Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Lukas 9,28-36

Pfarrer Reiner Fröhlich (ev.)

15.03.2009 im Erholungsheim Hohegrete in Pracht /Westerwald

Im Rahmen des Presbyteriums - Wochenendes der Ev. Kirchengemeinde Kierspe

Liebe Schwestern und Brüder!

Diese Geschichte von der Verklärung Jesu ist eine sehr dichte Geschichte. Vielfältige Anspielungen auf Begegnungen mit Gott aus der ganzen Bibel. Jeder Satz könnte eine ganze Predigt sein.

Lukas beginnt die Geschichte mit den Worten: „und es begab sich“. Lukas beginnt seine Geschichten mit diesen Worten: „es begab sich, es ereignete sich folgendes“. „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging.“    Hier nun:

Es ereignete sich nach 8 Tagen, dass Jesus zum Beten auf einen Berg ging und Petrus, Jakobus und Johannes mit sich nahm.

„Nach 8 Tagen“, schreibt Lukas und lässt dabei anklingen: am 8. Tage aber, früh am Morgen, gingen die Frauen zum Grab von Jesus.

Lukas verweist in dieser Geschichte auf Ostern voraus. Was hier auf dem Berg geschieht, dass hat mit Ostern zu tun. Die Jünger und Jesus erfahren, wie Gottes Ewigkeit hineinbricht in diese Welt.

Gottes neue Welt wird gegenwärtig und erfahrbar. Auf einem Berg, mitten im Schlammassel der Kranken und Armen in Galiläa, die immer zu Jesus kommen: Ein Strahl der Herrlichkeit der kommenden Welt dringt ein in die Dunkelheit dieser abgelegenen Provinz des römischen Weltreiches.

         Jesus geht auf einen Berg. Der Berg ist ein Ort, wo man Gott nahe ist. Der Berg ist abseits vom Trubel der Menschen und der Arbeit. Der Berg bietet Ruhe und Frieden. Jesus ist nicht erreichbar,  er und die 3 Jünger sind nicht mehr im Brennpunkt des Geschehens. Es gibt kein Telefon, kein Internet und keine sonstigen Störungen und Ablenkungen. Hier auf dem Berg ist Zeit und Raum für Gott. Hier ist Stille, um seine Stimme zu hören. Hier ist Weite, um seine Gegenwart zu spüren.

Ich danke Gott dafür, dass wir hier auf diesem Wochenende weitab von Kierspe und aller Gemeinde - Arbeit sind. Auch hier ist sozusagen Berg.

         Jesus geht nicht allein. Er ist kein Descartes und kein Kant, er ist kein Westeuropäer. Jesus geht in Gemeinschaft. Er ist Asiate. Er nimmt mit sich Petrus, Jakobus und Johannes. Nicht alle 12 Jünger, da wäre wieder Unruhe und Durcheinander. Jesus und die 3. Seine engsten Freunde.

         Diese 3 bekommen mit, was auf dem Berg mit Jesus geschieht. Sie erleben Gottes Nähe und haben ein intensives Glaubenserlebnis. Vier Männer auf einem Berg. Vier Männer, die Gott suchen in der Abgeschiedenheit der Wildnis.

Das brauchen wir auch. Das tut uns not, dass wir uns von Jesus herausholen lassen aus der Mühle unseres Lebens. Jesus ergreift die Initiative. Jesus nimmt die 3 an der Hand und fragt sie: „Kommt ihr mit in die Einsamkeit?“

Wer nur für sich allein betet, der verpasst viel. Jesus und die 3! Was sie auf dem Berg erleben, das verbindet sie. Was sie mit Jesus erfahren, das stärkt ihren Glauben, das gibt ihnen ein völlig neue Sicht, das macht sie gewisser in der Nachfolge.

Wenn jeder für sich auf den Berg gegangen wär, dann wäre das Erlebte

leicht wieder versandet. Die intensive Gottesbegegnung wäre langsam

verblasst oder schnell erstickt worden vom Druck des Alltags. Jesus geht mit

dreien.                Berg - Einsamkeit vor Gott - und Gemeinschaft.

Der Prophet Elia kam aus der Einsamkeit vom Berg Gottes und suchte und fand den Elisa, seinen Nachfolger, mit dem er sich austauschen konnte über seine Gottesbegegnung auf dem Berg Horeb.

