Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt zur Christmette

Pfarrer Thomas-Erik Junge

24.12.2003 in der Marktkirche zu Wiesbaden

Liebe Gemeinde,

Bei aller Überlagerung mit Festlichem, Schönem, auch Idyllischem und das Herz Rührendem, bei Verkitschung – und bei allem kritischen Nachfragen, was die Echtheit angeht: Die Weihnachtsgeschichte, wie sie bei Lukas steht, begründet das Fest der Christenheit, das sozusagen zu ihrem bedeutendsten Fest geworden ist.

Wenn man mal von außen, sozusagen als fremder Mensch, auf dieses Fest schauen würde, wie unsere Gesellschaft damit umgeht, kann man schon in’s Nachdenken geraten, ob das wirklich so angemessen ist, wie wir mit diesem Fest umgehen. Religiosität hin, Religiosität her – wie wir mit Weihnachen, seinen Themen und seiner Botschaft umspringen oder umspringen lassen, das ist manchmal sehr bedenklich! So ist es gut, meine ich, auf die Weihnachtsgeschichte immer wieder ganz neu zu hören, die Überlagerungen, die Urteile oder die Vorurteile einfach mal beiseite zu lassen.

Die Weihnachtsgeschichte, wie das Neue Testament sie bei Lukas erzählt, steht zunächst einmal für sehr viel – Dunkelheit, Machtwillkür, Bedrohlichkeit, wie sie auch immer wieder vorkommen: in persönlichen Lebensgeschichten – aber natürlich auch im „großen“ Maßstab: Willkür, Terror, Krieg, Katastrophen – das, was wir ja auch alle kennen und leidvoll beklagen.

Wobei übrigens das Dunkel im „großen“ Maßstab – jedenfalls wenn man es nur äußerlich betrachtet – leicht vergessen lässt, dass es sich natürlich auch immer wieder im Einzelschicksal widerspiegelt, wie es die von einer Flutwelle weggespülten Häuser und ihre Bewohner, die Verletzten und Toten eines Terroranschlags, die Opfer von Bomben oder Unfällen beweisen: Die große Zahl macht das einzelne Leid, die einzelne Dunkelheit nicht geringer.

Und ich will das noch einmal unterstreichen: Wir verdrängen oder vergessen so leicht, dass hinter den großen Zahlen von Opfern unheimlich viele Einzelschicksale stehen. Und ich finde das wichtig, es sich zu vergegenwärtigen, weil es jeden und jede von uns jederzeit auch treffen kann: Das große Dunkel oder auch das ganz persönliche – oder das ganz persönliche, das aus dem großen Dunkel entsteht – oder weil es uns schon mal getroffen hat in unserem Leben.

Die Weihnachtsgeschichte macht das alles sehr anschaulich. Ein großer Kaiser, ein Potentat, ein Weltherrscher gibt den Befehl, und Unzählige müssen Haus und Hof verlassen und sich auf die Straße begeben. Das ist sozusagen der „große“ Maßstab: Der Kaiser hat ein Gebot erlassen: Steuerschätzung! Alle Menschen müssen dorthin, wo sie Wurzeln haben, wo ihre Vorfahren hergekommen sind, um sich in Listen einzutragen. Das ist der große Maßstab, den diese Geschichte sozusagen ausbreitet. Und dann konzentriert sich die Erzählung auf die Menschen, die die Überlieferung die „Heilige Familie“ nennt – und auf ein paar weiter Leute darum herum, wie wir sie in der Krippe vorfinden, da allerdings ergänzt um Personen aus dem Matthäusevangelium und himmlische und irdische Wesen, also: Hirten, die Weisen, die Engel, die Schafe, Ochs und Esel.

Es wird heute immer sehr viel kritisiert, dass unsere Gesellschaft innerhalb und außerhalb der Kirche so stark dadurch bestimmt sei, dass es zu wenig Gemeinsinn gäbe. Jeder und jede machten sich auf ihren Weg. Daran ist sicher etwas, aber die Weihnachtsgeschichte lehrt uns: Vergesst nie den Blick auf den einzelnen Menschen, auf seine Freude und sein Leid, auf sein Leben und auf sein Sterben. Vergiss nie den Blick auf deine ganz persönliche Verantwortung: Du kannst sie nicht ans Allgemeine abtreten!

