Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Markus 1,40-45

Pfarrer Markus Böhme (rk)

15.02.2015 in Zwickau

Sonntag vor Fastnacht 2015

Gelobt sei Christ, Schwestern und Brüder,

so kommt sie, alle Jahre wieder,

die Fastnacht, diese Narrenzeit,

auch Aschermittwoch ist nicht weit.

Drum will ich`s heute einmal wagen,

gereimt die Predigt euch zu sagen.

 

Doch teile ich gleich anfangs mit:

die Worte hier sind keine Bütt’

vielmehr Verkündigungsgedanken.

Natürlich gibt es da auch Schranken,

denn ich muss, was ich euch will sagen,

in wohlgeformtem Reim vortragen.

 

So wandert nun mein erster Blick

auf’s Evangelium zurück.

Denn diese Botschaft macht uns froh

und nicht umsonst heißt sie auch so.

Sie bietet Kindern, Frau und Mann

Impulse für den Alltag an.

 

Bei Markus wird uns da berichtet,

wie Aussatz oftmals viel vernichtet.

Nicht nur ist die Gesundheit hin,

sondern noch viel mehr steckt da drin.

Zur Einsamkeit der Aussatz führt,

Die Kranken, die sind isoliert.

 

Sie durften nicht mit andern sprechen

Familien taten so zerbrechen.

Wer Aussatz hat, muss abseits steh‘n

darf nicht, wo andere sind, hingeh’n.

Vom Leben ist kaum was geblieben.

Aussätz’ge waren abgeschrieben.

 

Zu Jesus ein Betroff‘ner kommt,

wirft sich vor dessen Füße prompt.

Wahrscheinlich hat von Jesus er

Gutes gehört, drum kommt er her.

Er ruft: Wenn du willst, dann mach mich

vom Aussatz rein, ich bitte dich.

Bei Jesus regt sich Mitleid nun

und deshalb wird er etwas tun,

er streckt die Hand nach diesem Mann

berührt ihn sanft und spricht sodann:

Von nun an soll es anders sein,

ich will es, darum werde rein!

 

Sogleich der Aussatz ist verschwunden,

Und Jesus spricht nun zum Gesunden:

Geh heim, doch vom Gescheh’nen schweig,

nur dich sogleich den Priestern zeig!

Dann bring dein Rein’gungsopfer dar

wie es seit Moses Zeiten war.

 

Doch dieser Mann hielt nicht Mund,

er machte vielmehr alles kund,

was da mit ihm geschehen war.

Für Jesus wurde jetzt schnell klar:

Er muss aus dieser Gegend fort

und aufsuchen `nen andren Ort.

 

Doch warum, so wird mancher fragen,

darf der Geheilte denn nichts sagen?

Ist es nicht gut, Wunder zu seh`n?

Warum soll schweigend man weggeh‘n?

Die anderen sollen auch erfahren

von Heilungskräften, wunderbaren.

 

Nun darauf würde Jesus meinen:

Ich will für euch nicht nur erscheinen

als einer, der ein Wunder macht

und dann sich jeder freut und lacht.

Was er will, sagt er ungeniert:

Vertrauen, das zum Glauben führt,

 

zum Glauben, dass er viel mehr kann,

als Wundertaten dann und wann.

Glaube, weil Gott die Menschen liebt,

und ihnen neues Leben gibt,

Glaube, der stärkt und Richtung weist

und eine Zukunft uns verheißt.

 

Doch die Erzählung, die zeigt mir

Aussatz, den gibt’s auch heut und hier,

nicht nur die Krankheit ist gemeint,

sondern viel mehr, was dazu scheint,

uns unrein aussehen zu lassen

auch dies sollten wir mal erfassen:

 

Dazu zählt Streit und Hass und Neid,

böswillig zugefügtes Leid,

Kränkung und Nicht-Verzeihenkönnen,

Lügen, Betrügen muss man nennen.

Sich über andere erheben

und jedes lasterhafte Leben.

 

All das macht uns’re Seele krank,

es wirkt wie Aussatz mit Gestank,

entfernt uns von des Menschen Würde,

wird immer mehr zu einer Bürde.

