Der Predigtpreis - Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

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Predigt über Apostelgeschichte 9,1-20

Tido Janssen (ev.-luth.)

22.08.2010 im Kirchenkreis Aurich

Aufstellungspredigt zur Bewerbung um das Amt eines Superintendenten im Kirchenkreis Aurich

"...der große Dinge tut..."

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.

Liebe Gemeinde!
Große Dinge tut unser Gott.
Wir werden jetzt von einer Lebenswende hören, die weiterwirkt nach Sandhorst und Aurich,
nach Walle und Wallinghausen, Spetzerfehn und Ostgroßefehn,
hierher in alle Gemeinden dieses Kirchenkreises.
In einer szenischen Lesung hören wir den ersten Teil des Predigttextes
aus dem 9. Kapitel der Apostelgeschichte.

Erzähler: Saulus aber schnaubte noch mit Drohen    
  und Morden gegen die Jünger des Herrn    
  und ging zum Hohenpriester
  und bat ihn um Briefe nach Damaskus
  an die Synagogen.
  Er wollte, wenn er Männer und Frauen als Anhänger des neuen Weges
  entlarven könnte, sie gefesselt nach Jerusalem führen.
  Als er aber auf dem Wege war
  und in die Nähe von Damaskus kam,
  umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel.
  Er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme:
Jesus:  „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“
Erzähler: Saulus aber antwortete:
Saulus: „Herr, wer bist du?“
Jesus:  „Ich bin Jesus, den du verfolgst.
  Steh auf und geh in die Stadt;
  da wird man dir sagen, was du tun sollst.“
Erzähler: Die Männer aber, die seine Gefährten waren,    
  standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme,
  aber sie sahen niemanden.
  Saulus aber richtete sich auf von der Erde;
  und als er seine Augen aufschlug,
  sah er nichts.
  Sie nahmen ihn aber bei der Hand
  und führten ihn nach Damaskus;
  und er konnte drei Tage nicht sehen
  und aß nicht  und trank nicht.

Gebet:
Gott, öffne Mund und Ohren,
Herz, Seele und Verstand für Dein Wort. Amen.

Unserem Gott ist alles möglich.
Ein kämpferisches Herz krempelt er um.
Aus einem Verfolger formt Gott sich einen der besten Mitarbeiter.
Das ist der Knüller der Missionsgeschichte überhaupt.
Schnauben, drohen, fesseln, morden –
so ist er unterwegs. Wie eine Furie. Gefürchtet. Saul verbreitet Angst und Schrecken.
Dabei ist er fromm und klug.
Saul war einer der Menschen, die es anderen nicht einfach machen:
eine klare Überzeugung. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Wehe dem!
Religiöse Erregung paart sich mit leidenschaftlichem Tatendrang. 
Saul wird erkennen:
Eifer, auch religiöser Eifer, kann in die falsche Richtung führen.
Eifer, der sich mit Machthunger verbindet,
Eifer, der ohne Liebe daherkommt,
solcher Feuereifer kann schlimme Folgen haben.
Schnauben, drohen, fesseln, morden. Die Geschichte auch unseres Christentums kennt genug Beispiele, in denen verblendeter Eifer an anderen übel ausgelassen wurde...

Dann Damaskus.
Jesus tritt Saul in den Weg. Stoppt seinen Eifer.
Er gebraucht dafür keine Gewalt, kein Schwert, kein Dolch, keine Fessel.
Plötzlich umblitzt ihn Licht vom Himmel.
Aus heiterem Himmel, von einem Moment auf den nächsten
werden Saul die Zügel aus der Hand genommen.
Ausgeschnaubt. Saul kann nicht mehr. Kein Schritt weiter.
Licht: blendet den Zielsicheren,
stoppt den Prinzipienfesten,
holt den Standhaften von den Beinen.

Wer bremst die modernen Eiferer? Diese Eiferer ohne Liebe?Fundamentalisten, besonders wenn sie im Namen ihrer Religion andere zwingen, eine bestimmte enge Sicht zu teilen, Mächtige, die ihre Macht ausnutzen, die Lobbyinteressen folgen, den Ärmsten das Mindeste zum Leben vorenthalten, Mächtige, die anderen Menschen ihre Freiheit rauben im Glauben, im Denken, im Handeln. Unsere Welt ist voll davon, Ellenbogenboxer, die mit allen Mitteln nur ihren Vorteil durchsetzen wollen.Diese lieblosen Eiferer...

