Foto von aufgeschlagenen Büchern

„Zeig mir den Himmel“

Pfarrer Steffen Hunder (ev)

16.11.2014 im Stage Metronom Theater in Oberhausen

Musical-Gottesdienst mit SisterAct Darstellern/innen

Liebe Musical-Gemeinde,
sie haben sich bestimmt auch schon einmal gewünscht, den Himmel auf Erden zu erleben. Und ich hoffe, sie konnten diese wunderbare  Erfahrung auch schon in ihrem Leben machen. Im heutigen Musical-Gottes- dienst erleben wir mit, wie eine Frau den Himmel auf Erden erlebt und wie das ihr Leben total verändert.
Die wenig erfolgreiche Nachtclub-Sängerin Deloris van Cartier wird Zeugin eines Mordes, für den Ihr Liebhaber Curtis Shanks verantwortlich ist. Er gibt seinen Gefolgsmännern den Auftrag, Deloris auszuschalten. Gottseidank kann Deloris fliehen. Weil sie die einzige Zeugin ist, wird sie von der Polizei als Schwester Mary Clarence in einem Kloster versteckt. Dort hat sie jedoch große Eingewöhnungs- probleme. Denn das einfache Leben der Nonnen ist absolut nicht ihre Welt. Deshalb wird sie von der Mutter Oberin angewiesen, im Nonnenchor, dessen Gesangskünste nicht gerade erbaulich sind, mitzusingen. Im Chor ist Mary Clarence in ihrem Element. Im Sturm erobert sie die Herzen ihrer Mitschwestern, die sie ganz schnell zu ihrer Chorleiterin machen. Jetzt läuft Mary Clarence zur Höchstform auf. Mitreißend und begeisternd bringt sie den Nonnen die Gospelsongs der Harlem-Tradition bei. Dabei springt der Funke der Begeisterung auf ihre Mitschwestern über. Das neue Programm des Chores lockt wieder viele Menschen in die Kirche. Der Erfolg ist so überwältigend, dass sogar der Papst davon erfährt und zu einen Konzert kommen möchte. Doch bevor die Nonnen den Papst mit ihrem Gesang erfreuen können, gibt ein Foto in einem Zeitungsartikel Curtis Shanks den Hinweis auf den Aufenthaltsort seiner ehemaligen Geliebten. Curtis Shanks und seine Helfershelfer schleichen sich als Nonnen verkleidet ins Kloster ein und versuchen Deloris zu entführen. Dank ihrer Mitschwestern und eines Polizisten, der noch rechtzeitig auftaucht, kann das Vorhaben gestoppt und Shanks samt Helfershelfer verhaftet werden. In der letzten Szene geben die Nonnen das erwartete Konzert für den Papst. Schwester Mary Clarence hilft dem Chor ein letztes Mal zu einem sehr erfolgreichen Auftritt.

Liebe Musical-Gemeinde, das Musical SisterAct erzählt die Geschichte einer himmlischen Karriere. Aber nicht so, wie wir uns eine solche Karriere vorstellen, sondern aus der Perspektive Gottes. Auch Deloris wird von dieser Entwicklung vollkommen überrascht. Das Lied „Zeig mir den Himmel“, das wir zu Beginn gehört haben, macht das deutlich. Zunächst ist für Deloris klar, den Himmel auf Erden erlebt sie in der Zweisamkeit mit ihrem Geliebten Curtis Shanks. Voller Begeisterung singt sie:

Hey, ich bin dir ergeben, denn du tust mir so gut.  Kann nicht ohne dich leben
Du steigst zu Kopf und gehst mir ins Blut
Dich bet' ich an wann auch immer ich kann. Und ich hoff' du hörst mein Flehen
Ich bet' Dich an, du erbarmst dich und dann schickst du mich auf Wolke Zehn
Dir kann ich nicht wiedersteh'n!

Zeig' mir den Himmel! Zeig' mir die Seligkeit!
Ich zahl dir jeden Preis, denn nichts ist so heiß wie unsre Zeit zu zweit
Du hast es richtig drauf, du machst mich High  An dir da führt kein Weg vorbei.
Kann mich nicht entzieh'n
Seit dein Glück mich beschien
Dafür dank' ich dir auf Knien

Zeig' mir den Himmel! Bis an den jüngsten Tag!
Komm und zeig es mir gleich jetzt und hier!
Sag mir mal wie stellst du das an?
Dass ich ganz einfach nicht ohne dich kann.
Du hast Macht, Du hast Mumm
Du bist der Herr du haust mich um!

Bei ihm da flieg ich mir schwirrt der Sinn
Und dann erlieg' ich und ich geb' mich hin

Ich lass'den Meister meine Liebe spür'n
Und schwing' die Kiste bis die Engel jubilier'n

Zeig mir den Himmel! Zeig mir was Liebe heisst!
Ich gehör' nur dir komm zeig' es mir. Jetzt und hier!

