Dann wird der Glaube wieder in unsere Gesellschaft zurückkehren. Und dann wird es wieder menschlicher. Dann wird man die Kraft des Glaubens spüren. Diese Kraft hat Paulus immer wieder erfahren: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben!“

VI. Ihr bringt frischen Wind.

Dem Unternehmer aus Oerlinghausen haben die Schwalben auf unserer „Kanzelschwalbe“ sehr gefallen. Darum hat er auch gleich 9 fröhliche Schwalben auf diese Kirchensocken gebracht.

Nur mit der Kirche und dem Schriftzug „Schieder“ wären die Socken langweilig. Mit den Schwalben erst machen diese Socken Spaß. Die Schwalben geben den Socken den richtigen Pfiff. So fallen die Socken aus dem Rahmen. Sie bringen frischen Wind in die Kirche!

Wir brauchen hier solchen frischen Wind. Manche meinen ja, wir sollen alles so weiter machen, wie bisher. Aber dann ist „Kirche“ altbacken und langweilig. Dann ändert sich nichts. Und dann spürt man auch nicht mehr die Kraft, die im christlichen Glauben liegt. Also brauchen wir frischen Wind!

Ihr Konfirmandinnen und Konfirmanden habt diesen frischen Wind gebracht. Ich denke besonders an euren Vorstellungsgottesdienst und an die Vorbereitungen dazu. Ihr seid hier durch die Kirche gegangen und habt schonungslos gesagt, was ihr empfindet. Der Raum unter dem Vordach war euch zu langweilig, der Eingangsbereich mit einem Sammelsurium vollgestellt und der hintere Bereich der Kirche wie eine „Kellerbar“.

Und dann habt ihr eure Gedanken und Ideen entwickelt. Die Technik ist euch wichtig. Für die Gottesdienste der Zukunft brauchen wir Leinwand und Beamer, ein I-Pad für die Steuerung und natürlich ein Internetanschluss, damit man Videoclips und Bilder aus dem Internet zeigen kann.

Ihr denkt daran, die Kirche auch für ganz andere Veranstaltungen zu nutzen. Und mal sehen, ob wir demnächst noch einen Schritt in diese Richtung gehen. Immerhin haben wir uns im Blick auf die bevorstehende Fußball-WM für das Public Viewing angemeldet. Ich hoffe, Ihr seid dann dabei!

Ihr bringt frischen Wind. Und damit ermutigt ihr uns, dass auch wir frischen Wind in die Kirche bringen. Denn Jesus ist lebendig. Und der Glaube an ihn ist immer wieder voller Überraschungen. Denn Jesus bringt frischen Wind in unser Leben.

Paulus hat das im eigenen Leben erfahren. So sagt er: „Ich gehe meinen Weg mit Jesus. Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben!“

VII. Ihr seid Jesus-Fans!

Diese Socken sind Fan-Artikel. „Ich steh auf Jesus“ heißt: „Ich bin ein Jesus-Fan“. Mit diesen Socken gebt ihr euch als Jesus-Fans zu erkennen.

Wir kennen solche Fan-Artikel vor allem aus dem Bereich des Fußball-Sports. Ob es ein Tricot ist, ein Schal oder eine Schirmmütze, ob es Bettwäsche ist oder ein Sofakissen – im Fußball haben diese Fan-Artikel Kultstatus. Sie werden mit großen Stolz getragen.

Wir brauchen uns nur die Tribünen bei einem Fußballspiel anzuschauen: Da hat keiner Scheu oder Hemmungen, seinen Schal zu tragen. Die Fußballschals werden hoch über den Kopf gehalten, damit alle sie sehen können. Fahnen werden geschwenkt. Selbst die Gesichter sind bunt bemalt.

Heute bekommt ihr auch einen Fan-Artikel. Ich wünsche euch, dass ihr mit Freude eure Socken tragt! Ich wünsche euch, dass ihr zum Glauben an Jesus steht. Dass ihr hier und da bewusst ein Zeichen setzt: „Ja, ich glaube an Gott den Schöpfer. Darum gehe ich sorgsam mit meiner Umwelt um. Ja, ich glaube an Jesus. Mein Leben hat Wert, weil er mich liebt. Ja, ich gehöre zur christlichen Gemeinde. Darum mache ich bei Mobbing nicht mit.“

Mit der Konfirmation endet der eineinhalbjährige Konfirmandenkurs. Konfirmation aber bedeutet nicht: „Jetzt ist es geschafft!“ Konfirmation bedeutet: „Jetzt geht es erst richtig los! Jetzt haben wir das Fundament gelegt – und können weiter darauf aufbauen. Jetzt sind wir die ersten Schritte im Glauben gegangen – und können weiter im Glauben gehen!“

Es liegt an euch, ob die Socken irgendwo hinten im Kleiderschrank verschwinden oder ob ihr sie regelmäßig tragt. Es liegt an euch, ob ihr jetzt einen Haken hinter „Kirche“ macht oder ob ihr weiter dabei bleibt. Es liegt an euch, ob ihr Jesus mit Füßen tretet oder ob ihr auf Jesus steht.

Für Paulus ist keine Frage, wie er zu Jesus steht. Er sagt klar und frei heraus: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben!“

Schluss

Jetzt wisst ihr, wofür ich eure Schuhgröße brauchte. Heute kriegt ihr jeder ein Paar Kirchensocken! Diese Socken zeigen euch:

1. Ihr seid hier zuhause.

2. Ihr seid Teil einer Gemeinschaft.

3. Ihr braucht Mut.

4. Ihr geht mit Jesus.

5. Ihr werdet gebraucht.

6. Ihr bringt frischen Wind.

7. Ihr seid Jesus-Fans.

Und wenn ich bei euch anderen nun die Lust auf Socken geweckt habe, dann sei gesagt: Wir haben noch mehr. Und die können nach dem Gottesdienst bei Thorsten und Doris gekauft werden!

Amen.