Für sie wünschte ich mir manchmal solche Damaskus-Blitze vom Himmel.
Licht (Licht!), das sie blendet und stoppt.
Licht vom Himmel, das den Verblendeten so blendet, dass ihm Hören und Sehen vergeht.
 
Damaskus – da geschieht es:
Es holt Saul von den Füßen. Saul ganz unten.
Ein Tiefpunkt, der ein Wendepunkt wird.
„Saul, Saul, was verfolgst du mich?“
Da ist seine Stimme: Christus.
Lebendig, der Gekreuzigte.
Durchkreuzt menschliches Planen.
„Du, Saul!“
Direkter geht es nicht. Er ruft ihn bei seinem Namen.
Und wenn ich meinen Namen höre, bei meinem Namen gerufen werde, bin ich hellwach.
„Saul, Saul!“
Diese Worte sitzen. Sie sind irritierend-direkt.
Das gibt es ja, dass Worte direkt unser Herz erreichen.
Ein Liebeswort, ein Brief, ein Bibel-Wort,
auch eine Predigt, als wenn der Prediger für mich allein predigt, als wenn er direkt mich meint.
Jesus stellt Saul in Frage.
„Was verfolgst du mich?“
Worte, die direkt ins Gewissen zielen.
Und sie decken etwas auf.

„Du, Religion und Gewalt – das ist eine unheilige Allianz. Das ist Missbrauch.
Religion und Gewalt. Glauben und Schnauben und Fesseln und Morden –
Stopp! So brauche ich dich nicht. Das ist nicht mein Weg. Und das ist auch nicht dein Weg!
Du musst auf eine andere Karte setzen. Saul, dein Leben braucht eine neue Richtung!“
Vor Damaskus beginnt ganz klein etwas Großes.
Die Lebenswende eines einzigen Menschen – und die wird großartige Folgen haben ...

Ich möchte uns von einer anderen Lebenswende erzählen.
Das Wort Jesu erreicht auch heute Menschen. „...Der große Dinge tut an uns...“
Gott sei Dank brauchen wir in der Regel nicht solch eine drastische Kehrtwendung wie Saul. Denn ich unterstelle einfach mal – auch wenn ich Sie hier in Aurich natürlich noch nicht so gut kenne: Schnauben und drohen und fesseln und morden –
das ist heute nicht unser Weg. Davon brauchen wir uns in aller Regel nicht bekehren.

Dennoch ruft Gott auch heute Menschen in die Kehre.
Manchmal können wir sogar selbst dabei sein... Nicht nur für sie selbst war es ein Fest: Ihre Taufe.
Da freuten sich viele mit: ihre beiden Kinder, Diakon und Pastoren, eine ganze Gemeinde.
Diese Frau kommt aus meiner Gemeinde in Soltau. Ich habe mit ihr über diesen Teil meiner Predigt gesprochen. Und sie hat mir für sie etwas aufgeschrieben.
Sie heißt Marlies Wegner, ist in Sachsen-Anhalt geboren. Sie war damals Anfang 40,
hatte den Weg in die Kirche nicht gefunden.
Erst spät hatte sie durch den Konfirmandenunterricht ihrer Kinder Kontakt mit der Gemeinde bekommen. Sie schreibt:

Als meine älteste Tochter zum Konfirmandenunterricht ging, musste sie ja sonntags zum Gottesdienst gehen. Das fand sie gar nicht gut:
Wir blieben alle zu Hause und sie musste alleine gehen. Da sah ich meine Chance.
Ich konnte regelmäßig zur Kirche gehen, tat also etwas für mich, und gab meiner Tochter das Gefühl, sie nicht allein zu lassen.
Aber schlimm fand ich, das der Pastor immer an der Tür stand und die Leute verabschiedete.
Ich glaubte, er könnte mir an der Stirn ablesen: Du bist gar nicht getauft! Es war das Gefühl, dass ich eigentlich kein Recht hatte, in die Kirche zu gehen. Das Gefühl einer Aussätzigen.

