Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Markus 8,31-38

Thomas Jabs (ev.)

22.02.2009 in der Pfarrkirche der Ev. Kirchengemeinde Mahlsdorf

Die erste Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung

31 Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. 32 Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. 33 Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh weg von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. 34 Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 35 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's erhalten. 36 Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden? 37 Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? 38 Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.


Liebe Jemeinde!

De Frau det Hauses tut mir jrade n Stück Kuchen jeben,
da sacht der Mann: „Ick wer' wohl nich mehr lange leben.“
De Frau jleich: „Am Geburtstach! Mann, du solltest dir wat schämen.
Da sacht man sowat nich. Da müssen sich de Jäste och noch jrämen.

Ick denk, nu lass 'n doch. Der fühlt sich eben so.
Wir vajessens einfach und sind trotzdem froh.
Wat soll er denn nur machen tun, mit so viel Jahre.
Mit det Leben is et eben wie mit seine Haare.

Die jehn ihm doch och schon alle aus - sojar de Grauen
Mensch dat die det nich hören können - unsre Frauen.
Der Kopp wird kahl, die Kniee weicher
un denn wird man irjendwann an Jahren och nich reicher.

Wenn det so is, denn kann man det doch och mal sajen.
Det heeßt doch nich, dat wir Männer immer klajen.
Det lässt sich doch nich ändern. Do is de Sache nun.
Und wenn wer schweijen, könn wer och nischt ändern tun.

Det hat sojar der liebe Jott schon so jemacht.
Na ja, der Jesus eben, och der hat sich verkracht
mit seine Jünger als er davon reden wollte vor Jerusalem.
Da meent der Petrus jlatt: „Biste jetzt schon janz plemm plemm.

Mensch Jesus, hab dir eben noch Bescheid jejeben.
Dat du der Christus bist und solche Sachen eben.
Jrade nu, wo et uns so gut gegangen is uff unsern Ritt,
da fängste damit an. Mensch Jesus Wat soll denn dit.“

Kannst eenen aber och'n schönsten Tach versauen.
Da könnt ick dir am liebsten eene runterhauen.
Det Jequatsche jetz von Kreuz und Leiden -
is Karneval de Zeit der Freuden.

Un denkste nur, da is der Jesus richtig ausjeflippt.
Der hat den Petrus janz schön dolle vor'n Kopp jetippt.
„Den Vojel lieber Petrus den hast du, det kannste jloben
Bei dir da stimmts doch nich da oben.

Ick wer doch nich ewig leben, so wie jetze jedenfalls
ick saje euch, da oben in Jerusalem da knallts.
Da jibt det doch ne Menge Leute in di jroße Stadt,
von denen nich nur eener 'n Rochen uff mich hat.

Die wollen mir schon lange anet Leder
krijste det nich mit? Det weeß doch jeder.
Die lauern nur noch uff de richtije Jelejenheit
denn walzen se mich breit.

Und denk jetz bloß nich, du kannst det verhindern
wozu denn och, det würde och nischt lindern.
Wenn de nur de janze Zeit ann frohen Leben klammerst,
denn kommt det janz bestimmt, dat du noch jammerst.

Ne ne so jeht det nich in Jottes Welt.
Wer sich immer nur an de juten Wünsche hält,
der kieckt sich nachher janz schön um.
Det kommt nämlich immer anners un' meistens dumm.

Machtet nur an alle eure Taje
So wie ick et euch heut eenmal deutlich saje:
verlier et heute ruhij det Leben ohne Sorjen
denn haste nämlich noch mehr Freude morjen.

Kannst so wie so keen Haar breit Leben selber machen -
och nich mit de janzen Pillen, Ärzten un sone Sachen
et jibt wat besseret un det will ick euch heute zeijen.
Da müsst'er schon mal eure hohen Häupter neijen.

Wenn ick so rede da braucht er euch vor keene Leute schämen.
Wir können alle nischt nich von de Welt wat mit uns nehmen.
Ick aber, wenn ick jehe, denn komm ick wieder.
Denn isset so wie tausend Engellieder.

Ick weeß alleene, dass der Dot nich wie Geburtstagskuchen schmeckt.
Nach dem man sich de Finger alle Zehne leckt.
Doch weeß ick och, mein Vater, also jott, der will mein Leben
selbst wenn ick sterbe, un du det nich verstehst, so is it eben.

Denn Jott der hat 'n Reich, det is janz anders als det kennst.
Wenn de mich jetzt 'n Christus nennst,
denn denkste an de Könige, an schicke Frauen un son Kram.
Mensch, Petrus, du kannst doch wat viel bessret ham.

Bei Jott, da kannste alles sajen wie et is und wie det wirklich denkst,
jrade och wat nich schön is, wenn de mal janz unten hängst.
Denn ER un icke, Jesus, och, er liebt dich, wie de bist
uffe Faschingsfeier un och im allerjrößten Mist.

Weil det so is, da kann ick in mein Leben nich nur feiern
un alle Taje lang nur Süßet seiern.
Ick kenn doch och die andern, die jehts beschissen.
So Leute, die schon morjens nich mehr weiter wissen.

De sitzen in ihr Leid so fest in ne Falle
Die lieb ick janz jenau so sehr wie euch hier alle.
Zu die bin ick och jekommen ja janz jenau für die
und nur mit Quatschen helf ick die doch nie.

Erst wenn ick selbst janz unten bin - wie die,
denn bin ick ihnen nah, so nah war ihnen Jott noch nie.
Will er aber jetzt und allezeit.
Un ick, det saj ick dir, ick bin dazu bereit.

Damit et allen besser jeht, un alle Jott in ihrer Nähe haben,
die heute feiern und die nischt zu beißen haben.
Dazu bin ick in de Welt gekommen, bin ick hier
Det mach ick, det mach ick selbst und zeij et dir.

Alle werdn et sehen können, wart nur ab
denn wenn ick sterbe bleib ick nich int Grab.
Jott wird mir helfen, heute und sojar in meine schlimmsten Stunden.
Un' denn, denn is allet, wat uns dot macht überwunden.

Denn könn wer richtig feiern, son echten Karneval.
Denn wird et besser werden überall.
Jott selber wird de janze Welt verkleiden - janz und jar.
De Narren werden Könige und der König wird'n Narr.“

So war det damals mit Jesus an den schönen Tach den Blauen.
Det musst ick denken beim Stück Kuchen kauen.
Na ja, ick weeß ja selber: die Ersten, die det jlobten waren Frauen.
Un Männer können son Jeburtstag och versauen.

Det eene müssen wir wohl beede immer wieder lernen:
det wir uns von Jottes Welt, von unsern Jlück, doch nur entfernen,
wenn eener sowat sajt, wat uns so weh tut un' wir uns wehren,
statt einfach eenmal hinzuhören.

Denn wird der andre los wat ihn in den Moment so drückt.
Denn is it ja och jleich vorbei und ganz bejlückt -
könn wer weiterfeiern an Jeburstag un sonst noch wenn wer uns besuchen
Denn schmeckt och noch det dritte Stück von lecker Kuchen.

Amen