Der Predigtpreis - Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

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Predigt über 1.Korinther 15,1-11

Carsten Beekmann

31.03.2002 in der Landeskirchlichen Gemeinschaft zu Spetzerfehn

Das Zeugnis von der Auferstehung Jesu Christi

Einstieg
Ungefähr ein halbes Jahr ist es her, als zwei Flugzeuge in das World Trade Center in New York rasten.Die ganze Welt und auch Spetzerfehn sah diese entsetzlichen Bilder. Erschütterung, Leid, Wut. Können dazu einzelne Menschen fähig sein? Die Fassungslosigkeit war so groß, daß selbst die sonst so wortgewaltigen Zeitungen keine Worte fanden. Einige Tage nach diesem Anschlag machte ein Satz in den Medien die Runde. Ein Satz, der in den darauffolgende Monaten immer wieder zu hören war:
"Nichts ist mehr, wie es war. Der 11. September hat die Welt verändert

Können wir das von Ostern, von der Auferstehung Jesu Christi auch sagen?
"Nichts ist mehr, wie es war. Ostern hat die Welt verändert"?
Warum ist seit Ostern nichts mehr, wie es war? Dieser Frage möchte ich heute abend in drei Schritten auf den Grund gehen:

Das Erste
Nichts ist mehr, wie es war- neues Leben wird wahr!

Gefeiert wurde er, der große Erlöser des unterdrückten Volkes Israel.
Eingezogen war er in Jerusalem: Nicht wie die Könige seiner Zeit hoch zu Ross, sondern auf einem kleinen Maultier! Und nicht wie das Leben eines Königs endete sein Leben, sondern wie das Leben eines Verbrechers. Die schlimmste Demütigung hat er aushalten müssen, die ein Mensch sich vorstellen konnte: Die Kreuzigung! Tot, aus und vorbei! Alle Hoffnungen vergebens! War Jesus nicht doch nur ein normaler Mensch gewesen, statt der Messias, für den er sich ausgegeben hatte?

Paulus hat die Korinther mit ihrem Zweifeln vor Augen! Ist Jesus wirklich durch diesen Tod hindurchgegangen?
Hat er wirklich diesen Tod besiegt? Er war gestorben für die Schuld der Menschen...aber hatten das in früheren Zeiten nicht schon viele Menschen von sich behauptet?
Die Korinther waren völlig verunsichert: Ist Jesus wirklich von den Toten auferstanden? Vielleicht lag sein Leichnahm immer noch im Grab und Paulus wollte es nur nicht wahrhaben?

Und nun erinnert Paulus seine "Sorgengemeinde" an das Evangelium vom Tod und von der Auferstehung Jesu Christi. Er erinnert sie an das Evangelium, das er selbst erst nicht wahrhaben wollte, Darum verfolgte er die Christen.

Nichts ist mehr, wie es war
Als gesetzestreuer Jude in seinen besten Jahren hatte sich Saulus gegen diese Tatsache gewehrt:
Alles, aber auch alles hatte sich geändert für die Menschen seit Ostern, seit der Auferstehung Jesu!
(Pause)

Das kann nicht sein, so hatte er, der Verfolger der Christen ausgerufen. Das ist nicht möglich.
Was nicht sei kann, das darf auch nicht sein. Wieviele Christen hatte er doch verfolgt, wieviel Hohn hatte er für diesen auferstandenden Jesus übrig gehabt. Bis, ja bis ihm der Auferstandene selbst in den Weg trat und sein Leben veränderte. Nun kann Paulus dankbar sagen: "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin"
Nichts ist für ihn mehr, wie es war !

Der Herr ist auferstanden, glauben wir noch daran? Glauben wir, daß jemand unseren Tod in Schuld und Sünde auf sich genommen hat, und daß er durch diesen Tod hindurchgegangen ist?
Glauben wir, daß Jesus Chistus den Tod besiegt hat, damit wir, wie Paulus es erlebte, vor Gott neues Leben bekommen? Das ist die aktuellste Botschaft der Weltgeschichte

Nichts ist mehr wie es war-Jesus ist auferstanden, neues Leben ist angebrochen

Das Zweite:
Nichts ist mehr, wie es war-Das Ostergeschehen ist wahr!