Und dann griff Gott selbst ein.
Als die Konfirmation stattfinden sollte, kam meine Tochter mit einem Fürbittengebet nach Hause, welches von Konfirmandeneltern mitgebetet werden sollte. An der Seite stand nur eine Frage von Pastor Makarowski, die lautete: Ist’s möglich? Mein Mann sagte: „Das kannst du nicht machen, du bist nicht in der Kirche. Das musst du ihm sagen!“ Diakon Hoffmann rief mich später an, um zu hören, zu welcher Entscheidung ich gekommen sei. Ich sagte: „Ja, gerne, aber...“ und erzählte ihm dann alles, auch von meinem Wunsch, mich taufen zu lassen, um endlich anzukommen. Herr Makarowski und Herr Hoffmann waren zwei Tage später zu einem ausführlichen Gespräch bei mir und drei Wochen nach der Konfirmation meiner Tochter wurde ich in der St. Johanniskirche getauft.

Und es wurde für sie zu einer Lebenswende.Sie fuhr 5 Jahre lang als Teamerin mit auf Konfirmandenfreizeiten, macht Frauenarbeit im Kirchenkreis, ist Kirchenvorsteherin, hat jüngst eine Ausbildung zur Lektorin gemacht.Eine Geschichte, wie Gott heute jemanden zum Glauben und zur Gemeinde führt.

Gott kennt viele Wege, Menschen auf den Weg des Glaubens zu rufen. Die Weisen aus dem Morgenland ruft er durch einen Stern. Den Apostel Petrus durch Fische in einem See. Sie, ich, wir alle haben unseren eigenen Weg. Und es lohnt sich, dass wir ihn uns bewusst machen. Und ich bin ganz gewiss:
Wir könnten uns jetzt hier gegenseitig viele tolle Geschichte von Gottes Wegen mit uns selbst erzählen.

Das Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung an der Universität Greifswald hat in diesem Frühjahr eine Studie zu der Frage veröffentlicht, wie heute Menschen zum christlichen Glauben finden oder zurückfinden.
Ergebnis: Meist finden Menschen in der biografischen Lebensmitte zum Glauben zurück.
Viele sagen: Freunde und Bekannte spielen für mich bei der (Neu-)Entdeckung des Glaubens eine zentrale Rolle.
Die meisten geben an: Pastorinnen und Pastoren sind für mich wesentlich.
Auch ehrenamtliche Gemeindeglieder haben eine wichtige Funktion.
Oft sind es mehrere Personen, die auf verschiedenen Etappen des Glaubensweges
eine Rolle spielen.
Glaubenskurse und missionarische Gottesdienste sind für viele wie eine offene Tür zum Glauben.
Gemeinsam muss man überlegen, welche Schlüsse man als Gemeinde, als Kirchenvorsteher, als Pfarrkonvent, als Kirchenkreis aus solchen Ergebnissen zieht. Was kann das bedeuten für das geistliche Profil und die missionarische Ausrichtung eines Kirchenkreises? –

Bei Saul ist kein Glaubenskurs, kein Pastor.
„Egó eimí Jesoús.“ „Ich bin Jesus.“
Plötzlich stellt sich der Herr selbst vor Saul.
Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst.
Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Seine Gefährten nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus;

und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.
Wie es weitergeht – sehen kann er es nicht.
Braucht es, an die Hand genommen zu werden, geführt zu werden.
Die Regie übernehmen die Gefährten, aber in Wahrheit führt ihn Jesus.
Er hat einen großen Plan.
Saul tappt noch im Dunklen,
aber die wunderbare Lebenswende hat begonnen. –

Diese Veränderung braucht Zeit.Geht nicht von heut auf morgen. Drei Tage. Gott lässt ihm diese Zeit. Drei Tage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Und auch die Nächte. Was da wohl alles in ihm vorgeht... Welche Fragen und Zweifel da wohl in ihm hochkommen...  Wohin wird mich mein Weg führen? Wovon werde ich mich verabschieden müssen? Und was werden meine neuen Ziele sein? Wer wird mit mir gehen?Drei Tage – wie vom Karfreitag bis zum Ostermorgen. Gott lässt uns Zeit, damit wir uns über unseren Weg  klar werden. Wenn er große Dinge tut oder vorhat, lässt er uns Zeit ...

