Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Matthäus 9,36-10,8

Matthias Blaha (rk)

29.06.2002 in Gerolfing zum Jugendfußballturnier

"Die Mannschaft Jesu"

Material: Fußball

Fußball herzeigen
Fußball total an diesem Wochenende!
Da ist euer Turnier hier in Gerolfing, und - fast so wichtig - das WM-Finale.
Was keiner geglaubt hat, ist wahr geworden: Deutschland mischt im Endspiel mit. Ja, jetzt können wir wieder stolz sein auf unsere Nationalelf!

Ich persönlich kann mit dem Ball nicht besonders gut umgehen, doch ihr, die Fußballer, habt das sicher wesentlich besser drauf. Vielleicht spielt mancher von euch sogar besser als die Profis, die heute auf dem Weg nach Yokohama sind - nur kriegen die einen Haufen Geld dafür, und ihr macht's aus Spaß an der Freude.

Frage an Jugendliche:
Was sind denn eure Lieblingsspieler?
...

Vielleicht hat der eine oder andere von euch sogar ein Trikot von Oliver Kahn oder Miroslav Klose im Schrank hängen. Und vielleicht träumt so mancher von euch, auch mal so ein Star zu werden.

Doch schaffen tun das nur wenige. Für die allermeisten bleiben Stars wie Miroslav Klose, Oliver Kahn oder früher Paul Breitner und Sepp Maier unerreichbare Idole.

Noch viel früher hat es eine Erfolgsmannschaft gegeben, allerdings nicht in Deutschland - und auch nicht im Fußball. Doch die Namen der Stars sind uns gut bekannt:
Petrus und Andreas,
Jakobus und Johannes,
Philippus und Bartholomäus,
Thomas und Matthäus,
Jakobus und Thaddäus,
Simon und Judas.
Jesus, der Trainer, hat seine Elf zusammengestellt;
das heißt, eigentlich waren es zwölf, aber Judas hat wegen groben Foulspiels die rote Karte gesehen und wurde vom Platz gestellt.

Jesus hat also seine Mannschaft zusammengestellt und sie "Apostel" genannt. Nicht bei einer WM sollten sie teilnehmen, sondern die Kirche zu einem global player, zu einer weltweiten Größe machen.

Schauen wir uns Kapitän Petrus und seine Leute mal genauer an.

  • Petrus und Andreas: Fischer, die nie eine Schule besucht haben und vielleicht nicht mal lesen und schreiben konnten.
  • Jakobus und Johannes: genannt "Donnersöhne", also Burschen mit ziemlich Temperament.
  • Philippus und Bartholomäus: Zwei unbeschriebene Blätter.
  • Thomas und Matthäus: Der eine Zweifler, der andere Zolleintreiber.
  • Simon: Junger Revoluzzer, der die Römer aus dem Land schmeißen wollte.

Liebe Schwestern und Brüder, Sie haben vielleicht festgestellt: Das sind keine typischen Stars! Sie stechen nicht durch irgendwelche besonderen Begabungen hervor. Sie sind keine unerreichbaren Idole, sondern eher Menschen wie du und ich.

Solche "Menschen wie du und ich" wählt Jesus als seine Mannschaft aus, um die Kirche über die ganze Welt zu verbreiten.
Heute, zweitausend Jahre später, können wir sagen: Die Rechnung von Jesus ist aufgegangen! Das Christentum ist weltweit die größte Religionsgemeinschaft.

Dieser Erfolg ist nur möglich geworden, weil die Apostel viele andere "Menschen wie du und ich" in die Mannschaft geholt haben: Junge und Alte, Frauen und Männer, Handwerker und Gschtudierte, Arme und Reiche - alle haben sie ihren Beitrag geleistet, dass sich andere vom Christentum begeistern ließen. Voraussetzung mitzumachen war nicht eine besondere Begabung oder Bildung, sondern einzig und allein die Begeisterung - die Begeisterung für den Glauben, die Begeisterung für Jesus.

Liebe Schwestern und Brüder, auch wir gehören zu der Mannschaft Jesu. So wie unzählige "Menschen wie du und ich" vor uns haben auch wir die Aufgabe, unseren Glauben weiterzugeben. Wir sollen dafür sorgen, dass es weitergeht mit dem Christentum.
Dafür brauchen auch wir keine besonderen Begabungen, sondern Begeisterung. Ohne die geht es allerdings nicht: Nur wenn wir begeistert sind vom Glauben, nur wenn wir unseren Glauben als was Schönes, was Frohmachendes erlebt haben - nur dann können wir andere mit dieser Begeisterung anstecken und sie überzeugen: An Jesus glauben - das hat was!

Ein paar Beispiele für begeisterte Christen:

  • Das Schulkind, das bei den Ministranten mitmacht.
  • Die Jugendliche, die als Lektorin tätig ist.
  • Die Eltern, die ihren Kindern von Gott erzählen.
  • Der Arbeiter, der sich nicht schämt, zu seinem Glauben zu stehen, und sich in seiner Pfarrei ehrenamtlich einsetzt.
  • Die Leute, die nach neuen Gottesdienstformen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene suchen.
  • Frauen und Männer, die die Kranken der Pfarrei besuchen.
  • Die alte Oma, die für ihre Familie und für die Pfarrei betet, weil sie sonst nichts mehr tun kann.

Beliebig lang könnte ich diese Liste fortsetzen. Jede begeisterte Christin, jeder begeisterte Christ gehört zu der Mannschaft Jesu dazu. Menschen wie du und ich - oder sagen wir's genauer: Du und Sie und ich, wir alle sind eingeladen, in der Mannschaft Jesu mitzuspielen.

Und was kriegen wir dafür, dass wir mitspielen? Was bringt es uns, dass wir uns reinhängen für Jesus?
Das haben auch schon die Apostel den Jesus gefragt.
Was der ihnen geantwortet hat, gilt für alle, die in der Mannschaft Jesu spielen: Nach dem Schlusspfiff gibt's ein großes Lob vom Trainer und eine dicke Prämie. Die wird nicht in Euro ausbezahlt, sondern als ewiges Leben.

Amen