Das ist für mich eine der Grundbotschaften der Weihnachtsgeschichte: Die großen Paukenschläge in der Welt, die sozusagen die Welt erschüttern lassen, die lassen auch unsere Trommelfelle vibrieren, einzelner Menschen Trommelfelle. Und die großen Errungenschaften in der Welt: Die nützen ganz vielen gar nichts, weil sie nichts davon haben!Das Christentum, so sagt mir die Weihnachtsgeschichte, predigt nicht einen Individualismus, aber es würdigt das Individuum, den einzelnen Menschen: In einem Kind in der Krippe gibt Gott sich der Welt zu erkennen!

Dass es also nicht nur die großmaßstäbliche Betrachtungsweise gibt und die auf den oder die oder das einzelne gerichtet, sondern auch noch eine göttliche: Das ist die neue Dimension in der Geschichte: Der Kaiser – das Kind – und Gott!

Arm und ohne Macht zu sein, herumgeschubst zu werden, von der großen Macht nicht Positives zu erwarten zu haben, und auch im Herr der Opfer Opfer zu bleiben: Das verspricht nicht viel Hoffnung!

Jedenfalls war es damals so, zur Zeit der Geburt Jesu. Ist es heute anders? Die Menschen damals setzten ihre Hoffnung auf einen Heilsbringern, einen Messias, auf einen mächtigen König, der alles richten würde. Und wenn sie sehr an diesem Messias und seine Ankunft glaubten, dann meinten sie, das sei Glaube und Gottvertrauen. Von Gott würde ein Held kommen! Dabei vergaß man einfach in der Geschichte des Alten Testamentes, dass mit den Helden und den Königen auch so viel Ärger und Leid einherging, dass diese Könige auch viel Unheil angerichtet haben, Sicher manches Gute – aber auch viel Unheil! Andere wiederum machten in ihrer Situation Aufstände, und sie scheiterte, oder sie arrangierten sich, und sie stumpften ab usw. – Wir kennen das alles.

In der Weihnachtsgeschichte zeigt sich ein ganz neuer, ein anderer Weg: Gott wird zur persönlichen Begegnung, und aus dieser Begegnung gewinnen einzelne Menschen eine neue, ganz persönliche Anschauung von sich selbst, von den anderen und von Gott.

Wenn Gott im Kind ist, in Jesus Christus, dann gibt es ja sozusagen eine Verwandtschaft zwischen Gott und Mensch: das, was die Bibel meint, wenn sie von Gott als Vater spricht. Dann ist also in jedem Menschen etwas von Gott – in jedem Menschen!

Manchmal entdecken wir es, entdecken wir das Göttliche in uns und in anderen, zum Beispiel wenn wir Liebe erfahren oder Liebe geben! Wenn wir ganz persönlich über unsere Grenzen hinauswachsen. Oder: wenn wir Einsichten und Erkenntnisse gewinnen, die stark machen, die uns erfüllen – und das ist so ein zentrales Wort dieser Weihnachtsbotschaft – die uns erfüllen wie ein starker Friede, innerlich wie äußerlich.

Die Welt mit den Augen Gottes sehen, ihre Vermessenheit und ihre Trostlosigkeit, auch ihre Irrwege, egal was – aber mit den Augen Gottes auch einen neuen Weg sehen, der mir persönlich gilt, der aber auch so angelegt ist, dass viele ihn mitgehen können, dass man etwas Gutes daraus machen könnte, aus dieser Botschaft: Das ist die Weihnachtsgeschichte, finde ich. Und darum – darum schäme ich mich manchmal dafür, was wir aus Weihnachten machen.

