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Predigt über 2. Korinther 5,18-21

Pfarrer Thomas Günzel


Predigt zur Ordination

Ich lese zwei Verse aus der Bibel für die Predigt. Der Apostel Paulus schreibt im zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth (Kapitel 5, die Verse 18 und 20):

"Gott hat mit uns Frieden gemacht.
Jesus Christus ist die Versöhnung zwischen Gott und Menschen.
Gott hat mir den Auftrag gegeben, diese gute Nachricht überall weiterzusagen.
Im Auftrag von Jesus Christus bitte ich euch:
Nehmt die Versöhnung von Gott an!"

Liebe Auszubildende, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Gäste und Freunde, oder einfach: Liebe Gemeinde!

Ich denke, einige wundern sich heute: Wie sieht der aus. Zieht er jetzt immer einen "Talar" an?

Für andere ist klar: Kirche ist altmodisch. Der Pfarrer zieht ein schwarzes Kleid an. Das sieht komisch aus. Kirche ist von gestern...

In meiner Predigt möchte ich erklären, warum ich heute so aussehe.
Der Talar ist eine "Dienstkleidung". Bei uns am BBW gibt es Dienstkleidung in vielen Berufen. Zum Beispiel die Köche in weiß, die Gärtner in grün, usw.
Und ein Pfarrer zieht manchmal einen Talar an. Der Talar ist ein Zeichen für den wichtigsten Auftrag, den ein Pfarrer hat: Der Pfarrer redet und arbeitet im Auftrag von Gott.

Ich habe am Anfang aus der Bibel gelesen. Das ist die Zusammenfassung für diesen Auftrag:
"Gott hat mir den Auftrag gegeben, diese gute Nachricht überall weiterzusagen.
Im Auftrag von Jesus Christus bitte ich euch:
Nehmt die Versöhnung von Gott an!"

Manche sagen: Ich glaube nicht an Gott. Ich brauche diese Versöhnung nicht.
Ich kann schwer etwas dazu sagen. Es gibt keine Beweise für Gott. Aber es gibt auch keine Beweise gegen Gott. Ich selbst sage: Mein ganzes Leben beweist mir: Gott lebt. Meine Erfahrungen mit ihm sind lebendig und gut. Ich wünsche mir: Ihr sollt dieselben Erfahrungen machen. Darum ziehe ich sogar diesen schwarzen Talar an. Gott sagt nicht: "Ziehe einen Talar an!" Aber Gott sagt: "Mache alles, damit Menschen Gottes Liebe erfahren."

Einige sagen: Ich habe nicht mit Gott gestritten. Ich muß mich nicht mit ihm versöhnen. Aber jetzt muß ich Euch enttäuschen. Die Bibel sagt: "Jeder Mensch macht Fehler." Wir wissen alle: Das stimmt!

Ich sehe auch: Viele wollen gute Menschen sein. Das ist die eine Seite.
Aber auf der anderen Seite sehe ich unsere Fehler. Wir kennen uns hier am BBW gut. Wir wissen: jeder hat "schwache Seiten". Ich auch!
Ich kenne meine schwachen Seiten und ich kenne diese schwachen Seiten auch bei anderen.

Einige haben große Probleme, zum Beispiel mit Drogen oder Ehebruch, mit Diebstahl oder schlimmen Lügen. Andere haben "kleine" Probleme. Zum Beispiel "nur" Alkohol; oder "nur" ein Seitensprung. Oder "nur" die halbe Wahrheit über einen anderen Menschen. Aber Gott sagt: Das ist der Anfang vom Ende. Das ist Schuld. Das macht menschliche Beziehungen kaputt. Das zerstört Vertrauen. Manchmal zerstört es Menschenleben.

Dann ist das Vertrauen kaputt. Eine Freundschaft ist kaputt. Was machen wir jetzt? Jetzt brauchen wir Versöhnung. Aber wie? Eine kurze Pantomime soll ein Beispiel zeigen.

PANTOMIME

So ist Versöhnung. Wenn beide umkehren und umdenken, wenn beide aufeinander zugehen, dann wird Versöhnung möglich.
Aber wie geht Versöhnung zwischen Gott und Mensch?
Gott sagt:
Alle Menschen machen Fehler. Schlimme Fehler. Die Bibel sagt: das ist Schuld.
Die Schuld trennt uns von Gott. Aber Gott liebt alle Menschen. Gott liebt uns. Er will nicht getrennt sein von uns. Darum baut Gott eine Brücke zu den Menschen. Diese Brücke heißt: Jesus!
Deshalb sprechen wir in der Kirche viel von Jesus. Gott sagt: Jesus, das bin ich selbst. - Und dann stirbt Jesus am Kreuz.

Warum? Hat Jesus schlimme Fehler gemacht? Nein, Jesus hat keine Fehler gemacht. Jesus stirbt für unsere Schuld. Er stirbt für die Schuld von uns Menschen.
Warum? Was will Gott damit sagen?

1. So schlimm ist die Schuld von Menschen. Die Folge von Schuld ist der Tod.
2. Gott hat uns Menschen lieb. Gott stirbt selbst für uns.

Jetzt ist Jesus die Brücke zwischen Gott und Menschen. Jesus ist die Versöhnung zwischen Gott und Menschen.

Das ist eine gute Nachricht. Das sollen alle Menschen wissen:
Wir brauchen nur Gott vertrauen. Er liebt uns. Das genügt:
Ich vertraue Gott. Gott schenkt mir Frieden. Gott schenkt mir Versöhnung!

Das alles hat sich kein Mensch ausgedacht.
Gott hat Menschen beauftragt, diese gute Nachricht weiterzuerzählen

Wie zeige ich: Gott gibt mir den Auftrag, das zu erzählen? Ich ziehe den Talar an. Das sagt nicht die Bibel. Das ist eine Tradition in unserer Kirche. Aber es ist ein Zeichen für alle: Ich rede von Gott! - Warum? Gott gibt mir den Auftrag!

Im Auftrag von Gott erzähle ich von Jesus und feiere mit den Menschen das heilige Abendmahl. Im Auftrag von Gott taufe und traue ich Menschen. Im Auftrag von Gott beerdige ich Menschen und sage allen: Christen sterben mit Hoffnung. Warum? Gott schenkt Liebe und Versöhnung. Liebe ist stärker als der Tod. Darum leben wir mit Gott ewig.

Bitte denkt daran: Mein Auftrag von Gott heißt: Gott liebt dich und alle Menschen. Gott macht Frieden mit den Menschen. Nimm die Versöhnung von Gott an.
Immer, wenn ich diesen Talar anhabe, möchte ich daran besonders erinnern:
Nehmt die Versöhnung von Gott an!

AMEN!