Paulus erzählte seinen Gefährten Silas und Timotheus von seinem Traum, als der den Mann aus Mazedonien gesehen hatte, der ihn rief: „Komm herüber und hilf uns!“

Jesus ruft uns auf diesen Tag in Hohegrete, um uns zu begegnen. Jesus ruft uns nicht allein, jeden in seinem Kämmerlein. Er ruft uns als Gemeinschaft. Gott ist uns schon begegnet. Und Gott will uns noch neu begegnen.

         Dies brauchen wir für unser Leben: Das wir hin und wieder aussteigen aus dem Trott und dem ewigen Rad der Anforderungen. Jesus ruft uns auf diesen Tag, aber er ruft uns auch auf Tage oder halbe Tage in unserem Jahreslauf, wo wir aussteigen sollen für ein paar Stunden.

Jeder von uns hat viel zu tun. Jeder ist beruflich gefordert, familiär, in der Gemeinde, im Presbyterium, bei den Nachbarn und ich weiß nicht wo noch alles.

Jesus war gefordert von morgens bis abends. Und seine Jünger dann eben auch. Wenn sie sich zurückziehen wollten mit dem Boot, hatten schon welche ausgespäht, wo sie an Land gingen und standen da, wenn sie anlegten. Dann ging die Arbeit weiter. Jesus war gefordert. Es ging ihm mindestens so wie uns.

         Jesus verschwand dann öfter. Er ging auf einen Berg, er ging in die Wüste, er ging in die Einöde. Dort betete er. Er brauchte das. Er wäre sonst irregeworden. Er hätte sich fertiggemacht. Er hätte das Ziel aus den Augen verloren. Er wäre kraftlos geworden. Er zog sich zurück und war dann mal weg.

Du brauchst das auch. Gerade wir Menschen des 21. Jh. brauchen das, dass wir verschwinden wie Jesus. Auf einen Berg, in ein Tagungshaus,  in den Wienhagen, nach Salem oder nach Grotewiese.

Gott ruft uns in die Einsamkeit. Gott ruft dich und mich in die Stille, um uns zu begegnen. Gott ruft uns heraus aus all den berechtigten und unberechtigten Anforderungen des Lebens. Er will dir begegnen. Er will dir neue Ausrichtung geben. Er will dich mit Kraft und Vollmacht erfüllen, damit du seine Herrlichkeit ausbreitest in deiner Familie und in deiner Stadt.

         Es ist anstrengend, sich Zeit zu nehmen für Gott. Jeder muss darum kämpfen, auf den Berg zu gehen. Am Anfang jeden Jahres trage ich mir in meinen Kalender in jedem Monat einen halben Tag ein, an dem ich verschwinde. Ich bin dann mal weg. Und ich muss euch bekennen, vor 14 Tagen habe ich es das erste Mal seit einem halben Jahr wieder geschafft, Gott ausgiebig zu begegnen. In der Zeit dazwischen stand es in meinem Terminkalender, aber immer gab es sehr Wichtiges, weshalb ich dann doch geblieben bin. Gott war auf dem Berg, und ich habe ihn warten lassen. Ich hatte Wichtiges zu tun. Es gibt aber nichts Wichtigeres als Gott zu begegnen, wenn er ruft. Alles andere ist dann Teufelswerk.

Also, es ist anstrengend, sich Zeit für Gott zu nehmen. Es macht Mühe, mit

der Familie das abzusprechen: „Ich bin dann mal einen halben oder sogar

einen ganzen Tag nicht da.“ Es ist schwer, das in sein Arbeitspensum einzubauen. Denn auch am Wochenende oder im Urlaub läuft in der Gemeinde doch so viel. Es tut weh, sein Hobby Hobby sein zu lassen und zu sagen: „Heute ist mein halber oder ganzer Tag mit Gott. Da werde ich noch mehr erfrischt als bei dem tollsten Hobby.“

Die Anstrengung lohnt sich, Zeit für Gott frei zu machen. Jesus geht mit den dreien auf den Berg. Hunderte Kranke und Tausende Predigthörer bleiben unten und suchen ihn. „Jedermann sucht dich“, sagt Petrus, als Jesus einmal für eine Stunde sich zum Gebet zurückgezogen hatte. Aber Jesus lässt die Kranken Kranke sein.

