Foto von aufgeschlagenen Büchern

Weihnachtspredigt über Matthäus 2,1

Schulpfarrer Josef Ernst

24.12.2003 in Arzbach

„Es begab sich ...“

„Es begab sich zu der Zeit ...“,
wie oft haben wir das Weihnachtsevangelium gehört,
und doch hören wir es jedes Jahr neu.
Da sind die Hirten – sie hören die Engel, sehen aber kein Kind.
Maria und Josef erleben keine Engel –
Sie haben zwar ein Kind, aber keine frohe Botschaft.
Und die Hirten?
Sie haben die frohe Botschaft der Nacht,
dafür sehen sie zunächst nirgendwo das Kind.
Das „Gloria“ der Engel für sich genommen:
Kein Weihnachten.
Die Geburt des Kindes für sich genommen:
Kein Weihnachten.
Beide Geschichten sind aufeinander angewiesen,
müssen sich erhellen.
Dann ist Weihnachten.
Die meisten unserer Weihnachtskrippen verbinden die
beiden Ereignisse:
Engel schweben um die Krippe.
Hätten nicht die Eltern auch die Geburt ankündigen können?
Glückwunschkarten, per Mail mit einem digitalen Foto im Anhang.
Maria und Josef tun es nicht.
Zumal Josef keine digitale Kamera besaß und der Laptop nicht im Reisegepäck war.
Und von den „Viren“ des Herodes konnte man nie sicher sein.
Und warum sollten die Eltern denen, die sie ausgesperrt hatten,
Glückwunschkarten senden?
So kommen Hirten und erklären, dass Maria, Josef und das Kind die Hauptpersonen sind.
Denn die Engelsbotschaft ohne Kind ist unwirklich.
Die Geburt ohne Engelsbotschaft ist traurig.
Die Hirten legen beide Ereignisse aneinander. Dadurch wird die Nacht heilig.
Das ist für Maria und Josef Weihnachten.
Denn das Kind verbirgt große Freude.
Engelsstimmen, die das Geheimnis der Nacht erhellen, der Menschwerdung Gottes in dieser Welt.
Kein Fernsehen.- Keine Reporter.-Keine Videoaufzeichnungen.
Die Hirten kehren zurück und erzählen davon.
Die die Rede der Hirten hörten, wunderten sich.
Nur wer sich wundern kann,
spürt: Es ist Weihnachten.

Amen.