Predigtpreisverleihung - Schlosskirche Bonn

Lebenslauf Professor Dr. Fulbert Steffensky

Fulbert Steffensky, geb. 1933 in Rehlingen/Saar, Studium der katholischen und evangelischen Theologie, 13 Jahre Benediktinermönch in der Abtei Maria Laach, 1969 Konversion zum Protestantismus, 1972-75 Professur für Erziehungswissenschaft an der FH Köln, 1976-77 Gastprofessor am Union Theological Seminary in New York, 1975-1998 Professor für Religionspädagogik am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg, Arbeitsschwerpunkte Religionspädagogik und Homiletik, verheiratet mit Dorothee Sölle (gestorben 2003), lebt jetzt in Luzern verheiratet mit Li Hangartner. Wichtigste Veröffentlichungen:

  • Gott und Mensch – Herr und Knecht? Autoritäre Religion und menschliche Befreiung im Religionsbuch, Hamburg 1973
  • Wo der Glaube wohnen kann, Stuttgart 1989
  • Das Haus, das die Träume verwaltet, Würzburg 1998
  • Der alltägliche Charme des Glaubens, Würzburg 2002
  • Feier des Lebens. Spiritualität im Alltag, Stuttgart 2003
  • Die zehn Gebote, Anweisungen für das Land der Freiheit, Würzburg 2003
  • Schwarzbrotspiritualität, Stuttgart 2005
  • Schöne Aussichten. Einlassungen auf biblische Texte, Stuttgart 2006
  • Mut zur Endlichkeit. Sterben in einer Gesellschaft der Sieger, Stuttgart 2007
  • Der Schatz im Acker, Stuttgart 2010
  • Gewagter Glaube, Stuttgart 2012

Meine wichtigste Interessen: Wie kann der Glaube nach dem Zusammenbruch der alten theologischen Systeme und unter den Bedingungen der säkularen Gegenwart neu gedacht und praktiziert werden? Was bedeuten die alten Traditionen für Menschen, die zur Autonomie befreit und gezwungen sind? Wie ist man seiner selbst gewiss, wenn man erfährt, dass der eigene Glaubensentwurf nicht mehr einmalig ist wie in alten Zeiten; wenn wir also dauernd auf andere Entwürfe und religiöse Konzepte und Lebensformen stossen? Wie kann dieser Glaube andere Ausdrucksformen finden und welche anderen Anforderungen an die Gottesdienst ergeben sich? Wie muss sich eine Kirche verändern, die in der Gesellschaft wichtig, aber nicht mehr tonangebend ist wie in alten Zeiten. Kurz: Wie bewahrt man die alten Schätze, ohne sie zu verraten; wie interpretiert man sie neu, ohne sie zu verraten? Diese Fragen bedenke ich nicht als systematischer Theologe. Sie ergeben sich aus meiner Biographie (katholisch – evangelisch), aus meiner Arbeit mit Pfarrern und Pfarrerinnen, aus vielfältiger Vortragstätigkeit in Gemeinden; nicht zuletzt aus dem Leben mit meinen Kindern und Enkeln, deren Welt ich zu verstehen suche und die meiner alten Welt so unähnlich ist.