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Predigt über Epheser 6,10-20

Klaus Kirsten

21.03.2004 in der Freien evang. Gemeinde, Castrop-Rauxel

Sind Sie eine Kämpfernatur? Wie reagieren Sie, wenn Sie angegriffen werden? Ziehen Sie sich zurück und gehen in Deckung? Verteidigen Sie sich so gut es geht? Oder gehen Sie umgehend zum Gegenangriff über?

Wie stehen Sie zu Konflikten? Vermeiden Sie diese wo immer es geht „um des lieben Friedens willen“, der dann meistens ein „fauler Friede“ ist? Oder fechten Sie die Sache durch? Sind Sie also eine Kämpfernatur oder eher jemand, der den Kampf vermeidet, wenn es nur irgendwie möglich ist?

Je nachdem wie Sie sich einstufen habe ich entweder eine gute oder schlechte Nachricht für Sie. Diese Nachricht lautet: Ob es Ihnen passt oder ob es Ihnen nicht passt – das Leben ist ein Kampf.

Ich vermute, dass diese Nachricht für kaum jemanden wirklich neu ist, denn wir alle stehen ja mittendrin in dem Kampf, den das Leben so mit sich bringt. Wir wurden weder gefragt, ob wir leben wollten noch ob wir kämpfen wollten. In beides sind wir einfach hinein geschlittert. Ins christliche Leben schlittert zwar niemand „einfach so“ hinein, sondern Christ wird jeder Mensch nur durch eine persönliche Entscheidung. Aber das christliche Leben ist genau so ein Kampf wie das übrige Leben. Es ist zwar ein geistlicher Kampf, der nicht mit Pistolen, Gewehren und Bomben ausgetragen wird, aber es ist ein Kampf - ob uns das passt oder ob es uns nicht passt.

Wer diese Tatsache ignoriert und nicht kämpft hat schon verloren: Er hat seine Bestimmung verloren, denn Gott hat ganz bestimmte Vorstellungen für unser Leben. Nur wenn wir kämpfen, z.B. gegen die eigene Trägheit, werden wir sie verwirklichen. Gott hat ebenso bestimmte Vorstellungen, wie er jeden einzelnen von uns einsetzen möchte beim Bau seiner Gemeinde. Diese zu verwirklichen geht nur über Kampf.

Ich möchte Ihnen heute morgen ganz viel Mut machen, diesen Kampf zu wagen. Wenn wir Eph6,10-20 befolgen, werden wir auch siegen in diesem Kampf, das ist überhaupt keine Frage. Mit diesem Text überspringe ich in der Predigtreihe die Kapitel 4 und 5 und greife voraus zum Ende des Briefes, weil ich Sie nicht nur für den Kampf im allgemeinen gewinnen will, sondern auch für einen ganz konkreten Kampf. Ich lade Sie herzlich ein mitzukämpfen, damit „die Tage der Hoffnung“ ein großer Sieg für Gott werden. Was so gut klingt - „Tage der Hoffnung“ - bedeutet Kampf: Kampf um die Rettung von Menschenleben, Kampf, damit Menschen zum Glauben an Jesus finden, Kampf, damit Menschen Vergebung ihrer Schuld und neues Leben aus Gott erlangen. Kampf - denn wer im Endgericht vor Gott tritt ohne die Vergebung seiner Schuld empfangen zu haben, der wird verloren sein.

Darum lasst uns kämpfen, damit Menschen nicht verloren gehen, sondern gerettet werden.

1 Das christliche Leben ist ein Kampf mit dem Teufel
Werdet stark durch die Verbindung mit dem Herrn! Laßt euch stärken von seiner Kraft! Legt die Waffen an, die Gott euch gibt, dann können euch die Schliche des Teufels nichts anhaben. Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen. Wir kämpfen gegen unsichtbare Mächte und Gewalten, gegen die bösen Geister, die diese finstere Welt beherrschen.
Eph 6,10-12

1.1 Werdet stark weil der Feind stark ist!
Wer gegen einen starken Feind bestehen will muss alles daran setzen, stärker als dieser zu sein. Der Teufel ist stark. „Groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist“ dichtete Martin Luther. Weil der Teufel stark ist, müssen wir ebenfalls stark werden.