Neues Leben ist durch die Auferstehung Jesu angebrochen-das war den Korinthern auch klar geworden, so beschreibt es Paulus in den ersten Versen des Textes.
Vorlesen:
"Ich erinnere euch an das Evangelium,...das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch feststeht."
Und nun dieser Zweifel der Korinther! Ist Jesus eigentlich wirklich auferstanden? Was ist, wenn das alles nur erdichtet und erlogen ist, fragen sich sie sich? Oder was ist, wenn nur der Geist Jesu auferstanden ist, aber sein Körper noch im Grab verfault?

Kennen wir solche Fragen?
Was denken wir, wenn uns die Nachbarn oder Freunde sagen, daß sie nicht an so etwas glauben können. Warum sollte ein Mensch auferstehen? Kommen wir da nicht auch an unsere Grenzen und zweifeln doch das eine oder andere Mal an der Auferstehung?
Was ist, wenn Jesus gar nicht wirklich auferstanden ist? Dann haben wir ein Problem!

Das sieht auch Paulus so und er reagiert sofort!!!
Er hat gemerkt, daß es hier nicht um Gemeindefragen oder um kleine Streitigkeiten geht. Nein, hier geht es um die Wurst, hier geht es um Glaube oder Unglaube. Sein oder Nichtsein
(Pause)

Wenn wir nun den Worten des Paulus folgen, merken wir, daß er mit Tatsachen auffahren kann. Paulus wird konkret:
Ihr lieben Korinther, das mit der Auferstehung ist tatsächlich passiert:
"Er ist gesehen worden von Kephas (also Petrus) danach von den Zwölfen, danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, vo denen die meisten heute noch leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln, zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden." , so sagt Paulus in Vers 5-8. Es geht ihm hier um die Wahrheit der Auferstehung, diese Wahrheit steht auf dem Spiel.
Er zählt sämtliche Personen auf, die den Auferstandenen leibhaftig gesehen haben, mehr als fünfhundert Brüder auf einmal. Der ein oder andere mag sich ja mal geirrt haben, aber sollten sich auch ganze fünfhundert Männer auf einmal geirrt haben, als sie sagten, sie haben den Auferstandenen gesehn? Wohl kaum.
Interessant ist auch, daß Paulus nicht die Frauen als Zeugen der Auferstehung anführt, wie es in den Evangelien der Fall ist. Dort werden sie als die ersten Zeugen der Auferstehung genannt. Paulus lässt sie in diesem Fall als Zeugen beiseite, nicht weil er die Frauen verachtete, sondern weil Frauen zur Zeit Jesu nicht als rechtliche Zeugen in Frage kamen. Somit lässt Paulus alle bestreitbaren Zeugen heraus , um die Korinther nicht zu verwirren. Jesus ist auferstanden, er ist mit hunderten von Augen leibhaftig gesehen worden.

Doch Paulus weiß auch:
Beweise allein schaffen den Glauben nicht. Sie können nur dem Glauben ein festes Fundament geben.
Glaube ist ein Wagnis, es gibt keine Sicherheiten, dennoch macht die Bibel uns deutlich:
Die Auferstehung ist nicht erdichtet und erlogen Sie ist wirklich geschehen. Nur glauben müssen wir es noch selbst.
Es ist das geschehen, was noch niemals war. Einer stirbt für Alle und geht durch den Tod hindurch in`s Leben. Dies hat schon der Prophet Jesaja im 53. Kapitel verheißen:
Einer gibt sein Leben für die Vielen.
Paulus malt den Korinthern vor Augen: Mit Jesus Christus hat sich diese alttestamentliche Verheißung erfüllt.
"Christus ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift."