Liebe Musical-Gemeinde,
die Begeisterung von Deloris verfliegt ganz schnell und schlägt in blankes Entsetzen um, als sie erleben muss, dass ihr geliebter Curtis ihr nach dem Leben trachtet.
Die Sehnsucht, Zeig mir den Himmel, bekommt im Kloster eine neue Dimension, die Deloris bisher so nicht kannte. Mit ihren Schwestern erlebt sie eine Form von Liebe, die ihr bisher noch nicht begegnet war. Deloris erlebt die selbstlose Liebe ihrer Schwestern, die aus der Liebe Gottes erwächst. Das ist für sie eine überwältigende Erfahrung! Tief bewegt singt sie:
Ich brauch keine Bühne und kein Rampenlicht.
Fans die meinen Namen schreien,  brauch ich in Wahrheit nicht.
Pfeif auf Ruhm und Glamour,  all den schönen Schein, hab ich gar nicht nötig um ein Star zu sein.
Denn meine Schwestern stehen mir bei,
ja meine Schwestern sind mir treu.
In ihrem klaren Blick, find ich ein Stück vom wahren Star in mir.
Mit meinen Schwestern um mich rum,
hab ich das treuste Publikum.
Und ich weiß dieses Glück wird nie vergehen,
solange meine Schwestern zu mir stehen.
Oh ja ich mag die Bühne,  Beifall, Licht und Lob. Ich geb’ zu ich lieb´ den Klang der Masse wenn sie tobt, doch bei all dem Schimmer dieser Glitzerwelt, was bleibt davon übrig wenn der Vorhang fällt

Mir blieben Schwestern die vertraun’,
auf meine Schwestern kann ich baun.
Für jedes Schwesternherz scheint himmelwärts ein Stern in dunkler Nacht und diese Freundschaft  hat bestand, mit meinen Schwestern Hand in Hand,
da weiß ich dieses Glück wird nie vergehen,  so lange meine Schwestern zu mir stehen.

Als Schwester Mary Clarence erlebt Deloris die Liebe Gottes als die große Kraftquelle, die unser Leben trägt. Als die Gangster das Kloster stürmen und sie entführen wollen, stellen sich die wehrlosen Nonnen ohne zu zögern schützend vor Mary. Das ist für sie eine überwältigende Erfahrung! Damit hatte sie nicht gerechnet. Doch die Schwestern lassen keinen Zweifel daran, dass sie sich aus Liebe zu ihr für sie opfern würden.

Denn diese Schwestern leben in der tiefen Überzeugung:
Gott ist die Liebe! Und wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott und Gott in ihm! Und wenn wir einander lieben, lebt Gott in uns. Dann hat seine Liebe bei uns ihr Ziel erreicht. ( nach 1. Joh, 4,9 u.11)
Die Oberin bringt es auf den Punkt, als sie zu Deloris sagt: „Nach so vielen Jahren hab` ich eins erfahren: Liebe gibt den Menschen Kraft!“
Gemeinsam singen die Nonnen den begeisternden Gospel: Lass die Liebe rein!

Pfeif auf deine Schwächen, schenk dir selbst ein Lächeln.
Dabei kann man nichts verliern`
Offen sein und geben – glücklich leben Drum sind wir doch hier
Sitz nicht einfach am Rand
zieh den Kopf aus dem Sand
nimm dein Herz in die Hand!

Drück auf Start – die Musik der Liebe bringt dich in Fahrt!
Komm, steh auf! Steh auf! Steig in die Party mit ein! Leg los! Leg los!
Um deinen Geist zu befrein!  Hab Spaß! Hab Spaß! Du weißt, du bist nicht allein.
Öffne dein Herz! Lass die Liebe herein!

Liebe Musical-Gemeinde,
wenn wir die Liebe in unser Leben herein- lassen, dann erleben wir ein Stück Himmel auf Erden! Das ist eine wunderbare Erfahrung, die uns das Musical SisterAct auf be- geisternde Weise nahe bringt. Darüber freue ich mich sehr und bedanke mich dafür sehr herzlich. Ich lade sie jetzt ein, zum Abschluss der Predigt miteinander Fürbitte zu halten und Gott darum zu bitten, dass er den Himmel in unseren Herzen immer wieder neu öffnet:          -Fürbitten-Gebet-

Pfarrer: Gott, öffne den Himmel in meinem Herzen,  erfülle mich mit Glück und Freude,  durchflute mich mit Licht und Farbe,
durchströme mich mit Freiheit und Liebe.
Gott, öffne den Himmel in meinem Herzen.

Gemeinde: Gott, öffne den Himmel in meinen Gedanken, lass mich denken die Worte der Güte, lass mich denken die Sätze der Gnade,  lass mich denken die Geschichte der Liebe.
Gott, öffne den Himmel in meinem Herzen.

Pfarrer: Gott, öffne den Himmel in meinen Augen, sie sollen leuchten mit dem Licht deiner Freude,  sie sollen strahlen von der Kraft deiner Freiheit, sie sollen glänzen von deiner Liebe.
Gott, öffne den Himmel in meinem Herzen.

Gemeinde: Gott, öffne den Himmel in meinem Mund, er soll bekennen den Glauben an dich, er soll sprechen von der Hoffnung die du gibst, er soll besingen die Liebe, mit der du uns beschenkst.
Gott, öffne den Himmel in meinem Herzen.

Pfarrer: Gott, öffne den Himmel in meinen Händen, lass sie stark sein im Teilen und Helfen, lass sie sanft sein im Verbinden und Verzeihen, lass sie offen sein zum Frieden und zur Liebe.
Gott, öffne den Himmel in meinem Herzen.

Gemeinsam: Gott, öffne deinen Himmel unter uns, durch mein Leben, durch meinen Glauben, durch mein Lieben.    Amen