Stark werden wir nie durch unsere eigenen menschlichen Möglichkeiten, sondern allein durch die Verbindung mit dem Herrn! Aber durch die Verbindung mit dem Herrn werden wir stark. Ein Streichholz kann ich ohne Mühe knicken. Ist es aber mit einem festen Stab verbunden, habe ich keine Chance mehr.

Mit uns Menschen wird der Teufel spielen fertig. Wenn wir aber mit dem Herrn verbunden sind, kann er uns nichts mehr anhaben. Darum kommt bei unserem Kampf gegen den Teufel alles darauf an: Wir müssen mit dem Herrn verbunden sein, damit wir stark genug sind für diesen Kampf.

1.2 Seid auf der Hut weil der Teufel listig ist!
Weiter schrieb Paulus von den „Schlichen“ des Teufels. Der Teufel greift manchmal so an, dass die Christen gar nicht merken, dass er dahinter steckt. Würden sie erkennen: Dies ist ein Angriff des Teufels!, dann würden sie sich an Jesus wenden und siegen. Darum geht der Teufel listig vor z.B.:

Da sitzt die Familie am Mittagstisch. Sie freuen sich am Essen und sie freuen sich an einander. Da sagt einer ein unpassendes Wort, ein anderer geht heftiger darauf ein als es eigentlich nötig wäre – und plötzlich eskaliert die eben noch so friedliche Situation zu einem handfesten Streit. Nachher weiß keiner mehr so richtig, wie alles begann und warum man sich so fürchterlich in die Haare bekam, aber es ist geschehen und der Tag ist gelaufen.

Hätten die Familienmitglieder erkannt: Hier will uns der Teufel gegen einander aufbringen! Dann hätten sie sich an Jesus gewandt und sich von der Liebe Jesu bestimmen lassen. Weil sie aber den Streit nicht als Angriff des Teufels erkannten, gingen sie dem Teufel auf den Leim und gestatteten ihm, sein Spiel mit ihnen zu treiben.

Nun muss der Teufel nur noch dafür sorgen, dass sich alle Familienmitglieder schuldig fühlen, denn wer sich schuldig fühlt, ist in seiner Wirksamkeit für Jesus erheblich eingeschränkt. Oder würden Sie, wenn Sie sich schuldig fühlen, die Chance nutzen und einem anderen Menschen das Evangelium erklären?

Mit diesen Gedanken will ich auf keinen Fall Schuld bagatellisieren, sondern auf den richtigen Umgang mit Schuld hinweisen: Um Vergebung bitten, bei Gott und bei den Menschen. Dann ist die Schuld vergeben und muss Sie nicht mehr belasten. Alles andere sollten Sie als das erkennen, was es ist: Als teuflich.

1.3 Seht hinter die Kulissen!
Ein Mariottentheater wird nicht nur in einem eigens dafür hergerichteten Saal aufgeführt, sondern in gewisser Weise ist die ganze Welt ein großes Marionettentheater: Da nimmt sich ein Mensch – wie viele andere mit ihm – vor, reich zu werden. Viel Geld haben ist sein höchstes Ziel, dafür setzt er sich ein in seiner – wie er meint – freien Entscheidung. Aber er merkt nicht, dass er gar nicht frei, sondern gebunden ist. Der Mammon hat ihn versklavt und er hat es noch nicht einmal gemerkt.

Wir sprechen manchmal vom „Zeigeist“ und bezeichnen damit die Gedanken, die von vielen Menschen gedacht werden und die eine Zeitperiode prägen: Wir kämpfen gegen unsichtbare Mächte und Gewalten, gegen die bösen Geister, die diese finstere Welt beherrschen. Dieser Text des Paulus lehrt uns, hiner die Kulissen zu sehen. Auf uns Menschen wirken nicht nur menschliche Gedanken, sondern geistige Mächte, und zwar mit dem einen Ziel: Uns alle von Gott abzubringen.

