Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Titus 2,11-14

Pfarrer Dr. Horst Jesse, M.A. (ev)

24.12.2010 im Münchner Seniorenheim

Heiligabend 2010

Liebe Weihnachtsgemeinde,
Weinhnachten weckt Erinnerungen bei einem jeden Menschen. Bilder werden wach, wie einst  Weinhachten gefeiert wurde. Mit Erinnerungs- und Gegenwartsbildern leben wir Menschen. Mit Bilder denken und vergleichen wir im Alltagsleben. Sie werden sich in diesem Heiligabendsgottesienst bewusst, wie Sie als Kind auf das Weihnachtsfest hingefiebert haben. Natürlich stand für Sie im Mittelpunkt: Was wird das Christkind mir bringen? Erhalte ich den Baukasten, die Schlittschuhe und die Puppe? Wird mein Wunschszettel an das Christkind, von ihm auch erfüllt werden?

Weihnachten war eine spannende Sache damals und ist es auch heute noch. Das Fest betrifft nicht  die Kinder, sondern auch die Erwachsenen. Sie wissen, was für ein unvergesslicher Augenblick für Sie damals war, als sich die Tür zum Weihnachtszimmer öffnete. Sie war vom Lichtglanz des Weihnachtsbaumes wie geblendet. So viel Licht hatten Sie nicht erwartet. Das Kerzenlicht spiegelte sich in den Christbaumkugeln und im Lametta des geschmückten Weihnachtsbaums. Sie schauten auf den goldenen Weihnachtsstern auf der Baumspitze. Sie betrachteten die Weihnachtskrippe mit Maria, Joseph, dem Jesuskind, dem Ochsen und Esel und den Schafen. Dann erblickten Sie Ihre Geschenke und nahmen sie in die Hände. Ihre Augen glänzten aus Dankbarkeit. Sie beobachteten, wie sich Vater und Mutter über ihre Geschenke freuten. Nachdem Essen saßen sie um den Tisch und hörten den Geschichten zu, die Vater und Mutter Ihnen als Kinder vorlasen. An manche der Geschichten denken Sie noch heute.

Eigenartiger Weise fällt mir fast immer zu jedem Weihnachtsfest folgende Geschichte ein. Sie ist etwas romantisch, aber passend zu dem Weihnachtsgeschehen. "Es war Heiligabend. Vater sollte aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehren. Die Muter, die Oma und die Tanten bereiteten das Weihnachtsessen vor. Das kleine Mädchen spürte die Aufregung wie auch Freude und wurde davon ergriffen. Es wollte ich in der Küche mitmachen. Es störte die Essenszubereitung durch sein eAnwesenheit in der kleinen Küche. Aus diesem Grunde beschloss das Mädchen, sich warm anzuziehen, um dem Vater entgegenzugehen. Mit ihrer roten Mütze, ihrem dicken blauen Mantel, den roten Fäustlingen und dem warmen Stiefeln stapfte sie durch den Schnee. Die Sonne schien vom blauen Himmel und glitzerte in der weiten Schneefläche nach dem Haus.  Das Mädchen kannte den Weg zum Bahnhof. Unterwegs wurde es müde und setzte sich in den Schnee. Sie schlief ein. Vom Bahnhof kam ihr Vater. Er sah, das schlafende Mädchen, hob es auf und trug es nach Hause. Dort wollte er es abgeben, damit es zu seinen Eltern zurückkehren könne. Als er an die Haustür klopfte, wurde er stürmisch begrüßt. Das erwachende Mädchen schaute verwundert drein. Es wollte den Vater abholen. Er fand es und trug es nach Hause. Sie konnte sich nur freuen, über das, was geschehen war.

Diese eben erzählte Weihnachtsgeschichte hat viel mit dem verelesenen Predigttext gemein. Trotz des mit theologischen Aussagen gefüllten Sätze spüren wir, dass sie Gottesgeschehen  mit der Welt beschreiben. Sie sprechen von Gottes Liebe zur Welt. Sie wollen sie uns mitteilen und berühren unser Denken über Gott. Denn wie sieht unser Denken über Gott aus? Wir suchen nach ihm. Wir machen uns durch religiöse Übungen auf den Weg, um Gott zu finden. Selbst in der Atomphysik wird nach einem Gottespartikel geforscht. Wir gleichen dem Mädchen, das sich auf den Weg machte, um  den Vater abzuholen. Eigenartiger Weise suchen Menschen seit Jahrtausenden Gott. Sie wollen ihn finden. Trotz ihrer Bemühungen und ihres Strebens haben sie ihn weder gefunden noch entdeckt. Ich habe den Einruck, trotz des Religionsunterrichts ist vielen Menschen nocht gar nicht bewusst geworden, dass Gott vom Menschen nicht gefunden kann, sondern dass Gott den Menschen besucht und ihn nicht finden möchte. Wir verhalten un so wie das kleine Mädchen, dass ihren Vater abholen will und vom ihm gefunen wird und nach Hause getragen wird.