         Nimm dir Zeit für Gott. Plane dir in deinen Jahres – und Wochenplan ausgiebige Zeiten mit Gott ein. Zieh dich zurück! Geh in den Wald auf eine Bank in der Sonne. Fahre in eine schöne Kirche, die offen ist. Jesus ruft dich. Gott will dir begegnen und dich erneuern. Gott will dir einen Überblick von oben über dein Leben und Arbeiten geben und dir neu den Weg weisen.

Lass dich von Jesus in die Stille rufen.

Aber bleibe dann nicht allein. Nimm andere mit. Wenn du allein mit dir Gott begegnest, kommen die Vögel und picken schnell das weg, was du erlebt hast.

Geh in Gemeinschaft auf den Berg, in die Einsamkeit. Schließ dich mit zwei  anderen Männern zusammen und zieht gemeinsam los. Fahrt zu mehreren in ein Einkehrhaus und lasst euch von einem geistlichen Menschen anleiten in der Begegnung mit Gott.

Geh im Notfall allein los auf deinen Berg, weil es mit den Terminen der anderen nicht klappt. Aber dann erzähl deinen Freunden von dem, was du erlebt hast. Tausch dich mit 1 oder 2 Christenmenschen regelmäßig aus über deine Erfahrungen mit Gott.

Dann versandet das nicht. Dann kann Gott dranbleiben, ---> an dir und an euch zu arbeiten. Dann wird dies Auswirkungen haben, was er dir als Schatz mitgegeben hat. Es wird blühen und Kreise ziehen. Es wird Frucht bringen. Tausche deine Erfahrungen mit Gott mit einigen weniger Menschen aus. Bleibe mit diesen immer eng verbunden und gib ihnen regelmäßig Anteil an deinem Leben und deinem Glauben.

Berg - Einsamkeit mit Gott - und Gemeinschaft.

Und als er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders.

Das ist die nächste Verheißung: Wer sich Gott nähert, der wird verwandelt. Wer sich Zeit nimmt für Gott, der wird von Gottes Herrlichkeit erfüllt. Komm zur Ruhe, dann kann Gott sich dir nahen.  Richte dich aus hin zu deinem himmlischen Vater, dann wird er sich dir offenbaren. Und als er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders. Gottes Glanz legt sich auf ihn und um ihn.

Das Volk Israel wanderte 40 Jahre durch die Wüste. Mose ging stets voran. Das Volk Israel baute jedesmal, wenn sie ein Lager aufschlugen, die Stiftshütte auf. Ein Zelt, mit der Bundelade und den Tafeln mit den 10 Geboten darinnen.

Und jedesmal, wenn Mose in dieses Zelt ging, um Gott zu begegnen, dann

kam die Wolke, mit der Gott sein Volk aus Ägypten geführt hatte, und stand über dem Zelt. Und die Herrlichkeit Gottes erfüllte dieses Zelt der Begegnung. Mose wurde verändert durch die Gegenwart Gottes. Wenn Mose darauf aus dem Zelt trat, musste er sein Angesicht verhüllen, weil alle geblendet waren von dem Glanz, der von ihm ausging.

Das tat Gott an Jesus. Das will Gott an dir und an mir tun. Sein Glanz soll uns erfüllen. Seine Herrlichkeit will bei dir und bei mir wohnen und unser Angesicht und unser ganzes Leben erneuern.

Gottes Güte und Barmherzigkeit strahlte von Jesus aus, weil er aus dem Gebet lebte, weil er zuerst 40 Tage in die Wüste zum Beten gegangen war, bevor er anfing mit predigen und gesund machen.

Gottes Güte und Barmherzigkeit sollen ausstrahlen von dir und von mir. Jesus ruft uns auf den Berg, in die Stille, weg von allen Geschäften und allen Menschen, damit Gott uns beschenken und verändern kann.

Jesus und die 3 Jünger  begeben sich in das Kraftfeld Gottes. Wo Gott nahe ist, da ist sein Reich und seine Kraft da. Jesus und die 3 Jünger werden erfüllt mit Heiligem Geist. Durch den Heiligen Geist kommt Gott uns Menschen nahe und verwandelt uns in neue Kreaturen, verwandelt unser Angesicht und unser ganzes Leben so, dass wir Gottes Gnade ausstrahlen und die Menschen das merken.