Diese Mächte sind die eigentlichen Drahtzieher. Ein Kampf gegen die Personen auf der Bühne kann nie wirklich den Sieg bringen, sondern allein der Kampf gegen die Mächte, die hinter diesen Personen stehen. Diese bekämpfen wir im Gebet und indem wir uns stark machen in dem Herrn. Diese Einsicht macht die Menschen nicht weniger gefährlich. Aber wenn wir hinter die Kulissen sehen, lernen wir zu unterscheiden zwischen dem Menschen und der bösen Macht, die ihn versklavt. Der Mensch, auch wenn er unser Feind ist, verdient unsere Liebe. Und wer weiß: Wenn wir unserem Feind Liebe entgegen bringen, vielleicht lässt er sich ja für Jesus gewinnen.

1.4 Lernt den Feind kennen – um ihn zu besiegen!
Wie bereitet sich die Fußballmanschaft auf einen entscheidenden Kampf vor? Sie trainieren, sie machen sich spielerisch und körperlich fitt. Aber sie machen auch noch ganz etwas anderes: Sie studieren die gegnerische Mannschaft, und zwar gründlich. Sie analysieren eingehend die Stärken und Schwächen des Gegners. Sie verinnerlichen, wie die Mannschaft bisher ihre Tore schoss und wie sie überwunden wurde. Alles was nur möglich ist lernen sie über die gegnerische Manschaft – um sie zu besiegen.

Wir sind gut beraten, die Taktik des Teufels ganz genau zu studieren. Seine Spezialität ist es, das Wort Gottes in Frage zu stellen: Sollte Gott gesagt haben ... . Sehr gern bietet er uns eine Mischung aus Wahrheit und Lüge an: Sollte Gott gesagt haben, ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?

Auf faustdicke Lügen fallen wir nicht hinein. Wenn die Lügen aber schwer zu durchschauen sind, wenn sie mit Teilwahrheiten vermischt sind, wenn sie von frommen Leuten gekonnt vorgebracht werden und zusätzlich auch noch auf unsere geheimen Wünsche zielen, dann wird es für uns gefährlich.

Da hilft nur eins: Wachsam sein! Wachsam sein, dass die Verbindung mit dem Herrn fest ist, damit Gott uns leiten kann und die Lüge durchschauen lässt. Dann widerstehen wir dem Teufel und er muss unverrichteter Dinge abziehen.

2 Das christliche Leben ist ein Kampf in der Waffenrüstung Gottes
Darum greift zu den Waffen Gottes! Wenn dann der schlimme Tag kommt, könnt ihr Widerstand leisten, jeden Feind niederkämpfen und siegreich das Feld behaupten. Seid also bereit! Legt die Wahrheit als Gürtel um und die Gerechtigkeit als Panzer an. Bekleidet euch an den Füßen mit der Bereitschaft, die Gute Nachricht vom Frieden mit Gott zu verkünden. Haltet das Vertrauen auf Gott als den Schild vor euch, mit dem ihr alle Brandpfeile des Satans abfangen könnt. Die Gewißheit eurer Rettung sei euer Helm und das Wort Gottes das Schwert, das der Geist euch gibt.
Eph 6,13-17

Paulus beschrieb die Waffenrüstung Gottes mit einem Bild, dass jeder Leser vom Straßenbild her kannte, denn die römischen Legionäre waren allgegenwärtig. An diesem Bild verstehen wir auch heute noch sehr gut, worum es Paulus ging. Eine dreiteilige Untergliederung der Waffenrüstung hat mir gut gefallen:

2.1 Sei kampfbereit!

Der Legionär zog die Rüstung nicht erst dann an, wenn der Gegener vor ihm stand, sondern er war grundsätzlich immer gerüstet. Ständig mit der Rüstung unterwegs sein war sicher unbequem, das T-Shirt hätte sich angenehmer getragen, aber durch das ständige Tragen der Rüstung nahm er dem Feind einen großen Teil des Überraschungsmomentes.

In vielen Bereichen unseres Lebens machen wir es genau wie der römische Legionär: Wir sind allezeit bereit. Der Autofahrer führt das Reserverad ständig im Auto mit und nicht nur bei ausgewählten Fahrten. Der chronisch Kranke hat sein Medikament immer dabei und der Computerbesitzer macht sein Backup täglich und hält seinen Virenscanner immer auf dem neuesten Stand. In diesen und anderen Bereichen sind wir allezeit bereit. Fehler rächsen sich in der Regel sofort.