Wer die Botschaft von Gott hört, dem öffnen sich sozusagen die Himmel, der bekommt neuen Schwung, neue Perspektiven, der oder die ist in aller Unruhe und Zerrissenheit plötzlich eben von einem starken Frieden erfüllt – wie die Hirten, die an der Krippe beten. Und so munter, wie die Hirten zur Krippe geeilt waren und wie sei später dann wieder loszogen und Gott priesen und lobten: Da passiert etwas! Sie bleiben nicht bei den Hürden.

Die Engelsbotschaft – wohl richtig übersetzt: „Friede auf Erden unter den Menschen, an denen Gott Wohlgefallen hat!“ – habe ich immer so verstanden, dass es mich mit Frieden erfüllt, den ich innerlich und äußerlich leben und weitergeben kann, wenn ich mich als Mensch begreifen kann, an dem Gott Interesse hat – nein: Als Mensch begreifen kann, der Gott gefällt: Gott hat ein Wohlgefallen an mir!

Nur: Wie und woher weiß ich das mit Gott, ob er ein Wohlgefallen an mir hat? Und ist das überhaupt noch eine zeitgemäße Frage, vor allem für die vielen, die keine Beziehung mehr zum Glauben haben?

Nun ja, man kann es nun drehen und wenden, wie man will: Weihnachten hat mit Gott zu tun, ist biblische Botschaft, ist das, was wir Wort Gottes nennen. Und bei aller Weltläufigkeit, die das Leben vieler bestimmen mag: Die Frage nach Gott kann und darf nicht vergessen werden. Wo die Kirchen leerer werden, manche stillgelegt, umgewandelt, abgerissen, rufen andere nach Gebetshäusern – und wer könnte einen Dalai Lama achten, wenn er nicht dessen Religiosität zur Kenntnis nähme? Wer kann die Botschaft der Weihnacht achten, wenn er sie nur so erfährt, wie sie auf den Straßen gelebt wir?

Ich will die Frage hier nicht ausweiten, nur auf die Tagesordnung – besser: auf die Nachtordnung – stellen: Weihnachten ohne Gott ist Jahrmarkt! Kann lustig sein, stimmungsmäßig sogar erbaulich – aber sie schenkt keinen Frieden! Davon geht kein starker Friede aus! Das ist ja übrigens das Problem vieler Menschen an den Weihnachtsfeiertagen: Dass sie so eine Ahnung davon haben, dass diese Botschaft eine starke Friedenskraft mit sich bringt, dass sie das gerne auch spüren möchten, aber irgendwo sind sie nicht mehr empfangsbereit dafür. Und dann schlägt das genau ins Gegenteil um, dann wird es unfriedlich, dann wird es frustrierend, genau das ist das Problem: Weihnachten ohne Gott, ohne das Zentrum, ohne Gott als Mensch in Jesus Christus kann, wie gesagt, lustig sein, hübsch, idyllisch – aber es schenkt einen Frieden: Jahrmarkt!

Darum doch noch einmal die Frage: Was sind das für Menschen, an denen Gott sein Wohlgefallen hat?

Da vorne steht die Krippe: Das Kind! Die Kinder, die Menschen am Anfang: An denen hat Gott sein Wohlgefallen! Die Menschen, die einmal unsere Zukunft sein werden, wie sie selbst die Vergangenheit ihrer Kinder sein werden! Welche Lieder singen wir ihnen, welche Werte geben wir ihnen mit, welche Wege bauen wir für sie?

Die Weisen an der Krippe sind für uns eine Herausforderung: Wie achtest du denn das Leben, wie achtest du Gott, was sind dir die Kinder, was ist dir die Zukunft wert, materiell wie das Gold, geistig-spirituell wie der Weihrauch?

Und die Hirten sind Menschen des Wohlgefallens Gottes, weil sie sich nämlich bewegen lassen! Ich weiß nicht, wie das damals war, aber ich habe in meinem Leben schon manches Mal Schäfer und Hirten erlebt, in der Lüneburger Heide vornehmlich. Und das waren eigentlich keine Menschen, die so durch große, hektische Betriebsamkeit oder Beweglichkeit auffielen. Sie waren eher sehr – ja – wortkarg, eher nach innen gerichtet. Das will schon etwas heißen, wenn sich die Hirten sozusagen bewegen lassen, wenn sie loben und preisen! Die Weihnachtsgeschichte scheint ja dieselbe Erfahrung gemacht zu haben: die Leute, die die Botschaft der Hirten hören, die wundern sich: Das sind die Hirten, diese Menschen, die dort draußen auf dem Felde sind, so ein bisschen außen vor? Menschen seines Wohlgefallens, weil sie sich bewegen lassen, weil sei aufbrechen, weil sie die Augen und die Sinnen öffnen und etwas wahrnehmen vom Wunder des Menschseins – und vom Wunder des Gottseins, die eins werden in der Botschaft der Weihnacht!

Ja, und die Weisen aus dem Morgenland sind auch Menschen des Wohlgefallens, weil auch sie sich aufmachen, weil sei Visionen haben, weil sie Gott suchen. Weil sie sich nicht in die Irre führen lassen, als sie zunächst in der Höhle des Löwen landen, der ihnen insgeheim mordlüstern, nach außen seine Freundschaft vorheuchelt.

Ja, es gibt viele Menschen in der Bibel, von denen man sagen kann: Gott hat Wohlgefallen an ihnen. Es gibt in der Tat viele Menschen in der Bibel!

Dieses Jahr war ja ein „Jahr der Bibel“. Und ich habe auch vor einigen Monaten in einem Ausstellungspavillon ein Computerprogramm bedient. Da musste man in Lücken Begriffe, Antworten eintragen, und die Frage diese Computerprogramms lautet: „Sind sie ein Petrus- oder ein Paulustyp? Da habe ich überlegt, was ich wohl werde. Und dann kam das Ergebnis heraus: „Weder – noch! Aber trösten Sie sich, es gibt viele Menschen in der Bibel!“

Ich habe mich getröstet, und ich habe viele Menschen in der Bibel gefunden, die mir gefallen und von denen ich weiß, dass Gott ein Wohlgefallen an ihnen hat. Und immer sind es Menschen, die unterwegs sind, die etwas wagen, die auch eine Menge falsch machen, aber die sich nicht klein kriegen lassen – und die da, wo sie Angst und Zweifel haben, so offen für Gott sind, dass sie sich von ihm Kraft und Hilfe erwarten.

Da gibt es ja diese Geschichte – Sie werden sie wahrscheinlich kennen. – von dem Hirten, der seine Schafe in der Wüste zurücklässt, weil sich ein Schaf auf einem Felsen verstiegen hat. Und er lässt alle 99 Schafe zurück, und er steigt auf den Felsen hinauf und will dieses Schaf retten. Das ist natürlich im Grunde genommen völlig unsinnig. Kein normaler Hirte würde ernsthaft seine Herde der Wüste überlassen, um ein einzelnes Schaft zu retten. Aber es geht in der Bibel auch nicht darum, sozusagen eins zu eins Geschichte und Erkenntnisse und Erfahrung wiederzugeben, so ganz platt und oberflächlich. Auch hier ist es wieder dasselbe Thema: Einer macht sch auf, wagt etwas, riskiert etwas, und der Hirte geht hinterher – und freut sich unheimlich über diesen einen, wenn er ihn geborgen hat.

Oder der verlorene Sohn: Der wagt ja auch etwas, der bricht auf – er scheitert! Aber der Vater ist für ihn da. Und der andere, der immer beim Vater geblieben war, der niemals begriffen hatte, was sich da eigentlich um ihn herum bewegte, der sagt: „Wieso achtest und ehrst du denn diesen Verlorenen? Ich bin immer bei dir gewesen!“ „Ja“, sagt der Vater, „du hast doch alles gehabt, was beklagst du dich? Aber dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden!“ Und das Schöne an dieser Geschichte, wenn man sie wirklich liest, ist, dass der Sohn jetzt nicht auf Knien ankriechen muss und demütig vor dem Vater seine Schuld bekennen muss! Nein, der Vater sieht ihn von weitem und geht auf ihn zu!

Oder: Die Sünderin, die man von Jesus fernhalten will: Was ist das für eine Frau! Womit verdient die ihr Geld, womit macht sie ihr Geschäft? Eine Sünderin, ein Prostituierte! Aber sie will seine Nähe und sie setzt sich durch.

Oder gehen wir ins Alte Testament! Da ist der ebenso gewaltsame wie furchtsame Mose, der sch aber in Bewegung setzten lässt – und der andere in Bewegung bringt, weil er Gott in dieser Botschaft erfahren hat: Befreie mein Volk, mach’ meine Menschen frei! Und es ist ja auch ein ganz großartiges Bild, auch für diejenigen unter uns, die in der Tat nicht so religiös verankert sind: Nehmen Sie diese Bilder einfach einmal als ein Stück Programm des Menschseins, dass man vor der Macht des Pharaos, das heißt vor der diktatorischen Macht nicht kuschen muss, sondern aufbrechen kann! Dass man auch etwas erreichen kann, wenn man meint, nach allen Maßstäben der Vernunft nichts erreichen zu können! Dieser Mose geht seinen Weg mit seinem Volk, sogar durch das Rote Meer, durch die Wüste, durch inneren und äußere Anfechtung. Aber da ist wieder genau dasselbe wie bei der Weihnachtsgeschichte: Da ist die große Geschichte – da ist der einzelne Mensch. Und der einzelne Mensch und Gott zusammen machen ein ganzes Volk stark: „Befreie mein Volk!“ – das war die Botschaft.

Oder: Von den Königen hatten wir gesprochen. Da ist David, der zarte Psalmensänger, der die Leier wie das Schwert zu führen verstand, der gewalttätig und zärtlich war, skrupellos und reuevoll – aber ein Mensch, der erkennt, dass Gott von ihm persönliche Verantwortung verlangt. Als er sein schlimmstes Unheil angerichtet hat, den Mann der Batseba hat umbringen lassen, da kommt der Prophet Nathan zu ihm und erzählt ihn eine Geschichte von einem Mann, der Willkür und Unrecht geübt hat. Und der König ist empört, und Nathan sagt: „Der Mann bist Du! Du bist gemeint, König! Du hast dieses Unrecht vollbracht!“ Und der König erkennt, dass sein ganzes Königsein, seine ganze Großmaßstäblichkeit nichts mehr nützen vor dem Angesicht Gottes, vor der Last seines Gewissens und seiner eigenen Verantwortung.

Gefalle ich Gott? Fragen Sie sich das doch auch einmal! Haben Sie sich das schon mal gefragt: Gefalle ich Gott? Das hört sich natürlich sehr eitel an – und sehr vermessen. Aber vielleicht könnte man ja auch so fragen: Wie stehe ich eigentlich da vor Gott? In einem meiner Predigtbände habe ich das ja mal aus diesem Stück vom „Hauptmann von Köpenick“ übernommen: „Da stehste vor Gott, und der fragt dich: Was haste jemacht mit deinem Leben?“

Wenn man sich das mal so vorstellt – ich meine jetzt gar nicht die Drohbilder eines Jüngsten Gerichts, sondern so ganz einfach: Man sitzt irgendwo auf einer Bank, und plötzlich setzt sich jemand neben uns, und wir spüren, dass er uns herausfordert, über uns und unser Leben nachzudenken.

Gottes Wohlgefallen liegt auf denen, die etwas wagen, die aufbrechen, die sich nicht unterkriegen lassen wollen, weder innerlich noch äußerlich, und die sich nicht klagend in der Dunkelheit verlieren. Ja, die Dunkelheit ist ein großes Thema der Weihnacht! Aber immer, immer wieder, eben die Kraft des Aufbruchs! Nicht irre werden – und das nicht, weil diese Menschen der Weihnachtsgeschichte so stark sind, sondern weil sie in dieser Verbindung mit Gott so stark gemacht sind.

Nehmen wir dies als die Botschaft dieser Nacht: Gott macht uns stark, verheißt uns einen starken Frieden – wenn wir Weihnachten wieder mit Gott feiern. Nehmen wir diese Botschaft der Engel mit: „Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude!“ So sagt der Engel zu den Hirten."

Amen.