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Predigt über Offenbarung 3,14-22

Roland Holtbrügger (STA)

24.10.2009

Die Gemeinde in der Endzeit (Laodicea)

Das Sendschreiben an die christliche Gemeinde in Laodicea ist für die Kinder Gottes und für die Adventgemeinde besonders wichtig, weil es die letzte Botschaft Jesu an sein Volk enthält. Diese Botschaft ist in erster Linie an sein Volk, für die Gemeinde der Endzeit, gerichtet.

 

Bevor wir zum biblischen Thema kommen, möchte ich Euch etwas über den Ursprung dieses Namens berichten.

Wo kommt der Name Laodicea her? Laodicea erhielt den Namen zu Ehren von Laodicea, der Gattin Antiochus II von

Syrien, der die Stadt im dritten Jahrhundert vor Christus gründete.

Laodicea wird aus 2 Wörtern zusammengesetzt und zwar aus Laos und aus dikee. Laos bedeutet Volk und dikee bedeutet Recht im Sinne, was auf einem zukommt.

 

Etwa 65 km südöstlich von Philadelphia wurde die Stadt errichtet und hatte seine Blütezeit zur Zeit der römischen Vorherrschaft im ersten Jahrhundert vor Christus.

In Ladicea wurde ein bestimmter Artikel hergestellt, der in der ganzen Region beliebt war. Es war ein weicher, seidiger, schwarzer Stoff, der aus der Wolle von schwarzen Schafen gewebt wurde.

Berühmt war Laodicea auch wegen seiner medizinischen Einrichtungen und einer bestimmten Augensalbe, die dort entwickelt und hergestellt wurde.

Außerdem gab es ein reges Markttreiben und dieses führte zu einem lebhaften Bankwesen.

Etwas Besonderes war eine Brücke, wo eine Wasserleitung verlegt war. Man bezog aus dem etwa 6 km entfernten Hierapolis warmes Wasser für die Stadt. Also ein Luxus, die viele andere Bewohner anderer Städte noch nicht kannten.

Alle diese Einzelheiten können uns die Anspielungen des treuen Zeugen erklären.

 

Wie uns aus der Geschichte berichtet wird, erschütterte im Jahre 60 nach Christus ein verheerendes Erdbeben diese stolze Stadt und auch Tacitus. Die römische Regierung bot Hilfe an, aber dieses wurde von Laodicea abgelehnt mit der Behauptung: "Ich bedarf nichts!" (Offb. 3,17).

Geisteshochmut bei der größten Geistesarmut, verursacht durch weltliches Behagen und Selbsttäuschung führten dazu, dass man fremde Hilfe ablehnte.

 

Als Paulus seinen Brief um das Jahr 62 an die Kolosser schrieb, bestand die Gemeinde in Laodicea bereits. Aufgrund von Ausgrabungen vermutet man, dass diese Gemeinde von Epaphras von Kolossä gegründet wurde (Kol. 1,7) und auch Paulus sie nie besuchte (Kol. 2,1).

 

Etwa zur gleichen Zeit, also 62 n.Ch. schrieb Paulus ebenfalls einen Brief an die Gemeinde zu Laodicea (Kol 4,16).

Dann, im 13. Jahrhundert wurde Laodicea von den Türken vernichtet. Heute erinnern nur noch Ruinen von der einst blühenden stolzen Stadt.

 

Aber die Botschaft von damals hat bis heute überlebt und ist für die Endzeitgemeinde von größter Bedeutung.

 

Nachdem ich Euch etwas über die Geschichte von Laodicea erzählt habe, möchte ich nun zu den theologischen Aspekten kommen.

Ich glaube, wir alle haben schon viel über dieses Thema studiert oder, ich möchte es einmal scharf ausdrücken, von dem Inhalt dieses Themas berieseln lassen.

-Aber ist die Botschaft bei Dir, und ich schließe mich ebenso ein, bis ins Herz gedrungen?

Hat der Geist Gottes unser ich vernichten können, welches durch den Sündenfall nicht von Gott geprägt ist,?

 

Ich möchte gerne heute mit dieser Predigt uns allen deutlich machen, dass wir in Laodicea leben. Es ist eine Botschaft für dich und mich. Laodizea ist die 7. und letzte Gemeinde, die uns in der Bibel vorgestellt wird.