Von Herzen kann nur rufen ich:

Herr, komm zu mir und heil‘ auch mich!

 

Für Gott, ich sag’s an dieser Stelle

gibt’s keine hoffnungslosen Fälle.

Weil das, was krank macht, er besiegt,

wird klar, dass ihm an uns viel liegt.

Ja, wir sind wertvolle Geschöpfe

für ihn, das muss in uns’re Köpfe.

 

Wer das begreift, dem geht es gut,

der findet selbst auch dann noch Mut,

wenn Sorgen, Krankheit oder Tod

unsere Existenz bedroht.

Ich wünsch‘ uns allen Gottvertrau’n,

auf das wir unser Leben bau‘n.

 

Und wenn uns dies glaubhaft gelingt,

bestimmt ein Funke überspringt

auf die, die sich mit ihrem Leben

so wollen nicht zufrieden geben,

weil weiter ihre Sehnsucht weist

auf das, was ihnen Sinn verheißt.

 

Helfen wir allen, die noch suchen,

denn dazu sind wir ja berufen.

Durch uns soll’n alle Menschen seh’n,

dass Gott wird immer mit uns geh’n.

Mit uns will er vor allen Dingen

einmal die Ewigkeit verbringen.

 

Soweit, so gut, die heil’ge Schrift,

die immer neu auch uns betrifft.

Als nächstes möchte ich Euch allen

mal sagen, was mir aufgefallen

seit ich in Zwickau bei Euch weile

und mit Euch hier das Leben teile.

 

Wenn wir auf unsre HeiFa schauen,

viel gibt es, was mich tut erbauen:

Als ich hier damals angekommen,

da wurd‘ ich freundlich aufgenommen.

Schon nach paar Wochen, das war fein,

in Zwickau fühlt‘ ich mich daheim.

 

Der Sonntagsgottesdienst ist voll.

Das finden viele freilich toll.

Auch Gäste merken öfter an,

dass man sich hier wohlfühlen kann.

An Werktagen ist’s etwas rar.

Ihr dürft gern kommen, Platz ist da!

 

Auch das Gemeindehaus wird viel

genutzt, und das ist auch das Ziel,

für Unterricht, Kreise und Gruppen

tut sich dies positiv entpuppen.

Thematisch wird mal was gemacht

und auch ans Feiern ist gedacht.

 

Sehr viele bringen sich mit ein,

genau das heißt, Gemeinde sein.

Denn die lebt ja von jedermann

und jeder Frau, da ist was dran.

Wenn ich’s mir richtig überleg,

sind wir auf einem guten Weg.

 

Der Kirchenchor probt immer fleißig,

auch wenn nicht mehr neunzehnuhrdreißig,

um Gottesdienste zu gestalten,

sich viele Stimmen dann entfalten.

Doch immer wieder muss man sagen:

der Chor tät‘ Nachwuchs gut vertragen.

 

Zu manchen Festen, das ist toll,

singt ein Projektchor stimmungsvoll.

Erwachs’ne, Jugendliche, Kinder

sind musikalische Verkünder,

mit Freude und Begeisterung

gibt die Musik uns neuen Schwung.

 

Die Organisten spiel’n seit Jahr‘n

die Orgel, man kann so erfahr’n,

dass Gottesdienste Feste sind.

Sie spiel’n mal langsam, mal geschwind,

begleiten Lieder, und am Ende

auch manch‘ Präludium behände.

 

Kantoren singen Psalmen munter,

mal geht es rauf, dann wieder runter.

Und ist ein neues Lied mal dran,

stimmt’s vor der Mess der Kantor an,

probt mit den Leuten bis es klingt,

damit auch Neues gut gelingt.

 

Wir hab’n `ne Ministrantenschar,

die ist recht groß, wie wunderbar.

Der Holger hält die Ministunden,

mal üben und mal Themenrunden.

Sogar Erwachs’ne helfen jetzt

beim Ministrieren,  ja, das fetzt.

 

Und immer wieder ist es schön

wenn Kinder vor der Lesung geh’n

zum Gottesdienst für kleine Leute

und hab’n bei Katechesen Freude.

Was dieses Thema anbelangt,

den Vorbereitern sei gedankt.

 

Ob Blumen, Küstern, sauber machen,

Caritaskreis und andre Sachen,

mit großem Fleiß werd’n sie erledigt,

ohne dass jemand lange predigt.

Wenn man das mal vor Augen hebt,

so sieht man, dass Gemeinde lebt.

 

So viel wird ehrenamtlich hier

erledigt, groß ist das Gespür,

was gerade nötig ist und dran.

So viele packen da mit an.

Ich bin sehr dankbar und auch froh

und bitte euch: Macht weiter so!

 

Derzeit läuft hier in der Pfarrei

Firmvorbereitung und dabei

sind 22 junge Leute.

Für uns ist’s eine große Freude

sie zu begleiten und zudem

manche Entwicklung da zu seh‘n.

 

Ihr Firmlinge, nutzt Eure Gaben!

Ihr seid die Zukunft, die wir haben.

Ihr habt Talente, groß und klein,

die jeder muss mit bringen ein.

Dann gibt es nichts, worüber man

sich ärgern oder sorgen kann.

 

Seit ein’ger Zeit erkunden wir

wie Kirche sein kann, heut und hier.

Der Bischof möchte, dass wir geh’n,

auf Zukunftswegen und auch seh’n,

wozu Gott uns berufen hat

in dieser unsrer Heimatstadt.

 

Schon Paulus hat’s damals beschrieben,

mitnichten hat er übertrieben:

Die Charismen, die sind bestimmt,

dass Kirche eine Form annimmt.

Die sollten wir zusammenbringen,

damit Gemeinde kann gelingen.

 

Jedoch beim Erkundungsprozesse,

zeigen nicht alle ein Int’resse.

Obwohl’s doch um die Zukunft geht.

Ich hoffe, dass ihr das einseht!

Ob jung, ob alt, ob Frau, ob Mann,

das geht ein‘ jeden etwas an!

 

Ganz kurz will ich nun noch was sagen

zu dem, was da in ein paar Tagen

beginnt: es ist die Fastenzeit,

die uns für Ostern macht bereit.

Doch nur, wenn ich mich lass‘ drauf ein

wird das für mich ein Fest auch sein.

 

Wenn diese Zeit wir woll’n gewinnen,

dann sollten wir uns mal besinnen,

was Christ-Sein heißen kann und mag,

wie wir es leben Tag für Tag.

Weil stets nach oben Spielraum ist

sollten wir nutzen diese Frist.

 

Ich soll‘ mich intensiver üben

in Gott und auch den Nächsten-Lieben,

mal überdenken, was ich sage

so über and’re manche Tage.

Denn selbst, wenn ich’s nicht schwierig finde,

beginnt doch grade hier die Sünde.

 

Vielleicht hilft mir auch der Verzicht

von manchen Dingen, die mir nicht

verhelfen zu erfülltem Leben,

das könnte ich vielleicht aufgeben.

zumindest etwas reduzier‘n,

und damit neue Freiheit spür’n.

 

Wie jedes Auto, braucht die Seele

auch Pflege, deshalb ich empfehle

die Beichte, welche dazu führt,

dass meine Seele wird poliert.

In diesem Sakrament liegt Heil

Gott will, dass mir dies wird zuteil.

 

Er steht mit ausgestreckten Armen

und groß ist mit uns sein Erbarmen.

Gott spricht uns frei, wenn da ist Schuld

mit uns hat er sehr viel Geduld.

Das gibt mir Hoffnung, macht mir Mut,

mit ihm wird auch mein Leben gut.

 

Wenn wir uns solche Dinge merken,

so wird Gott selber uns bestärken

auf unsrem Weg durch diese Zeit.

Und Ostern ist dann nicht mehr weit,

wo freudig wieder darf erklingen

das Halleluja, das wir singen.

 

Es gäb’ noch Manches hier zu sagen

doch braucht Ihr’s länger nicht ertragen

Denn ich hör’ auf und mache Schluss,

weil alles auch ein End’ hab’n muss.

Ihr lieben Kinder, Herren, Damen.

Gelobt sei Jesus Christus. Amen.