Der Gürtel gehörte für den Legionär zum Anzug. Mit ihm fasste er seine Kleider zusammen, damit sie ihn nicht an der Bewegung hinderten. Er durfte nicht in den Kampf stolpern. So sollen wir immer wahrhaftig sein und uns nie in Lügen verstricken, denn sonst hängen uns die Lügen um die Füße und bringen uns zu Fall.

Laufen Sie gern barfuß? Vielleicht im Sommer am Strand, aber auch im Winter und auch in der Stadt beim Einkaufen? Wie gut laufen sie barfuß auf Asphalt und über Steine? Wie für uns, so waren auch für den Legionär die Schuhe eine Voraussetzung, dass er unbeschwert gehen konnte. Sie machten ihn bereit zum Kampf. So sollen auch wir allezeit bereit sein, die Gute Nachricht vom Frieden mit Gott zu verkünden. Wenn sich die Chance bietet, nicht lange überlegen, sondern sofort loslegen!

Loslegen kann nur, wer bereit ist. Darum ist es so wichtig, dass wir die Waffenrüstung Gottes nicht nur ab und zu, sondern immer tragen.

2.2 Schütze dich!
Geschützt war der Legionär durch den Brustpanzer und den Helm und zusätzlich konnte er den Schild verwenden, um z.B. gegnerische Pfeile abzuwehren. So schützt uns:

• der Panzer der Gerechtigkeit
Allein auf unsere Bitte hin beschenkte Gott uns mit Gerechtigkeit. Es ist die von Christus für uns erworbene Gerechtigkeit. Sie ist vollkommen. Dadurch sind wir gerecht vor Gott und bleiben gerecht vor Gott, egal was passiert.

• der Helm des Heils
Wie die Gerechtigkeit, so ist uns auch unser Heil geschenkt von Gott. Wir können die Beziehung zu Gott durch menschliche Anstrengungen nicht in Ordnung bringen. Darum tat Christus das für uns. Und diese Beziehung zu Christus bleibt heil. An dieser heilen Beziehung zu Gott gesundet nach und nach der ganze Mensch.

• der Schild des Glaubens.
Schreckliche Dinge geschehen im menschlichen Leben, denken Sie nur an die Personen, die in Madrid im Zug saßen als die Bomben hoch gingen. Auch im Leben von Christen geschehen schreckliche Dinge: Unfall, Krankheit, Feinde triumphieren. Wie feurige Pfeile fliegen diese Ereignisse auf uns zu. Wenn wir nicht den Schild des Glaubens hinhalten, werden sie uns verletzen oder sogar unser christliches Leben töten.

Aber da ist ja unser Glaube: Die Überzeugung, dass Gott es gut meint mit uns. An den Ereignisse in dieser Welt können wir das nicht erkennen. Sie sprechen eine andere Sprache. Aber wir vertrauen Gott, dass er uns nicht vergessen hat, sondern in diesem Aufruhr seine Geschichte mit uns voran treibt. So setzen wir den Schild des Glaubens ein und wehren die feurigen Pfeile des Bösen ab.

2.3 Verteidige dich und greife an!
Der Legionär sollte natürlich nicht nur ständig bereit sein zum Kampf und sich schützen, sondern vor allem sollte er angreifen und sich verteidigen, wenn er selbst angegriffen wurde. Dazu trug er das Schwert.

Das ist auch unsere Waffe, sowohl für den Angriff als auch für die Verteidigung: Das Schwert des Geistes, das Wort Gottes. Aber was heißt das: Sich mit dem Wort Gottes verteidigen oder mit dem Wort Gottes angreifen? Was genau haben wir zu verstehen unter „Wort Gottes“?

Wir nennen die Bibel das „Wort Gottes“, und das zu Recht, denn durch die Bibel redet Gott zu uns Menschen. Trotzdem geht es meiner Ansicht nach beim Kämpfen mit dem „Schwert des Geistes“ nicht in erster Linie um das Zitieren der Bibelstellen. Als Paulus diese Zeilen schrieb gab es die Bibel im heutigen Sinn überhaupt noch nicht. Vom NT war noch keine Zeile geschrieben. Meiner Ansicht nach hatte Paulus das lebendige Wort Gottes im Sinn, das Wort, das Gott zu einem Menschen spricht. So lesen wir z.B. häufig bei den Propheten: „Da geschah das Wort des Herrn zu Jesaja, Jeremia usw“

Sicher, Gott spricht heute zu uns bevorzugt durch die Bibel, z.B.: Da liest jemand einen Bibelvers und weiß genau: Ich bin gemeint! Gottes Geist hat ihm das Wort lebendig gemacht. Das ist nötig, dass Gottes Geist das Wort uns Menschen lebendig macht, sonst bleibt die Bibel für uns nur toter Buchstabe. Ein anderer liest vielleicht das gleiche Wort in der gleichen Übersetzung und geht darüber zur Tagesordnung über.