 

Welche Kernaussagen hat Johannes über den Redner und die Gemeinde in Laodicea gemacht? Wir haben wir es vorhin im Text gelesen.

- Das spricht der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der erste der Schöpfung Gottes.

- Du bist eine laue Gemeinde.

- Du bedarfst nichts.

- Höre auf den Rat Jesu.

- Mache dich auf und tue Buße.

- Es gibt eine Verheißung für den Überwinder.

 

Im Vers 14 lasen wir: „Das spricht der Amen.“

Habt Ihr Euch Gedanken gemacht, wer Amen ist? Wer spricht durch Johannes?

 

In 2. Kor. 1, 20 (Text) ist es sprachlich korrekter formuliert: Christus ist das Amen. Aber in unserem Text in der Offenbarung wird eine Verkürzung gemacht: der Amen. Ein Anknüpfungspunkt für das Wort „Amen“ mag auch Jes. 65,16 sein. Lesen wir diesen Text bitte.

Gott schwört nicht nur, nein er ist selbst ein Schwur. Zwischen ihn und seinem Wort ist einfach kein Keil zu treiben. Dazwischen gibt es nichts anderes. Es ist eine Einheit und unveränderlich.

Dieser Gott zeigt nun in Jesus sein Gesicht. Das bedeutet für uns: Wer Jesu Leben studiert hat, bekommt den Amen zu sehen, seinen Schwur zu hören, seine Treue zu erleben.

Mit dem Amen soll auch ausgedrückt werden, dass Jesus abschließen und vollenden will, was er vor zweitausend Jahren begann und der Christenheit in unendlich scheinender Geduld und Ausdauer immer wieder verkündigen ließ. Darum nennt er sich auch der „treue und wahrhaftige Zeuge“.     .

Ferner nennt sich der Herr den „Anfang der Schöpfung Gottes“. Er bezeichnet sich also als den, durch den Gott-Vater alles geschaffen hat, auch uns Menschen.

Mit all diesen Titeln bezeugt Jesus seine Gottgleichheit und unterstreicht damit den Ernst dessen, was er sagen will.

 

Dieser Herr trifft nun auf eine Gemeinde, die eine Scheingemeinde ist. Der Herr klagt diese Gemeinde an.

 

Wie bewertete Jesus die Werke der Gemeinde Laodiceas, oder wenn wir es auf die heutige Zeit übertragen, wie sieht der Herr die heutige Adventgemeinde?

Lesen wir bitte noch einmal Offb. 3, 15.

 

Alle, die sich zu Christus bekennen und sich nach seinem Namen nennen, sollten über sein ernstes Wort nachdenken: „Ach, dass du kalt oder warm wärest.“

Beachten wir bitte, Christus will nichts mit Menschen zu tun haben, die das Glaubensbekenntnis nicht zur Tat werden lassen. Mit all den anderen Ungläubigen will er die Scheinchristen aus seinem Munde ausspeien.

Keiner der sich nach dem Namen Christi nennt, kann sich bei der Wiederkunft Christi damit entschuldigen, er habe nichts von Jesus und seinem Zeugnis der Gotteswahrheit gewusst.

Am Tage der letzten Entscheidung genügt es nicht, nur den Namen Christi getragen zu haben oder gewisse christliche Formen ausgelebt zu haben. Mit halben Herzen kann man kein Nachfolger Jesu sein.

 

Ab Offb. 2, 1 werden die 7 Gemeinden mit ihren Charaktereigenschaften in den sieben Sendschreiben genannt.

Wenn wir die Aussagen der einzelnen Sendschreiben an die Gemeinden vergleichen, erhält die Gemeinde Laodicea, also die letzte Gemeinde vor der Wiederkunft Christi, kein Lob.

Im Gegenteil- die Botschaft an diese Gemeinde ist eine furchterschreckende Androhung an das Volk Gottes.

Auch bei den anderen 6 Gemeinden klaffen Schein und Sein auseinander.

Aber bei der 7. Gemeinde finden wir einen Unterschied.