Das braucht jeder, der an Gott glaubt. Solche Begegnung mit Gott gibt Halt und Standfestigkeit. Wenn Jesus vom Berg hinab kommt sind bald wieder seine Gegner da.

Solche Erlebnisse in Gottes Nähe geben Frieden und Ausgeglichenheit in unserer schnell - lebigen Gesellschaft, die uns immer in neue Unruhe stürzt.

Solche Bergerfahrungen vermitteln Ausrichtung und Klarheit, dann können wir unterscheiden, was wichtig ist und getan werden muss und was dringend scheint, aber nicht wichtig ist und deshalb nicht getan werden braucht.

Wenn Gott uns nahe gekommen ist, dann können wir sagen, in welche Richtung unser Leben und unsere Gemeinde gehen sollen und wohin wir auf keinen Fall uns locken lassen sollten.

Und siehe, zwei Männer redeten mit Jesus; das waren Mose und Elia.

Mose und Elia sind tot, schon seit über tausend oder achthundert Jahren. Sie existieren nur noch in der Heiligen Schrift, in Form von Buchstaben. Aber hier werden sie lebendig. Hier reden sie ganz frisch und neu. Ihr Wort bezieht sich auf die Gegenwart, auf den Weg von Jesus.

Jesus brauchte das, dass er kundig ist in den Heiligen Schriften. Jesus brauchte das, dass er hört auf das, was Gott in früheren Zeiten durch Mose und die Propheten gesagt hat.

Und wir brauchen das umso mehr. Wir brauchen intensiven Umgang mit der Heiligen Schrift, mit Mose und Elia, mit der Tora und mit den Propheten, mit der ganzen Bibel, mit dem sog. Alten Testament.

Es gibt Christen, die leben  nur mit dem Neuen Testament. Es gibt Christen, die sehen das AT als Vorstufe an, das NT ist das Eigentliche.

         Das steht so nirgends in der Schrift. Das hat der Teufel in die Kirche

eingeschleust. Jedenfalls Jesus redet mit Mose und Elia, mit der Tora Israels und mit den Propheten. Und auf dem Berg werden sie lebendig.

Dies brauchen wir: Hören auf das AT, wie Gott geredet hat zu den Vätern. Hören auf die Gebote und Erlebnisse in der Geschichte. Und das Hören auf das NT, wer Jesus ist, was Jesus getan hat. Das gehört zusammen.           Nur Jesus bringt uns auf den Weg zur Sekte. Nur NT führt ins Heidentum. Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein.

         Petrus, Jakobus und Johannes verschlafen es fast, als dies alles geschieht. Ihre Augen waren voll Schlaf, wie in der Nacht im Garten Getsemane. Als sie wach werden, sehen sie Jesus und die beiden.

Vielleicht ist es bei uns erst auch einmal so, dass wir auf einer Bank auf einem Berg sitzen oder in einer hellen Kirche und alles um uns still ist, und wir schlafen.

Oder wir wissen nicht, was wir tun sollen. Wir sind hilflos: Herr, ich habe es jetzt geschafft, mich freizuschaufeln für dich. Jesus, ich bin dir auf den Berg gefolgt, aber jetzt weiß ich nicht mehr weiter. Ich sitze und grübele und rutsche von links nach rechts. Das tun die 3 Jünger. Die Säulen der späteren Gemeinde. Die engsten Freunde von Jesus. Sie bekommen kaum die Hälfte von dem mit, was dort auf dem Berg geschieht.

Deshalb: Sei getrost, wenn du wie der Ochs vorm Berg auf deinem Berg sitzt auf deiner Bank und wenn du hilflos bist.

Gott ist trotzdem da. Gottes Gnade umgibt dich, und er hält seine Hand über dir. Du bekommst nur wenig mit. Du denkst: Warum bin ich jetzt hier in der Stille? Hier passiert nichts.

Sei getrost, es passiert viel. Gott arbeitet. Die 3 Jünger sind im Halbschlaf, aber Gott redet durch Mose und Elia, und Jesus ist verwandelt. So auch bei dir. Du merkst kaum etwas, aber Gott handelt an dir. Gott erfüllt dich mit seiner Gegenwart, obwohl du nur wenig spürst. Und Gott verwandelt dich, weil du ihm nahe bist. Nicht dein Gefühl, sondern Gottes Gegenwart bringt dein Gesicht zum Leuchten.

