Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt am Ostermorgen

Pfarrerin Christiane Borchers (rf)

04.04.2010 in Dykhausen

Auferstehungsgottesdienst am Ostermorgen

Vorbemerkung
Gemeinde sitzt im Kreis im Dunkeln im Chorraum. Die Mitte ist gestaltet mit den Farben des Frühlings, weiß, gelb. Eine weiße runde Tischdecke bildet die Grundlage, Forsythien schmü-cken die Decke, eine Schale mit Wasser steht da für die Taufe, rote Eier in Körben (so viel wie GottesdienstbesucherInnen da sind), der Platz in der Mitte ist zunächst frei. Hier wird die Osterkerze im Laufe des Gottesdienstes hingestellt. Am Rand der Tischdecke liegen kleine Teelichter. Sie werden erst angezündet, wenn das Osterlicht brennt. Die Gemeinde beginnt den Gottesdienst im Dunkeln. Im Laufe des Gottesdienstes geht die Sonne auf und es wird hell. Auch die Orgel erklingt erst nach dem Osterevangelium. Beim Hinausgehen aus der Kir-che läuten die Osterglocken.
 
Eingangsvotum

Wir haben uns hier heute morgen versammelt,
um mit dem Aufgang der Sonne die Auferstehung
Jesu Christi zu feiern.
In dieser Nacht ist Jesus vom Tod zum Leben erwacht.
Wir nähern uns dem österlichen Geheimnis,
indem wir uns an Gottes Verheißungen erinnern,
indem wir miterleben,
wie der Tag erwacht und die Nacht weicht,
indem die kleine A. B. getauft wird
und wir uns daran erinnern, dass wir selbst getauft sind.

Noch ist nicht Ostern,
noch umfängt uns die Nacht.
Wir wollen die Nacht ernstnehmen,
die Nachgedanken, die Menschen beschweren,
die Nachtgespinste, die uns den Schlaf rauben,
die Gedanken, die uns in der Nacht umtreiben,
die Ängste, die sich in der Nacht unserer bemächtigen.

In der Nacht spüren wir die Einsamkeit mehr als in der
Betriebsamkeit des Tages.
In der Nacht, wenn alles schläft, verschaffen sich dunkle
Stimmungen Raum.
Kranke Menschen warten sehnsüchtig auf den Morgen,
in der Nacht sind sie mit ihren Befürchtungen allein.

Wir haben Jesu Bitte im Ohr an seine Jünger, 
in der Nacht im Garten, da er verraten ward: ,
„Bleibet hier und wachet mit mir,
wachet und betet, wachet und betet.“
Vorsängerin: Bleibet hier und wachet mit mir….EG-Nr. 585, landeskirchlicher Anhang ev. Kirche im Rheinland u.a., Taize-Gesang)

Da kam Jesus mit seinen Jüngern in einen Garten, der hieß Gethsemane und sprach: „Meine Seele ist betrübt bis in den Tod, bleibet hier und wachet mit mir.“
Und er ging einen Steinwurf weit weg, kniete nieder, fiel auf sein Angesicht und betete: „Mein Vater, ist möglich, so lass diesen Kelch an mir vorüber gehen, doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“ Und er kam zurück zu seinen Jüngern und er fand sie schlafend und er sprach: „Könnt ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt.“

Vorsängerin: Bleibet hier und wachet mit mir…

Jesus -  gestorben am Kreuz auf Golgatha  
Jesus – begraben in einem Felsengrab
Jesus – Name für einen abgerissenen Weg.
Wir wollen bei ihm aushalten.
Wir wollen wachen und beten.

Gott, du hast Jesus irdisches Leiden nicht erspart,
aber du sprichst ihn gerecht, wenn dein Reich kommt.
Wer hier erniedrigt wird, wird dort erhöht.

Vorsängerin: Bleibet hier und wachet mit mir…
Nacht über Jesu Grab,
Nacht über Menschen, die Angst haben,
denen die Hoffnung schwindet,
Nacht über die Welt, die nach Erlösung schreit.

Die Nacht kann Ängste hervorrufen und verstärken,
die Nacht bietet aber auch Schutz.
Im Schutz der Dunkelheit macht sich der Pharisäer Nikodemus auf den Weg zu Jesus. Er muss mit ihm sprechen, er will nicht, dass andere ihn sehen. Er weiß, dass Jesus von Gott kommt. Er braucht das Wort dieses Gottessohnes.
Fragen, die uns nicht loslassen, gehen uns in der Nacht durch den Kopf. Wir wälzen sie hin und her. Wie wir es auch drehen und wenden, es bahnt sich keine Lösung an. Wir müssen mit jemanden sprechen, das wird uns gut tun.