Der Angeklagte, also die Gemeinde Laodicea, redet noch selbstbewusst dazwischen um sich zu rechtfertigen: Ich habe alles, mir fehlt nichts. Begreife doch endlich, ich brauche nichts! Geh und lass mich in Ruhe! Laodicea rückt durch diese Selbstverherrlichung in eine äußerste Nähe zu Babel.

Offb. 18,7 gibt uns hier diesen Hinweis (Text).

 

Was stellt unter diesen Umständen das christliche Bekenntnis noch dar?

Es mag ein bloßer Schwall von Wörtern sein. In diesen Wörterschwall tritt also das Wort, der Schwur, der Amen heißt ein. Es ist die grenzenlose Liebe des Amen zu dieser lauen Gemeinde.

 

Und dieses Bild ist auf das heutige Volk Gottes anwendbar.

 

F. Sander erklärt in seinem  Buch „Erklärung der Offenbarung von 1829“: Laodicea ist das Bild der letzten Zeit, wo der Herr schon vor der Tür steht und die Anstalten zum großen Abendmahl getroffen werden.

1876 führte Dächsel in seinem Buch „Erklärung der Heiligen Schrift“ aus: Wir haben hier das Bild der Kirche zu einer Zeit, die bereits sich zu gestalten angefangen hat.

E. Mühe erklärt es als allgemein angenommen, dass wir jetzt in der 7. Kirchenzeit, der lauwarmen, sichern Gemeinde Laodicea leben. Mit dieser 7. Zeit ist aber die Kirchenzeit überhaupt zu Ende.

 

Schw. White ist vielfach von Gott inspiriert worden, damit uns unser Zustand verdeutlicht wird. In Schatzkammer Bd. 1, S. 437 schreibt sie: Die zu Laodicea sind weder kalt noch warm, verhalten sich sehr unbestimmt und schmeicheln sich zu gleicher Zeit, dass sie nichts bedürfen. Der treue Zeuge hasst diese Lauheit. Er verabscheut die Gleichgültigkeit dieser Menschen: „Ach, dass du kalt oder warm wärest!“

 

Die richterliche Bestandsaufnahme wird mit dem Satz zusammengefasst: Ich weiß deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Für kochendes oder kaltes Wasser gibt es Verwendung. Aber was kann man mit lauwarmen Wasser anfangen? Es nützt weder zum garen noch zum erquicken. Aber es wird Jesus angeboten und Jesus widert dieses an. Jesus sieht diese Gemeinde, sie bedienen ihn mit trägem Dienst, mit ihren schleppenden Gottesdiensten, leiernden Gebeten und mit ihrer nachlässigen Seelsorge.

Ich möchte es mit modernen Worten sagen: Die Gemeinde führt einen Dialog und verwaltet sich selbst. Damit ist sie ausreichend beschäftigt. Man möchte nirgends anecken und auffallen. Man führt Gespräche mit anderen Kirchen ohne missionarischen Hintergrund. Die Anerkennung in der Gesellschaft tut gut und man möchte die gesellschaftliche Stellung genießen.

Ich habe dieses vielleicht etwas spitz formuliert. Aber ist nicht Wahrheit in diesen Worten enthalten?

 

Ellen White ruft in ABC VII, 963 eine weitere Warnung aus:

„Halbherzige Christen sind schlimmer als Ungläubige, weil ihre Äußerungen und die unverbindliche Einstellung viele irreführen. Der Ungläubige zeigt Flagge, laue Christen aber täuschen beide Seiten. Sie sind weder gute Weltmenschen noch gute Christen. Satan bedient sich ihrer, um ein Werk zu tun, das ihm mit anderen nicht gelingt.“

 

Nicht nur Christus, sondern auch Satan weiß um den geistlichen Tiefstand der Gemeinde. So geschieht keine Verfolgung oder Angriffe von außen an die Gemeinde. Alles ist intakt und alles findet statt. Der Mitgliederstand gibt zu keiner Zeit Anlass zur Sorge.

Ja, die lauen Glieder halten den Herrn Jesus Christus für so harmlos und tolerant, dass sie nicht einmal austreten. Ihnen wird sogar von der Gemeinde die Botschaft vermittelt, dass die Liebe Gottes alles überdeckt.