Gott kommt uns Menschen im Jesuskind besuchen, ist die Botschaft von Gott an Weihnachten. Die Evangelisten und Aposteln berichten von diesem Geschehen. Gott offenbart sich im Kind im Jesus Kind von Bethlehem. In ihm eröffnet er seine Liebe allen Menschen. Darüber können wir Menschen nur froh sein und so singen wie uns die Weihnachtslieder lehren. Gottes Liebe und Freundlichkeit besucht die Menschen. Der Himmel kommt zu den Menschen wie es  im Lied heißt: "Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär,.. .Euch ist ein Kindlein heut geboren von einer Jungfrau auserkoren... Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will Euch führen aus aller Not, er will eu´r Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein." In einem Kind zeigt uns Gott seinen Kommen an. Er macht uns seine Liebe kund, indem er am mesnchlichen Leben teilhaben will.  Nun ist die Verbindung zwischen Himmel nnd Erde durch Gottes Kommen in Jesu hergestellt. Das heißt doch, dass wir Gott nicht mehr suchen müssen, sondern dass wir Gottes Wunder in Jesus schauen  sollen, wie er unser Erlöser aus aller Not und Krankheit sein will. Er möchte uns als Lebensbegleiter zu einem Leben führen, das sich von Gottes Liebe getragen weiß. Als Glaubende haben wir das immer wieder dann gesppürt, wenn wir meinten, wir können nicht mehr weiter. Gottes Liebe half uns aber weiter. Durch Gottes Kommen sind wir nicht mehr allein.

Die Geburt Jesus verändert uns Menschen und macht uns zu Glaubenden, wenn wir begreifen, wie das Weihnachtslied dies beschreibt: "Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt einen neuen Schein, es leucht´ wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht." Die Lieder lehren uns das Wunder von Weihnanchten verstehen. Sie beschreiben es in Bilder, die wir begreifen können: mitten in der Nacht enzündet sich Licht und erleuchtet die Welt, so wie eine eingeschaltet Lampe, die mit ihren m Licht uns wieder alles in der Dunkelheirt sehen lässt. Gott macht uns durch Weihnachten zu sehenden Menschen. Wir werden zu Erkennenden und Wissenden, so dass wir in seinem Licht unser Leben führen können.

Der Apostel macht uns aufmerksam: Gott ist es, der sich um uns Menschen kümmert. Wir wissen wie wir sind. Wir haben einen eigenen Willen und drücken unsere eigenen Wünsche, Vorstellungen aus. Dabei geraten wir durch unseren Eigensinn auf Abwegen. Wir verlaufen uns im Leben. Wir wenden uns von Gott ab und folgen anderen Göttern. Wir meinen dann, durch Geld und Erfüllung unserer Luxuswünschen unsere Leben meistern zu können. Wir merken , dass diesem egoistischen Leben die Liebe fehlt. Wir haben uns mit unseren Wünschen im Leben verlaufen.

Wunder von Weihnachten will uns erinnern, dass Gott mit seinem Licht in Jesus Christus in der Welt ist. Er möchte in unser Leben Licht bringen. Wir haben dieses Weihnachtswunder aufzunehmen un dzu erkennen. Gott der Schöpfer unseres Leben und das der Welt will nicht, dass wir in die Irre gehen, sondern, dass wir im Licht wandern und seine Liebe erkennen. Die Liebe verwandelt einne Menschen. Gottes Liebe will uns zu dieser Erkenntnis führen. Es ist die Leben, die das Leben bestimmt und ihm Tiefe gibt.

Gott hat an Weihnanchten in Jesus uns seine Liebe geschenkt; damit wir diese Liebe weitergeben  können. Dies geschieht durch Geschenke, mit denen wir unseren Mitmenschen mitteilen, dass wir sie wertschätzen und mögen. Wir geben unsere Freude über Weihnachten so an andere weiter. Die Freude benötigt die Liebe um lebensschaffend sein zu können. Nur so wird Freude konkret und wahr. Denn ich möchte mit meiner Freude andere zum Freuen bringen. Konkrete Freude verändret das Zusammenleben und macht es freundlich. Wahre Freude sieht den anderen in der Not un dpackt beim Helfen an. Der letzte Vers des Liedes: "Lob Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron..." lautet: ""Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradies, der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis."

Das ist die Botschaft von Weihnachten: Gott erinnert uns wieder an das Paradies. Er will mit der Offenbarung in Jesus uns Freude machen, Licht in unser Leben aufleuchten lassen und auch wieder Hoffnung machen, dass nicht die Welt unser Leben bestimmt, sondern Gott in Jesus Christ.

Von Gottes Liebe leben wir. Sie wollen wir weitersagen. Das ist das rechte Weihnachtsgeschenk , dass wir uns gegenseitig machen können. Diese von Gott geschenkte Weihnachtsfreude weist in die Zukunft. Denn wir wollen es erleben, wie es einst sein wird.
Amen.
Lieder: "Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär,..
           :  "Lon Gott,ihr Christen alle gleich,..
           :  " Es ist ein Ros entsprungen aus eoiner Wurzel zert; ...
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