(leise Orgelmusik)

Im Schutz der Nacht macht sich das Volk Israel auf dem Weg aus der Sklaverei aus Ägypten. Im Schutz der Nacht gehen sie ihrer Befreiung entgegen. Bedroht von Unfreiheit und Über-macht gelingt der Aufbruch im Dunkeln.
„Warum ist diese Nacht ganz anders als alle anderen Nächte?“, fragt das jüngste jüdische Kind seine Eltern in der Passahnacht. Die Eltern erzählen dann die Geschichte vom Auszug aus Ägypten, vom Passahmahl und von der Rettung am Schilfmeer.

Die Rettung ist längst vorbereitet im ersten Testament.
Gott wandelt uns und unsere Lebensumstände,
damit wir an der grundlegenden Verwandlung teilnehmen können, die die Menschen später als Auferstehung erfahren.
 
Was macht uns unfrei? Wo müssen wir aufbrechen?
Wo sind wir fremdbestimmt wie einst die Israeliten in Ägypten?
Wie erfahren wir Befreiung? Kann uns jemand helfen? Wer gibt uns Schutz für unseren Auf-bruch?

Liese Orgelmusik

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und
über denen, die da wohnen im finstern Lande scheint es hell.
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt
  
Wo bist du Licht der Welt?
Wo bist du Licht, das die Finsternis erhellt?

Im Anfang, als Gott die Welt erschuf, sprach er zu aller erst:
Es werde Licht.
Und es ward Licht.
Und Gott sah, dass das Licht gut war.
Da schied Gott das Licht von der Finsternis
und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.
So ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Im Anfang war das Wort
und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.
Was jemals entstand, wurde durch das Wort, das Gott sprach.
Was jemals entstand, wurde durch Gottes lebendiger Kraft.
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.
Wir sahen seine Herrlichkeit, das wahre Licht, voller Gnade.

Wo bist du, Licht, nach der Finsternis von Golgatha?
Meine Seele wartet auf dich,
mehr als die Wächter auf den Morgen,
mehr als die Wächter auf den Morgen.

Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.
Vorsängerin: Die Nacht ist vorgedrungen…
Gemeinde:  Die Nacht …

Die Nacht hofft auf das Licht, bis die Morgenröte kommt.
(Hiob 3,9)
Vorsängerin: Die Nacht ist vorgedrungen…
Gemeinde: Die Nacht…
Die Nacht lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude.
(Ps 30,6).
Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages.
Dies ist die Nacht, da Jesus Christus von den Toten auferstand.
Licht Christi,
Glanz der Auferstehung,
vertreibe die Finsternis,
brich an du schönes Morgenlicht und lass den Himmel tagen.

Vorsängerin: Die Nacht ist vorgedrungen…
Gemeinde: Die Nacht ist vorgedrungen…(EG-Nr. 16,1)
So lange wiederholen, bis ich das Osterlicht geholt habe und hereintrage.

Osterlicht in die Mitte tragen, Kerzen anzünden(evtl. Orgel)

Erleuchtet vom Osterlicht hören wir das Osterevangelium:

Am ersten Tag der Woche sehr früh kamen die Frauen Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome zum Grab, um den Leichnam Jesu mit wohlriechenden Ölen zu sal-ben. Sie fanden aber den Stein weggewälzt von dem Grab. Sie  gingen hinein und fanden den Leib Jesu nicht. Als sie darüber bekümmert waren, siehe, da traten zwei Engel in weißen Ge-wändern zu ihnen. Die Frauen erschraken. Da sprachen die Engel zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Denkt daran, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war. Der Menschensohn muss überant-wortet werden und am dritten Tage auferstehen.“
Als die Frauen das hörten, erinnerten sie sich an Jesu Worte zu seinen Lebzeiten. Sie machten sich auf und verkündeten alles den Elfen und allen anderen (nach Markus 16,1-16).

Vorsängerin: Der Herr ist auferstanden… (EG-Nr. 118)
Gemeinde: Der Herr ist auferstanden…

Lichtlitanei
Pn:   Sei hier zugegen, Licht unseres Lebens!
Gemeinde:  Sei…
Pn:  Du allein bist heilig.
Gemeinde: Gott, du bist heilig…
Pn:   Du bist für uns da, seit Alters her.
Gemeinde Du bist ….
Pn  Du trägst uns und hilfst uns.
Gemeinde Du trägst…
Pn  Wende dich uns zu.
Gemeinde Wende…..
Pn  Wir hoffen auf dich.
Gemeinde Wir hoffen…
Pn  Erquicke uns mit deinem lebendigen Born.
Gemeinde Erquicke uns
Pn  Sende deinen Geist, schaffe uns neu!
Gemeinde Sende deinen Geist,
Pn  Licht der Welt, erleuchte uns!
Gemeinde Licht der …
Pn   Amen
Gemeinde Amen.