Der heutige Laodicear denkt: Ich kann wie ich bin zu Jesus kommen. Ich brauche mich eigentlich nicht zu ändern. Im Grunde genommen bin ich gut, schädige keinen und ich versuche an meiner Persönlichkeit im positiven Sinne zu arbeiten. Gottes Angebot, meinem Leben eine Kehrtwendung durch seinen heiligen Geist zu geben, brauche ich nicht. Gott ist ein toleranter Gott und geht mit der Zeit.

 

Seiß schrieb (1887) in seinem Buch „Offenbarung Jesu“ (S. 194): In dieser Kirche ist viel Religiosität, aber äußerst wenig Religion; viel Gefühlswesen, aber wenig, welches in Tat und Leben echter, christlicher Gesinnung entspricht; viel christlich sollendes Gerede, aber wenig wirklicher Christenglaube.

 

Buße, Reue, Umkehr und Missionseifer sind Worte, die bei der lauen Gruppe nicht zu finden sind.

Der eigene Stolz dieser Menschen stellt Johannes 15,5 auf den Kopf: Ohne dich können wir alles tun!

Erschreckend dieses zu sagen, aber wie oft wird es ausgelebt. Lesen wir bitte 1. Kor. 4,8. 

Das ist die Selbstgenügsamkeit der Gemeindeglieder gegenüber Jesus.

In diesem Fortbleiben von seinem Gnadenthron liegt die Ursünde der Gemeinde und der Anfang vom Ende.

In drei Bildern wird der geistliche Zustand dargestellt: arm, blind und bloß.

 

Obwohl Jesus diese laue Gemeinde aus seinem Munde ausspeien wird, stellt Jesus die Gläubigen der lauwarmen Gemeinde nicht als einen hoffnungslosen Fall dar. Noch kann ihr Zustand gebessert werden. So ist die Botschaft an Laodicea oder wir sprechen besser an eine Botschaft an uns, eine Botschaft voller Ermutigung.

Deshalb stellt Jesus den drei wunden Punkten in Offb. 3, 18 drei Ratschläge gegenüber. Wir wollen diesen Vers näher beleuchten.

Als erstes sagt Jesus: Ich rate dir.

Jesus begegnet seiner Gemeinde als Kaufmann. Zu Anfang erwähnte ich schon, dass Laodicea eine Handelsstadt war. Die Geschäftigkeit der Menschen hatte den heiligen Geist in ihrem Christenleben verdrängt. So tritt Jesus als Kaufmann auf und möchte seinen Konkurrenten ausstechen.

Dann fährt Jesus fort: „Kaufe von mir!“ Du bekommst von mir gute Ware.

Jesus bietet seiner Gemeinde verschiedene gute Dinge an. Jesus wurde den Laodicern ein Laodicer,  um sie zurückzugewinnen. So tief lässt sich der Sohn Gottes herab.

Wenn ein Kaufmann Ware anbietet, muss der Kunde diese auch bezahlen.

Womit soll Laodicea bezahlen?

Ich glaube, wir können die Frage mit Jes. 55, 1 beantworten: „Text“.

Auch Offenbarung 22, 17 kennt dieses „Kaufen“. Auch diesen Text wollen wir gemeinsam lesen. „Text“

Der Mensch kauft auf dieser Erde für viel Geld oft minderwertige Dinge. Bei Jesus kauft es sich besser ein, alles ist günstig, außerordentlich günstig, nämlich umsonst und außerdem beste Ware.

Jesus beginnt sein Angebot: Kaufe von mir in Feuer geglühtes Gold, damit du reich werdest.

In Laodicea stand das Gold der Banken wegen seiner Wertbeständigkeit in einem guten Ruf. Hier sagt aber Jesus: Mit eurem Gold seid ihr alle arm, kauft von mir geglühtes Gold, damit ihr wirklich reich werdet.

Jesus sagt: Noch ist Zeit wahres Gold zu kaufen. Dieses Gold bedeutet  Liebe, Glauben, Dienst zum Zeugnis und Hoffnung auf Errettung. Es macht das Herz reich, denn es wurde so lange geläutert, bis es rein war.

 

Als zweite Ware bietet Jesus weiße Kleider an, damit du dich kleidest und offenbar werde die Schande deiner Blöße.