Musik________________________________________    

 

Szenische Lesung: Der 2. Teil

Erzähler: Es war aber ein Jünger in Damaskus

                   mit Namen Hananias;

                   dem erschien der Herr und sprach:

Jesus:          „Hananias!“

Erzähler:      Und Hananias antwortete:

Hananias:     „Hier bin ich, Herr.“

Jesus:          „Steh auf und geh in die Gasse,

                   die da heißt: die gerade Gasse,

                   und frage in dem Haus des Judas

                   nach einem Mann mit Namen Saulus aus Tarsus.                

                   Denn siehe, er betet und hat in einer Erscheinung             

                   einen Mann gesehen mit Namen Hananias,

                   der zu ihm hereinkam

                   und die Hand auf ihn legte,

                   damit er wieder sehend werde.

Erzähler:      Hananias aber antwortete:

Hananias:     „Ach Herr,

                   ich habe von vielen gehört über diesen Mann,                   

                   wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat.

                   Und er hat von den Hohenpriestern Vollmacht bekommen,

                   alle die in Fesseln zu legen,

                   die deinen Namen anrufen.

Jesus:          „Geh nur hin;

                   denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug,

                   dass er meinen Namen trage vor Heiden

                   und vor Könige und vor das Volk Israel.

                   Ich will ihm zeigen,

                   wie viel er leiden muss um meines Namens willen.

Erzähler:      Und Hananias ging hin und kam in das Haus und               

                   legte die Hände auf ihn und sprach:

Hananias:    „Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,                 

                   Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist,

                   dass du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllt werdest.

Erzähler:      Da fiel es wie Schuppen von seinen Augen,

                   und er wurde wieder sehend;

                   und er stand auf, ließ sich taufen

                   und nahm Speise zu sich und stärkte sich.

                   Saulus blieb aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus.

                   Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, dass dieser Gottes Sohn sei.

 

Hananias. Jetzt ruft Jesus Hananias, einen einzelnen Mann aus der Gemeinde.

Gott fängt seine großen Sachen immer klein an.

„Hier bin ich, Herr.“

Jesus ruft einen, der Saul entgegen kommen soll.

Jetzt erleben wir Gottes Entgegenkommen.

Hananias wird der behutsame Seelsorger für Saul.

Jesus hat das alles wunderbar vorbereitet.

Saul soll sehen.

Sich selbst neu sehen. Neue Ziele entdecken.

Saul soll in die christliche Gemeinde hineinfinden.

Saul soll auf seinem neuen Weg selber Prediger werden.

Eine erstaunliche kirchliche Karriere.

Er formt sich einen fanatischen Feind in einen maßgeblichen Mitarbeiter.

Wir müssen schon sagen:

Jesus kann seine eigenen Leute mit ungeheuerlichen Ideen überraschen.

Das macht’s auch spannend in der Kirche.

Jetzt erwartet er, dass seine Gemeinde offen ist für einen Menschen,

der ihr vorher empfindlich wehgetan hat. Das ist schon eine Zumutung!

Zieht Euch nicht ängstlich hinter alte Mauern zurück!

Wer kennt schon Gottes nächsten Plan?

Wer weiß, wer da demnächst vor unserer Tür steht?

Ja: Wie erleben eigentlich Neue, Außenstehende unsere Gemeinden? Trauen sie sich zu uns? Kommen wir ihnen entgegen? Können wir wie Hananias für neue Mitglieder Gottes Entgegenkommen spürbar werden lassen?  Werden sie bei uns spüren: Wir wollen Dich in unserer Mitte!? Was heißt das für uns? Sind wir bereit, auch uns selbst zu verändern,

wenn Neue da sind? Neue Konfirmanden z.B., die uns möglicherweise fragen wollen:

„Müssen wir Gottesdienst so feiern – oder geht das auch ganz anders?“

Macht eure Türen für frischen Wind weit auf!

Wie weh tun wir Menschen, wenn wir sie draußen stehen lassen?

Wir als Kirche brauchen ein weites Herz für die Menschen, die Gott uns schickt.

Lasst uns wie Hananias sagen: „Herr, hier bin ich! Herr, hier sind wir!

 

Ich habe auf meinem Weg viele Menschen getroffen,
die für mich wie ein Hananias waren und mir Wege in die Gemeinde öffneten.


