Der Predigtpreis - Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

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Predigt über 2. Timotheus 1,7

Pfarrerin Irmtraud Fischer (ev.)

26.01.2017 Palliativstation im Krankenhaus Buchen

Ökumenische Einweihung der Palliativstation im Krankenhaus Buchen

EINLEITUNG:

Sehr geehrter Herr Landrat,

sehr geehrter Geschäftsführer,

sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrtes Krankenhaus-Team der unterschiedlichen Berufe,

sehr geehrte Festgäste -

liebe Schwestern und Brüder.

 

Auch im Namen meines katholischen Kollegen, Dekan Johannes Balbach, und aller christlicher Kirchen in Buchen grüße ich Sie. Wir freuen uns darüber, dass es Ihnen, liebe Verantwortliche, wichtig ist, für die Eröffnung der Palliativstation um Gottes Segen zu bitten.

 

Wir sind zusammen

VOTUM:        Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

KANON: "Wo zwei oder drei"

 

ANSPRACHE (Pfarrerin Fischer)

 

Liebe Schwestern und Brüder,

 

ein "Pallium" habe ich Ihnen mitgebracht.

Zugegeben: So ganz stimmt das nicht.Denn ein "Pallium" ist eigentlich ein Mantel. Aber auch mein Exemplar vermag die Aufgabe eines Mantels zu erfüllen:

Es umhüllt und wärmt.

Es vermittelt Geborgenheit.

Ich kann mich hinein kuscheln, wenn ich Nähe und Trost suche.

 

Genau darin besteht die Aufgabe von "Palliativ-Care": einen Menschen in seiner letzten Lebensphase liebevoll und schützend zu umhüllen - mit all dem, was uns als Mitmenschen möglich ist.

Die Palliativstation ist, wie wir bereits gehört haben, eines von drei Bausteinen.

 

Mein Pallium trägt die Farbe Orange. Das verdankt sich einerseits dem Zufall - und passt andererseits für mich ganz wunderbar. Wenn die Sonne auf- oder untergeht taucht sie den Himmel in ein intensives Orange.

Palliativmedizin ist gefragt, wenn die Lebenssonne sich dem Horizont zuneigt. Gleichzeitig zeigt sich der erste Schimmer, der den Beginn des ewigen Lichtes in der Ewigkeit Gottes ankündigt.

 

Diese Zeit, so dürfen wir als Seelsorger immer wieder dankbar erleben, trägt eine ganz besondere Qualität in sich: Vieles, was uns sonst im Alltag umtreibt und erfolgreich ablenkt, tritt zurück. Es zählt, was wir füreinander tun können:

 

Wir alle können mit unserer Kraft dafür sorgen, dass die Zeit des Sonnenuntergangs zum Sonnenaufgang wird.

Wir brauchen dazu Gottes Beistand, seinen Heiligen Geist. Dieser wird auch "Tröster" genannt. Er ist Gottes umfassendes Palliativ-Care! Über Gottes Geist heißt es in der Bibel:

"Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." (2. Timotheus 1,7)

 

Bange wird es uns, wenn wir mit einem sterbenskranken Menschen zu tun haben - und demjenigen selbst erst recht! Denn der Tod und seine Vorboten versetzen uns meist in Angst und Schrecken. Doch Gott setzt dieser Verzagtheit seinen Geist entgegen:

 

So segne Gott alle, die hier Aufnahme finden, und alle, die für sie da sind.  

Dann wird diese Station ihren Namen als Palliativstation zu Recht tragen.

Dann hilft sie, beim Untergehen der Sonne auf ihren Aufgang in Gottes Ewigkeit zu vertrauen.   Amen.

 

 


 


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