Laodicea hatte eine blühende Textilindustrie, besonders für schwarze Stoffe.

Aus der Geschichte Laodiceas weiß man, dass Angeklagte vor dem Gericht in schwarz erscheinen mussten. Wurden sie freigesprochen, kamen sie in weißen Kleidern wieder aus dem Gerichtsgebäude heraus. Ihre Unschuld war für alle sichtbar.

Der Herr bietet der Gemeinde Reinigung und Freispruch an. Das ist hier der Zusammenhang zu diesem Text.

Also, Reinheit des Charakters, die Gerechtigkeit Christi, die dem Sünder zuteilwird. Dieses Gewand erhält nur der, der ein Leben im Gehorsam gegenüber Gott geführt hat.

 

Als letztes bietet Jesus der Gemeinde Salbe an, um die Augen zu salben, damit man sieht.

Durch den vielen Staub, Wassermangel und grelles Sonnenlicht litten viele Laodicer an Augenkrankheiten und es gab viele Blinde.

Augenärzte behandelten mit 100 verschiedenen Augenmitteln. Sei es durch Salben, Tropfen oder Puder.

 

Das ganze Elend der Gemeinde wird in Vers 17 beschrieben, wie wir es vorhin gelesen haben. Die Gemeinde ist blind. Als Folge der Blindheit kam damals Armut und Nacktheit.

Die Augensalbe ist jene Weisheit und Gnade, die uns befähigt, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Auch kann so die Sünde hinter einer Maske entlarvt werden. Gott hat seiner Gemeinde Augen gegeben, damit sie klar sehen kann. Nach Johannes 9, 41 ist derjenige blind, der die Blindheit abstreitet. Ich möchte den „Text“ (Joh. 9,41) mit euch lesen.

Ein Beispiel zu diesem Text:

Stellt euch einen Blinden vor, der allen erzählt sehend zu sein. Er lässt sich von keinem führen noch tastet er sich mit einem Stock vorsichtig vorwärts. Er sagt, ich brauche keinen, ich schaffe meinen Weg alleine. So ein Alleingang wird folgenschwere Auswirkungen haben.

 

Deshalb stellt unser Augenarzt Jesus zuerst die Diagnose: „Du bist blind“ und bietet Hilfe an: „Kaufe von mir Augensalbe.“

In diesem Satz offenbart sich Jesus vom Geschäftsmann zum Freund, zum Freund aller Gemeinden. Ich, die ich liebe, die weise ich zurecht und züchtige sie (Joh. 15, 14-15 u. 20).

Die Liebe Jesu äußert sich in 2 Dingen.

 

Wahre Freunde werden sich nicht anlügen oder unrechtes tun. Findet aber einer eine Unwahrheit an dem anderen, prüft er die Werke seines Freundes und nennt das Schlechte beim Namen.

Eben, weil er seinen Freund liebt, möchte er diesen zur Umkehr bewegen. Er möchte den Egoismus, die Verstocktheit, das Böse zerschlagen. Der Freund ruft zur Umkehr, Reue und Buße auf. Wahre Buße führt zur aufrichtigen Traurigkeit über begangenen Sünden und wird ein verändertes Leben nach sich ziehen.

Das ist es, was der Text mit Züchtigung meint.

Deshalb sagt unser Bibeltext weiter: Darum sei fortan eifrig und tue Buße.

Den Jahren der Lauheit sollen Jahre der völligen Nachfolge Jesu folgen. Die Gemüter der Gemeindeglieder sind fortan mit Gottes Name, seinem Reich und seinem Willen geprägt.

Meiner Meinung nach haben wir hier ein wichtiges Wort zu beachten. Jesus ruft zur „Buße“ auf.

Ohne Unterschied der Person und ohne Rücksicht auf unsere Zugehörigkeit zu irgendeiner christlichen Konfession ruft Christus uns zu: „Mache dich auf und tue Buße“.

In der Bibel steht nicht,  „Welche ich liebhabe, die brauchen ihr Wesen nicht zu ändern. So sei nun eifrig und lebe weiter in deinem Trott“.

Lesen wir den Text in Offb. 3, 19 noch einmal, damit wir ihn in unserem Herzen hegen.