Zuerst meine Eltern. Meine Mutter, mein Vater. Ein Pfarrhaus in Warsingsfehn. Mir wird vieles schon in die Wiege gelegt. Von einer 180°-Kehre kann ich nicht erzählen.

Dann waren es ehrenamtliche Kindergottesdiensthelfer. Sonntag für Sonntag kamen 200 Kinder. Und die Ehrenamtlichen, die erzählten in Gruppen altersgerecht die biblischen Geschichten.

Nach der Konfirmation gründeten wir einen CVJM. Ernst-Ludwig Vatter war damals für den Landesverband Ostfriesland CVJM-Sekretär. Er war damals für mich und viele andere ein prägende Figur. Er forderte uns auf: „Seid Salz, kein Honig! Salz der Erde! Ohne euch wird es fade. Wird was fehlen!“ Der CVJM war auch eine wichtige Gemeinschaftserfahrung.  Gleichgesinnten traf man da, auch junge Mädchen, ich fand dort meine Frau!, und es gab die Möglichkeit, sich als Gruppenleiter, als sog. „Tätiges Mitglied“ in der Jungschar und später auch in anderen Gruppen auszuprobieren. Dort habe ich mich mit meinem ganzen jugendlichen Elan hineingeworfen.

Und dann die Musik. Posaunenchor. Singen bei den „Wasserträgern“, einem Jugendchor, geleitet von Hans-Hermann Albers. Er hatte eine starke Leidenschaft für moderne Chormusik und ihm gelang es, viele andere dafür zu begeistern. Mich eingeschlossen. Wer singt, betet doppelt. Die Musik, die Leib und Seele bewegt, ist bis heute ein ganz wichtiger Teil meines Glaubens.

 

Alles Menschen wie Hananias, die selber berührt waren von Gottes Liebe

und das gut weitergeben konnten.

 

Hananias. Zart berührt er Saul. Legt ihm die Hände auf. Er spürt Gottes Liebe.

Alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus,

dass dieser Gottes Sohn sei.

Unserem Gott ist alles möglich.

Was wir miterlebt haben, ist eine große Lebenswende. Wie der Auferstandene einen Menschen ruft und dadurch die ganze Weltgeschichte in Bewegung bringt.

Diese Geschichte ist die Keimzelle des Kirchenkreises Aurich. Saul wird selbst wortmächtiger Prediger. Mit dem Eifer der Liebe zu Gottes Wort bringt er das Evangelium hierher, nach Europa.                                                                           

 

1500 Jahre später wird ein deutscher Mönch seinen Römerbrief lesen. Martin Luther.

Die Worte des Paulus werden auch ihm zu einer Lebenswende.

„Der Mensch wird vor Gott gerecht ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“

Die ganze Kirche erlebt durch Luther eine Wendezeit.

Und wir? Wir sind evangelische Protestanten.

Was damals neu begann, wirkt jetzt bis nach Ihlow und Bangstede.

Wieder beginnt es mit der Bekehrung eines Einzelnen.

Aus dieser Bekehrung wird eine große Bewegung.

In dieser Bewegung haben wir alle unseren Platz.

Marlies Wegner. Remmer Janssen, der Erweckungsprediger aus Strackholt,

Johann Heinrich Leiner, Gründer des Leinersstifts, der frühere Superintendent Schütt, Landessuperintendent i.R. Werner Schröder...

Setzen Sie ruhig jetzt Ihren eigenen Namen ein.

Gottes Geschichte mit uns ist irritierend-direkt.

 

„Hier bin ich, Herr.“ Sagt Hananias.

Christus braucht auch uns – um weiterzusagen von Liebe und Gnade und Barmherzigkeit in der Familie, in der Schule, in der Nachbarschaft, im Büro, in der Stadt, auf dem Land.

Mission: Geht hin! Bringt Gottes Liebe unter die Leute!

Er braucht uns zur Seelsorge. Um anderen die Hände aufzulegen, damit sie sehend werden, Gottes Gnade in ihrem Leben entdecken.

Zur Diakonie braucht er uns: Helfen. Mit Geld. Mit Rat und Tat.

Dass wir einander zum Segen werden.

Gottes Macht ist heute genau so groß wie damals.

Deshalb glaube ich: Gott hat auch heute mit uns Großes vor.

„Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen,

der große Dinge tut an uns und allen Enden.“

Amen.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,

bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen.


 


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