Wenn Paulus vom „Schwert des Geistes (Luther)“ schrieb oder „das Wort Gottes, das der Geist euch gibt (Gute Nachricht)“, dann hatte er das lebendige Wort Gottes im Sinn, das Wort, das Gott höchst persönlich zu einem Menschen spricht, vielleicht nicht als menschliches Wort aber doch so, dass der Mensch ganz genau weiß: ich bin gemeint.

Gott redet wann es ihm selbst gefällt. Gott gibt sein Wort nicht in der Weise in unsere Hand, dass wir nach belieben darüber verfügen könnten, so wie wir z.B. ein Paßwort benutzen und Geld von unserem Konto abheben. Darum kommt ein Mensch nicht automatisch zum Glauben, wenn wir ihm ein Bibelwort vorlesen. Trotzdem hat der Kampf mit dem Schwert des Geistes sehr viel mit der Bibel zu tun, und zwar aus diesem Grund:

Am deutlichsten sprach Gott zu uns Menschen durch Jesus Christus. Die Worte und Taten Jesu sind in der Bibel aufgeschrieben. Wenn wir diese Worte und Taten verinnerlichen, dann lernen wir Jesus Christus immer besser kennen, seine Gedanken mit uns Menschen, wie gut er es mit uns meint. Seine Worte werden uns verändern. Die anderen Menschen werden das spüren. Wenn sie fragen, können wir ihnen auch sehr passend antworten.

Legen Sie also die Waffenrüstung Gottes an und nie wieder ab, denn das christliche Leben ist ein Kampf in der Waffenrüstung Gottes. Wenn dann der schlimme Tag kommt, könnt ihr Widerstand leisten, jeden Feind niederkämpfen und siegreich das Feld behaupten.

3 Das christliche Leben ist ein Kampf im Gebet
Betet dabei zu jeder Zeit und bittet Gott in der Kraft seines Geistes. Seid wach und hört nicht auf, für alle Gläubigen zu beten. Betet auch für mich, daß Gott mir die rechten Worte in den Mund legt und ich das Geheimnis der Guten Nachricht freimütig bekanntmachen kann. Auch jetzt im Gefängnis bin ich ein Botschafter in ihrem Dienst. Betet darum, daß ich aus ihr die Kraft gewinne, sie mutig und offen zu verkünden, wie es mein Auftrag ist. Eph 6,18-20

3.1 In diesen Sätzen erfahren wir 2 sehr interessante Dinge über Paulus:
3.1.1 Paulus wusste sich abhängig vom Gebet der Gemeinde

Er sah sich also nicht als ein Mensch, der aufgrund seines Apostelamtes von Sieg zu Sieg eilte, der nur ein paar Worte zu sagen brauchte und die Menschen bekehrten sich reihenweise. Wenn jemand zum Glauben kam – und das geschah sehr oft – dann wusste Paulus sehr genau: Dies geschah nicht aufgrund meiner Beredsamkeit, sondern weil Gott gesprochen hatte. Und er wusste weiter: Gott hatte gesprochen, weil die Christen ihn darum gebeten hatten. Schluss daraus: Betet auch für mich, daß Gott mir die rechten Worte in den Mund legt und ich das Geheimnis der Guten Nachricht freimütig bekanntmachen kann.

3.1.2 Wir erfahren, was Paulus wichtig war
Paulus schrieb diesen Brief aus dem Gefängnis. Was wäre uns ganz wichtig, wenn wir im Gefängnis wären? Was stünde auf der Wunschliste ganz oben? Ich vermute, es wäre bei uns allen haargenau der gleiche Wunsch: Dass wir wieder raus kommen.

Paulus hätte bestimmt nichts dagegen gehabt, aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Aber eigenartigerweise schrieb er nicht: Betet, dass ich bald frei komme! Sondern: Betet darum, daß ich mutig und offen hier im Gefängnis von Jesus rede, wie es mein Auftrag ist.

Dieser Satz des Paulus erinnert mich an das Gebet, dass die Urgemeinde betete, als die mit der Führungsschicht einen fürchterlichen Ärger bekamen und diese ihnen die Verkündigung von Jesus verboten: Apg 4,29 Höre nun, Herr, wie sie uns drohen! Gib uns, deinen Dienern und Dienerinnen, die Kraft, deine Botschaft mutig und offen zu verkünden!

Der Urgemeinde und Paulus war es ganz wichtig, das Evangelium zu verkündigen, wichtiger als es uns heute ist?

Was ist uns heute wichtig? Was steht auf unserer Wunschliste ganz weit oben? Was haben wir selbst auf die ersten Plätze gesetzt? Ist es gut, dass diese Punkte ganz oben stehen, oder wäre es besser, die Wunschliste gründlich zu prüfen und hier und da zu bearbeiten? Nur den einen Punkt, den Paulus in diesem Text erwähnte, möchte ich heraus greifen:

3.2 Welchen Stellenwert hat das Gebet für die Verkündigung des Evangeliums bei uns?
Paulus bat um Unterstützung weil er wusste: An dieser Stelle fallen die Entscheidungen. Selten kommen Menschen „einfach so“ zum Glauben an Jesus Christus. In der Regel finden Menschen zum Glauben, weil für sie gebetet wurde. Gott hört Gebet. Auf unser Gebet hin redet er die Menschen an, unabhängig davon, ob sie sich in Castrop-Rauxel befinden oder in Japan. Gott lässt sich erbitten. Nutzen wir das aus?

Zu Beginn der Predigt sagte ich, dass ich Sie nicht nur für den Kampf im allgemeinen gewinnen möchte, das natürlich auch. Ich möchte Sie aber auch gewinnen für einen besonderen Kampf: Dass bei den Tagen der Hoffnung Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden. Ich freue mich auf diese Tage. Es wird bestimmt schön: Gutes Essen, Musik, ein Theaterstück, eine gute Predigt von Markus Pfeil. Es wird bestimmt schön, aber „schön“ ist zu wenig: Die Nichtchristen sollen nicht nur gut essen, sich gut unterhalten und mit guten Erinnerungen nach Hause gehen, sie sollen gerettet werden dadurch, dass sie zum Glauben an Jesus finden! Darum geht es. Weniger ist nicht genug.

Wollen Sie mithelfen, dass Menschen gerettet werden? Wollen Sie mit beten? Am kommenden Mittwoch ist Gemeindegebetsstunde. Vor den Tagen der Hoffnung haben wir 3 besondere Gebetsabende angesetzt. Wollen Sie sich die Zeit nehmen und mit beten?

Selbstverständlich kann man auch zu Hause beten. Aber einmal ehrlich: Wenn Sie nicht zur Gebetsstunde kommen, beten Sie dann eine Stunde zu Hause für die Anliegen der Gemeinde? Und was spricht dagegen, die Gebetsstunde der Gemeinde aufzusuchen? Wirklich triftige Gründe? Es gibt triftige Gründe, z.B. körperliche Schwäche und hohes Alter. Aber ist Ihr Grund ein triftiger Grund bei dem sogar Jesus mit dem Kopf nicken würde?

Paulus wusste es, Markus Pfeil weiß es, wir wissen es alle: Wenn Menschen zum Glauben finden sollen, dann müssen wir dafür beten. Lasst und das praktizieren, was wir wissen, immer und immer wieder und zu besonderen Gelegenheiten.

Schluss

Christliches Leben ist ein Kampf. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Ihnen heute mehr Mut machen konnte für diesen Kampf.
Wenn wir nach den Anweisungen des Paulus kämpfen, werden wir jeden Feind niederkämpfen und siegreich das Feld behaupten. Daran gibt es keinerlei Zweifel, denn unser Gott ist stärker als der Satan. Aber wir müssen kämpfen:
– Kämpfe mit dem Teufel!
– Kämpfe in der Waffenrüstung Gottes!
– Kämpfe im Gebet!

Amen.