Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Matthäus 7,21-27

Domvikar Markus Böhme (rk)

06.03.2011 in Dresden

Sonntag vor Fasching

Liebe Gemeinde, Schwestern, Brüder,
die fünfte Jahreszeit hat wieder
uns eingeholt, die Fastnacht ist
für Heiden und für fromme Christ
mit Spaß und viel Humor bestückt,
weil manche Uhr dann anders tickt.

Denn derzeit wohl ein jeder spürt,
dass Karneval das Zepter führt.
Deshalb werd ich es einmal wagen,
euch meine Predigt vorzutragen.
Doch nicht wie üblich soll es sein,
ihr hört sie heute mal im Reim.

Natürlich steht zuerst die Frage,
was ich dem Gottesvolke sage.
Denn mir ist freilich schon ganz klar:
Ich bin hier nur der Domvikar
und nicht der Bischof, wie ihr seht,
der häufig hier am Ambo steht.

`Nen kleinen Vorteil habt ihr schon,
wenn ich hier steh‘, denn ich beton:
Ich selber habe mitgekriegt,
dass in der Kürze Würze liegt.
So braucht ihr euch nicht lang verrenken
in diesen harten Kirchenbänken.

Doch Schluss mit Worten drumherum!
Wir schaun auf’s Evangelium,
auf das, was in der Bibel steht,
weil dies als Christen uns angeht.
So möchte ich jetzt einmal fragen:
Was hat Matthäus uns zu sagen?

Das Evangelium zeigt bestimmt
wie Jesus deutlich Stellung nimmt:
Es reicht nicht, sich mit Jesu Namen
zu schmücken, sagen „Ja und Amen“.
Nicht der das ew’ge Leben kriegt,
dem nur an leeren Worten liegt.
Wir alle hören doch tagtäglich
die Wörterflut, oft unerträglich.
Da wird geredet und versprochen
und manch Versprechen gleich gebrochen.
So kommen wir zu diesem Schluss:
Sehr viel Gerede heut ist Stuss.

Doch das, sagt Jesus, darf nicht sein
denn Glaube heißt ja nicht allein
so viel wie möglich Worte machen,
zu diskutieren solche Sachen.
Der echte Glaube sich erweist
im Handeln aus christlichem Geist.

Was wir zu glauben so vorgeben,
das müssen wir authentisch leben.
Allein mein Beispiel Richtschnur ist,
ob ich tatsächlich bin ein Christ,
also ein Nachfolger des Herrn.
Oder ist mir das noch sehr fern?

Betrachten wir mal Jesu Leben
denn das kann Anregung uns geben
zu handeln, wie es Gott gefällt
und wie es Jesus hat erzählt.
Wie er zuerst es vorgelebt,
damit ein jeder danach strebt.

Für Jesus hat Priorität
die Liebe, die ganz oben steht.
Er ging zu allen Menschen hin
mit Offenheit und Liebessinn.
Den Sündern hat er oft vergeben
gab ihnen Chance, neu zu leben.

Wir merken schon: das ist nicht leicht,
von uns wird’s meistens nicht erreicht,
Ich kann nicht jeden lieben hier,
denn mancher war nicht lieb zu mir.
Und ich bekomm’s nicht auf die Reihe,
dass ich ihm jetzt sofort verzeihe.
 
Zuweilen rede ich mir ein:
Auch Strafe, die muss eben sein.
Und oft fehlt mir nach einem Streit
zuweilen auch Barmherzigkeit.
Ich grolle meinem Gegenüber
und meide künftig ihn dann lieber.

Hier würde Jesus klar mir sagen:
Das ist kein christliches Betragen!
Verlier dich nicht in Eitelkeit!
Vergib dem Andren jederzeit!
Denn Gott auch dir stets neu vergibt,
weil er uns Menschen so sehr liebt.

Das sollte Ansporn uns verleihen,
dem Andern gerne zu verzeihen.
Nicht einmal, sondern immer wieder,
ein Leben lang, Schwestern und Brüder.
Gelingt uns dies, kann jeder sehn:
Bei uns ist Gottes Geist am Weh’n.

Ja, wer auf Jesu Worte schaut
und danach handelt, dieser baut
sein Lebenshaus solid auf Stein.
Eine Gefahr wird hier nicht sein,
dass Hitze, Hagel, Sturm und Flut
dem ganzen Bauwerk schaden tut.

Doch Jesus auch die andern kennt,
die ohne festes Fundament
auf Sand ihr Lebenshaus errichten,
d.h. auf Zukunft sie verzichten.
Sie leben so als gäb es nicht
Gott und das letzte Weltgericht.

Und dennoch: er uns zugesteht,
wenn jemand eigne Wege geht.
Er hat in Freiheit uns erschaffen
wir sind ja nicht dressierte Affen.
Das schließt auch die Entscheidung ein
für den, der ohne Gott will sein.

