Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über 1. Korinther 2,12-16

Prädikant Uwe Fleischer (ev)

27.05.2012 in Auerswalde / Wittgensdorf

Pfingstsonntag / Pfingstmontag 2012

Kanzelgruß: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei jetzt mit uns allen. Amen. 

 

Wir wollen still beten. Amen

 

Was macht einen Mensch glücklich?

Haben sie das schon einmal erlebt: Das eine junge Dame Ihnen diese Frage stellt , neben ihr ein Kameramann?

Was macht Sie glücklich?

Manchmal gibt es ja diese Interviews auf der Straße.

Was würden wir auf diese Frage antworten?

Videoclip www.youtube.com/watch

Die Antworten haben uns zum Teil sehr gegensätzlich gezeigt was Menschen heute glücklich macht.

Bei einigen Dingen habe ich mich wiedergefunden       aber

gibt es etwas was darüber hinaus alle Menschen glücklich machen könnte?

Was für alle gilt?

Meine Antwort lautet – ja – aber es wird nicht von allen entdeckt.

Um das für sich zu entdecken braucht es auch etwas:

1.Kor 2/12-16 Luther 1987

12 Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist.

Ich glaube darin könnte sich Glücklichsein für alle Menschen tatsächlich erfüllen.

Zu wissen was uns geschenkt ist.

Zu wissen was uns von Gott geschenkt ist.

Die Betonung liegt auf dem Wissen.

Leider rutscht mir  - als gläubigem Mensch - das so oft weg, ich weiß es     und doch vergesse ich es.

Ich vergesse was mir geschenkt ist, besonders dann wenn ich es am meisten brauchte.

Ich vergesse was mir von Gott geschenkt ist.

Und Menschen die Gott nicht kennen erfahren das erst gar nicht.

14 Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.

Ja, der natürliche Mensch und dazu zähle ich mich auch, ist oft blind / taub.

Blind / taub für das Geschenk Gottes  - für den Geist Gottes – für Gottes Gegenwart in meinem Leben.

Auf die Frage: Was macht glücklich? antwortet der natürliche Mensch mit:  Geld, Liebe, Sicherheit.

Das sind ja tatsächlich Dinge die einen glücklich machen.

Zumindest für eine kurze Zeit,   für die Zeit des irdischen Lebens.

Im Film sagte eine Frau: „Wir haben nur das eine Leben und da muss man das Beste daraus machen“.

Ist das bei Ihnen auch so?

Bei mir gab es diese Zeit        und ich bin damals von einem Glückserlebnis zum nächsten gehastet.

Das war wie in dem Film.

Der Himmel ging auf:

- während eines schönen Urlaubs in den Bergen,  am Meer,

- mit Freunden zusammen zu sein,

- sportliche Erfolge zu haben,  überhaupt Erfolg zu haben,

- da war ich glücklich.

Leider kam auch der Tag wo das alles bedeutungslos wurde.

So einen Tag wünscht man niemand – heute bin ich dankbar.

Denn dadurch habe ich mehr vom Glück erfahren.

Dadurch habe ich Jesus kennen gelernt.

Er ist ein Glücksbote  -  nicht der Schornsteinfeger und nicht das Schwein mit dem vierblättrigen Kleeblatt.

Wer IHN kennen lernt  - erfährt mehr vom Glück.

Ein tieferes, bleibendes Glücklich sein – nicht Glücksgefühl.

Glücksgefühle sind wie Drogen. Sie machen süchtig und kaputt und müssen immer wieder erneuert werden.

Glücklich sein,  ist zu wissen was uns Gott geschenkt hat.

Und weil ich oft so abgelenkt bin mich daran zu erinnern,

weil ich beschäftigt werde mit den Angeboten dieser Zeit,

weil ich oberflächig auf Glücksgefühle orientiert bin

gibt Gott   -  mir natürlichem Mensch  - seinen Geist.

Das ist sein Geschenk.

Er hat ihn ausgegossen – heute – jetzt.

