Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Matthäus 14,22-33

Pastor Klaus Bergmann (SELK)

04.09.2009

Weihe eines Rettungsbootes der DLRG

Weihe eines Rettungsbootes der DLRG (OG Wolfsburg) am Allersee Wolfsburg

Votum
Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalmgebet
Ihr habt darum gebeten, den Segen Gottes auf das neue Rettungsboot zu legen. Wir tun das im Vertrauen auf Gott, der uns die Möglichkeit schenkt, Menschen in Notsituationen beistehen zu können. Daran erinnert der 107. Psalm (1-2.23-31 i.A.) mit folgenden Worten:

Dankt dem Herrn, denn er ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf! So sollen alle sprechen, die der Herr befreit hat! Die mit Schiffen auf dem Wasser fuhren,  erlebten voll Staunen, was der Herr kann und wie er die Elemente beherrscht. Auf seinen Befehl erhob sich ein Sturm und haushoch türmten sich die Wellen. Ihr Boot wurde zum Himmel hinaufgeschleudert und stürzte hinab in den gähnenden Abgrund. Sie vergingen vor Angst und Elend. Sie schrien zum Herrn in ihrer Not, der rettete sie aus der Todesangst. Nun sollen sie dem Herrn danken für seine Güte, ihn preisen für ihre wunderbare Rettung!

Schriftlesung
Was im Psalm dankend beschrieben wird, haben die Jünger von Jesus erlebt. Hört einen Abschnitt aus dem Evangelium des Matthäus im 14. Kapitel (22-33):
Gleich darauf drängte Jesus die Jünger, ins Boot zu steigen und ans andere Seeufer vorauszufahren. Er selbst wollte erst noch die Menschenmenge verabschieden. Als er damit fertig war, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Als es dunkel wurde, war er immer noch dort. Das Boot mit den Jüngern war inzwischen weit draußen auf dem See. Der Wind trieb ihnen die Wellen entgegen und machte ihnen schwer zu schaffen. Im letzten Viertel der Nacht kam Jesus auf dem Wasser zu ihnen. Als die Jünger ihn auf dem Wasser gehen sahen, erschraken sie und sagten: »Ein Gespenst!«, und schrien vor Angst. Sofort sprach Jesus sie an: »Fasst Mut! Ich bin's, fürchtet euch nicht!« Da sagte Petrus: »Herr, wenn du es bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!« »Komm!«, sagte Jesus. Petrus stieg aus dem Boot, ging über das Wasser und kam zu Jesus. Als er dann aber die hohen Wellen sah, bekam er Angst. Er begann zu sinken und schrie: »Hilf mir, Herr!« Sofort streckte Jesus seine Hand aus, fasste Petrus und sagte: »Du hast zu wenig Vertrauen! Warum hast du gezweifelt?« Dann stiegen beide ins Boot, und der Wind legte sich. Die Jünger im Boot warfen sich vor Jesus nieder und riefen: »Du bist wirklich Gottes Sohn!«

Ansprache
Liebe Lebensretter, verehrte Festgäste!
Wie alt ist die DLRG?
Viele von Euch wissen, dass die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft 1913 gegründet wurde.
Ich behaupte allerdings: Der Sache nach ist die DLRG viel älter, denn sie geht bereits auf Jesus zurück. Wir haben gerade diese außergewöhnliche biblische Geschichte vom sinkenden Petrus gehört. Als einer, der selber mehrfach die Rettungsausbildung durchlaufen hat, finde ich es erstaunlich, wie viele DLRG-Rettungselemente in diesem Bibelabschnitt bereits vorkommen:
1. Da geraten Menschen auf dem Wasser in Not. Der See Genezareth ist anders als der Allersee. Da gab und gibt es tückische Fallwinde, die das Wasser unvermittelt aufwühlen. Aus eigener Kraft kommen selbst die bootserfahrenen Jünger nicht mehr an Land. Ihr Leben ist in Gefahr.
2. Der Retter kommt - praktischer Weise zu Fuß über den See (das wäre ja vielleicht auch noch mal etwas, was Ihr im Schwimmunterricht beibringen könntet). Als guter Ersthelfer beruhigt Jesus erst einmal die aufgeregten Jünger „Fasst Mut! Fürchtet euch nicht!“
3. Naja und dann ist da einer, der traut sich zu viel zu. Petrus. Er überschätzt sich völlig und steigt aus dem Boot heraus in der Meinung, auch über dem Wasser laufen zu können. Das klappt aber nicht und er sackt weg und droht zu ertrinken. (Ihr könnt sicherlich eine Reihe von Geschichten erzählen, wo Ertrinkende sich aus Selbstüberschätzung in Gefahr brachten).
4. Jesus ist da, greift zu, zieht Jesus per Rettungsgriff ins Boot, sorgt sich um Petrus und bringt schließlich die ganze Crew sicher an Land. (So, wie ihr das auch machen wollt mit diesem neuen Gefährt).

Natürlich, hier im Evangelium wird nicht bloß der Einsatz eines Wasserretters beschrieben. Wenn die Bibel Jesus Christus Retter, Heiland und Erlöser nennt, dann ist damit natürlich viel mehr gemeint als die Bewahrung des leiblichen Lebens. Jesus geht es darum, dass wir Menschen durch ihn Halt finden bei seinem himmlischen Vater. Jesus geht es um das ewige Leben! Und dazu braucht er eine andere Lebens-Rettungs-Gesellschaft: die Kirche.

Dennoch bleibe ich dabei. Die DLRG ist von ihren Anliegen her 2000 Jahre alt, weil sie etwas tut, was ganz in der Linie des christlichen Glaubens steht, nämlich Menschen in Not beizustehen und sie aus bedrohlichen, lebensgefährlichen Situationen zu retten.
Dafür wünsche ich Euch weiterhin alles Gute und vor allem Gottes Segen!

Gebet
Wir kommen nun zur „Bootsweihe“. Nach christlichem Verständnis bedeutet Weihe: Mit Gottes Wort und Gebet etwas in Dienst nehmen. Gottes Wort haben wir gehört. Lasst uns nun dieses neue Boot unter Gottes Schutz und Segen stellen, indem wir ihm im Gebet danken und bitten.

Herr Gott, lieber himmlischer Vater!
Hab Dank, dass die DLRG dieses neue Rettungsboot in Betrieb nehmen darf. Danke, dass Du uns die Möglichkeit gibst, Menschen in Not helfen zu können.
Wir bitten Dich für alle Einsatzkräfte, die hier am Allersee Dienst tun. Schenke ihnen Ruhe und Besonnenheit, Konzentration und Wachsamkeit, dass sie Menschen in lebensbedrohlichen Situationen beistehen und für sie da sein können.
Bitte segne besonders alle Retter, die mit diesem Boot unterwegs sind, dass sie ihren Auftrag erfüllen und schnelle Helfer in Not sind.
Das alles bitten wir Dich durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Retter und Heiland!
Amen

Segnung
So befehlen wir dieses Rettungsboot der Gnade Gottes + des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, + der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.