 
Ein Haus auf Stein? Ein Haus auf Sand?
Was heißt das für uns angewandt?
Noch einmal, um im Bild zu bleiben,
möcht ich versuchen, zu beschreiben,
wie wir könn’n leben ganz konkret,
so wie es in der Bibel steht.

Wer egoistisch sich verhält,
dabei vergisst Gott und die Welt,
wer nur auf eignen Vorteil schielt
und nicht auf‘s Wohle aller zielt,
wer lebt, als sei er King der Welt,
der baut auf Sand, dies Haus nicht hält.

Auf Sand zu bau‘n heißt ebenso
zu lästern über and’re froh,
weil dies doch heute jeder macht
und seine Mitmenschen verlacht.
Soll ich `ne Ausnahme da sein?
Drum stimm ich in das Lästern ein.

Wer lügt, betrügt, damit gelingt
Karriere, die mich vorwärts bringt,
wer fleißig Steuern hinterzieht,
was ja so selten nicht geschieht,
wer Eigentum von Andern klaut,
auf Sand sein Lebenshaus er baut.

Wer meint, Gesetze braucht er nicht
und jede Konvention durchbricht.
Wer im Verkehr sein Auto lenkt
und Vorfahrtsregeln nicht bedenkt.
Wer sich gibt wie `ne Umweltsau
auf Sand ist dessen Häuserbau.

Wer so lebt, der irrt sicher sehr.
Es kommt der Tag, an dem der Herr
auf unser Leben schaut zurück.
Hält das dann stand auch seinem Blick?
Oder wird mir, zu spät erst klar,
dass manches nicht in Ordnung war?

 
Noch ist die Zeit, danach zu fragen
und eine Korrektur zu wagen,
wenn diese dringend nötig ist.
Und deshalb: Nutzen wir die Frist
zu ändern unser Leben prompt
bevor der Weltenrichter kommt!

Es liegt mir fern, euch heut zu schelten.
Auch Furcht und Angst sollen nicht gelten.
Allein, die Botschaft Jesu will,
uns klarmachen: das Lebensziel
erreich ich, wenn nach Gottes Wille
ich täglich such und ihn erfülle.

Und es ist keine Gängelei,
denn jeder spürt: Ich bin auch frei:
befreit zur Liebe und zum Leben.
Ja, Gott will mir ´ne Zukunft geben.
Dafür sich müh’n, das ist es wert.
Und deshalb hab ich’s euch erklärt.

Nun wolln wir aber auch mal schaun,
wie wir auf Stein im Leben baun:
z.B. wenn zur Freundlichkeit
wir immer wieder sind bereit.
Wenn Rücksicht für uns wichtig ist,
keiner den anderen vergisst.

Auch hat ein festes Fundament,
wer die Gebote Gottes kennt,
wer danach strebt, tagaus, tagein
ein Freund von Jesus stets zu sein,
wer in der Kirche sich einbringt,
damit Gemeinde auch gelingt.

Wer nicht nur Fehler and’rer sieht,
sondern sich immer wieder müht,
die Fehler, die im eignen Leben
genügend da sind, zu beheben,
wird merken, dass dies dazu führt,
dass uns’re Kirche besser wird.

 
Wir merken, Jesus wollte nie
einbläuen eine Theorie.
Vielmehr ist Praxis angesagt.
Jeder gewinnt, wenn er’s nur wagt.
In kleinen Schritten kann es geh’n.
Vielleicht ist’s ja an uns zu sehn.

Die Faschingstage kommen jetzt,
da werden Masken aufgesetzt,
gesungen wird und auch gelacht,
getanzt und mancher Spaß gemacht.
Ein jeder will, ob groß, ob klein
beim Karneval auch fröhlich sein.

So wünsch ich euch die nächsten Tage,
dass jeder Freude in sich trage.
Denn Freude ist, so glaubt es mir
für jeden Christen höchste Zier.
Und wer sich wirklich freuen kann,
der ist im Leben besser dran.

Zum Schluss ein Hinweis, den ich mache
und zwar in meiner eignen Sache:
Die Predigt stammt aus meiner Feder
und nachprüfen kann das ein jeder,
damit sich niemand hier beschwert,
habt ihr kein Plagiat gehört.

Natürlich muss ich eingesteh‘n,
dass man ein jedes Wort kann seh’n
im Duden, wenn man da nachschlägt.
Die Anordnung hab ich geprägt,
denn ohne Sinn wär’s eine Qual.
Das macht es aus, mein Original.

Noch vieles gäb es zu erzählen,
doch möchte‘ ich euch nicht länger quälen.
Und deshalb komm ich ganz behände
mit meiner Predigt nun zum Ende.
Ihr lieben Kinder, Herren, Damen,
Gelobt sei Jesus Christus. Amen.