Gottes Geist vermittelt uns das Wissen,  welches die Kirche mit Pfingsten bezeichnet.

Gemeindeblatt: „Pfingsten = Tag der Geburt der Kirche“.

Das ist Pfingsten?

Pfingsten ist für mich kein besonderes charismatisches, einmaliges, Ereignis mit Wundern und  Zeichen, mit neuen Sprachen und Heilungsereignissen.

Das Pfingstgeschehen ist immerwährende Notwendigkeit.

Es ist die von Gott gesehene Not, dass Menschen unglücklich sind             und sein Erbarmen    dieser Not zu begegnen,  ihr abzuhelfen.

Der Geist der am Pfingsttag über die ersten Gläubigen,    über die erste Gemeinde kam und heute über uns kommt - das ist das Anteilnehmen am Wesen Gottes (das Anteil bekommen).

Es ist nicht das Anteilnehmen an den Bedürfnissen der Menschen.

Wir leiden ja mit vielen Menschen an ihren Nöten      und wollen diesen begegnen    aber das können wir erst,   wenn wir am Wesen Gottes Anteil haben.

An seinen Nöten           und das verändert alles   -   sofort.

Wie damals in Jerusalem am Pfingsttag.

Plötzlich versteht man Gott und seine unausgesprochenen Empfindungen / Gedanken / Ziele.

Man versteht warum er,  getrieben von Liebe,    in Jesus Wirklichkeit für uns wurde.

Man versteht dass es seine letzte Möglichkeit war uns wieder bei sich zu haben – in dem er sich selbst für meine Sünde opfert.

Plötzlich lieben die Menschen wie Gott.

Plötzlich leiden die Menschen wie Gott.

Wir haben Anteil am Wesen Gottes.

An seiner Heiligkeit – die Bibel nennt uns Heilige.

Wir sind Kinder Gottes. Und das macht glücklich.

Glücklich macht:  Gott kennen.

Das ist dass Geschenk welches wir erhalten.

Ich wünsche mir dass das noch viele Menschen ergreifen.

Gott kennen ist glücklich sein.

Wer Gott kennt,     oder mehr und mehr kennen lernt,     der ängstigt sich nicht mehr.

Denn das steht dahinter bei der Frage - Wie werde ich glücklich? - die Angst unglücklich zu sein,

- die Angst benachteiligt zu sein,    zu kurz zu kommen,      das Leben nicht ausgelebt zu haben.

Alle diese Ängste müssen wir nicht mehr haben.

Wir haben den Geist Gottes.

Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt ...

Das ist mir ein Trost – wie oft weis ich nicht mehr weiter.

Wie oft bin ich mit meiner Weisheit am Ende.

Wie oft bete ich Herr mir fehlen die Worte, mir fehlen Antworten? Hilf mir - gib mir deinen Geist der mich lehrt.

Und dann erlebe ich es,  dass ich Nöte erkenne  - die Ursachen.

In der Erziehung von Kindern, in der Begleitung von Menschen.

Ich erlebe es immer mehr mit Gottes Gedanken zu wandeln.

Aber es ist Gnade.

Man kann den Heiligen Geist nicht zwingen, man kann nicht über ihn verfügen.

Jede Evangelisation, jede missionarische Aktivität, jedes christliche Handeln ist ohne den Heiligen Geist  - Menschenwerk.

Edith Stein: „Das Schweigen Gottes,     dass den Verstand und den Glauben ins Dunkel taucht,     ist zu akzeptieren und als Weg zu entdecken.“

Das lehrt uns es gibt das Reden des HG und das Schweigen des HG.

Wenn das als Weg zu entdecken ist, sollten wir uns Gott mehr und mehr nähern.

Wenn mich jemand in einem Interview fragen würde :“Was macht Sie glücklich?

Würde ich ihm antworten:

Meine Frau, meine Kinder und das ich Gott Kenne.

Und der Friede Gottes der höher ist als alle Vernunft,  bewahre unsre Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen