Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Jesaja 40,1–11

Alexander Dölecke (ev.-luth.)

17.12.2012 Andacht in der Kapelle des Kirchenamts der EKD in Hannover

3. Advent

Christus als der »Trost Israels«

Im Rahmen der Andacht sind neben dem Gebet des Wochenpsalms (Psalm 85,2–8) der Predigttext Jesaja 40,1–11 verlesen und die Lieder »Wie soll ich dich empfangen« (eg 11,1–6) und »Kommt und lasst uns Christus ehren« (eg 39,1–4.7) gesungen worden.

»Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud,

als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid?

Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht,

da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht.« [eg 11,3]

Liebe Hausgemeinde,

noch sieben Tage genau sind es bis zum Heiligen Abend und mit ihm den Weihnachtstagen. Eine Woche liegt vor uns der bald gespannten, bald gelassenen Erwartung des großen Christfestes. Woran denken Sie in diesen Tagen? Was steht auf Ihrem inneren Merkzettel? Was verbinden Sie mit dieser dritten und diesjährig gleichsam letzten Adventswoche?

Vielleicht freuen Sie sich schon auf die Familie, die zusammenkommt aus aller Herren Ländern und Städten, auf ein fröhliches Fest mit besonderem Essen und großer Freude über das Wiedersehen. Vielleicht haben Sie die Kerzen im Sinn, die Weihnachtslieder in einem besinnlich-schönen und traditionellen Gottesdienst, das Weihnachtsoratorium gar, oder den beeindruckend geschmückten Baum in der Kirche. Vielleicht erinnern Sie sich in diesem Moment aber auch der noch zu erledigenden Besorgungen, der Präsente, die noch fehlen – am vergangenen Wochenende ist mir diese Frage mehrmals gestellt worden: »Na, hast du schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen?«, und jedesmal bin ich ob der eilenden Zeit in leichten Stress versetzt worden. Vielleicht gehen Ihnen auch, ganz profan jetzt, Aufgaben unserer Arbeit im Kirchenamt durch den Kopf: Welches Protokoll muss unbedingt fertig werden? Welche Sitzung steht noch an? Welche Aufgabe sollte auf keinen Fall liegenbleiben?

Und zugleich hören wir in den Gottesdiensten dieser Dezemberwochen vom Fest des Kindes, vom Fest der Liebe, vom Fest des in unserem Leben ankommenden Gottes, des Kleinen und Verletzlichen, das mitten in einer Welt voll Macht und Gewalt groß wird, vom Fest des ewigen Friedens, der anbricht in unseren Herzen…

Viele Gedanken mögen es sein, die alle ihr ganz eigenes Recht haben und darin jetzt unser Denken, Fühlen und Tun bestimmen. Kaum je genauer wird jedoch dieser Tage in den Blick genommen, wovon wir gerade gesungen haben: »Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, / als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid?«, so fragt es, die schlimmen Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges im Rücken, Paul Gerhardt und kommt mit seiner knappen Antwort zu einer der tiefsten und darin, wie ich finde, schönsten Liedstrophen unseres Gesangbuches: »Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, / da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht.« [eg 11,3]

Und auch der für den gestrigen dritten Advent vorgeschlagene Predigttext – der soeben verlesene, poetisch anmutende Beginn des zweiten Teils des Jesajabuches – ruft die Frage von Leid und Trost auf: »›Tröstet, tröstet mein Volk‹, spricht euer Gott«, so klingt es eindringlich, ungewohnt in unsere Ohren…

 

I.

Das Volk ist in der Wüste angekommen. In der Steppe seiner Geschichte ist Israel geplagt von Unterdrückung und geschunden vom Leid; es muss nun – im sechsten Jahrhundert vor Christus – lernen, mit dem Exil zu leben, mit der Leere in den Häusern und in den Herzen. Trostlose Zeiten sind angebrochen, Verzweiflung hat sich breit gemacht und Hoffnungslosigkeit Raum gegriffen. Trennungen prägen fortan den Alltag wie die Trauer über den Verlust von Heimat und Freunden. Tief sitzt die Resignation, Ohnmacht ist zum Lebensgefühl der Einzelnen und einer ganzen Gesellschaft geworden.

Doch in diese dunkle Zeit hinein wird der Ruf Gottes laut: »Tröstet, tröstet mein Volk!« Ja, Gott setzt sein großes Hoffnungswort gegen die erfahrene Wirklichkeit, gegen die faktische Macht des Schicksals, gegen die scheinbare Ausweglosigkeit des Geschichtsverlaufes: »Tröstet, tröstet mein Volk. Redet mit Jerusalem freundlich und ruft ihr zu, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld bezahlt ist.« Der Prophet hört diese Stimme, die kündet von einer Wirklichkeit, die nicht da ist, die so entfernt scheint wie eh und je und die so anders klingt als die Klagegesänge des Volkes: »In der Wüste bereitet dem Herrn einen Weg, schüttet in der Steppe eine gerade Straße auf für unseren Gott! Denn seine Herrlichkeit wird offenbart werden, und alles, was lebt, wird es gemeinsam sehen! Seht, der Herr kommt gewaltig.«

Wenn jemand Stimmen hört, dann meinen wir ja zuweilen, er sei verrückt geworden, und wir sagen dann: »Der ist nicht mehr ganz bei Trost.« – Doch dieser hier war bei Trost. »Tröste, tröste mein Volk«, das Volk, das wie Gras verdorrt ist, dessen Lebenskraft und Lebensfreude verblüht sind. Den Menschen, die meinen, von Gott verlassen zu sein, die die Erfahrung ins Mark gehender Verzweiflung und tiefster Gottesferne machen, gilt diese Stimme. Der Prophet vernimmt sie zuerst. In einer Situation, in der das Volk Israel untröstlich ist, ergeht an ihn dieser Auftrag: »Rufe!«, rufe aus meinen Trost, Heil für das Volk, sage Vergebung und Befreiung an, es soll und es wird geschehen.

 

II.

»Tröstet, tröstet mein Volk!« – »Was soll ich rufen?«, fragt der Prophet verzagt. Ja, wie tröstet man die Untröstlichen? Was meint dieses Wort eigentlich: Trost? Wie kann es etwa Trost geben in einer Welt, die keinen Ausweg mehr kennt? In einer Welt, die die Signaturen der Lüge, der Verachtung und der Gewalt trägt? In einer Welt, in der unschuldige Menschen, Kinder, auf brutale Weise ermordet werden? In einer Welt, in der Krieg das Leben bestimmt, Familien zerbrochen und Kollegen einander Feinde geworden sind? Wie kann es da überhaupt Trost geben? Wie können wir, wie konnte Jesaja, wie kann christliche Kirche in solchen Zeiten Trost ausrufen? Ist das nicht zynisch?

»Tröstet, tröstet mein Volk!« – Damit ist nicht ein abwiegelndes »Das passt schon irgendwie…« gemeint, »Zähne zusammenbeißen und durch!«, auch kein schnelles Wegreden der leidvollen Ausgangslage mit den sattsam bekannten Floskeln: »Schwamm drüber.«, »Das Leben geht weiter.« oder »Die Zeit heilt alle Wunden.« Ja, selbst wenn das alles richtig sein mag, so helfen uns doch solche Vertröstungen im Gewande wohlmeinender Weisheiten nicht, ja sie bringen uns vielleicht sogar näher an den Abgrund.1

Was tröstet also wirklich? Welchen Trost verheißt der prophetische Ruf an das Volk in der Wüste? Was vermag, neuen Mut zu schenken auch angesichts größter Traurigkeiten und schreiender Ungerechtigkeit? – Es ist eben gerade nicht der Hinweis auf einen vermeintlichen Weltlauf, der alles wieder einebnen wird, in dem sich irgendwie schon alles einrenken wird, sondern es tröstet die verwegene Hoffnung auf ein gänzlich Neues, das alte Strukturen und Festlegungen durchbricht. Es tröstet der Traum von einer Zukunft, in der das Leben und nicht mehr der Tod unsere Schritte lenkt, der Traum von Gerechtigkeit, die mitten unter den Menschen wohnt;2 es tröstet die erhofft-erwartete und im Gotteswort nunmehr aufscheinende Rettung inmitten des Elends. Es tröstet der Advent Gottes selbst, die Ankündigung seines Kommens: »Die Herrlichkeit des Herrn wird offenbart werden«, ruft es Jesaja aus. Ja, seine ›kavod‹ – so das hebräische Wort, das vielleicht besser als die ›Klarheit‹ Gottes oder noch passender als die ›Schwere‹, das ›Gewicht‹ Gottes wiederzugeben ist3 – seine ›kavod‹, sein ›Glanz‹ wird aufscheinen und »alles, was lebt, wird es gemeinsam sehen! Seht, der Herr kommt gewaltig!«

Wahrer Trost ist nicht mit Vertröstung zu verwechseln. Wahrer Trost betäubt den Schmerz nicht, sondern lässt ihm Raum, ja, er nimmt ihn auf.4 Wahrer Trost ist alles andere als ein harmloses Trostpflaster. Der Advent Gottes, so ruft der Prophet, bietet diesen wahren Trost, weil er die ganze Welt verändert: Die Täler des Todesschattens werden eingeebnet und die Hügel, aufgerichtet zwischen Menschen, sinken in sich zusammen. Das Zerklüftete und Raue wird gerade werden und dort, wo nur noch Zerbruch zu finden ist, wird kostbarer Boden gut. Der Advent Gottes ist selbst der schlimmsten Bedrohung und der tiefsten Resignation gewachsen.5 Wenn Gott kommt, so lautet die Botschaft des Jesaja, werden Menschen aufgerichtet, können sie neu aufatmen, wird ihnen ein frischer Blick geschenkt: Die Wirklichkeit muss nicht und wird nicht immer so bleiben, wie es »nun einmal« so ist; die Geschichte wird nicht auf ewig so weitergehen. Es gibt ein Mehr: Gottes Kommen kündet von der Anders-Welt, die in unsere irdische Existenz hineinbricht. Und plötzlich ist alles neu – und alles kann neu werden! Mit dem Bochumer Exegeten Jürgen Ebach, ein bekanntes philosophisches Diktum Adornos variierend, gesagt: »Weil das, was ist, nicht alles ist, kann das, was ist, sich ändern.«6

Darin kann dann wahrer Trost erfahren werden: in der Begegnung mit dem Gott, der der Knechtschaft ein Ende setzt, Befreiung und Vergebung schenkt, allen Menschen die Möglichkeit eines Neuanfangs eröffnet. Wer solchen Trost erfahren hat, kann dann selbst zur Freudenbotin, zum Tröster für Andere werden, zum Propheten in der Wüste. So wie Jesaja die Kraft des Gotteswortes erfahren hat, so wie Israel zur Künderin des Evangeliums geworden ist, so wie sich an Jerusalem die lebensschaffende Stärke Gottes erwiesen hat…

 

III.

Was hat das nun aber alles, liebe Hausgemeinde, mit uns und mit Weihnachten zu tun? Oder, anders gefragt, wieso ist dieser Text in der Perikopenordnung, auch in den »Ersten Entwürfen« ihrer revidierten Fassung, dem dritten Advent zugeordnet, auf dem Weg zum Christfest?7

Paul Gerhardts Adventslied weist uns die Richtung: »Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, / da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht.« – Wie das Volk Israel den Beistand und die Treue Gottes durch seine Geschichte hindurch erfahren hat, wird uns durch das Kommen Gottes im Messias Jesus der Zuspruch seines Trostes zuteil – uns, die wir zwar nicht im Exil und in Deutschland auch nicht im Krieg leben, die wir aber dennoch trostbedürftig sind in unserem Herzen: weil auch wir die Erfahrung kennen, dass wir schuldig werden und Andere an uns schuldig geworden sind, weil auch uns angesichts unserer eigenen Verfehlungen so oft der Mut zu neuen Anfängen fehlt, weil auch wir so oft – und zuweilen sogar mitten in den Festtagen mit der Familie – die Einsamkeit spüren, weil auch zwischen uns schier unüberwindliche Hügel der Trennung aufgebaut sind und wir Täler der Trauer kennen, schließlich weil auch wir erleben, wie es Kriege gibt zwischen Völkern und zwischen Menschen, auch hier im Kirchenamt, hinter verschlossener Tür oder vorgehaltener Hand.

Weihnachten erklingt diese Botschaft: »Tröstet mein Volk; denn die Herrlichkeit des Herrn wird offenbart werden! Seht, er kommt gewaltig!« Ja, Gott ist einmal gekommen: Mit der Ankunft des im Stalle von Bethlehem Geborenen ist, so legt es der Evangelist Lukas [2,25] aus, der »Trost Israels« für alle Menschen sichtbar geworden. Christus ist der fleischgewordene Trost Israels, das Licht für die Völker. Mit Macht ist Gott in diese Welt gekommen, hat sie erhellt und den Menschen neue Hoffnung angesagt. Ja, Gott hat die Not der Welt wahrgenommen und Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, um sie aus der bedrückenden Trostlosigkeit zu befreien.8 Er ist einmal gekommen – und er sehnt sich, auch zu uns, Ihnen und mir, begegnen zu dürfen.

»Tröstet, tröstet mein Volk!« – Gebt euch nicht zufrieden mit billigen Vertröstungen, die euch bloß abfertigen und schnell ruhigstellen wollen. Wahrer Trost kann erfahren werden in der Begegnung mit dem entgegenkommenden Gott, das ist eine Botschaft von Weihnachten, ja es ist die Botschaft des christlichen Glaubens überhaupt.

Der Heidelberger Katechismus beginnt bekanntlich mit genau dieser Frage: »Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?« Antwort: »Daß ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre.« Ja, er ist unser Trost; er ist, wie es im alten Bekenntnis weiter heißt, derjenige, der uns »des ewigen Lebens gewiß [macht] und von Herzen willig und bereit, ihm forthin zu leben«.9 Anders gesagt: Die Beziehung zu Gott, dieses Geschehen der Heiligen Nacht, von der aus die Versöhnungsgeschichte Gottes mit der ganzen Welt ihren Lauf nimmt, eröffnet uns neue, ungeahnte, ewige Perspektiven. Hier ist wahrer Trost zu finden. Und gerade darin, dass wir uns an Gott wenden, uns seiner Herrschaft anvertrauen, uns ihm öffnen, ihm den Weg unseres Herzens bereiten, liegt unser Trost. Gott schenkt die Kraft, erhobenen Hauptes weiterzugehen, auf das gute Ende, das er verheißen hat, zu hoffen und dem Leben der zukünftigen Welt entgegenzusehen.10 – Noch einmal Paul Gerhardt:

»Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los;

ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß

und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut,

das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut.« [eg 11,4]

 

IV.

Die Adventszeit ist die Vorbereitungszeit auf das Kommen Gottes: »In der Wüste bereitet dem Herrn einen Weg!« – Dieser Trost Gottes, wahrer Trost beginnt am Ort der Wüste, in der elenden Leere, in den Erfahrungen von Dürre, Schmerz und Einsamkeit. Dort gilt es, dass wir seiner harren, uns ihm öffnen, den Weg bereiten für den Gott, der gekommen ist und wieder kommt.

Und dann können wir Trost finden für unsere Herzen: wahren Trost, den man nicht machen kann, der nicht hergestellt werden kann. Ja, wir können uns das Zutrauen und den inneren Mut nicht selbst geben, Trost kann man sich nicht selbst zusprechen. Wir müssen ihn uns schenken lassen. Trost kann man nur finden.11 Oder genauer gesagt: Wir können Trost schöpfen aus der Ansage einer Zukunft, die von Heil und Rettung geprägt ist, aus der guten Botschaft, dass Gott selbst zu unserem Trost und Freud gekommen ist:

»Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt

als das geliebte Lieben, damit du alle Welt

in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast,

die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.« [eg 11,5]

Ein letztes noch: Vor einigen Tagen habe ich per E-Mail eine Karikatur zugeschickt bekommen. Darauf sieht man einen älteren Mann, der neben einem kleinen, vielleicht acht oder neun Jahre alten Jungen auf einer Straße entlanggeht. Und der Alte fragt in einer Weise, wie das ältere Menschen gelegentlich anbändelnd zu tun pflegen: »Na, … und was bringt dir das Christkind?« Und der Kleine antwortet, schlagfertig, mit schelmisch-aufmüpfigen Lächeln und darin entlarvend: »Erlösung!«

»In der Wüste bereitet dem Herrn einen Weg;

denn seht, er kommt gewaltig.«

Amen.

 

 

 

  1Vgl. Fulbert Steffensky, Trost – das mütterlichste aller Wörter, in: Über den Trost. Für Johann Baptist Metz, hg. von Tiemo Rainer Peters / Claus Urban, Ostfildern 2008, 52–55.

  2Vgl. nur 2. Petrus 3,13: »Wir erwarten einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.« Dieses Hoffnungsmotiv findet sich bereits bei Jesaja [65,17; 66,22] und wird auch in der Johannesapokalypse [21,1] wieder aufgenommen.

  3Vgl. im Ganzen Magdalene L. Frettlöh, Gott Gewicht geben. Bausteine einer geschlechtergerechten Gotteslehre, Neukirchen-Vluyn 2006.

4 Vgl. F. Steffensky, Trost – das mütterlichste aller Wörter (Anm. 1).

5 Vgl. Brigitte Seifert, Wie der Trost vom Himmel auf die Erde kommt. Jes 40,1–8(9–11) – 3. Sonntag im Advent (16.12.2012), in: Göttinger Predigtmeditationen 67 (2012/2013), H. 1, 23–28, 28: »Gott setzt Himmel und Erde in Bewegung, um Menschen aus ihrer Trostlosigkeit zu befreien. […] Der Advent unseres Gottes ist alles andere als ein harmloses Trostpflästerchen, sondern ein globales Ereignis, das auch der schlimmsten Bedrohung und tiefsten Resignation gewachsen ist.«

  6Vgl. zur entscheidenden Differenz von fatalistischer Vertröstung und biblischem Trost-Glauben Jürgen Ebach, Erinnerungen gegen das »Schicksal«, in: Über den Trost (Anm. 1), 107–112. Das Zitat findet sich aaO 111; zur Relation von getröstet sein und aufatmen können vgl. aaO 110 sowie Erich Zenger, Biblische Miniaturen über Trösten und Trost, aaO 182–187. – Vgl. ferner insgesamt Jürgen Ebach, Weil das, was ist, nicht alles ist. Theologische Reden 4, Frankfurt a. M. 1998.

7 Vgl. Arbeit an der Perikopenrevision im Auftrag von EKD, UEK und VELKD. Erste Entwürfe zur Diskussion: Advent, hg. von Christine Jahn, Hannover 2012, 55. – Verändert ist freilich der konkrete Zuschnitt der Perikope, wenn die Klammerung der Verse 9 bis 11 zurückgenommen wird. Dies bewirkt unter anderem, dass der Wochenspruch in seinem Kontext hör- und erkennbar wird.

  8Vgl. B. Seifert, Wie der Trost vom Himmel auf die Erde kommt (Anm. 5), 28.

9 Frageantwort 1, zit. nach: Heidelberger Katechismus. Revidierte Ausgabe 1997, hg. von der Evangelisch-reformierten Kirche (Synode ev.-ref. Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland), von der Lippischen Landeskirche und vom Reformierten Bund, Neukirchen-Vluyn 22001.

10 Vgl. Michael Welker, »Herrschaft« Christi als »Trost«?, in: Zugänge zum Heidelberger Katechismus. Geschichte – Themen – Unterricht. Ein Handbuch für die Praxis mit Unterrichtsentwürfen auf CD-Rom, hg. von Martin Heimbucher / Christoph Schneider-Harpprecht / Aleida Siller, Neukirchen-Vluyn 2012, 166–170, bes. 170.

11 Vgl. hierzu auch Jürgen Ebach, Predigt für den 1. Adventssonntag im Kirchenjahr 1988/89 in der Gemeinde Sexau. Jesaja 40,1–11, in: ders., »Meine Zeiten in deiner Hand« (Ps 31,16). Alttestamentliche Erinnerungen zum Thema »Zeit« (Sexauer Gemeindepreis für Theologie 8), Sexau 1989, 21–30, sowie ferner M. Welker, »Herrschaft« Christi als »Trost«? (Anm. 10), 166f.