 

Fällt Euch beim Lesen noch etwas Wichtiges auf?

Jesus klopft und ruft.

Zur Zeit Jesu konnte man durch zweierlei Weise Eingang zu einem Haus erbitten.

Einmal durch klopfen mit einem Metallring oder durch lautes Rufen.

Jesus macht beides. Es steht für die Wichtigkeit seiner Botschaft.

Was hier ganz deutlich wird ist, das Jesus dem Menschen den freien Willen lässt die Tür zu öffnen. Er möchte gerne in unser Herz kommen und unser Wesen formen. Wenn wir dem heiligen Geist Einlass gewähren, wird der Mensch wieder ein wahrhaftiger Mensch.

Jesus ruft: „Ich möchte dich nicht richten. Aus lauter Liebe habe ich mein Leben für dich gegeben, ich erlitt den Kreuzestod und nahm eure Schuld und den Fluch auf mich. Ich möchte eure Missetaten vergeben, weil ich euch unsagbar lieb habe. Deshalb klopfe ich bei dir an und möchte dich zum Baum des Lebens zurückführen.“

Hörst du das Rufen und Klopfen Jesu an deiner Herzenstür?

 

Nach all den harten Aussagen Jesu an die Gemeinde Laodicea folgt nun nach Vers 21 eine wunderbare Verheißung:

Dem Sieger werde ich geben zu sitzen mit mir auf meinem Thron.

Dieses „mit mir auf dem Thron sein“ kennen wir schon aus dem Bibeltext aus Joh. 17,24: Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die mit mir seien, die du  mir gegeben hast, auf dass sie meine Herrlichkeit sehen.

Das Judentum lehrte, dass im Himmel nur Gott sitzt und alle anderen stehen. Und hier gibt Jesus seiner Gemeinde eine Verheißung.

Auf diesem Thron hat Jesus seiner Gemeinde eine Stätte bereitet. Jesus bietet dieser lauen Gemeinde sein Letztes an, seine Gemeinschaft mit dem Vater auf dem Thron.

 

Dann lesen wir in unserem Ausgangstext weiter: Wer Ohren hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

Was sagt der Geist den Gemeinden in dieser zusammenfassenden Botschaft?

 

Er spricht von Jesus.

Von dem, was wir gerade besprochen haben: Jesus ist der Amen, der treue Zeuge, der erste der Schöpfung, der Richter, der Tempelreiniger, Händler, Freund, Gast, Gastgeber, der Sieger und der, der auf dem Thron sitzt und der Sohn Gottes.

 

Es wäre nicht biblisch, aus diesen hier behandelten Texten ein „Du sollst“ herauszulesen. Diese Worte des Geistes stellen eine gewaltige Neuverkündigung des Herrn Jesus dar, damit seine Gemeinde nicht Scheingemeinde wird oder bleibt.

Durch diese Worte, die Jesus zu Euch geredet hat, wird jeder in der Gemeinde angesprochen.

Bitte versteht mich richtig, ich möchte mit dieser Predigt keinen persönlich angreifen. Das darf ich nicht. Jesus hatte mit seiner Botschaft an die Gemeinde Laodicea ein großes Herzensanliegen.

Mein Wunsch und Anliegen ist, dass Du und ich unsere persönliche Beziehung zu Jesus überdenken.

Sollte noch etwas in unserem Leben vorhanden sein, was uns von Jesus trennt oder in unserem Leben wichtiger erscheint,- dann lasst uns Buße und Reue üben und den Herrn um Vergebung bitten. Auch möchten wir um den heiligen Geist bitten damit wir ein neues Leben führen können.

Stanislaw Jerzy Lec hat einmal diesen Satz gesagt: „Um an die Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen.“ Ich persönlich bin davon überzeugt, dass ein wahrer Nachfolger Jesu nicht mit dem Strom schwimmen kann.

Noch haben wir Gnadenzeit und können Buße tun.

Aber bald wird Jesus die Worte aussprechen: „Wer böse ist, der sei fernerhin böse, und wer unrein ist, der sei fernerhin unrein; aber wer fromm ist, der sei fernerhin fromm, und wer heilig ist, der sei fernerhin heilig“ (Offb. 22,11).