Und die Jünger werden wach und wacher. So bei dir. Wer einige Zeit in der Stille ist, wer nicht nur einmal auf den Berg geht, der wird mehr und mehr verwandelt. Der wird wacher für Gott. Der bekommt mehr von dem mit, was Gott tut – dort auf dem Berg, da in der Stille.

Das ist ein Weg, das ist ein Prozess. Und es ist gut, wenn du mit einem dich auf den Weg machst, der sich schon etwas auskennt auf dem Berg, in der Einsamkeit vor Gott.

Die 3 Jünger hatten Jesus, der ihnen voranging und sie einführte in die Gegenwart Gottes. Andere haben eine Schwester Claudia oder ein CVJM – Wochenende. Gott hat vielfältige Wege, um uns näher zu sich zu ziehen.

         Und eines Tages wirst du einer oder eine, die andere bei der Hand nimmt und ihnen hilft, auf den Berg zu gehen.

Als sie aber von ihm schieden, da sprach Petrus: Meister, hier ist gut sein! Lass uns drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine.

Petrus will sich einrichten auf dem Berg. Petrus will nicht mehr an die Arbeit und in die Welt. Petrus will ins Kloster und dort bleiben. Doch dies geht nicht. Sie wurden ausgerüstet für den Dienst. Gott ist ihnen begegnet, um sie zu erfüllen mit dem, was sie austeilen sollen an andere. Ora et labora! Das tun

auch die Mönche im Kloster. Aus der Stille kommt die Kraft.

Da kommt eine Wolke und Gottes Stimme ergeht aus der Wolke: Dies ist mein auserwählter Sohn, den sollt ihr hören!

Gottes Stimme ertönt. Die Jünger und Jesus bekommen Gewissheit. Jesus ist der Messias. Jesus ist Gottes Sohn. Seine Worte sind richtig. Seine Taten sind Gottes Taten.

Das schenkt Gott uns auch in Zeiten auf dem Berg und in der Stille, dass wir gewiss werden über bestimmte Fragen, die wir haben. Das wir von Gott gezeigt bekommen, wo es hingehen soll in unserem Leben, in unserer Gemeinde.

Am Tag, bevor Jesus die 12 Jünger auswählt und beruft, geht er auf einen Berg, um zu beten. Von Gott bekommt er die Gewissheit: diese 12 sollen es sein. Das sind die Richtigen.

Im Austausch mit den ein, zwei oder drei anderen Christen, mit denen Jesus uns zusammenstellt als Bergleute, können wir Gewissheit bekommen über Gottes Stimme. Allein kann man sich verrennen: Gott hat mir gezeigt, ich soll eine Bank überfallen. Aber in einer kleinen verbindlichen Gemeinschaft schenkt Gott Klarheit und Wegweisung.

Die Jünger und Jesus gehen vom Berg wieder hinunter und haben Vollmacht. Unter muss Jesus einen schweren Fall lösen.

Ein krankes Kind und ein verzweifelter Vater. In der Vollmacht Gottes und in der Kraft, die er aus dem Gebet und der Nähe Gottes geschöpft hat, heilt er den Knaben. Die 9 Jünger, die unter geblieben waren, konnten dies nicht.

         Wer vom Berg hinabkommt, wer in der Gegenwart Gottes war und in Gemeinschaft ist, der hat Vollmacht. Der kann Dinge tun und bewegen, die unmöglich scheinen. Deshalb noch einmal:

Ora et labora! Gott ist nicht gegen Arbeiten und Tun, nicht gegen Gebotehalten, Helfen und Sich – Einsetzen. Das ist unsere Aufgabe. Dazu sind wir auf dieser Welt als Gottes Zeugen.
Aber: zuerst kommt das Gebet, zuerst und immer wieder müssen wir auf den Berg gehen hin zu Gott.

Dann können wir mit Vollmacht handeln und viele Dinge bewegen. Gott will durch uns wirken.

Aber: Das eine ist die Nummer eins, das andere die Nummer zwei.

Amen.