Nichts ist mehr, wie es war-Das Osterschehen ist wahr!

Das Dritte:
Nichts ist mehr, wie es war-Gott verändert Dich spürbar

Nun mag der eine oder andere hier sitzen und sich denken:
Warum soll denn seit Ostern nichts mehr so sein, wie es war.
Es ist doch jedes Jahr dasselbe:
In jedem Jahr geht es am Ostersonntag in den Gottesdienst, in die Gemeinschaftsstunde und wir freuen uns über die Auferstehung Jesu. Das ist doch jedes Jahr dasselbe, nur eine Erinnerung an das, was Jesus für uns getan hat.

Aber ist das ALLES?
Nein, wir feiern nicht nur Ostern, um uns an die Auferstehung Jesu zu erinnern, sondern wir feiern Ostern, damit wir uns ganz neu zu fragen:
Glaube ich, daß Jesus für meine Schuld gestorben ist. Glaube ich, daß er wirklich vom Vater die Macht bekommen hat, vom Tod aufzuerstehen?

Erst wenn du dies ganz neu annimmst, erst dann kannst du über Ostern staunen. Wenn du glauben und staunen kannst, daß deine Schuld vor Gott bezahlt ist, kannst du dich über die Auferstehung Jesu Christi freuen. Seit Ostern ist der Tod, den wir verdient haben, besiegt. Das ist die Grundlage dafür, daß Gott unser Leben verändert.
Doch was verändert sich seit Ostern bei mir und bei Dir?
Der Sieg Gottes über unsere Schuld wird uns kostbar. Es ist uns wichtig, daß begangene Schuld nicht wieder auftritt. Die Gnade Gottes soll nicht billig sein und als Gebrauchsobjekt mißbraucht werden. Das wäre, wie es Dietrich Boenhoeffer sagte, billige Gnade. Nein, die Gnade Gottes ist seit Ostern unser unser kostbarstes Gut.
Daher hat Ostern die Signalwirkung für große Veränderungen in unserem Leben.

Wo habe ich in letzter Zeit jemanden gemieden, ohne mich selbst dieser Schuld zu stellen?
Vielleicht habe ich die Schuld schon vor Gott gebracht und sie ist vergeben, aber hat sich meine Einstellung zu dem oder derjenigen wirklich geändetrt. Habe ich mir diese Mühe gemacht?

Oder wo habe ich mich unfair gegenüber meinen Kollegen oder Nachbarn verhalten. Mit Gott habe ich es es zwar in Ordnung gebracht, aber mit dem Kollegen?

Schluß:
Die Auferstehung Jesu möchte Dir neues Leben schenken. Du darfst darüber staunen, daß Gott deine Schuld besiegt hat Aber ist bei dir seit Ostern nichts mehr, wie es war?
Paulus hat den Korinthern vor Augen gemalt, daß es an Ostern um`s Ganze geht: Der Glaube an die Auferstehung lebt davon, daß sie wirklich geschehen ist: Daß Jesus wirklich auferstanden ist und daß du daran glaubst. Gott möchte daß du durch die letzte Kasse im Supermarkt deines Lebens hindurchkommst, so hat es uns Matthias am Freitag ganz bildlich an`s Herz gelegt.
Auf dieses letzte Ziel ist der Glaube an die Auferstehung ausgerichtet.
Auf dem Weg zu diesem Ziel, dem ewigen Leben, möchte Gott dich gebrauchen und verändern. Willst du dies trotz all deiner Schuld und Sünde zulassen?
(Pause)

"Nichts ist mehr, wie es war. Der 11. September hat die Welt verändert", so lauteten die Schlagzeilen im letzten Jahr.
Tatsache ist: Die Auferstehung Jesu Christi hat die Welt verändert. Ich wünsche Dir, daß du heute sagen kannst:
"Nichts ist mehr, wie es war. Ostern hat mein Leben verändert"

Und der Friede Gottes, der höher ist, als alle unsere menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn.

Amen


 


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