Vorsängerin: Der Herr ist auferstanden…
Gemeinde:   Der Herr ist auferstanden…
   
An diesem Ostermorgen soll die kleine A. B. getauft werden. Die Eltern J. J. und M. B. brin-gen ihre Tochter vor Gott zur Taufe. Darum erinnern wir uns an Jesus, der im Jordan getauft wurde.
„Und Jesus kam zu Johannes an den Jordan, um sich taufen zu lassen. Alsbald, als er aus dem Wasser stieg, siehe, da tat sich der Himmel auf und eine Stimme vom Himmel sprach: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ (Mk 1,9-11)

Taufansprache
Liebe Eltern und Großeltern, liebe Angehörige, liebe Gemeinde!
Es ist schön, dass wir an diesem Ostermorgen taufen. In den ersten christlichen Gemeinden wurden die Taufen stets am Ostermorgen vollzogen. Damit soll deutlich gemacht werden, dass der Täufling mit dem auferstandenen Christus verbunden ist.
Durch die Taufe nimmt Gott dieses Kind als sein Kind an und sagt ihm ganz persönlich seine Liebe und Barmherzigkeit zu. Dieses Kind ist behütet und beschützt. Durch die Liebe der Eltern und Großeltern und alle, die es umsorgen, erfährt die kleine Alberta die Liebe und Zu-wendung Gottes. Möge Gott diesem kleinen Mädchen Vertrauen und Glauben schenken ihr Leben lang, denn alle Dinge sind dem möglich, der glaubt.

Wir bekennen gemeinsam unseren christlichen Glauben: 

Glaubensbekenntnis
Taufe:
Nun frage ich Sie, liebe Eltern:
Wollen Sie, dass dieses Kind auf den Namen des Dreieinigen Gottes getauft werde und ver-sprechen Sie nach bestem Vermögen dafür zu sorgen, dass es in christlichen Glauben erzogen werde, so antworteten Sie gemeinsam: Ja, mit Gottes Hilfe.

Antwort: Ja

A. B.
Ich taufe dich auf den Namen Gottes, der die Quelle allen Leben ist, auf den Namen Jesu Christi, der unsere Hoffnung ist
und auf den Namen des Heiligen Geistes, der unsere Herzen bewegt.
Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. (Mk 9,23).

An diesem Ostermorgen erinnern wir uns daran, dass wir alle getauft sind. Durch die Taufe gehören wir zu Jesus Christus. Wie Jesus vom Tod zum Leben ging, so auch wir.

Vorsängerin: Der Herr ist auferstanden, ….
Gemeinde: Der Herr ist auferstanden…

Lied EG-Nr. 105,1-17: Erstanden ist der Heilig Christ
(Das Lied wird von 3 Gruppen gesungen: Evangelist, Frauen, Engel und der gesamten Ge-meinde. Diejenigen, die mit dem Singen dran sind, stehen dabei auf. Das Lied hat viel Schwung.)

Rote Ostereier liegen in der Mitte. Das Ei ist ein altes Symbol für Leben, ebenso die Farbe rot. Rot ist die Farbe des Blutes. Das Ei als Symbol für neues Leben und Auferstehung wurde schon früh in den ersten christlichen Gemeinden auf den auferstandenen Christus gedeutet. In der orthodoxen Kirche in Russland und Griechenland schenkt man sich zu Ostern ein Osterei mit einem besonderen Ostergruß.
Der orthodoxe Ostergruß geht folgendermaßen:
Wer das Ei verschenkt sagt zu demjenigen, der es bekommt:
„Christus ist auferstanden.“  Wer da Ei erhält, bekräftigt die Aussage mit den Worten: „Er ist wahrhaftig auferstanden.“

Das ist ein schöner Brauch, das machen wir jetzt auch.
Pastorin nimmt einen Korb und reicht jede/r /m ein Ei mit den Worten:
Christus ist auferstanden. Der Beschenkte antwortet: Er ist wahrhaftig auferstanden.

Lied EG Nr. 117,1-3  Der schöne Ostertag….

Einladung zum kleinen Osterfrühstück.

Unser Vater-Gebet

Segen
Gottes Gnadensonne gehe über uns auf
wie die Sonne eines neues Tages.
Gottes Segen umleuchte uns
wie das Licht am Ostermorgen.
Gottes Friede sei um uns:
Heute, morgen und zu aller Zeit. Amen.

Lied EG-Nr. 100,1-5 Wir wollen alle fröhlich sein. (drei Strophen)